Chlorophyll, Assimililation und hübsche Übertöpfe..

Begonnen von Reinhold, 24.Aug.24 um 12:16 Uhr

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

Reinhold

Ich habe das Thema immer wieder mal angesprochen, möchte es aber gerne noch mal aufwärmen.
Es geht um die Wurzeln von z.B. Phalaenopsen, die ja Chlorophyll enthalten. Sie sind halt grün, besonders ihre Wachstumsspitzen.
D.h. dann aber auch, sie assimilieren. Das aber nur, wenn sie genügend Licht abbekommen.
Also wäre es kontraproduktiv, die Phals zwar in einem Transparenttopf zu halten, aber dann in einen hübschen Übertopf (Keramik, Porzellan) zu stecken.
Diese Überlegung mag durchaus auch auf andere Gattungen zutreffen.
Wer kann bitte aus eigener Erfahrung zum Thema berichten?

Berthold

Ich habe keine eigene Erfahrung, aber es scheint logisch, dass die grünen Wurzelspitzen im Übertopf sich nicht mehr an der Photosynthese der Pflanze beteiligen können und ihr Chlorophyll deshalb abgebaut wird.
Dadurch wird das Wachstum der Pflanze in geringem Maß eingeschränkt.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Reinhold

#2
Zitat von: Berthold am 24.Aug.24 um 12:22 UhrIch habe keine eigene Erfahrung, aber es scheint logisch, dass die grünen Wurzelspitzen im Übertopf sich nicht mehr an der Photosynthese der Pflanze beteiligen können und ihr Chlorophyll deshalb abgebaut wird.
Dadurch wird das Wachstum der Pflanze in geringem Maß eingeschränkt.
Das Ausmaß erscheint fraglich. Die Natur geht ihren Weg der Erfahrung, d.h. des Erfolges im Biodschungel.
Auch die normalen, weißen Wurzeln der Phal laufen grün an, wenn sie naß werden. Vermutlich wollen sie assimilieren ?!
Viellecht noch eine Überlegung:
Die Wurzeln dienen dem Zweck, die Pflanze am Standort zu fixieren. Dann aber auch zur Wasseraufnahme. Und dann auch zur Aufnahme vom Dünger! Das heißt, alles was im mittäglichen Regen oder morgendlichen Tau da vorbeigeschwommen kommt (Wasser & Sonstiges, Ameisen- und Vogelspuren!  :-D ) dient dem Wohl der Pflanze. Der Erfolg des Wurzeltriebes und damit der Wurzelmasse ist wesentlich!
Für uns Fensterbänkler kann darin der Erfolg der Pflanzenhaltung liegen!
Die Wurzeln entscheiden über das Wohl der Pflanze.

Berthold

Zitat von: Reinhold am 24.Aug.24 um 12:26 Uhr
Zitat von: Berthold am 24.Aug.24 um 12:22 UhrIch habe keine eigene Erfahrung, aber es scheint logisch, dass die grünen Wurzelspitzen im Übertopf sich nicht mehr an der Photosynthese der Pflanze beteiligen können und ihr Chlorophyll deshalb abgebaut wird.
Dadurch wird das Wachstum der Pflanze in geringem Maß eingeschränkt.
Das Ausmaß erscheint fraglich. Die Natur geht ihren Weg der Erfahrung, d.h. des Erfolges im Biodschungel.
Auch die normalen, weißen Wurzeln der Phal laufen grün an, wenn sie naß werden. Vermutlich wollen sie assimilieren ?!
Viellecht noch eine Überlegung:
Die Wurzeln dienen dem Zweck, die Pflanze am Standort zu fixieren. Dann aber auch zur Wasseraufnahme. Und dann auch zur Aufnahme vom Dünger! Das heißt, alles was im mittäglichen Regen oder morgendlichen Tau da vorbeigeschwommen kommt (Wasser & Sonstiges, Ameisen- und Vogelspuren!  :-D ) dient dem Wohl der Pflanze. Der Erfolg des Wurzeltriebes und damit der Wurzelmasse ist wesentlich!
Für uns Fensterbänkler kann darin der Erfolg der Pflanzenhaltung liegen!
Die Wurzeln entscheiden über das Wohl der Pflanze.

Ja voll einverstanden, aber die Bildung von Chlorophyll in den Wurzel ist eine Option für zusätzlichen Stoffwechsel, also kein Muss für die Pflanze.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

cklaudia

Zitat von: Berthold am 24.Aug.24 um 15:50 UhrJa voll einverstanden, aber die Bildung von Chlorophyll in den Wurzel ist eine Option für zusätzlichen Stoffwechsel, also kein Muss für die Pflanze.
Das glaube ich auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Notwendigkeit ist, dass die Wurzeln das Licht wirklich brauchen. Denn sonst könnte man wohl nicht jahrelang  Orchideen in Übertöpfen gesund am Leben erhalten.
Für mich käme es schlicht nicht in Frage, die Orchideen ohne Übertöpfe zu halten, wegen der Sauerei, die unten raus kommt und wegen der Algen, die im Topf entstehen. Die reichen mir schon in den Düngewasserkanistern. Ich habe gerade gestern mal wieder einige davon zu reinigen versucht...

Lg Claudia

Berthold

Zitat von: cklaudia am 25.Aug.24 um 09:51 UhrFür mich käme es schlicht nicht in Frage, die Orchideen ohne Übertöpfe zu halten, wegen der Sauerei, die unten raus kommt...
Lg Claudia

Das gilt auch für viele Haustiere :thumb
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Reinhold

Zitat von: cklaudia am 25.Aug.24 um 09:51 Uhr
Zitat von: Berthold am 24.Aug.24 um 15:50 UhrJa voll einverstanden, aber die Bildung von Chlorophyll in den Wurzel ist eine Option für zusätzlichen Stoffwechsel, also kein Muss für die Pflanze.
Das glaube ich auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Notwendigkeit ist, dass die Wurzeln das Licht wirklich brauchen. Denn sonst könnte man wohl nicht jahrelang  Orchideen in Übertöpfen gesund am Leben erhalten.
Für mich käme es schlicht nicht in Frage, die Orchideen ohne Übertöpfe zu halten, wegen der Sauerei, die unten raus kommt und wegen der Algen, die im Topf entstehen. Die reichen mir schon in den Düngewasserkanistern. Ich habe gerade gestern mal wieder einige davon zu reinigen versucht...

Lg Claudia

Ich bin auch auf meine Frage gekommen, weil ich ein Foto gesehen habe, wie Phal. im Transparenttopf in einem weiteren Transparenttopf steht.
Damit wäre das Problem "unten raus" möglicherweise gelöst.
Das mit dem Veralgen/Vermoosen von Wasser kenne ich von meinem Osmosewasser. Da ist ja nun wirklich im Behälter nicht mehr viel drin, außer Wasser.
Aber zuverlässig wächst dort schnell dieses Grünzeug. Abhelfen tut spülen mit Haushaltschlor.

Berthold

Zitat von: Reinhold am 25.Aug.24 um 12:37 Uhr
Zitat von: cklaudia am 25.Aug.24 um 09:51 Uhr
Zitat von: Berthold am 24.Aug.24 um 15:50 UhrJa voll einverstanden, aber die Bildung von Chlorophyll in den Wurzel ist eine Option für zusätzlichen Stoffwechsel, also kein Muss für die Pflanze.
Das glaube ich auch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Notwendigkeit ist, dass die Wurzeln das Licht wirklich brauchen. Denn sonst könnte man wohl nicht jahrelang  Orchideen in Übertöpfen gesund am Leben erhalten.
Für mich käme es schlicht nicht in Frage, die Orchideen ohne Übertöpfe zu halten, wegen der Sauerei, die unten raus kommt und wegen der Algen, die im Topf entstehen. Die reichen mir schon in den Düngewasserkanistern. Ich habe gerade gestern mal wieder einige davon zu reinigen versucht...

Lg Claudia

Ich bin auch auf meine Frage gekommen, weil ich ein Foto gesehen habe, wie Phal. im Transparenttopf in einem weiteren Transparenttopf steht.
Damit wäre das Problem "unten raus" möglicherweise gelöst.
Das mit dem Veralgen/Vermoosen von Wasser kenne ich von meinem Osmosewasser. Da ist ja nun wirklich im Behälter nicht mehr viel drin, außer Wasser.
Aber zuverlässig wächst dort schnell dieses Grünzeug. Abhelfen tut spülen mit Haushaltschlor.
Wo Grünzeug wächst, sind auch Nährstoffe vorhanden. Diese werden auch von den Orchideenwurzeln aufgenommen.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Reinhold

Zitat von: Berthold am 25.Aug.24 um 12:50 UhrWo Grünzeug wächst, sind auch Nährstoffe vorhanden. Diese werden auch von den Orchideenwurzeln aufgenommen.
Klar. Vielleicht sogar in den Filtern der Osmoseanlage.
Möchte nicht wissen, wie es da zugeht.

cklaudia

Die Kanister, wo ich nur Osmosewasser drin habe, sind in Ordnung.
Aber dennoch zurück zu den Algen (in den Töpfen): Ich bin recht sicher, dass die auch in den Pflanztöpfen in durchsichtigen Übertöpfen entstehen. Ich benutze aber durchsichtige Pflanztöpfe hauptsächlich, weil ich die Wurzeln im Blick haben möchte. Da stören die Algen nun mal.
Vor wenigen Jahren habe ich sogar die kleinen Töpfchen, die im Minigewächshaus auf Blähton sitzen, mit "Übertöpfen" versehen, damit sie nicht mehr veralgen. Ich habe sie dafür in einen zweiten, leicht grösseren und undurchsichtigen Pflanztopf gestellt.  :classic
Ein paar Phalaenopsis sind bei mir übrigens in undurchsichtigen Pflanztöpfen, weil ich nicht genug durchsichtige habe (11er und 14er).

Lg Claudia

Reinhold

Mich hatte ja dieses Foto auf die Idee gebracht, warum den Phal- und anderen Wurzeln eventuell Licht gut tut bzw. sogar notwendig sein könnte?
Aber, Claudia, wenn du als erfahrene Phalaenopsishalterin da Entwarnung gibst, dann zählt das.
 :thumb

Berthold

Zitat von: Reinhold am 25.Aug.24 um 13:26 Uhr
Zitat von: Berthold am 25.Aug.24 um 12:50 UhrWo Grünzeug wächst, sind auch Nährstoffe vorhanden. Diese werden auch von den Orchideenwurzeln aufgenommen.
Klar. Vielleicht sogar in den Filtern der Osmoseanlage.
Möchte nicht wissen, wie es da zugeht.
Die Umkehrosmoseanlage spült ja die aus dem Wasser gefilterten Stoffe als Abwasser in den Abfluss.
Vielleicht ist Deine Anlage defekt bzw. filtert nicht mehr richtig.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Reinhold

Zitat von: Berthold am 25.Aug.24 um 13:45 Uhr
Zitat von: Reinhold am 25.Aug.24 um 13:26 Uhr
Zitat von: Berthold am 25.Aug.24 um 12:50 UhrWo Grünzeug wächst, sind auch Nährstoffe vorhanden. Diese werden auch von den Orchideenwurzeln aufgenommen.
Klar. Vielleicht sogar in den Filtern der Osmoseanlage.
Möchte nicht wissen, wie es da zugeht.
Die Umkehrosmoseanlage spült ja die aus dem Wasser gefilterten Stoffe als Abwasser in den Abfluss.
Vielleicht ist Deine Anlage defekt bzw. filtert nicht mehr richtig.
Meine Anlage produziert wie immer (noch) Wasser mit 40 µS. Also da ist mehr als gar nichts drin. Vielleicht auch "Algensamen".
Aber ich möchte hier keine neue Baustelle aufmachen.
Frage ist, die aber von Berthold und Claudia relativiert wurde, ob die grünen Spitzen der Phalwurzeln nun Licht brauchen oder nicht.
Zum Wohlbefinden der Pflanze wohl nicht, aber zum starken Wurzelwachstum möglicherweise doch.

Berthold

Zitat von: Reinhold am 25.Aug.24 um 13:59 UhrZum Wohlbefinden der Pflanze wohl nicht, aber zum starken Wurzelwachstum möglicherweise doch.

Die Substanzen, die zum Wurzelaufbau benötigt werden, müssen nicht in den Wurzeln selber synthetisiert werden. Meistens werden sie nur in den oberirdischen Pflanzenteilen mit Chlorophyll produziert.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)