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Autor Thema: Kultur von Stein-Laelien  (Gelesen 154591 mal)


Offline Gödi

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #885 am: 04.Mai.16 um 09:20 Uhr »
Klasse Bilder ...!
Ab wann stellt ihr die Steinlaelien in den Aussenbereich - ab >5°C nachts?
@Dieter: Wann hängst du die Encyclia citrina raus? Kann doch langsam auch schon, oder?
Danke und Gruss, Gödi


Online Berthold

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #886 am: 24.Okt.16 um 17:07 Uhr »
Steinlaelien aus Brasilien werden meist ohne lebende Wurzel in Deutschland angeliefert. Diese Pflanzen müsse hier etabliert werden. Dabei bilden sie neue Triebe und Wurzeln.
Meist erscheinen die Triebe zuerst bevor neue Wurzeln erkennbar sind.

In Rindensubstrat und warmer Luft lassen sich hier neue Triebe nach etwas 3 Monaten sehen.
Etwas schneller lassen sich die Pflanzen in Sphagnum etablieren, bedingt durch die höhere Luftfeuchtigkeit im Wurzelbereich. Allerdings müssen sich die in Sphagnum gebildeten Wurzeln nach dem Umsetzen in Dauersubstrat wieder umgewöhnen.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #887 am: 24.Okt.16 um 17:15 Uhr »

Ab wann stellt ihr die Steinlaelien in den Aussenbereich - ab >5°C nachts?

Ich lasse die Steinlaelien inzwischen ganzjährig unter Glas stehen. Blätter, die sich unter Glas gebildet haben, leiden meist draussen unter den UV-Strahlen des Sonnenlichtes, wenn man sie nicht ganz langsam umgewöhnt.

Einige Pflanzen stelle ich raus, wenn es draussen nicht mehr unter 10° absinkt. Andernfalls wachsen die Pflanzen langsamer, weil man die warme Vegetationsperiode verkürzt.
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Offline walter b.

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #888 am: 25.Okt.16 um 10:17 Uhr »
Also bei mir haben die Cattleya-Arten der Sektion Parviflorae den heurigen Freilandaufenthalt durchaus genossen und von dem vielen Licht, der frischen und bewegten Luft ungemein profitiert.
Als Einzige wächst Cattleya gloedeniana auf Meeresniveau, und die wollte bei mir auch ganzjährig im Glashaus nicht wirklich. Werde ich bei Gelegenheit nochmal versuchen.
Alle anderen Arten leben in m.o.w. bergigen Regionen zwischen 1000 und 2000 m. An diesen Standorten gibt es starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht und mehr oder weniger Jahreszeiten-Klima mit warmer Regen- und kühlerer Tockenzeit. 
Sie kommen ab April oder Mai in den Garten und waren bis vor Kurzem draußen.
Allerdings scheint es mir dass sie im Freiluft-Sommerquartier einen halbschattigen Bereich ohne die harte Mittagssonne bevorzugen und erst im Herbst einen Standort in der vollen Sonne mögen. Auch in Brasilien verstecken sich die Pflanzen mancher Arten im Gras oder unter Gebüsch.
Im Sommer trocknen die Steinchen bei mir nicht stärker aus und auch beim Düngen vergesse ich nicht auf sie. Bei Nachttemperaturen zwischen 5 und 10 Grad werden sie dann wieder reingeholt.
So ist heuer alles aus dieser Ecke gut gewachsen und auch Blüten zeigten und zeigen sich nach und nach. Momentan blühen die letzte Cattleya sanguiloba, C. colnagoi, C. fournieri und zwei C. hoehnei, C. reginae steht mit Knospen da und andere zeigen Schatten in den Blütenscheiden bzw. wachsen noch.
Im Winter stehen sie hier im Kalthaus ganz oben, was maximales Licht bei starken Temperaturunterschieden garantiert. Gegossen werden sie dann weniger, dafür immer wieder genebelt. Einen Ventilator werde ich noch installieren, weil Luftbewegung sind sie von "daheim" schon gewohnt...

Viele Grüße
Walter


Online Berthold

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #889 am: 24.Dez.16 um 13:56 Uhr »
Ich habe den Eindruck die Bedingungen für das gute Wachsen der Steinlaelien herrschen hier nur für zu kurze Zeit in Hinsicht auf den natürlichen Vegetationszyklus der Arten in ihrer Heimat.
Die meisten Arten kommen hier erst im Winter, also in der kalten Dunkelheit zur Blüte.
Das führt meist zum Vergeilen der Blütentriebe, da sie nicht hinreichend uv-beleuchtet und im Wind geschüttelt werden können.
Hier eine Laelia vasconcelosiana als Beispiel
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Offline Rolandooo

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #890 am: 04.Dez.18 um 17:44 Uhr »
generell würde ich zumindest keine Erde an "erwachsene" Epiphyten tun. Auch die, die viel Wasser mögen, wollen trotzdem Luft an den Wurzeln und Erde verdichtet zu sehr.
Bei Vanille und Cymbidium mag das z.B. gehen, bei Laelia und Cattleya lieber nicht.

Das verdichtete Substrat mit dem geringen Luftaustausch hat ja den prinzipiellen Nachteil, dass sich anaerob arbeitende Mikroorganismen im Wurzelbereich festsetzen und die Wurzeln zerstören wenn genügend und gleichmässig Feuchtigkeit vorhanden ist.

Wie ich die schönen Bilder vom Naturstandort beurteile wachsen dort die Pflanzen in den Felsspalten auch in einem ziemlich dichten Substrat. Diese kleinen Humusnester in den Felsspalten sind meist stark verdichtet. Die gleichen Verhälntnisse hat man auch in unseren Alpen, wo z.B. diese Teufelskralle Phyteuma comosa wächst.

http://images.google.de/imgres?imgurl=http://flora.nhm-wien.ac.at/Bilder-P-Z/Physoplexis-comosa-2.jpg&imgrefurl=http://flora.nhm-wien.ac.at/Seiten-Arten/Physoplexis-comosa.htm&usg=__4IKAvVU-MhRlRSRlpM1ZC3CiCAg=&h=768&w=576&sz=73&hl=de&start=2&um=1&tbnid=AnWd77Ptmzu2TM:&tbnh=142&tbnw=107&prev=/images%3Fq%3Dphyteuma%2Bcomosa%26hl%3Dde%26sa%3DN%26um%3D1

Welche Mechanismen verhindern am Naturstandort, dass die Laelien dort in verdichtetem Substrat existieren können und hier bei der Topfkultur nicht?

Am Naturstandort in Gesteinsspalten und kleinen Ritzen sammelt sich organisches Material über sehr lange Zeiträume an und wird ausgelaugt. Sonne, Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit, Regen, Trockenheit, verarbeitende Mikroorganismen. Am Ende von zig Jahren und mehr ist das organisches Material sehr nährstoffarm. Das kann man bei Moosen beobachten. Die wachsen auf diesen nährstoffarmen organischen alten Substraten am besten. Viele sind extrem empfindlich gegen Düngung jeglicher Art. Kann man im Garten beobachten. Mit Dünger kann man Steinmoose töten. Dazu sind die Steinlaelien an den Standort lange angepasst. Sind dort ja auch gekeimt. Ich habe Moose ansiedeln wollen. Sobald das Wasser aus der Leitung kommt oder sogar gedüngt ist sterben die. Dagegen mit Osmosewasser wachsen die in Ihrer Umgebung weiter wenn die nährstoffarm ist. Achtet mal in Zukunft auf alte Steinmauern, die stark bemoost sind. z.b. auf Tortula muralis, Grimmia pulvinata, Schistidium apocarpum, Homalothecium sericeum, Bryum argenteum, Orthotrichum diaphanum. Und dann: Dort wo die Hunde hinpinkeln sterben weiträumig alle Moose ab. Am besten man stelle einen Tontopf mit mineralischen Substrat am Naturstandort ab und hole den in 10 Jahren wieder ab. Das war ein Scherz.


Online Berthold

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #891 am: 04.Dez.18 um 18:44 Uhr »
Roland, meinst Du die Nährstoffarmut des Ritzensubstrates wäre der einzige Grund, dass dort Steinlaelien gedeihen können?

Leitungswasser enthält Kalk, Osmosewasser nicht. Es gibt viele Pflanzenarten, die kalkfliehend sind.
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Online FlorianO

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #892 am: 04.Dez.18 um 20:18 Uhr »
Man muss die Gesamtheit betrachten und nicht nur einen Faktor. Die Nährstoffarmut ist vor allem der Grund das keine anderen Pflanzen dort siedeln können. Die Steinlaelien haben diese Ökologische Nische für sich gefunden und ihren Stoffwechsel dementsprechend angepasst z.B kommen sie nichtmehr mit einem erhöhten Nährstoffangebot klar.


Offline Eerika

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #893 am: 05.Dez.18 um 09:11 Uhr »
Der Blütentrieb der vasconcelosiana ist doch nicht vergeilt.

Viele machen solchen langen BT.
« Letzte Änderung: 05.Dez.18 um 10:52 Uhr von Berthold »


Online Berthold

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #894 am: 05.Dez.18 um 10:50 Uhr »
Von dem Blütentrieb der vasconcelosiana. Ist doch nicht vergeilt.

Viele machen solchen langen BT.

Die Pflanze muss mehr Licht, mehr Luftbewegung und weniger Nährstoffe haben, denn der BT ist zu weich und zu lang, sodass er kippt. Den Effekt habe ich bei vielen Steinlaelien, die hier erst spät im Jahr blühen.
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Offline Eerika

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #895 am: 05.Dez.18 um 11:43 Uhr »
Aber in der Natur wachsen die Blütentriebe auch nicht wie Kerzen gegen Himmel!  :weird

Zumindest laut Jay braucht sie nicht sonderlich viel Licht.
http://www.orchidspecies.com/cattvasconcelosiana.htm

Deine hat auch viele Blüten, das schafft auch nicht jeder nachzumachen.

Womit und wie stark hast du die gedüngt?


Offline Eerika

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #896 am: 05.Dez.18 um 11:47 Uhr »
Schau mal das Bild von Mauro Rosim

Der Blütentrieb ist genau so lang
http://bluenanta.com/static/utils/images/species/spc_000177714_000488385.jpg

Nach meiner Meinung kann eine Überdüngung durchaus eine Rolle spielen.

Ich habe es vor Jahren bei einigen NT-en bei Dendrobien beobachtet und dann habe ich das Düngen bei meinen Pflanzen so gut wie gestrichen.


Online Berthold

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #897 am: 05.Dez.18 um 12:01 Uhr »
Ich habe mit Langzeitdünger-Körnern gedüngt.

Ich denke, man sollte nur in der Anwachsphase 2 Jahre lang etwas düngen dann nicht mehr.

Leider habe ich alle Steinlaelien in Pinienrinde. Auf lange Zeit gesehen wäre ein rein mineralisches Substrat auf Lava-Bims-Basis wohl günstiger, insbesondere, wenn sich dort Moose drauf ansiedeln. 
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Offline Eerika

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #898 am: 05.Dez.18 um 12:43 Uhr »
Die paar, die ich hatte, wuchsen gut im Moos.


Offline totepe

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #899 am: 05.Dez.18 um 21:23 Uhr »
Hallo,

einige Steinlaelien wachsen wohl eher in einer Art Macchia als direkt auf den Felsen und bilden daher von Natur eher lange BT.

schöne Grüße Theo