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Autor Thema: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere  (Gelesen 9834 mal)


Offline paulw

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Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« am: 12.Feb.09 um 09:15 Uhr »
hallo,

Hat jemand von euch Erfahrungen mit winterharten Bärlappgewächsen ?
Ich  würde sowas gerne in meinem Moor bzw.im Rohhumusbeet ansiedeln.

Paul

« Letzte Änderung: 23.Mai.13 um 23:13 Uhr von Berthold »


Online Berthold

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #1 am: 12.Feb.09 um 11:04 Uhr »
Hallo Paul, sei gegrüsst im Forum,

da habe ich alle möglichen Sachen ausgetestet und mit vielen Arten auch aus Kanada und wärmere Arten aus Neu Seeland.

Keine Pflanze hat mehr als 3 Jahre überlebt. Das Problem scheint zu sein, ähnlich wie bei vielen Erdorchideenarten, dass die Bärlappengewächse stark pilzabhängig sind. Wenn man sie ausgräbt und umsetzt stirbt am neuen Standort der Versorgerpilz ab und die Pflanze verhungert.

Den besten Umpflanzerfolg hast Du, wenn Du sehr viel Erdmaterial vom Standort mitnimmst. Aber es darf auch im Garten nicht austrocknen und muss immer mit Humusnachschub versorgt werden.

Der schwierigste ist der Alpenbärlapp Diphasium alpinum, etwas einfacher das Lycopodium clavatum.

Der Sumpfbärlapp, Lycopodiella inundata, funktioniert auf einer reinen nassen Sandschicht über Weisstorf.

Paul, versuch es mit Wintergrüngewächsen, die haben ähnliche Problematik, sind aber insgesamt einfacher im Händling und wachsen leichter an.

Gruss Berthold

 
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Offline paulw

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #2 am: 16.Feb.09 um 06:38 Uhr »
danke Berthold,
ich habe vor allem an Diphasium complanatum oder ähnliches gedacht.
Flachbärlappe sind meiner Meinung nach die faszinierendsten dinge der Gruppe, bis jetzt nur 1x in der Natur gesehen  (Fischbacher Alpen),leider nicht genauer bestimmt, in Österreich ca. 5 Arten!
 hatte eigentlich gehofft es wäre möglich die über Stecklinge zu vermehren, ähnlch wie die tropischen Arten, aber wenn sie auf einen Pilz angewiesen sind wohl kaum.
Huperzia soll etwas einfacher sein, ist zumindest eher bodenvag, hast du die auch schon mal kultiviert?


Online Berthold

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #3 am: 25.Apr.10 um 15:08 Uhr »
Der Tannenbärlapp, Huperzia selago

Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Online Berthold

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #4 am: 25.Apr.10 um 15:10 Uhr »
Keulenbärlapp Lycopodium clavatum
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Online Berthold

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #5 am: 25.Apr.10 um 15:15 Uhr »
Flacher Bärlapp Diphasium complanatum



Der Flache ist der schwierigste in Kultur. Auf reinem Neudohum hat er aber zumindest 2 Jahre überlebt. Eigenlich erstaunlich, denn früher war die ganze Erde voller Bärlapp-Gewächse und da gab es überhaupt kein Neudohum.

Der Sumpfbärlapp wächst gut auf nassem Sand. Auf Torf fault er sehr schnell ab.
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Offline Eveline

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #6 am: 06.Okt.11 um 16:15 Uhr »
Kann mir bitte jemand sagen, welches hübsche Pflänzchen da gekeimt hat?


Offline Alwin

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #7 am: 06.Okt.11 um 16:24 Uhr »
sieht meinem kriechendem Ehrenpreis  - Veronica surculosa -
ähnlich


Offline Eveline

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #8 am: 06.Okt.11 um 16:49 Uhr »
Veronica surculosa ... ist das eine besondere Veronica oder jene, welche in meinem Garten an ungemähten Stellen im schütteren Gras wächst?


Online Timm Willem

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #9 am: 06.Okt.11 um 16:54 Uhr »
Für mich sieht es mehr nach einem Moos aus.


Offline Tobias TJ

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #10 am: 06.Okt.11 um 17:00 Uhr »
Hallo,
das ist ein Moosfarn. Gattung Selaginella.
Liebe Grüße,
Tobias


Offline Eveline

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #11 am: 06.Okt.11 um 17:08 Uhr »
Tobias, ich glaube, Du hast Recht. Ich habe hier Selaginella moellendorffii. Es sieht ähnlich aus. Habe ich soeben verglichen.

Danke!


Offline Tobias TJ

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #12 am: 06.Okt.11 um 18:30 Uhr »
Ja, das könnte sein. Artbestimmung per Bild trau ich mir bei Selaginella nicht zu :classic. Wenn du einen Selaginella moellendorffii hast, ist das aber naheliegend. Im Garten käme zumindest in  Alpennähe auch einheimische Arten wie S. helvetica in Betracht.
Liebe Grüße,
Tobias


Offline paulw

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #13 am: 02.Sep.15 um 14:18 Uhr »
Das mit der Pilzabhängigkeit der Bärlappe ist scheinbar so wie bei den meisten Orchideen.
Im Sporophyt- Stadium brauchen sie keinen.

Ich hab seit 5 Jahren Huperzia sellago und Lycopodium annotinum im Garten, letztere wächst sogar richtig üppig (15-25cm im Jahr.L. clavatum hab ich erst kürzer, wächst und sporoliert aber auch.

Zur Kultur und vermehrung hab ich gestern erst was interessantes entdeckt:
http://www.thefreelibrary.com/Cultivation+techniques+for+terrestrial+clubmosses+(lycopodiaceae)%3A...-a0373474222

Vielleicht lässt sich das Mysterium genauso lüften wie bei den Cypripedien und Knabenkräutern. Da hieß es ja auch unkultivierbar.

Ps.: Huperzia ist sehr lichtbedürftig, Ausfälle hatte ich nur an den schattigsten Stellen, wo etwas Sonne hinkommt gedeiht sie besser.


Offline Eveline

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Re: Bärlapp Lycopodium Huperzia und andere
« Antwort #14 am: 03.Sep.15 um 22:59 Uhr »
2 neue Schätze:
Selaginella borealis
Selaginella sibirica