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Autor Thema: Laelia tenebrosa  (Gelesen 1290 mal)


Online Muralis

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Laelia tenebrosa
« am: 13.Sep.14 um 20:30 Uhr »
Ich habe vorletztes Jahr eine tenebrosa-JP gekauft, blühfähig in 2 Jahren. Scheint ein wenig heikler zu sein als manche andere Laelia oder Cattleya. Vor allem die Wurzeln scheinen sehr empfindlich und faulen leicht ab. Der letzte und größte Trieb brachte gar keine Wurzeln ins Substrat (grobe Kiefernrinde).

Und am Ende des Sommers hat sie dann überraschend noch einen NT gemacht, der ein Büschel sehr dicke Wurzeln fabrizierte, aber die meisten Spitzen sind nach ein paar cm wieder abgestorben. Nichtsdestoweniger erschien zu meiner Überraschung dann eine BS, die erste an der Pflanze. Diese ist mittlerweilen wieder indoor, die BS weitergewachsen.

Was hat das zu bedeuten? Blüten werden da ja wohl keine kommen, oder erst im Frühling? Eigentlich ist die BS meiner Meinung nach zur Unzeit. Und wie erhalte ich an der Pflanze endlich gesunde Wurzeln, die sich ordentlich im Substrat verankern? Soll ich das Substrat wieder tauschen?



Offline jolly

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Re: Laelia tenebrosa
« Antwort #1 am: 14.Sep.14 um 09:59 Uhr »
Hallo Muralis,
meine Erfahrung mit Wurzeln der Cattleya/Laelia-Fraktion ist, dass die grünen Wurzelspitzen absterben können bzw. das Wachstum einstellen, wenn sie noch feucht in die kühlere Nacht gehen (wenn z.B. noch Wassertropfen daranhängen oder sie Kontakt zu feuchtem Substrat haben). Ich glaube, dies tolerieren sie nur, wenn wirklich warme Nächte an die 18+ Grad sind.
Da du die Pflanze draußen hattest, könnte dies das Problem sein. Vielleicht war auch noch zu viel Dünger im Substrat, auch hier sind die Wurzelspitzen etwas heikel.
Liebe Grüße, Jolly


Offline jolly

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Re: Laelia tenebrosa
« Antwort #2 am: 14.Sep.14 um 11:10 Uhr »
Kleiner Nachtrag ....
Ich verwende für Cattleya/Laelia meistens Gittertöpfe (im Gartenfachhandel, z.B. für Wasserpflanzen im Teich) oder bastle mir aus Drahtgitter aus dem Baumarkt selbst kleine Körbe, die mit Pflanzstoff (grobe Rinde, Kork, Styroporkügelchen und Blähtonkügelchen) gefüllt werden. In dem sehr luftigen Substrat trocknen die Wurzeln schnell wieder ab und können an der Oberfläche entlang wachsen. Man kann von allen Seiten sprühen (ich sprühe nur, verwende keine Gießkanne). Meine Erfahrungen sind sehr gut, besser als in Töpfen. Man kann das Wurzelwachstum jederzeit beobachten, sieht ob das Substrat feucht oder trocken ist und es zersetzt sich auch nicht so schnell, da nicht solange feucht. Für den Kork zerschneide ich übrigens Weinkorken. Wird sehr gut angenommen !
LG, Jolly


Online Muralis

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Re: Laelia tenebrosa
« Antwort #3 am: 14.Sep.14 um 12:37 Uhr »
Servus Jolly,

danke dir für deine Beiträge! Leute, die kreativ an eigenen Lösungen basteln, taugen mir ungemein. Konkret glaube ich, dass man für offene Lösungen (Gitterkörbe) eine höhere Grund-LF braucht, als ich sie in meinem Südhang-Wintergarten bieten kann. Sobald die Sonne rauskommt (worauf wir hier schon wieder ein paar Tage warten), wird es sofort warm und trocken.

Zu L. tenebrosa: Ich habe natürlich den Vergleich zu anderen Arten aus der Fraktion, wobei eben die Empfindlichkeit der Wurzeln auffällt. Das hängt wahrscheinlich tatsächlich mit dem höheren Wärmebedürfnis der Art zusammen, womit sie vermutlich für meine Kulturbedingungen eher ungeeignet ist (wie etwa C. velutina). Immerhin - die Bulben wurden bisher von Mal zu Mal größer, gipfeln jetzt sogar in der Anlage einer BS. Die Blätter nehmen den Dünger auf, was die intensiv grüne Farbe zeigt. Fragt sich nur, mit welchen Wurzeln die Pflanze das tut...

Also vorläufig gebe ich noch nicht auf, nach dem nächsten Winter wird man weitersehen.

« Letzte Änderung: 14.Sep.14 um 21:39 Uhr von Muralis »


Offline Klaustrophobie

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Re: Laelia tenebrosa
« Antwort #4 am: 18.Jan.19 um 12:40 Uhr »
Muss ich mir um meine tenebrosa Sorgen machen?

Habe sie seit 2018: Die Kultur auf meinem Ostbalkon verlief problemlos. Jetzt, im Winter, steht sie im ungeheizten Bad an einem Ostfenster. Eine neue Pseudobulbe ist in Arbeit (hinten links), seit Wochen aber Stillstand. Viel größere Sorgen bereitet mir die Tatsache, dass die alten Pseudobulben gelb werden (Blätter hatten sie bereits bei Lieferung keine mehr).

Jetzt, im Winter, gieße ich alle zwei bis vier Wochen.

Vielen Dank schon Mal!


Offline klaus

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Re: Laelia tenebrosa
« Antwort #5 am: 18.Jan.19 um 16:59 Uhr »
Wegen der alten Bulben würde ich mir keine Sorgen machen, die sterben ab, weil sie verbraucht sind. Die vorderen Bulben sehen einigermaßen gut aus, aber scheinen mir ein bisschen dehydriert zu sein. Auch das Substrat macht für mich nicht mehr den besten Eindruck. Ich würde die Pflanze umtopfen, sobald sie versucht, neue Wurzeln zu machen, und dabei auch die alten Bulben wegschneiden.

Wie kühl wird es denn an deinem Fenster? Bei mir wachsen tenebrosas ebenso gut wie purpuratas, obwohl ich auch immer den Eindruck habe, ein paar Grad wärmer würden ihnen auch nicht schaden. Im Augenblick habe ich im Wintergarten nachts 12 bis 13 Grad, tagsüber je nach Wetter 17 bis 25 (bei Sonnenschein).

Viele Grüße
klaus


Offline Berthold

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Re: Laelia tenebrosa
« Antwort #6 am: 10.Mär.19 um 11:02 Uhr »
Gerade aus Brasilien eingetroffen. Die Wurzeln mussten alle entfernt werden, weil vertrocknet.
Ist das ein Problem für die Pflanze?
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Offline Eerika

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Re: Laelia tenebrosa
« Antwort #7 am: 10.Mär.19 um 12:13 Uhr »
 :lol   



Berthold, vertrocknete Wurzel geben erstmal halt für die Pflanze!

Hast du die Wurzel unter der Lupe geguckt, waren sie wirklich absolut ausgetrocknet? Ich kenne deine Schnibbelleidenschaft grins
Ich habe noch nie trockene Wurzel abgeschnitten. Auch wenn es nur Faden übrig geblieben ist, ist der funktionsfähig.


Offline Klaustrophobie

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Re: Laelia tenebrosa
« Antwort #8 am: 10.Mär.19 um 12:21 Uhr »
Ich habe noch nie trockene Wurzel abgeschnitten. Auch wenn es nur Faden übrig geblieben ist, ist der funktionsfähig.
Auch nicht beim umtopfen? Das widerspricht so ziemlich allem, was ich in den letzten zwei Jahren zur Orchideenkultur gehört habe …

Meine Wurzellose tenebrosa hat die Sphagnum-Methode mit Tüte nicht überlebt: Trotz beheiztem Wohnzimmer, gelegentlichem weglassen der Tüte ist sie innerhalb kürzester Zeit weggefault.


Offline Berthold

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Re: Laelia tenebrosa
« Antwort #9 am: 10.Mär.19 um 12:58 Uhr »

Hast du die Wurzel unter der Lupe geguckt, waren sie wirklich absolut ausgetrocknet? Ich kenne deine Schnibbelleidenschaft grins
Ich habe noch nie trockene Wurzel abgeschnitten. Auch wenn es nur Faden übrig geblieben ist, ist der funktionsfähig.

Nein, Eerika, da irrst Du Dich.
Wenn sie abgetrocknet sind, sind sie tot und nicht mehr funktionsfähig.
Die Fäden, die Du meinst sind ebenfalls tot. Sie dienen nur der mechanischen Festigkeit der Wurzeln.
Beim Einpflanzen können die toten Wurzeln der Pflanze Halt bieten.
Sie sind jedoch auch unangenehme Infektionsherde, wenn sie anfaulen, deshalb sollte man jedes tote Material an der Pflanzen entfernen.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Offline Eerika

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Re: Laelia tenebrosa
« Antwort #10 am: 10.Mär.19 um 14:36 Uhr »
Ich habe noch nie trockene Wurzel abgeschnitten. Auch wenn es nur Faden übrig geblieben ist, ist der funktionsfähig.
Auch nicht beim umtopfen? Das widerspricht so ziemlich allem, was ich in den letzten zwei Jahren zur Orchideenkultur gehört habe …


Mag sein. Ich habe meine Pflanen überhaupt nicht umgetopft. Die waren im groben Rinde und wenn der Topf mal viel zu klein geworden ist, dann habe ich den Hammer genommen und die Pflanze kam in ein grösseres Top, so wie sie war. Die Seiten dann mit neuem Substrat nachgefüllt.
Bei den neuen Oflanzen habe ich die weiche, eventuelle Wurzelhülle abgezogen, die Wurzelfäden aber immer gelassen.

Auch meine Draculas habe ich nie umgekörbt. Sie waren alle in den Körbchen im guten langen toten Spaghnum. Beim einkörben habe ich das Spaghnum nie fest angedrückt, sondern recht lose gelassen.

Mir ist noch nie eine Pflanze abgefaulr oder unter Infektionen gelitten.