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Autor Thema: Hochschwab/Steiermark  (Gelesen 202 mal)


Offline Muralis

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Hochschwab/Steiermark
« am: 28.Jun.19 um 17:18 Uhr »
Hallo!

Ich war vorgestern im östlichen Hochschwabgebiet in etwa knapp 2000m Seehöhe bei bestem Wetter unterwegs. Kniebedingt wird es vielleicht meine letzte echte Bergtour gewesen sein. Es war herrlich oben, vor allem aus botanischer Sicht. Ich war überrascht, was dort oben Ende Juni schon alles blüht bzw. was auf Grund der Schneelage im Winter jetzt noch blüht.
Überraschend war, dass das niemanden interessiert, denn ich habe anfangs noch 4 Menschen getroffen, ab dem späteren Vormittag bis weit in den Nachmittag hinein blieb ich dort oben dann allein, quasi ein Ego-Trip.

Bild 1: Ausblick beim Aufstieg in Richtung Hochschwabgipfel (2276m)
Bild 2: Beim Ausstieg auf die Hochfläche begrüßten mich 5 Alpenbraunellen
Bild 3+4: Überall der für mich seltene Alpen-Lein (Linum alpinum)!
Bild 5: Anemone narcissiflora


Offline Muralis

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Re: Hochschwab/Steiermark
« Antwort #1 am: 28.Jun.19 um 17:23 Uhr »
Mehrere Orchideen blühten bereits in dieser Höhenlage und ich war überrascht, nach langer Zeit wieder mal Nigritella widderi zu sehen!
Bemerkenswert das individuenreiche Vorkommen des seltenen Zweiblüten-Läusekrauts Pedicularis portenschlagii, einem österreichischen Endemiten in den Nordostalpen.

Bild 1+2: Nigritella widderi
Bild 3: Nigritella rubra
Bild 4: Leucorchis albida
Bild 5: Pedicularis portenschlagii
« Letzte Änderung: 28.Jun.19 um 17:42 Uhr von Muralis »


Offline Muralis

  • Beiträge: 1480
Re: Hochschwab/Steiermark
« Antwort #2 am: 28.Jun.19 um 17:30 Uhr »
Neben abtauenden Schneefeldern konnte man noch die ersten Vorfrühlingsboten bewundern.

Bild 1: Zwergalpenrose Rhodothamnus chamaecistus
Bild 2: Kalkglocken-Enzian Gentiana clusii
Bild 3: Alpen-Aurikel - "Peterg´stamm  Primula auricula
Bild 4: Alpen-Glockenblume Campanula alpina - wächst auf Rohhumusböden in den nordöstlichen Kalkalpen
Bild 5: Zwergalpenscharte Saussurea pygmaea - hat leider noch nicht geblüht, war extrem häufig, schade.
« Letzte Änderung: 28.Jun.19 um 17:40 Uhr von Muralis »


Offline Muralis

  • Beiträge: 1480
Re: Hochschwab/Steiermark
« Antwort #3 am: 28.Jun.19 um 17:38 Uhr »
Ein paar Insekten:

Bild 1: Andromeda-Dickkopffalter Pyrgus andromedae
Bild 2: tagaktiver alpiner Spanner Glacies coracina
Bild 3: schon eine patrouillierende Torfmosaikjungfer Aeshna juncea über einem Latschentümpel
Bild 4: die Gebirgshummel Bombus mucidus (Königin)
Bild 5: Habitat

Und das wars schon wieder!


Offline Uhu

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Re: Hochschwab/Steiermark
« Antwort #4 am: 28.Jun.19 um 19:48 Uhr »
sehr schön, vielen Dank für die Bilder
Grüße Jürgen


Offline Eveline

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Re: Hochschwab/Steiermark
« Antwort #5 am: 28.Jun.19 um 23:44 Uhr »
Da schließe ich mich an. Es geht einem das Herz auf.
Die Glockenblume ist sowas von putzig. Mein Rhodotamnus chamaecistus hat heuer die ersten Blüten, 2 Stück.


Offline krötenlilly

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  • Erdkröte
Re: Hochschwab/Steiermark
« Antwort #6 am: 29.Jun.19 um 10:48 Uhr »
Sehr schöne Bilder von einer tollen Wanderung  :lupe
Die Nigritella sind ja allerliebst!
Ist Leucorchis albida dasselbe wie Pseudorchis albida? Die weiße Höswurz habe ich mal im Schwarzwald in der Nähe des Feldberg-Gipfels gefunden. ( Komme gerade nicht an die Bilder ran, weil das Notebook unterwegs ist, es hilft meiner Jüngsten bei der Steuererklärung)
Gruß
krötenlilly


Online Berthold

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Re: Hochschwab/Steiermark
« Antwort #7 am: 29.Jun.19 um 13:07 Uhr »

Ist Leucorchis albida dasselbe wie Pseudorchis albida?
confirmed
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Offline Niko

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Re: Hochschwab/Steiermark
« Antwort #8 am: 28.Jul.19 um 16:11 Uhr »
Darf ich folgende Bilder einfach hier anhängen? Gar nicht weit weg vom Hochschwab im Toten Gebirge und in vergleichbarer Höhenlage um 1600 Höhenmeter waren die Nigritellen noch längst nicht so weit, ich habe nur mit Mühe überhaupt welche gefunden. Dafür haben viele Frühblüher geblüht, die ich sonst bei meinem Besuch dort (meistens Anfang August) nie sehe  :-D

Gruß Niko


Offline Muralis

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Re: Hochschwab/Steiermark
« Antwort #9 am: 29.Jul.19 um 12:15 Uhr »
Am Hochplateau des Toten Gebirges ist der viele Schnee des heurigen Winters sicher sehr lange liegen geblieben, darum das späte Erscheinen der dortigen "Frühblüher".

Es wäre sicher heuer ein sehr lohnendes Ziel gewesen, den Orchis spitzelii-Platz am Steinernen Meer aufzusuchen, da die Rahmenbedingungen heuer unvergleichlich gut gewesen sein müssten. Doch die schlechte Einschätzbarkeit des Blühzeitpunkts und meine anhaltenden Knieprobleme haben mich letztlich dazu bewogen, das Fixvorhaben schweren Herzens abzusagen.