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Autor Thema: Lilium ausser philadelphicum und catesbaei  (Gelesen 339571 mal)


Offline Gartenkieker

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Re: Lilium ausser philadelphicum und catesbaei
« Antwort #2610 am: 06.Jan.20 um 17:17 Uhr »
Eine Tiefland-Feuerlilie, die praktisch keine Achselbulben ausbildet und deshalb sehr Croceum-mäßig ausschaut, könnte ich auch beisteuern. www.lilienpfad.de zeigt den geradezu klassischen Tiefland-Feuerlilien-Standort, aber ausgerechnet dieser Bestand ist ganz anders als alle Tiefland-Feuerlilien im Osten Niedersachsens. Diese Lilien bilden keine Blattachselbulben aus, sie kreuzen willig mit anderen Tiefland-Feuerlilien und die Tragblätter sind unterseits behaart. Untereinander bestäubt setzen sie auch keine Samenkapseln an. Dieser Bestand setzt immer Samenkapseln an, je nach Jahr nur unterschiedlich viele.

Diese bulbenlosen Pflanzen, die ich "Croceum 3" nenne und die bulbentragenden Pflanzen, die ich "Typ 3" nenne, sind Tiefland-Feuerlilien in zwei verschiedenen Varietas.

Die Safranlilien in Papenburg sehen ganz anders aus als die "Croceum 3"-Pflanzen. Sie sind zierlicher mit ganz schmalen Blättern und haben diesen besonderen Ausläuferwuchs wie Quecke. Lothar Juffa hatte noch 1991 verschiedene Klone angetroffen, doch davon ist praktisch nichts übrig geblieben. Diese Lilien gehen zur Zeit den Weg der Wandertauben und Carolinasittiche vom einstigen Massenvorkommen zur Auslöschung.

Wallstén hat mal im RHS-Jahrbuch einen Ultrakurztrip zu einem Feuerlilienbestand im Val Bavona beschrieben. Er hat dort eine große Vielfalt an Blütenfarben angetroffen, wie es für junge Hybridschwärme typisch ist. Mein Tipp: Die Populationen der Südalpen sind alle Teil eines großen Hybridschwarms, der in den Nord-Süd verlaufenden Tälern ausdifferenziert. Wo sind die Ausgangsarten?

In einem Fresko auf Akrotiri sind Lilium candidum mit roten Blüten abgebildet. Ein Ausschnitt findet sich im Feldmaier/McRae Lilienbuch auf Seite 216. Auf Seite 215 ist L. candidum neben einer dunkelroten 'June Fragrance' x Pastel Asiatic abgebildet.


Offline Matthias

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Re: Lilium ausser philadelphicum und catesbaei
« Antwort #2611 am: 11.Jan.20 um 22:18 Uhr »
Die gepunkteten sind var. maculatum, siehe http://www.the-genus-lilium.com/chalcedonicum.htm

Ich habe in Griechenland bisher nur einmal gepunktete wahrgenommen und zwar hier:
http://www.orchideenkultur.net/index.php?topic=32064.msg355104#msg355104

und ich habe inzwischen viele gesehen.

Möglicherweise sind die gepunkteten aber lokal verbreiteter. Ich habe auch Bilder von gepunkteten von Chalkidiki gesehen.

Muss den thread nochmals hervorholen, nachdem mir endlich Samen des chalcedonicum var. maculatum angeboten wurden. Wenn diese Form wirklich lokal verbreitet vorkommt, dann dürfte ich mich bei der generativen Vermehrung darauf verlassen können, dass dieses Merkmal sich weiter vererbt. Es ist aber sicherer, hier in den Besitz der Zwiebel zu kommen und diese in die Gewebevermehrung zu schicken. Was würdet ihr tun?
Forscher haben herausgefunden ... und sind dann doch wieder hineingegangen.


Offline Gartenkieker

  • Beiträge: 5
Re: Lilium ausser philadelphicum und catesbaei
« Antwort #2612 am: 19.Jan.20 um 15:52 Uhr »
Mit den Liriotypus-Arten kenne ich mich nicht aus. Aus meiner Erfahrung mit Lilium henryi Hybriden heraus würde ich vermuten, dass Immaculata einfach rezessiv vererbt wird. Es hängt davon ab, ob die Maculata-Mutterpflanze spalterbig für Maculata ist und woher der Pollen kam.

Der angehängte Text ist aus Woodcock & Stearn aus 1950. L. c. var. maculatum soll etwas vitaler als der Typ sein.


Offline Matthias

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Re: Lilium ausser philadelphicum und catesbaei
« Antwort #2613 am: 19.Jan.20 um 21:43 Uhr »
Danke, ich werde die Samen mit Vorbehalt auf maculatum aussäen, hole mir aber im Herbst eine Zwiebel für die Gewebevermehrung. Sicher ist sicher. Lilies of the world ... ist nicht mehr aktuell/up to date, aber immer schön, darin zu blättern.
Forscher haben herausgefunden ... und sind dann doch wieder hineingegangen.