Neudohum den Krieg erklärt

Begonnen von Claus, 10.Mai.09 um 12:54 Uhr

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Claus

Hallo Michael,

ich glaube, du bist auf dem richtigen Weg. Es wurde einem beim Einatmen etwas schwummrig.  :-D :-D :-D
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Charlemann

@Berthold,
welche Substanzen rauchst Du da? :-D

Aber mal im Ernst, ich habe mit NeudoHum Pflanzerde auch relativ wenig Probleme.
Vielleicht liegt es aber auch an den jeweiligen Kulturen.
Ich habe bei mir die Töpfe mit Nematoden "verseucht" die angeblich gut gegen Trauermücken sind. Auch habe ich einen Vorteil, der damals beim Umbau der Garage zum Treibhaus erstmal Negativ vorkam, aber zeittechnisch nicht anders zu lösen war.
Die innenliegende Schattierung.
Irgendeine Schattierung musste ich ja machen aber eine komplette Aussenschattierung kam damals aus zeittechnischen Umständen nicht in Betracht und wäre mir viel zu Voluminös auf dem Garagendach vorgekommen. Daher entschied ich mich zu einer äusserst kostengünstigen Alternative.
Innenliegend aus Segeltuch jeweils 1,50m breit und 6m lang.
Das ganze Spiel hat ca. 130€ gekostet.
Einen riesigen Vorteil habe ich erst später erkannt.
Über der Schattierung ist es meist Bullenheiß durch die Stauhitze.
Trauermücken die jetzt Natürlich bedingt erstmal nach oben fliegen gelangen an den Seiten und in der Mitte der Schattierung direkt unter das Glasdach.
Und was da mit denen geschieht brauche ich ja nicht zu sagen, ist doch Grillsaison. :-D
So dezimieren sich die Trauermücken bei mir praktisch bei Sonnenschein automatisch.

Volzotan

Gestern war ich auf der Jahrestagung der deutschen Vereinigung für Mykorrhizaanwendung. Es gab viele interessante Vorträge, die auch immer wieder unser Thema mit den Orchideen tangierten.
Da wurde auch angemerkt, das in Mykorrhiza Kulturversuchen gern viele Trauermücken auftreten, da sich die Larven von den Hyphen ernähren.
Für mich ist das ein guter Hinweis, warum die Versuche von Claus und mir in die Hose gingen.
Es scheint ganz einfach so, das die Trauermücken den Glomus intraradices so zur Minna machen, dass kein fördernder Effekt mehr auftritt.

Es gab auch Hinweise warum die fördernde Wirkung nach einigen Monaten nachlässt, der Glomus hat einen raschen Lebenszyclus und wenn der dann erstmal angefangen hat sich auf die Produktion von Sporenkörpern zu konzentrieren, ist das vegetative Wachstum des Myzels gleich Null.
Das zeigten Versuche in denen untersucht wurde, wie gut sich das Myzel ausbreitet, wenn eine mykorrhizierte Pflanze samt Substrat in ein größeres Gefäß gesetzt wird.

Ist denn mittlerweile gesichert, das wirklich Glomus intraradices in der Neudohum Pflanzerde drin ist?

Gruß Volzotan

Berthold

Zitat von: Volzotan am 19.Nov.09 um 12:44 Uhr
Ist denn mittlerweile gesichert, das wirklich Glomus intraradices in der Neudohum Pflanzerde drin ist?

Gruß Volzotan


Dieser Glomus ist neben anderen explizit bei der Neudohum Rosenerde angegeben, bei der NH Pflanzerde ist der Hinweis auf die Pilze allgemeiner gehalten (wahrscheinlich aus rechtlichen Gründen). Aber ich denke, sie beinhaltet das Gleiche.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Berthold

#49
Zitat von: Volzotan am 19.Nov.09 um 12:44 Uhr
Es scheint ganz einfach so, das die Trauermücken den Glomus intraradices so zur Minna machen, dass kein fördernder Effekt mehr auftritt.

Gruß Volzotan

Roman, es tritt aber sicher noch der anderer Effekt zusätzlich auf.

Wenn ein Neudohumtopf ca. 5 Monate nass im Regen steht bei mittleren Temperaturen fault fast alles drin ab und wenn das Substrat trockener und damit luftiger gehalten wird, leben die Hyphen wahrscheinlich länger.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Volzotan

Ja sicher, aber Claus und ich haben sicher nicht ständig zu viel gegossen.
Ich versuche nur den Grund herauszufinden, weswegen bei euch Neudohum so wunderbar funktioniert, bei mir aber nicht. Vor einer Woche hatte ich noch den Verdacht, das die Trauermückenlarven vieleicht auch Wurzelspitzen fressen.

Gruß Volzotan

Berthold

Zitat von: Volzotan am 19.Nov.09 um 23:26 Uhr
Vor einer Woche hatte ich noch den Verdacht, das die Trauermückenlarven vieleicht auch Wurzelspitzen fressen.

Gruß Volzotan

in ganz seltenen Fällen sind bei mir Minisämlinge von 0.5 mm Durchmesser und 10 mm Länge im Substrat umgefallen. Ich konnte mit der Lupe an der Bruchstelle keine Fäulnis erkennen. Deshalb hege ich auch den leichten Verdacht, dass die Pflanzen abgebissen wurden.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Manne

Wegen der möglichen Schäden durch tierische Schädlinge habe ich vor Jahren mal beschlossen, meine Pflanzen vorbeugend generell zu schützen.
Bi 58 ist da fast ideal. Es wirkt ja nicht nur im Boden, sondern die Pflanzen nehmen es auch auf. Diese Art von Schutzschirm hat einige Vorteile.

Claus

Ich muss Manfred da zustimmen, der Tipp stammte ja von ihm. Ihr wisst wie ich immer gegen Neudohum polemisiert habe, und ich bin natürlich mit der Beurteilung noch nicht fertig.

Wenn ich die ca. 10-Liter-Mischung von Neudohum und Seramis 2:1 fertig habe, wobei ich kein Wasser zusetze (!), dann gebe ich eine Lösung von 2 ml Bi58 in ca. 100 ml Wasser dazu und mische noch einmal kräftig durch. Das mache ich immer in einer Schiebkarre, nicht auf dem Frühstückstisch.  grins grins

Wichtig ist, dass nach dem Auspikieren über zunächst längere Zeit nicht gegossen werden muss. Dazu klebe ich ja die Schlitze der Obi-Kisten zu und lege den ziemlich dicht schließenden Deckel auf.

Wie das nach längerer Zeit mit den Trauermücken aussieht weiß ich ja noch nicht. Man kann dann natürlich mit Bi58 nachsprühen, so wie ich das bisher immer mit einem Insektizid aus der Sprühdose gemacht hatte. Aber zunächst ist wohl mit Trauermücken nix.

Was mir z.B. auffällt:

Sämlinge von Knollenorchideen, die nicht sehr tief im Boden sitzen, zeigen neue Rhizoide, die über die Oberfläche des Substrats ragen. Foto 1

Im Einzelfall ragt eine nicht im Boden befindliche Wurzel heraus und bildet in der Luft Rhizoide. Foto 2

Für mich sind das Zeichen, dass die Pflanzen sich wohlfühlen.

Bei Pflanzen mit Blättern, die schon kurz vor dem Einziehen waren, verfaulen und verschimmeln diese Blätter an der Oberfläche gerne, aber im Boden bleiben die Knöllchen gesund. Das ist der auch oft im Garten zu beobachtende Schimmel, der hat mit normalem blauen, schwarzen oder grünen Schimmel nichts zu tun.

Allerdings, es kommt auch vor, vor allem bei relativ fleischigen Blättern, dass dann die Infektion auch die Pflanze erfasst. Die Schutzfunktion hat also auch ihre Grenzen. 
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Berthold

Zitat von: Claus am 20.Nov.09 um 09:30 Uhr
Bei Pflanzen mit Blättern, die schon kurz vor dem Einziehen waren, verfaulen und verschimmeln diese Blätter an der Oberfläche gerne, aber im Boden bleiben die Knöllchen gesund. Das ist der auch oft im Garten zu beobachtende Schimmel, der hat mit normalem blauen, schwarzen oder grünen Schimmel nichts zu tun.

Allerdings, es kommt auch vor, vor allem bei relativ fleischigen Blättern, dass dann die Infektion auch die Pflanze erfasst. Die Schutzfunktion hat also auch ihre Grenzen. 

Genau deshalb predige ich, die Pflanzen am Beginn einer Wachstumsperiode und nicht am Ende zu pikieren.
Die im Glas produzierten Blätter sind einfach nicht für die fast reale Welt im OBI-Kasten gebaut. Man kann sie aber mit einer feinen Schere abschneiden, wenn sie anfangen schlapp zu machen bevor sich dann andere Pilze auf ihnen ansiedeln.

Die Schutzwirkung ist natürlich machtlos gegen Infektionen, die von oben kommen. Pilze, die sich auf den Blättern ansiedeln sind eine andere Gefahrenquelle, gegen die ich bisher nur ein einziges Mittel kenne, nämlich Operationen. Es wäre schon ein grosser Zufall, wenn vorhandene Fungizide zu dem Infektionspilz passen würden.

Claus, warum bei Dir die Wurzeln aus dem Boden wachsen, verstehe ich nicht. Hast Du mal die Schwerkraft überprüft in Walsrode?
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Dieter

Zitat von: Claus am 20.Nov.09 um 09:30 Uhr
Dazu klebe ich ja die Schlitze der Obi-Kisten zu und lege den ziemlich dicht schließenden Deckel auf.
 

WELCHE "OBI kiste" meinst du?

kann ich mal ein bild sehen?
(katalog nummer würde auch helfen)

die haben doch sooooooo viele kisten da zu stehen    :ka

Claus

Zitat von: dieter am 20.Nov.09 um 11:44 Uhr
WELCHE "OBI kiste" meinst du?

kann ich mal ein bild sehen?

Außenmaße mit Deckel: 34 x 43 x 15 cm

Vorn eine Ikea-Kiste, dann auch eine große Obi-Kiste, die ist mir aber zu unhandlich.

Um Fragen vorzubeugen: Die hinten sichtbaren Kisten stehen senkrecht!
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Dieter


Claus

Zitat von: Volzotan am 19.Nov.09 um 12:44 Uhr
Ist denn mittlerweile gesichert, das wirklich Glomus intraradices in der Neudohum Pflanzerde drin ist?
Gruß Volzotan

Ich habe mal direkt bei Neudorff nachgefragt, die Antwort war:

"In der NeudoHum PflanzErde sind keinerlei Glomus-Pilze enthalten. Lediglich die NeudoHum RosenErde enthält Mycorrhiza-Pilze zur besseren Bewurzlung von Rosen. NeudoHum-Erden haben eine besonders gute Wasserleitfähigkeit und sind sehr strukturstabil. Vermutlich liegen hier die Ursachen für das gute Wachstum von Orchideen, das uns oft von Orchideenfreunden bestätigt wird."

Ich denke, dass damit das Rätsel nicht gelöst ist. Kleine Sämlinge verhalten sich auf Neudohum oft so wie auf normalem Nährboden mit dem Unterschied, dass sie in Neudohum die normale Entwicklung einer Erdorchidee machen und letztlich Knollen oder Speicherwurzeln bilden.

Vor allem der Übergang von einer sterilen zur unsterilen Kultur ist auf anderen Substraten immer äußerst kritisch. Man kann z.B. kleine Knollen aus dem Nährboden entnehmen, in dem die Blätter bereits eingezogen haben, setzt sie in Neudohum, und dann treiben die meisten dort wieder aus. Lässt man sie dagegen im Glas, gehen sie zumeist ein. Legt man sie in diesem Zustand auf neuen Nährboden um, dann bleiben sehr viele in der Entwicklung stecken, sterben dann später zumeist wieder ab. Das hängt natürlich auch sehr stark von Gattung und Art ab.

Könnten aus der Kompostierung der Neudohum-Rohstoffe hormonähnliche Stoffe entstanden sein?  :ka :ka Diese "besonders gute Wasserleitfähigkeit" wird es wirklich nicht sein.  :nee :nee Sie stimmt so auch gar nicht. Oder ist es nur die starke Düngung, die aber wegen der organischen Bestandteile nur sehr langsam abgegeben wird?  :ka :ka D.h. in der Bodenlösung selbst ist die Düngerkonzentration zwar gering, der Dünger wird aber nach Verbrauch durch die Pflanze sofort wieder nachgeliefert, also so, wie auf gutem Weizenboden oder auf Manfreds Löss.

Meine Meinung dazu ist, dass wir das Rätsel nur mit der "Methode des genauen Beobachtens" lösen werden und alle Beobachtungen zusammentragen müssen.
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Manne

#59
Claus, wie Du ja weist stehe ich der alleinigen Zuweisung bestimmter Wirkungen nur auf den Pilz etwas kritisch gegenüber. Wenn schon, dann bitte allgemein, Mikroorganismen. Welcher Art auch immer.
Als erstes wird wohl der durch die Aufdüngung vorhandene Gesamtsalzgehalt eine Rolle spielen.
Als Zweites, verhält sich Neudohum ähnlich wie einige grobfaserige Salztorfe, welche ich vor Jahren mal getestet habe. Ich habe damals die Wirkung auf frei werdende Huminsäuren zurück geführt.
Meine damaligen Tests mit Ophrysarten haben zu sehr kräftigen Pflanzen geführt. Eine Biene hat gut 65 cm erreicht. Man musste aber nach 4 – 6 Monaten auswechseln, sonst sind sie abgefault.
Erst zu diesem Zeitpunkt setzen durch stark vermehrte Bakterienaktivität Abbauprozesse ein, welche Orchideen dann nicht mehr vertragen.