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Autor Thema: Der Eichkogel im Süden Wiens  (Gelesen 986 mal)


Offline Ahriman

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #15 am: 05.Apr.15 um 23:48 Uhr »
Es wird Frühling!

31.03.2015
Leider kein schönes Wetter erwischt, es war kalt und regnerisch.

Blick vom Eichkogel richtung SW auf Gumpoldskirchen. Der Schneeberg ist hinter den Wolken verschwunden.


Kirschpflaume (Prunus cerasifera)
Die Bäume tragen im Sommer sehr gute orangerote Früchte.




Die Kuhschellen waren schon am verblühen
Pulsatilla grandis



Pulsatilla pratensis ssp. nigricans




Weinbergs-Traubenhyazinthe (Muscari neglectum)



Online Berthold

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #16 am: 05.Apr.15 um 23:57 Uhr »
Die Wiener Pulsatilla grandis entwickeln sich hier auch, sind aber noch 2 Jahre vom blühen entfernt, denke ich
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Offline Ahriman

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #17 am: 06.Apr.15 um 00:29 Uhr »
Gut Ding braucht Weile :classic


Offline Ahriman

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #18 am: 08.Apr.21 um 23:56 Uhr »
Blick nach Südwesten Richtung Gumpoldskirchen. Bei Schönwetter ist der schneebedeckte ca. 50km entfernte Schneeberg (2076m) deutlich zu sehen

Anfang April ist Hochsaison der Frühjahrsblüher.
Acker-Gelbstern (Gagea arvensis)
Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis)


Offline Ahriman

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #19 am: 09.Apr.21 um 00:04 Uhr »
Iris pumila ist natürlich die spektakulärste Art und kommt in verschiedensten lila- und gelbtönen vor, vereinzelt auch weiße Exemplare.
Der Feld- Sandlaufkäfer ist auf offenen Stellen häufig unterwegs.



Offline walter b.

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #20 am: 09.Apr.21 um 13:16 Uhr »
Sehr schön! Ich war vergangenes Wochenende am Bisamberg, dort ist es ähnlich. Dort kommt das äußerst seltene Krautige Immergrün (Vinca herbacea) dazu. Allerdings merkt man die starke Trockenheit auch heuer. Die Iris pumila blühen deutlich schlechter als in "normalen" Jahren. Doch dürften große Dürreperioden in Mitteleuropa wohl bald eher zur Norm als zur Ausnahme gehören, wenn man den Prognosen der Forscher:innen lauscht.


Online Muralis

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #21 am: 09.Apr.21 um 21:28 Uhr »
Forscher:innen

Walter, was soll das sein? Zeichensprache? Oder geht´s hier um einen Wettbewerb, etwa: Wer zertrümmert am schnellsten die Regeln der deutschen Sprache?


Offline walter b.

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #22 am: 09.Apr.21 um 21:50 Uhr »
Das : ist die Pause die auch beim Sprechen zwischen den Wortteilen gelassen wird, um alle Menschen in ihrer Vielfalt zu erfassen.


Online Muralis

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #23 am: 09.Apr.21 um 22:06 Uhr »
Der Tarek macht da ein Sternderl. Es macht jetzt anscheinend jeder, was er will, von irgendeiner zuständigen Organisation oder Behörde ist nichts davon autorisiert. Ich aber hatte einen Job, wo ich 40 Jahre auf Regelbewusstsein schauen sollte. Kaum bin ich in Pension, brechen die Dämme.

In Babylonien sagte man, dass keiner mehr den anderen versteht. Heute ist Babylonien glaube ich ein Sandhaufen...
Aber ich denke, für mich geht es sich aus, hinter mir die Sintflut.

Nebenbei gesagt: Wer möchte so sprechen mit diesen abgehackten Wörtern? Ich habe es in der gelebten Praxis noch nie gehört, nur bei den ORF-Redakteuren. Ich wusste übrigens schon früher, dass es die "unsichtbaren" Frauen gibt. Für mich waren die nie unsichtbar, im Gegenteil: Ich fand sie attraktiv  :-D

Jetzt sind nur mehr die Männer unsichtbar. Etwa wenn der ORF aus einer Expertengruppe, die zu 99% aus Männern besteht, trotzdem alles daran setzt, um die eine Frau, die es gibt, für ein Interview zu finden.


Offline Phil

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #24 am: 09.Apr.21 um 22:26 Uhr »
Die erste I. pumila gefällt mir gut. Setzen die auch Samen an?
Faulheit ist die Furcht vor bevorstehender Arbeit.
Marcus Tullius Cicero


Offline walter b.

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #25 am: 09.Apr.21 um 22:39 Uhr »
Klar! Später kann man dann dicke Kapseln an den Pflanzen sehen.
Da es aber (auch) Nektartäuschblumen sind, werden in der Natur wohl oft recht unterschiedliche Klone miteinander gekreuzt, wodurch die farbliche Vielfalt erhalten bleibt und so das Spiel am Laufen hält.
Ist ja bei Dactylorhiza sambucina und romana ähnlich...


Online Muralis

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #26 am: 12.Apr.21 um 19:34 Uhr »
Jetzt noch etwas Inhaltlicheres: Ich habe mir natürlich die Naturschönheiten vom Eichkogel angesehen (war schon ewig nimmer dort). Weiter vorne auf Seite 1 sitzt eine Hummel auf Jurinea mollis, die Christian als Erdhummel bezeichnet hat.

Sie sieht auch bei einem flüchtigen Blick so aus, aber ihr fehlt das Gelb auf Tergit 2, das Erdhummeln zuverlässig haben, abgesehen von totalen Schwärzlingen. Die hätten aber auch am Thorax kein Gelb.

Das Tier ist eine Königin einer Kuckuckshummel-Art. In Frage kommen Bombus vestalis und Bombus bohemicus. Erstere parasitiert die Dunkle Erdhummel, zweitere die Helle Erdhummel, von beiden kann man übrigens wiederum die ♀♀ nicht zuverlässig unterscheiden.

Bombus vestalis kommt in der Ostregion recht häufig vor, ist aber bei mir schon wieder extrem selten. Aber auch bohemicus kann am Eichkogel vorkommen, ist eine Spur montaner.

Für vestalis spricht die gleichmäßige kurze Behaarung, für bohemicus das Fehlen von Gelb am Vorderrand der weißen Zone am Abdomen. Gefühlsmäßig würde ich auf vestalis tippen, würde aber ein Bild von der Seite brauchen, vll. sieht man dann doch etwas Gelbliches...

Angehängt ist meine einzige vestalis, die ich ausgerechnet auf meinem Grundstück gefunden habe  ;-)


Offline Ahriman

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #27 am: 13.Apr.21 um 19:31 Uhr »
Danke Wolfgang! :thumb
An Kuckuckshummeln hätte ich nichtmal gedacht, ich werde in Zukunft genauer auf diese Hummeln achten. Ich könnte vestalis / bohemicus anhand des Fotos nicht unterscheiden.


Da hätte ich doch gleich noch ein bisschen Arbeit für dich:

1-2 sehr häufige Wildbienen, etwa um Mittag aufgenommen.
3 bereits verstorben

Die Holzbienen kann ich auch nie auseinanderhalten - violacea oder valga? Gelbe Fühler kann ich auf meinen Fotos nicht erkennen, man sieht aber auch nicht die Unterseite.


Online Muralis

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Re: Der Eichkogel im Süden Wiens
« Antwort #28 am: 13.Apr.21 um 20:19 Uhr »
Wie gesagt ist meine Expertise bei vestalis mit einer Königin auch sehr überschaubar, aber ich habe mir die Bildersammlung von naturbeobachtung.at angesehen, da hatten alle Tiere diese Gelbzeichnung am Abdomen. bohemicus ist bei mir eine sehr häufige Art, da gibt es sowohl Tiere mit Gelb als auch solche ohne (nur weiß).

Bei Hummeln ist meine Expertise insgesamt schon recht gut. Von 42 rezent in Österreich vorkommenden Arten (3 ausgestorben) habe ich immerhin schon 38 selbst gesehen, die letzte war am vergangenen Samstag in Wien/Mauer beim Parkplatz Pappelteich - da habe ich 8 Königinnen von Bombus haematurus auf den riesigen Lerchenspornfeldern im angrenzenden Wald gefunden und mich sehr gefreut. Die Art ist erst vor wenigen Jahren von Südosten kommend in Österreich eigewandert, westlich von Wien  ist die leider noch nicht zu finden. Aber der Eichkogel liegt sicher im Areal dieser bemerkenswerten Art.

Aber nun zu deinen Bienen:

Die kleine Biene am Löwenzahn könnte mit guter Wahrscheinlichkeit jene Biene sein, die ich im Krabbelthread vorgestellt habe, nämlich ein ♀ von Andrena taraxaci. Diese ist eine Massenart mit südöstlichem Schwerpunkt (fehlt daher in D ausgenommen Raum Passau) und ist auf Löwenzahn oligolektisch.

Die nächste Biene sieht mir nach Lasioglossum marginatum aus. Wenn es dort viele kleine Sandvulkane in einer kurzrasigen, schütteren Wiese gegeben hat, dann ist sie es. Eine sehr interessante Art, deren Weibchen 6 Jahre alt werden können, nach der Honigbiene die sozialste Bienenart. Wird auch nach Westen zu seltener (bei mir an den Sonnenhängen des Donautals zu finden) und in Deutschland sehr selten, aber klimabedingt in Ausbreitung.

Das nächste ist ein Sandbienen♂. Da hilft nur ein Binokular und der Bestimmungsschlüssel der Schweizer.

Und die Holzbienen - mit der Frage violacea/valga hat mich schon seinerzeit Franz Ressl immer genervt. Aber am Eichkogel könnte es sogar 3 Arten geben. Allerdings ist X. iris deutlich kleiner. Die ♂♂ der beiden anderen wie gesagt an den Fühlern zu unterscheiden.
Auch bei den ♀♀ gibt es Unterschiede, da muss man die Tiere allerdings fangen und mindestens betäuben. Ich habe den Schlüssel aus einer Arbeit von Schmid-Egger & Doczkal kopiert:

2.  Hintertibia  an  der  Außenseite  mit  zwei  Reihen  von  Dornen. Fühlerglied 3 fast so lang wie die nächsten drei  Glieder  zusammen.  Kopf  schmäler  als  der  Tho-rax.   .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .  .violacea

-Hintertibia dort mit 3–4 Reihen von Dornen. Fühler-glied 3 nur so lang wie die nächsten beiden Glieder zusammen. Kopf so breit wie der Thorax  .  .  .  .  .  .  .  .  .  . valga

Derselben Arbeit habe ich entnommen, dass valga eigentlich auch bei mir schon vorkommen müsste. Ich habe mir dein Bild heruntergeladen, bin aber mit den Fühlergliedern nicht wirklich auf einen grünen Zweig gekommen.....
Aber nach der Kopfbreite doch eher violacea.
« Letzte Änderung: 13.Apr.21 um 20:45 Uhr von Muralis »