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Autor Thema: Samen von Lilium pyrenaicum  (Gelesen 359 mal)


Offline Timm Willem

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Re: Samen von Lilium pyrenaicum
« Antwort #15 am: 04.Sep.10 um 21:02 Uhr »
Hallo Birgit,
welches Medium benutzt Ihr?
(Mein Vorschlag: 1/2 MS mit viel Zucker und ohne !Hormone!, gibt aber deutlich bessere Medien als MS für staudige Pflanzen)
Es geht wirklich sehr einfach, da sie nach dem von Dir gezeigten Stadium relativ schnell Zwiebelschuppen bilden. Die äußeren Zwiebelschuppen kann man dann abschneiden und weiter auf Medium kultivieren, wie bei den großen. Das ist bei martagon sehr effektiv.
Wichtig ist, sie regelmäßig umzusetzen, da sie sonst zum absterben neigen.


Offline Birgit

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Re: Samen von Lilium pyrenaicum
« Antwort #16 am: 04.Sep.10 um 22:12 Uhr »
Hallo Birgit,
welches Medium benutzt Ihr?
(Mein Vorschlag: 1/2 MS mit viel Zucker und ohne !Hormone!, gibt aber deutlich bessere Medien als MS für staudige Pflanzen)
Es geht wirklich sehr einfach, da sie nach dem von Dir gezeigten Stadium relativ schnell Zwiebelschuppen bilden. Die äußeren Zwiebelschuppen kann man dann abschneiden und weiter auf Medium kultivieren, wie bei den großen. Das ist bei martagon sehr effektiv.
Wichtig ist, sie regelmäßig umzusetzen, da sie sonst zum absterben neigen.

Ich müsste bei den Unterlagen nachsehen: Entweder es ist 1/5 MS oder es ist ein Medium, dass bei Embryonen-Rescue von Iris verwedet wird. Wir hatten aber auch Keimung auf einem bei Erdorchideen verwendeten Medium.

Die Flaschen wurden jetzt unter Kunst-Licht gestellt. Ich bin darüber verwundert, dass trotz des fehlenden Blattes die Zwiebel bereits gebildet wird ?!

Danke für den Hinweis bezüglich des Umlegens. Zeigt sich Phenolbildung vor dem beginnenden Absterben ?


Offline Timm Willem

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Re: Samen von Lilium pyrenaicum
« Antwort #17 am: 05.Sep.10 um 14:07 Uhr »
Ich müsste bei den Unterlagen nachsehen: Entweder es ist 1/5 MS oder es ist ein Medium, dass bei Embryonen-Rescue von Iris verwedet wird. Wir hatten aber auch Keimung auf einem bei Erdorchideen verwendeten Medium.

Die Flaschen wurden jetzt unter Kunst-Licht gestellt. Ich bin darüber verwundert, dass trotz des fehlenden Blattes die Zwiebel bereits gebildet wird ?!

Danke für den Hinweis bezüglich des Umlegens. Zeigt sich Phenolbildung vor dem beginnenden Absterben ?
1/5 MS ist zu wenig Salz. Wichtig ist, kein Hormon, sonst kommen die aus der Kallusphase erst nach langer Zeit zurück. Viel Zucker, fördert die Bildung der Speicherorgane und verhindert zu starkes Aufquellen der Zellen. Ich würde nicht über die Kallusphase gehen, es ist besser äußere Zwiebelschuppen steril weiter zu kultivieren. Über den bekannten Weg bilden sich dann neue Zwiebelchen an den Schuppen.

Sie machen demnächst noch Blätter, dann ist viel Licht gut. Stehen sie zu dunkel entsteht ein sehr langes Blatt welches schneller abstirbt.

Nach meiner Erfahrung machen sie keine dunklen phenolischen Verbindungen(also keine aggressiven). Der Absterbeprozess ist etwas anders, die ausgetriebenen Blätter sterben, dadurch fließt ein "Safttropfen" aus den sterbenden Zellen in das Herz der Zwiebel. Kann man verhindern, indem man regelmäßig umlegt(alle drei Monate reicht), dabei die ausgetriebenen Blätter entfernt und äußere Zwiebelschuppen zur Vermehrung abtrennt.

Vertragen höhere Temperaturen, 22 Grad ist gut.


Offline Claus

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Re: Samen von Lilium pyrenaicum
« Antwort #18 am: 05.Sep.10 um 16:07 Uhr »
Lilium martagon steril auf P6668 ist mir nicht gelungen. Vielleicht lag es am Desinfizieren des Samens.
Pyrola rotundifolia auf P6668 ist mir auch nicht gelungen, obwohl die Samen genau wie Erdorchidensamen aussehen.

Berthold,
ich lese das erst heute. Die L. martagon habe ich damals grün ausgesät, d.h. die Kapsel desinfiziert und die unreifen weißen Scheiben in Nährboden gesteckt. Da gab es Massenkeimung.
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O’Rell)


Offline Berthold

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Re: Samen von Lilium pyrenaicum
« Antwort #19 am: 05.Sep.10 um 19:41 Uhr »
Lilium martagon steril auf P6668 ist mir nicht gelungen. Vielleicht lag es am Desinfizieren des Samens.
Pyrola rotundifolia auf P6668 ist mir auch nicht gelungen, obwohl die Samen genau wie Erdorchidensamen aussehen.

Berthold,
ich lese das erst heute. Die L. martagon habe ich damals grün ausgesät, d.h. die Kapsel desinfiziert und die unreifen weißen Scheiben in Nährboden gesteckt. Da gab es Massenkeimung.

Claus, das deckt sich mit Simons Hinweis, dass die Samen selber schwierig zu desinfizieren sind, ohne sie abzutöten.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Offline Timm Willem

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Re: Samen von Lilium pyrenaicum
« Antwort #20 am: 07.Sep.10 um 13:05 Uhr »
Hab noch ein letztes Glas gefunden, sind im Sommer umgesetzt worden.
Die äußeren Zwiebelschuppen lassen sich gut zur Vermehrung nutzen.
Die bei verschiedenen Zwiebeln oft beschriebene Methode von Halbierens oder Viertels würde ich nicht nutzen, es entsteht nur Kallus, mit lange Regenerationszeiten.
http://www.ingentaconnect.com/content/klu/ticu/2005/00000083/00000003/00008812
wers versuchen will Flüssigkultur ist sehr effektiv.


Offline Claus

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Re: Samen von Lilium pyrenaicum
« Antwort #21 am: 31.Okt.10 um 14:24 Uhr »
Ich habe mal wieder Lilium martagon (Samen von 2009) auf Nährboden CAK ausgesät, diesmal reife Samen, die mit DanKlorix in voller Konzentration plus Spülmittel 5 min desinfiziert wurden. Keimung erfolgt nach 6 Wochen.
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Offline winwen

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Re: Samen von Lilium pyrenaicum
« Antwort #22 am: 31.Okt.10 um 19:05 Uhr »
Ich bin darüber verwundert, dass trotz des fehlenden Blattes die Zwiebel bereits gebildet wird ?!
Das muss Dich nicht wundern, Birgit. L.martagon keimen verzögert hypogäisch, was bedeutet, dass sie zuerst nicht das Blatt bilden, sondern die Zwiebel. Nach iner Kühlphase von 8-12 Wochen sollten sie dann anfangen ein Blatt zu bilden - dann gehören sie ans Licht, nicht vorher.

Das Medium zur Embryo-Rescue würde mich interessieren. Ebenso die von Tim erwähnten besseren Medien zur vegetativen Vermehrung in vitro. In dem Klassiker "Plants from Test-Tubes" wird (glaube ich) MS mit halbem Ammoniumnitrat-Anteil und mehr Zucker empfohlen. Würde mich freuen, wenn Tim was besseres hätte.


Offline Timm Willem

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Re: Samen von Lilium pyrenaicum
« Antwort #23 am: 01.Nov.10 um 06:09 Uhr »
Hallo Winwen,
ich habe noch nicht so ganz verstanden, was Du genau machen möchtest. Kannst Du mal schreiben, was Du mit Lilien schon gemacht hast, mit welchen Arten und was daraus werden soll?


Offline winwen

  • Beiträge: 424
Re: Samen von Lilium pyrenaicum
« Antwort #24 am: 01.Nov.10 um 10:43 Uhr »
Lilienvermehrung
.) vegetativ aus Schuppen (ohne Kallusphase) und
.) generativ aus Samen
beides steril in vitro.
Welche Medien sind da zu empfehlen, Tim?
Die Art, die es speziell betrifft ist die Festlandform von Lilium speciosum var. gloriosoides, jedoch möchte ich mich da nicht zu sehr beschränken. Bis jetzt habe ich mit Lilien nur unsteril-konventionell gearbeitet und möchte -wenngleich dies recht erfolgreich war- meinen Horizont etwas erweitern.

BTW: Wenn jemand interessiert ist zu Tauschen: Ich hätte noch reichlich Samen von Lilium nobilissimum und Lilium alexandrae, sowie Zwiebeln von L. alexandrae. Beides sehr exklusiv und selten.
« Letzte Änderung: 01.Nov.10 um 10:52 Uhr von winwen »