Knollen wann ins Beet setzen?

Begonnen von stpo2009, 24.Aug.09 um 10:22 Uhr

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Timm Willem

Ich stelle mir das mit der Kühlschrankmethode so vor, und ich hoffe bei Fehlern schnell eines Besseren belehrt zu werden: Bei mir waren Ophrys und Orchis morio immer etwas im Schatten ausgepflanzt und wurden im Spätsommer mit einer Glasscheibe abgedeckt, das hatte den Vorteil, dass die Hauptvegetationsperiode etwas nach hinten verschoben wird. Die wärmeren Temperaturen im Frühsommer können noch ausgenutzt werden. Die Knollen wurden dadurch deutlich größer. Ähnlich denke ich soll, die Kühlschrankmethode funktionieren.
So jetzt die Kritik.
Viele Grüße
Timm

Timm Willem

Um die Fragen nach den Sommergrünen im Kühlschrank beantworten zu können, das ist eine ziemlich vertrackte Sache ohne jemandem zu nahe treten zu wollen. Vorteile hat es jedenfalls aus meiner Sicht keine.

Entweder die Kühlphase war noch nicht so lange, ich schätze es sollten weniger als sechs Wochen sein, dann wieder raus in den Garten oder die Kühlphase war schon länger, dann sollten sie bis März 2010 im Kühlschrank bleiben. Ob es möglich ist eine so lange Zeit zu kühlen und sie am leben zu halten, kann ich nicht sagen. Denke ich!

Berthold

Zitat von: Timm Willem am 24.Aug.09 um 20:03 Uhr
Bei mir waren Ophrys und Orchis morio immer etwas im Schatten ausgepflanzt und wurden im Spätsommer mit einer Glasscheibe abgedeckt, das hatte den Vorteil, dass die Hauptvegetationsperiode etwas nach hinten verschoben wird. Die wärmeren Temperaturen im Frühsommer können noch ausgenutzt werden.
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So jetzt die Kritik.
Viele Grüße
Timm

Wenn die Pflanzen im Schatten stehen, ziehen die Ophrys nicht so früh ein und wachsen länger, das wäre plausibel.
Wenn Du aber den gesamten Zykuls nach hinter verschiebst, verlierst Du in den letzten warmen Herbsttagen doch das, was Du im Frühjahr dazu gewinnst. Die Ophrys insectifera machen das meist von alleine und bewegen sich dabei Richtung Orchis mascula. Dann brauchen die Rosetten nicht so frostfest zu sein.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

pierre

Mit einer Glasscheibe im Spätsommer abgedeckt, führt man zu einen Erhöhung des Bodentemperatur . In der Nacht bleibt der Boden wärmer, diese wiederum fördert die Wurzelwachstum .

Timm Willem

Die Erfahrungen beziehen sich hauptsächlich auf !Orchis! morio. In Jahren, in denen kühles Wetter im Herbst verhinderte, dass die Rosetten weit entwickelt waren, kamen die Blätter besser über den Winter. Es wurde dann ein größerer Anteil der Streckung auf das frühe Frühjahr verschoben. Durch diese Verschiebung wurde dann insgesamt mehr Blattoberfläche gebildet.

Manne

Hallo Timm,
ich habe ja schon mal beschrieben, dass ich auf meinem Grundstück sehr günstige natürliche Bedingungen habe. Es ist reiner, leicht humoser Löss. Ich verwende also einfach Gartenerde. Die Sonne liebenden Arten wie z. B. O. militaris, tritendata, simia usw. stehen in der prallen Sonne voll südexponiert. O. mascula, purpurea usw. im Schatten von Obstbäumen. Ich sorge mit Round Up im Spätsommer dafür, das wenig Wurzelkonkurrenz vorhanden ist und ich dünge die Pflanzen regelmäßig. Zusätzlich beschattet werden sie nicht. In sehr trockenen Phasen wässere ich auch mal. Ohne jetzt ,,purpurea" ärgern zu wollen, die Pflanzen erreichen beachtliche Größen, z. B. O. purpurea um 80 cm mit Rosettendurchmessern von bis zu 40 cm. Die Knollen können durchaus Gänseeigröße erreichen.
Wie oben schon erwähnt keine Wurzelkonkurrenz und Düngung scheinen mir hierfür das Wichtigste.
BG
Manne

Berthold

Zitat von: hakone am 24.Aug.09 um 20:27 Uhr
Mit einer Glasscheibe im Spätsommer abgedeckt, führt man zu einen Erhöhung des Bodentemperatur . In der Nacht bleibt der Boden wärmer, diese wiederum fördert die Wurzelwachstum .

Aber der Boden bleibt auch im Herbst länger warm und dann kann dei Pflanze im Herbst noch länger wachsen (wie unser Koch sagt). Man verlängert einfach die Wachsperiode und verschiebt sie nicht nur.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Berthold

Zitat von: hakone am 24.Aug.09 um 20:00 Uhr
konstant Temperatur und Feuchtigkeit
Pilzwachstum unterdruckt

Also ich fördere das Pilzwachstum durch konstante Temperatur und Feuchtigkeit. Wenn man den Pilzen etwas Gutes tun will, hält man diese Parameter im optimalen Bereich konstant.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Manne

Also ich würde mal sagen, um die Aktivität von Microflora und -fauna zu hemmen. Eine gesunde, ausgereifte Knolle braucht dies aber nicht. Trocken und kühl lagern reicht da.
Der Austriebszeitpunkt ist da schon kniffliger. Da habe ich auch etliche Experimente, auch mit kalt halten gemacht. Mir ist eigentlich nur klar geworden, dass neben vielen, anderen Faktoren auch biochemische Prozesse in der Pflanze eine Rolle spielen müssen. Ich gebe aber auch gleich zu, dass ich diese Abläufe noch nicht näher belegen kann.
Übrigens hat ein Verlängern der Vegetationsperiode bei mir hauptsächlich zu mehr vegetativer Vermehrung geführt. Die neue Hauptknolle ist dann eben nur reif.
BG
Manne

Berthold

Zitat von: hakone am 25.Aug.09 um 08:06 Uhr
Orchideenfreund Berthold,
warum legt man : Salat, Obst, Fleisch , Käse in Kühlkrank ?  :whistle

Weil die niedrige Temperatur im Kühlschrank alle biochemischen Reaktionen verlangsamt, einschliesslich Pilzwachstums und Zersetzung des Lebensmittels durch Bakterien.
Da gibt es die van't Hoffsche Regel, wonach sich die Reaktionsgeschwindigkeit halbiert wenn die Temperatur um 10° abgesenkt wird.
Menschen werden doch auch manchmal von 36° auf 20° abgekühlt.

Jetzt erahne ich, Rudolf will die Infektionsgefahr im Sommer durch die Kühlschrankmethode reduzieren. Das gibt Sinn aber der normale Mensch macht das durch Trockenlegung des Substrates.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Alwin

da ich auch keinen (Pflanzen)Kühlschrank besitze
und meine Topfkultur im GWH und Alpinum aus den Fugen gerät...
habe ich meiner Frau im schatten der Terasse ein Mischmaschversuchsbeet
(mit Allem)angelegt ...
alles treibt toll durch
was denkt ihr hat das Durcheinander eine Chance?

Charlemann

Zitat von: Berthold am 23.Sep.09 um 12:18 Uhr
Ich sehe eine Planze im Topf. Die könnte abfrieren, wenn Du den Topf nicht in die Erde einsetzt (ab -10°).

ich habe vergangenen Winter alle Töpfe oberirdisch überwintert, ohne Verluste!
Eine Abdeckung aus Buchenblättern oder Tannenreisig reicht da vollkommen aus.

Manne

Da muß ich Dir zustimmen. Alle Cypris, die ich habe, haben alle den vergangenen Winter im Topf auf der Erde überwintert. Ohne jegliche Abdeckung. Keine Ausfälle.

Berthold

Zitat von: Manne am 23.Sep.09 um 20:42 Uhr
Ohne jegliche Abdeckung. Keine Ausfälle.

ich habe aber hier im letzten Winter im Eiskeller gelebt, -28° Luft, Töpfe -20°. Das haben viel Pflanzen aus Kanada und den Alpen im Topf nicht überlebt. Für -20° sind die Orchideenknollen nicht ausgelegt, dann gefriert das Restwasser in der Knolle und die Zellen platzen.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Manne

Also ich meinte nur die Cypris. Die fast -30 Grad Celsius ohne jeden Schnee oder Schutz haben sie sehr gut ertragen.