Neudohum den Krieg erklärt

Begonnen von Claus, 10.Mai.09 um 12:54 Uhr

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

Charlemann

#15
Zitat von: hakone am 10.Mai.09 um 19:50 Uhr
Die Sämling machen zuerst ganz kleine haarige weiße feine Wurzeln, ...

Diese nennt man in Laienkreisen Rhizoide, glaube ich. :bag


Berthold

Zitat von: hakone am 10.Mai.09 um 19:50 Uhr
Sämling mit 1. Wurzel in düngerreiche Substrate zu pflanzen ist harakiri.

Hakone, es kommt auf die Dosis an!
Der Begriff "düngerreich" ist relativ. Ich pflanze Sämlinge aus der Flasche meist ohne Wurzeln nur das Protokorm mit Rhizoiden dran in ein Substrat mit

Stickstoff 300 mg/l
Phosphat   200 mg/l
Kali       600 mg/l

Salzgehalt insgesamt 1500 mg/l
mit einem pH-Wert von ca. 6.

Das ist also ein sehr düngerreiches Substrat.

Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Charlemann

Und wie hoch ist Deine Ausfallrate bei diesem Substrat, Berthold?

Uhu

#18
Zitat von: Claus am 10.Mai.09 um 12:54 Uhr
...Diese Ideen von einem Schutzpilz halte ich auch nicht für erwiesen, sondern die Wachstumserfolge mit Neudohum dürften auf der hohen Düngermenge im Substrat beruhen. Wenn man Glück hat funktioniert es, wenn man Pech hat ist die ganze Kultur im Eimer....

habe gestern einen Interessanten Vortrag des Marburger Mykologen (Prof.Kost) bei der DOG Mittelhessen zu "Pilze und Orchideen" gehört.
Auf meine positiven Erfahrungen mit Auspikieren von sterilen Sämlingen in verpilztes Substrat (Neudohum) angesprochen erklärte er, dass Pflanzen durch nicht pathogene Pilze angeregt werden können ihre Abwehrleistung zu steigern und dann eine bessere Resistenz gegenüber Schadorganismen bekommen. Soetwas wissenschaftlich zu beweisen ist jedoch sehr schwer. Die Vermutung des Stoffstransportes vom Pilz zur Orchidee konnte erst vor kurzer Zeit nachgewiesen werden, obwohl die Vorstellung/Vermutung schon recht alt ist.

Ein bischen Schwund ist immer, aber inzwischen habe ich etliche Arten erfolgreich darin pikiert. Ich bleib erstmal dabei. Mit größerem trauerfliegenbefall hatte ich jedoch nie Probleme. Die gibt es bei mir auch, kommen höchstwahrscheinlich aus den tropischen Orchis. Ich bekämpfe sie einfach mit einem Spray im Flug. Dann kommen sie kaum dazu Eier zu legen.

Gruß Jürgen
Grüße Jürgen

Berthold

Zitat von: Charlemann am 10.Mai.09 um 21:49 Uhr
Und wie hoch ist Deine Ausfallrate bei diesem Substrat, Berthold?

Michael, das ist eine zu einfache Frage für einen komplexen Ablauf. Das Überleben eines Sämlings hängt von vielen Dingen ab, wie genetische Ausrüstung des Sämlings, Pikierzeitpunkt, richtige Feuchtigkeitshaltung im Substrat, Fernhaltung von Fressfeinden und Infektionskeimen. Welchen Überlebenszeitraum betrachtest Du? Da ist das Substrat selber nur eine einzige Komponente.
Aber asymbiotischen Sämlingen von Dactylorhiza iberica (Aussaat Claus) haben alle Sämlinge nach dem Pikieren überlebt (im Winter sind alle abgefroren). Orchis coriophora fragrans haben alle 4 Wochen überlebt, dann sind alle an einer oberirdischen Blattinfektion eingegangen.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Dieter

Zitat von: Charlemann am 10.Mai.09 um 19:53 Uhr

Du wirst demnächst bei Hakone in die Riege der Konfuziusianer aufgenommen! :-D

nun, es ist auch nicht erstrebenswert,
dort aufgenommen zu werden.
dann lieber "OPUS DEI"

SO VIEL KONFUSES (WIRRES) GEREDE
HILFT NIEMAND VORAN.............

@ Claus:
milliarden fliegen KÖNNEN sich nicht irren......

Manne

Hallo Berthold,
ich bin nun wahrlich kein Neudohumexperte. Wie angekündigt, habe ich aber ein paar Versuche angesetzt.
Schon bei der Vorbereitung fiel mir aber sofort auf, dass dem hohen Gehalt an Makronährstoffen im Neudohum keine Mikronährstoffe gegenüberstehen. Dies wäre ein grober Mangel. Nun empfiehlt der Hersteller ja ausdrücklich das Neudohum beizumischen. So vermute ich, dass die Experten dort davon ausgehen, dass die Mikronährstoffe aus den anderen Bestandteilen des Gemisches kommen. Bei reiner Verwendung müsste also auf alle Fälle mit Mikronährstoffen kompensiert werden.
Im puren Neudohum ist eine Regulierung der Substratfeuchte sehr schwierig. Der Hersteller gibt allerdings wie schon erwähnt, eine Beimischung vor. Den Ansatz von Volzotan es mit Sand zu mischen, ist sehr gut. Mit Sand kann man hervorragend die Substratfeuchte regulieren und er ist in Reaktion neutral. Da Sand aber kaum Nährstoffe hat, sollte der somit immer noch vorhandene Mangel an Mikronährstoffen durch Düngung ausgeglichen werden. Auf Grund der Gehalte im Neudohum wäre hier ein Kakteendünger das Beste.
Die bisher beste Variante in meinen Versuchen ist die Variante Neudohum-Sand-Lehm 1 : 1 : 1 plus Mikronährstoffdüngung.
Trauermücken waren übrigens auch dabei. Das Problem habe ich mit Bi 58 gelöst.
BG
Manne

Claus

Zitat von: Manne am 11.Mai.09 um 09:33 Uhr
Den Ansatz von Volzotan es mit Sand zu mischen, ist sehr gut. Mit Sand kann man hervorragend die Substratfeuchte regulieren und er ist in Reaktion neutral.BG
Manne
Wenn man nun noch Lehm, besser Löss, zufügt, wird das Ganze noch besser. Dann mit Blühpflanzendünger düngen und schließlich das Neudohum wieder heraus holen. Dann hat man wahrscheinlich ein Optimum erreicht. :lol2 :lol2 :lol2
Claus
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Berthold

Frag Tassos in Korfu:

Zitat von: tkodkaHello again
I have the same big problem.This year I made experiment with Neodohum with big sucess.I will post photos in the forum in a couple of days.Form my experience with Ophrys (I have more than 500 plants (unfortunately I had , I don't know how many i will have next autumm) ) the sign of something is going wrong is the fast yellowish or black leaves, after that the plant either forced to grow fast to try to make seeds , or just dies with all it;s leaves black. For example I have 40 Ophrys cerastes , all of them infected during February , 16 of them dies with black leaves without produce flower but they produced smaller new tuber, 9 of the rest dies without producing new tuber, 12 of the rest produces flowers very early for this species and made seed pods but die quiqly after that and only 3 of them have flower now and are vigorous.To understand the difference between normal and abnormal life note that the one and only Ophrys cerastes I plant in Neudochum at the same time with the others and with the same conditions exactly, now is starting to produce spike , has all its leaves and look incredible healthy.And this is the correct time for that.

Tassos


Hier die ganze Diskussions in Freds Forum:

http://forum.terrorchid.org/viewtopic.php?t=1267
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Dieter

Claus,
wenn du jetzt ein paar säcke NEUDOHUM übrig hast.
sagt ihm,
dass du die bei deinem nächsten aufenthalt mitbringst.   :thumb

Berthold

Zitat von: Claus am 10.Mai.09 um 12:54 Uhr
Es war ein massiver Befall, beim Herausnehmen der Zwiebel kam mir ein Schwarm Mücken entgegen, und im Boden wimmelte es von Larven.

Am Zwiebelboden waren auch nicht mehr die geringsten Spuren von Wurzelstümpfen zu sehen, alles war säuberlich abgenagt.

Ich halte Neudohum für absolut ungeeignet zur Kultur von Zimmerpflanzen einschließlich von Erdorchideen.

Dieser Thread ist doch wohl der Treppenwitz der Geschichte.

Ausgerechnet Claus, der mit seinen Kollegen und seiner Firma die Plagen der gesamten Menschheit durch Insektenbefalls ihrer geliebten Pflanzen stark gelindert hat, beklagt sich, dass er in Walsrode nicht Herr der Trauermücken wird.

Claus, war denn das Lebenswerk von Dir und Deiner Firma wirklich so sinnlos?

Und wenn jemand behauptet, Neudohum könnte man nicht gut wässern, so verrät er damit, dass er das Substrat hat austrocknen lassen. Allein dadurch gehen die meisten Sämlinge über den Jordan.

Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Claus

Zitat von: Berthold am 11.Mai.09 um 14:14 Uhr
Dieser Thread ist doch wohl der Treppenwitz der Geschichte.

Ausgerechnet Claus, der mit seinen Kollegen und seiner Firma die Plagen der gesamten Menschheit durch Insektenbefalls ihrer geliebten Pflanzen stark gelindert hat, beklagt sich, dass er in Walsrode nicht Herr der Trauermücken wird.

Claus, war denn das Lebenswerk von Dir und Deiner Firma wirklich so sinnlos?

Berthold, also erstens habe ich keine Insektizide hergestellt sondern NC, MC, CMC und Plastikfolien und zweitens 14 Tage Urlaub auf Rhodos reichen zur Vermehrung dieser tückischen Viehcher und zum Verzehr von Zwiebelböden (nicht Zwiebelkuchen!) aus. Wie schnell sind also die winzigen Knollen von Erdorchideen aufgefressen.

Soll ich dir am Samstag gut infiziertes Material zwecks eigener Vermehrung mitbringen?

Ansonsten:  :devil :skull :devil :skull :devil :skull :devil :skull
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Charlemann

Zitat von: Berthold am 10.Mai.09 um 23:41 Uhr
Zitat von: Charlemann am 10.Mai.09 um 21:49 Uhr
Und wie hoch ist Deine Ausfallrate bei diesem Substrat, Berthold?

Michael, das ist eine zu einfache Frage für einen komplexen Ablauf. Das Überleben eines Sämlings hängt von vielen Dingen ab, wie genetische Ausrüstung des Sämlings, Pikierzeitpunkt, richtige Feuchtigkeitshaltung im Substrat, Fernhaltung von Fressfeinden und Infektionskeimen. Welchen Überlebenszeitraum betrachtest Du? Da ist das Substrat selber nur eine einzige Komponente.
Aber asymbiotischen Sämlingen von Dactylorhiza iberica (Aussaat Claus) haben alle Sämlinge nach dem Pikieren überlebt (im Winter sind alle abgefroren). Orchis coriophora fragrans haben alle 4 Wochen überlebt, dann sind alle an einer oberirdischen Blattinfektion eingegangen.


Entschuldigung das ich Dich unterfordere. :-D
Natürlich dachte ich an eine Prozentzahl zwischen Null und Einhundert.
Und gedacht habe ich natürlich an eine Überlebensaduer bis zur Blüte. :rot

Charlemann

Zitat von: Berthold am 11.Mai.09 um 14:14 Uhr
Und wenn jemand behauptet, Neudohum könnte man nicht gut wässern, so verrät er damit, dass er das Substrat hat austrocknen lassen. Allein dadurch gehen die meisten Sämlinge über den Jordan.

Das stimmt allerdings, Berthold!
Ich habe eher das Problem, das der Boden zu feucht bleibt.
Von Austrocknung keine Spur.

winwen

Zitat von: Manne am 11.Mai.09 um 09:33 Uhr
...Trauermücken waren übrigens auch dabei. Das Problem habe ich mit Bi 58 gelöst.
Hallo Manne,
kann man mit dem Zeug auch gießen? In welcher Konzentration verwendet man das gg. Trauermücken?