Disa Hybriden und Kultur

Begonnen von gaby, 11.Sep.08 um 21:38 Uhr

⏪ vorheriges - nächstes ⏩

gaby

Habe eine Frage zu Disa.
Vor 3 Jahren habe ich eine Disa bekommen, weissblühend mit Punkten.Die Pflanze hat geblüht und Samenkapseln gebildet, war dann aber verschwunden...........Ich hatte sie im Spaghnum des Moorbeetes stehen. Letztes Jahr kamen dann im Moos kleine Blätter auf die aussahen wie  die  der Disa, da die wieder verschwanden habe ichs nicht weiter beachtet. Heute habe ich im Moorbeet Gras entfernt, die Blätter sind wieder da, grösser und kräftiger als letztes Jahr.
Meine Frage:könnte  es  ein sich die die Pflanzen ausgesamt haben?
LG
Matzepille
Liebe Grüße
Gaby

Berthold

Von der Gattung Disa gibt es sehr viele Arten. Eine Gruppe von etwa 7 Arten (racemosa, uniflora, aurata, tripetaloides, cardinalis, caulescens und venosa) wachsen in immer feuchten Biotopen und sind fast immergrün, d.h. die neuen Blätter treiben schon wenn die alten noch grün sind. Einige dieser Arten oder deren Kreuzungen lassen sich leicht erfolgreich auf Torf ausäen also ohne große Fisimatenten mit Mykorrhizapilzen oder komplexen Nährböden.
Es kann also durchaus sein, dass sich bei Dir eine solche Pflanze erfolgreich im Moor ausgesät hat. Diese Arten sind aber alle nicht sehr frosthart, vertragen aber einige Grade unter null.
Kannst Du mal ein Foto der Rosette zeigen? Daran kann man meist schon erkennen, ob es eine Disa ist.
Gruss Berthold
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Dieter

hey,
ich denke, es könnte sich um
Disa tripetaloides
handeln.

wie Berthold schon sagte, ist diese wie einige andere arten ziemlich einfach aus samen nachzuziehen durch aussaat z.b. auf nassen torf oder feuchtes sphagnum moos.

also, noch ein jahr geduld, dann werden die ersten sämlinge blühen  :thumb

Berthold

insbesondere für Eerika:

Die Disa racemosa ist ähnlich zu kultivieren wie die anderen "Feucht"-Disas. Ich mache das so:

In einen Plastiktopf kommt unten eine 3 cm dicke Weisstorfschicht (aus Estland). Darauf fülle ich lebendes Sphagnum. In das Sphagnum wird die Pflanze eingesetzt und das Spagnum oben um die Pflanze herum mit Steinchen beschwert, damit es etwas zusammengedrückt wird. Die Wurzeln mit den neuen Knollen am Ende wachsen in den Torf hinein.
Der Topf steht draussen schattig im Regen. Bei lange trockenem Wetter erhält er einen Untersetzer, in dem sich das Giesswasser (salzarm), einige Tage sammeln kann (Vorsicht erhöhte Infektionsgefahr). Sonst soll der Regen das Topfsubstrat durchspülen (also ohne Untersetzer). Das Substrat soll immer leicht feucht sein, in der Ruhephase nur ganz leicht feucht (bügelfeucht). Die Pflanze soll nicht gedüngt werden.

In der Literatur wird erwähnt, dass die Pflanze besonders nach Buschfeuern blüht. Man sollte nicht daraus schliessen, man müsste regelmässig im Herbst sein Gewächshaus abfackeln. Der Effekt des Buschfeuers ist noch nicht endgültig geklärt. Ich vermute, das Buschfeuer setzt die Nährstoffe in den Begleitpflanzen frei und führt somit zu einer höheren Düngung der Disas, was sie mit Blütenbildung dankt. Ein anderer Effekt dürfte noch sein, dass die Disas mehr Licht bekommen, wenn die Begleitflora abbrennt.

Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Eerika

Danke, Berthold!

Würde noch gerne wissen, wie kalt darf es nachts werden.

Alexa

Michael, und wie kühl sollte es mindestens sein?
Ich habe nämlich nur ein Treppenhaus zur Verfügung, das sollte aber schon 10 Grad haben im Winter.

Alexa

Doch, da wird sich was finden.
Kann ja lange draußen bleiben, oder kommt zu meinen Ellis in die Garage.

Alexa

Die Garage hat ein Fenster, direkt dort würde sie wohl genug Licht bekommen.
Aber ich messe auch mal hier im Treppenhaus. Das sollte reichen, das ist kühl genug.

Eerika

Ich habe sie momentan in meinem Schlafzimmer, Westseite, das Fenster 24 Stunden offen.
Wir haben es momentan sehr sonnig, im GWH ging es heute bis 45° hoch!!! :bag
Draussen waren es auch 19° im Schatten.

Dieter

#9
hey,
die erste Disa hat ihre blüten geöffnet.

Disa X kewensis cv. Mandarin

Frodo

Sehr Lecker!!! :thumb :thumb

Nur um es gesagt zu haben:
Disas wachsen wie Dreck im Glas!!!
Daher: gibt es in meinem Labörchen immer Platz für Disa-Gläser!!!

Gruß,
The Hobbit (der Disas im Glas kann, nach dem Glas wird es jedoch meist "spannend").
My Flickr Stream:

http://www.flickr.com/photos/10293393@N02/?saved=1

Die Halb-Wahrheit des Tages:
"Hybridizing is like doing wood sculpture with a shotgun" Ross Hella, 2008

(Gott, mein Deutsch ist schlimmer als mein English)! :ka

Dieter

ach.................... im glas?

bei mir wachsen die in töpfen im sphagnum  :whistle

Berthold

Zitat von: Frodo am 02.Mai.09 um 14:56 Uhr
Nur um es gesagt zu haben:
Disas wachsen wie Dreck im Glas!!!
Gruß,
The Hobbit (der Disas im Glas kann, nach dem Glas wird es jedoch meist "spannend").

da meinst Du aber nur die Disas aus der racemosa-Gruppe, die auch auf Torf keimen. Bei den Disas mit der ausgeprägten Sommertrockenruhe beisst man sich die Zähne aus. Ich glaube, die gehören zu den schwierigsten invitro-Keimern überhaupt. Mit der Disa cornuta sind wir allerdings schon ein gutes Stück weiter gekommen.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Berthold

Bisher hatte ich alle "Immerfeucht-Disas" in der üblichen Mischung aus Sphagnum und Torf.
Nach anfänglich gutem Wachsen haben sich alle Pflanzen aller Arten eine Pilzinfektion eingefangen, die die Pflanze zum grossen Teil vernichtet.
Ähnliche Infektionen habe ich in Schwerte gesehen, dort waren auch ca. 90% der Pflanzen infiziert.

Im botanischen Garten Bochum hat eine solche Infektion den gesamten Disa-Bestand vernichtet, der sich über 7 Jahre gut entwickelt hatte.

Ich habe inzwischen alle Pflanzenreste in Neudohum/Seramis-Mischung (1:1) gesetzt. Dieses Substrat scheint wesentlich sicherer zu funktionieren. Aber der Langzeittest steht noch aus.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

massonia

Hallo,
ich kultiviere seit etwa 10 Jahren einige Disa Wildformen und diverse Hybriden.
Als Substrat verwende ich sehr groben Torf, Sphagnum und Perlit (hab in den letzten Jahren viel experimentiert!). Gießwasser ausschließlich Regenwasser und nur von unten. Substrat immer nur ganz leicht feucht! Dünger wird absolut vertragen und die Pflanzen reagieren sehr gut darauf.
Standort im Winterhalbjahr vollsonnig (soweits im Winter halt geht...)im Sommer so kühl wie möglich, also schattiert und ständig unter dem Ventilator.
Wintertemperaturen minimum 5-3° in der Nacht, tagsüber wesentlich wärmer.
Ich topfe jährlich um.
Die Pflanzen wachsen sehr gut im Herbst, Winter und Frühling, jedoch habe ich jedes Jahr ziemliche Verluste im Sommer, wenn es heiß und schwül ist. Ich kämpfe dann ständig mit Infektionen der Blätter bzw. Stengel - es fault einfach ab.
Bislang habe ich noch nicht rausgefunden was es ist, da jedoch Fungizide nichts nutzen, tippe ich auf was Bakterielles.... welke oder abgestorbene Blätter werden täglich entfernt, auch sonst achte ich auf Hygiene.
Vielleicht hat jemand ähnliche Probleme und weiß Rat? Mit Antibiotika hab ich übrigends noch nicht experimentiert...vielleicht hat da wer Erfahrung?
lg,
massonia

PS: auch Neudohum hab ich schon ausprobiert - verheerendes Ergebnis!! :nee