Orchideenkultur

Fachbereich => Naturstandorte und Reiseberichte => Thema gestartet von: Berthold am 07.Mär.19 um 11:02 Uhr

Titel: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 07.Mär.19 um 11:02 Uhr
Kennst sich jemand mit den realen Verhältnissen für Touristen in Georgien aus?

Ist es für  den interessierten Naturfreund eine Reise wert?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ahriman am 07.Mär.19 um 20:02 Uhr
Botanisch sicher hochinteressant, allen wegen der Gebirge. Es gibt etwa 1000 endemische Blütenpflanzen, 1/4 aller Arten.

Allerdings sind weite Regionen an der Grenze zu Russland unzugänglich, die besetzten Provinzen Abchasien und Südossetien sowie die Grenze nach Tschetschenien. Dort solltest du dich tunlichst nicht herumtreiben.

Gibt aber noch genug andere Gebirgsregionen die man bereisen kann, etwa das Mt. Kazbek Naturreservat.
https://www.tripadvisor.com/Attraction_Review-g13002079-d2287315-Reviews-Mount_Kazbek_Mqinvartsveri-Stepantsminda_Mtskheta_Mtianeti_Region.html

In einschlägigen Trekkingforen sollte sich eine Menge dazu finden.
https://www.caucasus-trekking.com/best-treks
Abseits der Grenzregionen prinzipiell ein relativ sicheres Land.

Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 07.Mär.19 um 20:11 Uhr
Danke, Christian. Es ist ins Auge gefasst, im August dorthin in die Berge zu fahren, sicherlich nicht ohne Führung.
Es ist eine Zeit, in der man in 2000 Metern Höhe sicher interessante Dinge finden kann.
Ich hoffe nur, dass man nicht alle Wege zu Fuss mit Rucksack zurück legen muss, denn das würde mich inzwischen überfordern.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ralla am 07.Mär.19 um 20:23 Uhr
Gegen die Ausfuhr von Pflanzen scheint nichts zu sprechen, wenn man dem Auswärtigen Amt glauben darf.

Aber die Gesundheit....
Zitat
Medizinische Hinweise

Aktuelle medizinische Hinweise
Die WHO hat im Januar 2019 einen fehlenden Impfschutz gegen Masern zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Eine Überprüfung und ggf. Ergänzung des Impfschutzes gegen Masern für Erwachsene und Kinder wird daher spätestens in der Reisevorbereitung dringend empfohlen.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 07.Mär.19 um 20:32 Uhr
Hört sich gut an. Ein Impfgegner bin ich auch nicht.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ahriman am 07.Mär.19 um 21:08 Uhr
Ja, Gesundheitsversorgung ist mies, viele Georgier stellen hier Asylantrag um an kostenlose medizinische Behandlung zu kommen. Eine Reiserückholversicherung ist zu empfehlen. Führer mit Auto sollte kein Problem sein. Selber fahren würd ich in solchen Ländern eher nicht.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Phil am 07.Mär.19 um 21:17 Uhr
Ich habe erst vor Kurzem einen Vortrag eines Mitarbeiters des BoGa Jena gehört und er konnte Georgien nur empfehlen. Es gibt auch geführte botanische Touren. Er selbst hat auch bestimmte Grenzregionen (außer den bekannten problematischen) besucht, aber alles offiziell vom BoGa mit Sammelerlaubnis.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 09.Mär.19 um 21:13 Uhr
Vielleicht doch nicht das richtige für Botanik interessierte. (https://kaukasus-reisen.de/jeeptour-georgien/)
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: orchis pallens am 18.Mär.19 um 00:13 Uhr
Der August ist bestimmt schon zu spät zum Botanisieren. Der Juni wird wohl der beste Monat sein.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 18.Mär.19 um 09:37 Uhr
Der August ist bestimmt schon zu spät zum Botanisieren. Der Juni wird wohl der beste Monat sein.

Ja, das stimmt, aber es ist aus zeitlichen Gründen nicht anders möglich.
Wenn man höher rauf kommt, wäre der August auch noch in Ordnung. Aber das muss noch abgeklärt werden.

2000 Meter in den Alpen sind im August noch interessant.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Calosoma am 18.Mär.19 um 11:24 Uhr
Moin zusammen,
ich war 2012 (im Juni) in Georgien (und Armenien) unterwegs. Kleine Gruppe, selbst organisiert. In Georgien mit 2 Geologen und einer Reisebegleiterin, die auch deutsch gesprochen hat (die anderen russisch & englisch).
War insgesamt sehr problemarm!
Tolle Gegend und sicher: Ratcha, direkt am/im Gebirge. Wir waren in der Ortschaft Oni, da gibt es ein sehr gemütlich-familiäres Hotel.
Botanisieren kann man reichlichst !!!
Gruß, Calosoma
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 19.Mär.19 um 19:54 Uhr
Wir können doch schon im Juni, der optimalen Reisezeit für Pflanzen, fahren.
Wir werden mit Herrn Hans Heiner Buhr, einem deutschen Biologen in Georgien, Kontakt aufnehmen, damit er uns bei der Route beraten und uns einen guten Geländewagen und Unterkünfte besorgen kann.

Kennt jemand den Herrn Buhr? Er organisiert auch die DUMA-reisen nach Georgien.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 19.Jun.19 um 21:34 Uhr
Die Kaukasusreise nach Georgien ist beendet.
Zusammenfassend kann ich sagen, Deutschland geht es gut.

Georgien ist so gross wie Bayern.
Es leben dort jedoch nicht 11 Millionen, sondern nur 3 Millionen Menschen, darunter viele Russen und Armenier. Letztere sind vor den Türken geflüchtet, die in Armenien Völkermord betrieben haben.
Als Deutscher kommt man in Georgien mit russisch besser zurecht als mit englisch. In Bayer ist es umgekehrt.
In Georgien sind 40% des Strassensystem befestigt (Autofahren nur für harte Kerle), in Bayern ist es deutlich mehr.
Der Internetausbau liegt in Georgien etwas höher als in Bayern. Man sieht auf der Prachtstrasse in Tiflis keinen Passanten ohne Smartphone am Ohr.

Die Georgier gewinnen einen Grossteil ihrer Energie aus Kuhmist (neben Wasserkraft), die Bayern aus Kernenergie, was die Bundeskanzlerin Angela Merkel abstellen möchte.
Das Einkommen der Georgier betragt etwa 20% von deutschen Einkommen. Das ist aber nicht so tragisch, da dort viel selber produziert wird, was nicht zu Einkommen zählt.

Die Wirtschaft (Lebensmittelexport) ist nach der Abkopplung von Russland auf 10% eingebrochen. Jetzt ist man wieder freundlicher zu den Russen, der Export steigt wieder und die Russen kommen wieder als Touristen.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: orchis pallens am 20.Jun.19 um 00:33 Uhr
Und was für Highlights gab es in der Pflanzenwelt? Da gibt es bestimmt mehr Highlights als in Bayern...
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 20.Jun.19 um 01:10 Uhr
Du hättest Dich erstmal freuen können, daß der Berthold gesund und munter zurück ist.
Im Kaukasus gibt es Bären, da gibt es nicht gleich eine Hysterie wie bei ein paar Wölfen wie in Deutschland.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 20.Jun.19 um 14:15 Uhr
Als Abwechslung zu der beeindruckenden kaukasischen Natur, wollten wir uns etwas gruseln und haben denn Geburtsort Gori von Josef Stalin aufgesucht.
Es ist beeindruckend einem Menschen so nahe zu kommen, der 20 Millionen Menschen umgebracht hat, um seine Vorstellungen durchzudrücken. Deshalb war er auch zeitweise Idol von Che Guevara.
Gori ist eine kleine etwas abgelegene Stadt, in der schon immer ziemliches Chaos herrschte.
Es gab mehrere Rockergruppen, die sich permanent geprügelt haben. Schon Kinder mit 3 Jahren waren in sochen Gruppen organisiert. Man trug sogar Wettbewerbe solcher Schlägereien aus.
Stalin überall dabei.
Aber er wollte höher hinaus. Mit Anfang 20 organisierte einen brutalen Raubüberfall auf den staatlichen Geldtransport, bei dem er einen erhebliche Anteil des Staatsschatzes erbeutet. Es gab viele Tote, da Handgranaten und einiges andere zum Einsatz kamen.
Bestraft wurde Stalin nicht, da man ihm die direkte Beteiligung an dem Überfall nicht nachweisen konnte.  Er wurde jedoch aus dem Land verwiesen, aber er kam ja zurück.
Die heutige Einstellung der Menschen zu Stalin ist zwiespältig, einige mögen ihn noch, andere hassen ihn.

Noch zu Sowjetzeiten wurde ein Museum für ihn gebaut.

Davor setzte man sein Geburtshaus mit einer eigenen Überdachung.

Sein erstes Büro im Kreml

Er benutzte mein Telefon, links das schwarze

Dann starb er, die Welt war erleichter, viele Sowjets trauerten jedoch
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 20.Jun.19 um 14:32 Uhr
1945 fuhr er nach Jalta, um sich mir Truman und Churchill über Deutschland zu unterhalten.

Er nahm den grünen Eisenbahnwagen, der neben dem Museum steht.

Sein Klo im Zug

Sein Konferenzraum im Zug, wo entscheidende Gedanken zur neun Weltordnung diskutiert wurden
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 20.Jun.19 um 14:41 Uhr
Das ist der Sockel seines Denkmals aus der Sowjetzeit

Jetzt steht er eine Nummer kleiner. Die georgische Regierung hat sich sehr schwer getan mit der Aufarbeitung der Stalinzeit, um die eigenen Bürger nicht vor den Kopf zu stoßen, die Stalin immer noch lieben.

Das ist Stalins Hund, er lebt noch. (https://www.flickr.com/photos/30715237@N06/48097466966/in/dateposted/)
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 20.Jun.19 um 14:48 Uhr
Stalin kam nach seiner Vertreibung als Chef der Sowjetunion zurück nach Georgien.
Auf der Prachtstraße in Tiflis hat er das Institut für sozialistische Wissenschaften nach Marx, Engels und Lenin bauen lassen.
Leider alles ein Irrglaube grins

Aber jetzt zurück zur Natur.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 20.Jun.19 um 17:45 Uhr

Auf der Prachtstraße in Tiflis hat er das Institut für sozialistische Wissenschaften nach Marx, Engels und Lenin bauen lassen.
Leider alles ein Irrglaube grins



Über unseren heutigen Irrglauben werden sich spätere Generationen amüsieren. :-D
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 21.Jun.19 um 23:27 Uhr
Die erste Abenteuerfahrt führte in den Vashlovani-Nationalpark im Südosten des Landes an der Grenze zu Azerbaijan.
Man benötigt wegen der nahen Grenze eine Zutrittsgenehmigung, die man bei der Parkverwaltung beantragen und von der Grenzpolizei bestätigen lassen muss.
Dieser Nationalpark ist interessant wegen seiner Geologie und seiner Steppenvegetation.

Zutrittsgenehmigung, sehr sorgfältig geprüft :yes
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 21.Jun.19 um 23:43 Uhr
Die Entfernung vom Hotel betrug etwa 150 km über schlechte bis sehr schlechte Strasse.

Die Besiedlung ist extrem dünn. Man kann nur durch die Viehhaltung überleben. Ackerbau ist nicht möglich.

Salzwiesen mit Brandkraut, Federgras, Wachtelweizen und einigem anderen.

Salzwiesen

Rosenstare fühlen sich wohl
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 21.Jun.19 um 23:58 Uhr
typische Landschaft

Gazellen sind wieder da. Sie waren in Georgien ausgerottet. Einige hat man von Azerbaijan wieder importiert, aber der Papierkram war zu aufwendig.
Deshalb hat man sie in Azerbaijan an der Grenze zu Georgien angesiedelt und sie sind dann ohne Papierkram allein nach Georgien rüber gewandert.

Nationalpark-Eingang

Pistazienbäume, typisch für die Gegend

Strasse in guter Qualität
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 22.Jun.19 um 00:13 Uhr
Viel Steine gab's und wenig Brot.

Landschaft

Strasse überquert ausgetrocknetes Flussbett

Landschaft

Landschaft
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 22.Jun.19 um 00:16 Uhr
Landschaft

Grenzfluss zu Azerbaijan

Strasse etwas schlechter, da überspült, aber kein Problem für einen Toyota V8 mit Sonderbereifung.
Man muss als Fahrer nur etwas Mut aufbringen. Stiefel im Auto beruhigen
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ralla am 22.Jun.19 um 08:55 Uhr
Strasse etwas schlechter, da überspült, aber kein Problem für einen Toyota V8 mit Sonderbereifung.
Man muss als Fahrer nur etwas Mut aufbringen. Stiefel im Auto beruhigen

Das ist doch ein Land für Jill!
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 22.Jun.19 um 09:58 Uhr
Ja, aber Frauen fahren hier nicht Auto. Entweder sammeln sie Kuhmist zum Trocknen eine oder sie sitzen im Schönheitssalon.
Das soziale Gefälle ist enorm gross.

Gestern gab es in Tiflis Protest gegen die Russen. Allerdings sind die Russen die einzigen im Land, die etwas den Wohlstand fördern durch Abnahme von Waren nach Russland und Geld ausgeben als Touristen in Georgien.

Die Protestler möchten aber, dass lieber alle Frauen Kuhmist einsammeln. Dann herrscht mehr Gleichheit im Land. 
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 22.Jun.19 um 10:23 Uhr
Wenn man Kuhmist einsammelt kommt man nicht auf dumme Shopping-Ideen, die man dann gleich bei Instagram posten muß.

Da könnten sich die Friday for Futur Kids mal eine Scheibe abschneiden, das ist wenigstens eine CO2-neutrale Freizeitbeschäftigung.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Eerika am 22.Jun.19 um 14:17 Uhr
Langsam frage ich mich, ob es auch schöne Blümchenbilder kommen und etwas Positives (gute Internetverbindung war schon mal was!) auch zu berichten gibt.

Ich habe Georgien etwas anders in Erinnerung, war schliesslich 4 mal da. grins
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 22.Jun.19 um 14:28 Uhr
Langsam frage ich mich, ob es auch schöne Blümchenbilder kommen und etwas Positives (gute Internetverbindung war schon mal was!) auch zu berichten gibt.


Ja, ich habe eine Radfahrergruppe aus Estonia getroffen. Es sollen sehr nette Leute gewesen sein, aber sie haben mit Fremden nur russisch gesprochen. Das hat mir nicht weiter geholfen.

Eerika, schöne Blümchenbilder haben wir doch aus Ecuador gesehen
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Eerika am 22.Jun.19 um 16:57 Uhr

Ja, ich habe eine Radfahrergruppe aus Estonia getroffen. Es sollen sehr nette Leute gewesen sein, aber sie haben mit Fremden nur russisch gesprochen. Das hat mir nicht weiter geholfen.


Das wundert mich nicht, denn in Estland lernt man Georgisch nicht in der Schule.

Du hättest aber mit Englisch oder Deutsch versuchen können!
Englich lernt man entweder ab erste Klasse oder ab vierte Klasse, je nach Schule. Paar Jahren später kommt dann zweite Fremdsprache dazu, meist Deutsch / Französisch oder Russisch. Im Gymnasium dann eine weitere Sprache.

Blümchenbilder gibtes nie genug grins

Habt ihr wenigstens einen schönen, richtig gemachten und natürlich Lamm, Schaschlik gegessen?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 22.Jun.19 um 18:13 Uhr
In Georgien gibt es nur noch vegane Ernährung, das nennt sich Fortschritt. :wink
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Eerika am 22.Jun.19 um 20:02 Uhr
????  :ka

In Georgien nur Veganer?

Meinst du, sie halten Kühe nur um den Kuhmist zu sammeln? grins
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 22.Jun.19 um 23:04 Uhr
Nach der sehr anstrengenden Fahrt in den Valshlovani-Nationalpark verbrachten wir den Abend und die Nacht in dem Hotel Dedoplisa in Dedoplisa.
Es ist das beste und einzige Hotel in diesem Ort. Der Betreiber ist georgischer Bundestagsabgeordneter und hat mit uns eine Supra veranstaltet, eine spezielle Form des gemütlichen Abendessens, bei dem 5mal so viel Essen aufgefahren wird wie die Gäste verzehren können. Der Gastgeber macht am laufenden Band Trinksprüche und lobt alle Gäste.
Sein Beruf kam mir sehr entgegen, denn wir konnten so etliche politische Probleme erläutern. Er hielt mich auch für einen Politiker.
Georgien möchte EU-Partner werden und die Bürger sind sehr freundlich zu EU-Ausländern. So drückt auch die Verkehrspolizei im Gegensatz zu Österreich bei Verkehrsverstößen von Ausländern gern ein Auge zu, denn man möchte Gäste nicht verschrecken.
Bei den Tieren ist diese politische Grundeistellung noch nicht weit verbreitet. (https://www.flickr.com/photos/30715237@N06/48110319347/in/dateposted/)

Den Hund auf dem Foto mag niemand leiden, deshalb ist er sehr mager und halb verhungert. Wir haben ihm eine ganze Wochenmahlzeit spendiert :yes
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 23.Jun.19 um 10:11 Uhr
 :thumb

Die gute Tat des Tages, das finde ich gut.


Vielleicht mußt Du noch in die Politik, in Georgien kannst Du womöglich noch Präsident werden, in Deutschland geht so etwas nicht, dafür ist als „alter“ weißer Mann kein Platz mehr.
Wenigstens Frau ist die neue Schlüsselqualifikation, für die paar Frauen in den Parteien sind das paradiesische Zustände, die können auswählen, wo sie als Fachkraft Frau ihre besonderen Fähigkeiten einsetzen wollen.

Zur Not könntest Su allerdings im Ausweis von m auf w switchen, mit Damenbart darf man heute nicht nur im Zirkus auftreten sondern auch im Parlament.
Wenn BundesstagsvizepräsidentInnen keinerlei Berufsabschluß haben und sie dafür Bevölkerung belehren, so findet das schließlich auch niemand merkwürdig.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 23.Jun.19 um 10:12 Uhr


Meinst du, sie halten Kühe nur um den Kuhmist zu sammeln? grins

In Indien sammelt man damit gute Erfahrungen.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Eerika am 23.Jun.19 um 12:09 Uhr
Da war Berthold aber nicht, auch ist mir nicht bekannt, dass Kühe in Georgien heilig wären grins
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 23.Jun.19 um 12:29 Uhr
In Georgien gibt es nur noch vegane Ernährung, das nennt sich Fortschritt. :wink
Nein, in Georgien können Veganer nicht existieren, sie haben keine Nahrungsgrundlage.
Wie aus den Landschaftstbildern zu erkennen ist, auch für Niko, lassen sich dort nicht genügend Pflanzen anbauen, die von Menschen verwertbare Nährstoffe enthalten.
Da muss man den Weg über Tiere wählen, die z. B. Zellulose verstoffwechseln können.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 23.Jun.19 um 23:15 Uhr
Vom kleinen Ort Dedoplis Tskaro mit der Supra-Veranstaltung führte die Route in den kleinen Ort Mtskheta etwas nördlich von Tiflis. Es ist das religiöse Zentrum von Georgien mit seiner Kathedrale, einem Weltkulturerbe.
Viele Ortsnamen enthalten zu viele Konsonanten, um sie aussprechen oder sich merken zu können.

Ähnliche Probleme gibt es mit dem Navigationssystem. (https://www.flickr.com/photos/30715237@N06/48116345438/in/dateposted/)
Man benötigt für die erfolgreiche Naviagtion ein gutes Navisystem, eine Karte, etwas Fantasie und etwas Glück.

Auf der Fahrt überquerten wir den Gombori-Pass mit 1840 Metern auf meist guten Strassen.
Die Lanschaft besteht aus alpinen Wiesen mit grossen Orchideenbeständen, Echium russii, rotem Lein und einigem anderen.

Eine Platanthera chlorantha Unterart mit deutlich breiteren Blütenblättern als unsere Art
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 23.Jun.19 um 23:26 Uhr
Orchis coriophora war selten anzutreffen.

Von Dactylorhiza gab es mehrere Arten, die schwer zu unterscheiden waren, da es alle Übergangsformen gab.

Art 1 grosse Blüten

Art 2 kleine Blüten, ähnlich incarnata

Dactylorhiza Wiese
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 23.Jun.19 um 23:38 Uhr
Gymnadenia conopsea waren selten anzutreffen

Anacamptis pyramidalis ebenfalls seltener

Anacamptis Wiese
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 23.Jun.19 um 23:46 Uhr
Echium russii, weit verbreitet

Lein, eine rote Art aus dem Kaukasus, er hat ganze Berghänge rosa eingefärbt

gelbes Läusekraut, weit verbreitet
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 23.Jun.19 um 23:52 Uhr
Das Weltkulturerbe, die Kathedrale von Mtskh....

Frauen und die, die sich so fühlten, durften das Gotteshaus nur mit Kopftuch und Rock betreten.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 26.Jun.19 um 22:52 Uhr
Die Reise führte weiter, jetzt in den grossen Kaukasus über die 200 Jahre alte georgische Militärstrasse in nördlicher Richtung nach Russland über den Hauptkamm des Kaukasus.
Die Strasse wurde von Stalin ordentlich ausgebaut, damit das Militär bequem über den Kaukasus kommen konnte.
Jetzt ist die Strasse in gutem Zustand, zwar durch Rindvieh verkehrsberuhigt aber mit soliden Brücken ausgestattet.

Vor der russischen Grenze ist ein Stau von ca 1 km Länge, vor 11 Jahren war der LKW-Stau mindestens 10 km lang. Aber die Politiker haben eingesehen, dass man sich besser mit Russland vertragen und die Grenzkonflikte beseitigen sollte.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 26.Jun.19 um 23:19 Uhr
Wir führen in einige Nebentäler, sie zwischen 2000 und 2400 Metern hoch liegen. Die Zufahrt gilt als Normalqualität der Strasse. Aber unser Toyota hatte keine Probleme.

Der erste Höhepunkt der Reise, Lilium szovitsianum.
Man kann sie angeblich im Feld nicht eindeutig von Lilium monadelphum unterscheiden. Aber wir haben festgestellt, dass alle szovitsianum ungepunktete Blüten und alle monadelphum gepunktete Blüten besaßen.
szovitianum haben wir nur im grossen Kaukasus gefunden, monadelphum nur im kleinen Kaukasus.

Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 26.Jun.19 um 23:21 Uhr
Stellenweise gab es Rhododendron caucasicum

selten ein Daphne glomerata

und einen richtig blauen Enzian
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 26.Jun.19 um 23:24 Uhr
Als Hintergrundmusik, ein Kuckuck mit georgischem Dialekt (https://www.flickr.com/photos/30715237@N06/48134564968/in/dateposted/)

So baut man in Georgien Strommasten
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 26.Jun.19 um 23:51 Uhr
Mit deutscher Planung und Umsetzung dauert das ca. 1 Jahr, wenn man schnell ist.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Herbert am 27.Jun.19 um 06:39 Uhr
Bei einem Jahr darf dir aber keine Bürgerinitiative reinpfuschen......
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 27.Jun.19 um 11:31 Uhr
Die Militärstraße nach Russland führt auf georgischem Gebiet über einen Pass in ca. 2400 Höhe.
Hier wurde in schöner Landschaft 1983 eine Denkmal der Freundschaft zwischen Russland und Georgien errichtet. Die Freundschaft ist zwischenzeitlich gebröckelt (wie in der Ukraine), wächst jetzt jedoch langsam wieder zusammen, auch wenn es Rückschläge gibt.

Der Ort hat sich im Laufe der Jahre zu einem touristischen Vergnügungszentrum mit Gleitschirmfliegen, Souvenir-Einkauf und Quad-Fahren entwickelt.

Ich habe mich nach einer hübschen Mütze umgesehen.

Das ehemalige Reitervolk der Armenier und anderer Volksgruppen auf georgischem Gebiet hat sich vom Reiten auf das Quad-Fahren umgestellt. Macht den jungen Leuten mehr Spass, 30 PS anstatt 1 PS.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Eveline am 27.Jun.19 um 11:45 Uhr
Schicke Wägelchen! Sind das Zweisitzer? Dann bin ich Copilot bei Iris.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Herbert am 27.Jun.19 um 12:24 Uhr
Von den Schneeglöckchen war am bekanntesten Standort nichts mehr zu sehen?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 27.Jun.19 um 13:00 Uhr
Herbert, alles verblüht. Kennst Du die Gegend?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 27.Jun.19 um 17:11 Uhr
Am Freundschaftsdenkmal tummeln sich inzwischen viele Touristen aus aller Welt, nur Amerikaner habe ich nicht getroffen.

Ein Japaner (oder ist er Vietnamese?) lässt sich von seiner Ehefrau knipsen.
Sie legt sich mächtig ins Zeug. Dabei hat sie 2 Minuten gebraucht, um die richtige Standfestigkeit zu finden. Da wäre ein Video angebracht gewesen.

Japaner

Auch tierische Besucher am Freundschaftsdenkmal
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 27.Jun.19 um 17:23 Uhr
Bewohnte Siedlungen an der Militärstrasse

Ganz alt, alt und neu alles in Rechweite

Etwas zur Geologie der Vulkanlandschaft
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 27.Jun.19 um 17:36 Uhr
In den Nebentäler viele blühende Landschaften, alles um die 2000 Meter

Anemone narcissiflora ssp. fasciculata, auch in rosa sehr hübsch

Schwarze Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), eine todbringende Pflanze, aber in homöopathischer Verdünnung völlig wirkungslos.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ralla am 27.Jun.19 um 19:54 Uhr
Was sind das denn für Puschel, die du da angeschaut hast?
(https://www.orchideenkultur.net/index.php?action=dlattach;topic=40879.0;attach=146112;image)
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Eveline am 27.Jun.19 um 20:02 Uhr
Berthold als Cheerleader beim Frauenfußball.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ralf am 27.Jun.19 um 20:36 Uhr
Sowas Ähnliches trägt wohl auch Trump.  :whistle
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 27.Jun.19 um 20:59 Uhr
Was sind das denn für Puschel, die du da angeschaut hast?
(https://www.orchideenkultur.net/index.php?action=dlattach;topic=40879.0;attach=146112;image)
Es sind Schafsfell-Ganzkopfmützen. Man behält auch bei -35° darunter immer noch einen kühlen Kopf.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Eerika am 27.Jun.19 um 21:23 Uhr
Berthold, warum hast du kein Foto mit der Mütze gemacht?
Wäre doch schön gewesen.... http://www.garnek.pl/keks4/557492/dzigit (http://www.garnek.pl/keks4/557492/dzigit)


Hast du wenigstens Lezginka geübt mit Georgier?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 27.Jun.19 um 21:42 Uhr
Kurz vor der russischen Grenze gibt es an der Militärstrasse ein schönes Hotel mit direktem Blick auf den Kasbeg (georgisch ყაზბეგი Qasbegi, auch მყინვარწვერი Mqinwarzweri, „Eisgipfel“).
Dieser Vulkankegel ist mit 5033 Metern der dritthöchste Berg Georgiens. Über ihn läuft die Grenze zu Russland. Der Berg wirkt nicht so hoch, weil man sich schon auf ca. 2000 Metern befindet.

Der Blick auf den Berg

Hotelpublikum auf der Abendsonnenterasse

ausser uns weitere elegante Gäste

ein Sessel aus Tupolev-Blech

die 3 höchsten Erhebungen des Landes zusammen auf einem Foto
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 27.Jun.19 um 22:27 Uhr
Ich konnte in diesem Hotel auch zum ersten Mal beobachten, wie sich eine Muslima ernährt. (https://www.flickr.com/photos/30715237@N06/48139731833/in/dateposted/)
Jetzt möchte ich nur noch wissen, wie sie sich fortpflanzen
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 27.Jun.19 um 22:35 Uhr
Hast du wenigstens Lezginka geübt mit Georgier?

Nein, ich bin noch vom Tanz der Derwische in der Türkei schwindelig (https://www.youtube.com/watch?v=qiws5oPN-vU)
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 28.Jun.19 um 23:51 Uhr
Die Fahrt ging aus dem grossen Kaukasus zurück nach Süden über Gori (Geburtsstadt Stalins sieh oben) hin auf die Nordseite des kleinen Kaukasus.

Travertinbildung am Berghang

Hübscher Doldenblüter, einer der vielen Doldengewächse des Kaukasus. Dazu gehört auch die Herkulesstaude, die uns auch in Deutschland oft Ärger bereitet

Gergeti-Dreifaltigkeitskirche, eines der georgischen Highlights

Shiauli-Massiv, noch im grossen Kaukasus, nur für Experten
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 29.Jun.19 um 00:02 Uhr
Übernachtung in Bakuriani

Das Dorf hatte sich in Konkurrenz zu Sotschi um die Ausrichtung der olympischen Winterspiele beworben.
Ich lach mich kaputt, würde Pierre sagen. Da könnte sich auch Bielefeld um die olympischen Sommerspiele bewerben.
Es liegt völlig einsam in der Natur ohne jegliche Infrastruktur. Den Zuschlag bekam Sotschi unter der persönlichen Schirmherrschaft von Wladimir Putin.

Im Hotel wohnte neben uns noch ein Gast
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ralla am 29.Jun.19 um 10:21 Uhr
Übernachtung in Bakuriani

Das Dorf hatte sich in Konkurrenz zu Sotschi um die Ausrichtung der olympischen Winterspiele beworben.

Gemäss Wikipedia hatte das Dorf 2014 eine Einwohnerzahl von 1879.
Bielefeld hat 333Tsd. Sotchi ist mit 343Tsd vergleichbar.
Bielefeld hätte Chancen auf die Sommerspiele, wenn die Stadt für die Olympia-Bewerbung fröhliche Geldgeber finden würde.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 29.Jun.19 um 11:46 Uhr
Was sind das denn für Puschel, die du da angeschaut hast?
(https://www.orchideenkultur.net/index.php?action=dlattach;topic=40879.0;attach=146112;image)
Es sind Schafsfell-Ganzkopfmützen. Man behält auch bei -35° darunter immer noch einen kühlen Kopf.

Die trägst Du nun immer in Marl?
Auch beim Autofahren?
Hutfahrer waren wegen ihrer Fahrkünste früher immer stark gefürchtet.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 29.Jun.19 um 11:49 Uhr
Ich konnte in diesem Hotel auch zum ersten Mal beobachten, wie sich eine Muslima ernährt. (https://live.staticflickr.com/video/48139731833/ece643ff32/1080p.mp4?s=eyJpIjo0ODEzOTczMTgzMywiZSI6MTU2MTY2ODg0MiwicyI6IjBiMjZhY2FmZTI2ZGUzMmQ5MzY0MjE4Yjg2NGVhMGU4OWNlMjE0MjIiLCJ2IjoxfQ)
Jetzt möchte ich nur noch wissen, wie sie sich fortpflanzen

Zwecks der Bereicherung der verkommenen westlichen Länder?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 30.Jun.19 um 10:10 Uhr
Weiter ging es in den kleinen Kaukasus. Auf der Nordseite  (mit viel Regen) findet man eine Blütenpracht mit Wald und Hochstaudenflora in toller Landschaft, auf der Südseite gibt es ausgedehnte Graslandschaften mit Nomadenbewohnung, die sich durch Viehwirtschaft ernähren.

Zunächst geht es hinauf auf 2454 Meter zum Tskhratskaros-Paß. Ich rate, den Namen nicht auszusprechen, denn man bricht sich daran leicht die Zunge.

Der zweite Höhepunkt (in der Politik nennt man das Doppelspitze) der Reise, Lilium monadelphum:
Der einzige Unterschied zu Lilium szovitsianum, den wir erkennen konnten, waren die gepunktete Blütenblätter 

typische Landschaft
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 30.Jun.19 um 10:21 Uhr
Dactylorhiza, hochstehende Stängelblätter, hohler Stängel (bis 10 mm Durchmesser), feuchter subalpiner Standort, Blüte wie auf Foto
Die Bestimmung läuft noch.

Landschaft mit Hochstaudenflora
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ahriman am 30.Jun.19 um 11:48 Uhr
Die Bergwelt wirkt schon sehr mitteleuropäisch, im Gegensatz zum Flachland. Ich hätte nicht erwartet dass es so einen Steppenlandschaft ist in der kaum was wächst.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 30.Jun.19 um 17:48 Uhr
Eine Glockenblume.
Im Tal der Glockenblumen im grossen Kaukasus gibt es 15 Campanula-Arten. Man geht sogar davon aus, dass die Gattung dort entstanden ist.

Eine Kamille

Trollius patulus (ranunculinus), eine endemische Trollblume dieser Gegend
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 30.Jun.19 um 21:22 Uhr
Aus der Südseite des Passes erstrecken sich weite Graslandschaften, die von Nomaden mit Viehwirtschaft besiedelt sind.
Für Veganer gibt es hier keine Lebensgrundlage

Ein endemischer Mohn, Papaver oreophilum
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 30.Jun.19 um 21:36 Uhr
Der Tabatskuri-See.

Die Menschen leben in einer ziemlich abgelegenen Gegend. Sie sind zu Fremden freundlich und zeigen auf die Frage nach dem nächsten Ort auf unserer Route selbstbewusst in eine bestimmte Richtung.
Wenn man 3 Leute fragt, zeigt jeder selbstbewusst in eine andere Richtung.
Es gibt LTE-Smartphone-Empfang. Geheizt wird mit Kuhmist.

Ein hübsche Wiese mit Lilium monadelphum
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ahriman am 30.Jun.19 um 21:50 Uhr
Schöne Wiese!
Ich denke der Stickstoffeintrag durch Landwirtschaft, Industrie und Verkehr ist dort doch etwas geringer als bei uns.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 30.Jun.19 um 21:53 Uhr
Ja, zum Leidwesen der Nomaden und ihren Tieren.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 30.Jun.19 um 21:56 Uhr
Weitere Wiesenpflanzen

eine endemische Centaurea cheiranthifolia, Goldlackblättrige Flockenblume

Papaver orientalis (politisch unkorrekt auch Türkenmohn genannt)

Kaukasischer Beinwell

Alpenknöterich
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 30.Jun.19 um 22:00 Uhr
Eine Gladiolen-Hölle, Gladiolen bis der Arzt abwinkt, aber nur an einer einzigen Stelle gefunden

Gladiolus dzhavakheticus (bitte nicht aussprechen)

ich hatte mich in Tarnfarbe gekleidet, um zwischen den Gladiolen nicht erkannt zu werden

Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: krötenlilly am 30.Jun.19 um 22:15 Uhr
Die Gladiolen sind sehr hübsch. Und sie wachsen dort ganz ohne Sumpf? Und die weiße Centaurea gefällt mir ausnehmend gut. Genau wie die Glockenblume. Sozusagen die Mutter aller Glockenblumen, wenn die out-of-Kaukasus Hypothese stimmt.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 30.Jun.19 um 22:26 Uhr
Die Gladiolen sind sehr hübsch. Und sie wachsen dort ganz ohne Sumpf?

Ja, es ist schwerer klebriger Boden, der eine Restfeuchtigkeit lange hält. Die Nächte werden hier in ca. 2000 Metern Höhe vermutlich täglich unter den Taupunkt absinken.

Man nennt ihn schweren Boden, weil die Zwiebeln schwer auszugraben sind, zumal die Schüppe schnell verklebt.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 01.Jul.19 um 11:50 Uhr
Unkräuter am Strassenrand

Herzgespann

einjähriges Adonisröschen

Doldenblüter

einjähriger Rittersporn
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 01.Jul.19 um 11:55 Uhr
Unser Hotel in Akhalkalaki, gehört einem Armenier mit einem 5-Liter-S-Mercedes

Interessant ist die Dachentwässerung.
Wir haben die Konstruktion genutzt, um unser Auto zu reinigen.
Die Architektur und das Baumaterial findet man auch im Osten der Türkei an der armenischen Grenze, z. B. in Kars
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ralla am 01.Jul.19 um 14:08 Uhr
Interessant ist die Dachentwässerung.
Wir haben die Konstruktion genutzt, um unser Auto zu reinigen.

Hat es dort geregnet?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 01.Jul.19 um 15:11 Uhr
Interessant ist die Dachentwässerung.
Wir haben die Konstruktion genutzt, um unser Auto zu reinigen.

Hat es dort geregnet?

Ja, es hat abends meist ein leichtes Gewitter gegeben, in den Bergen meist ein heftigeres.
Beim Abflug von Tiflis hat ein Gewitter durch seine Randböen sogar den Start des A321 verhindert.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 02.Jul.19 um 21:37 Uhr
Am 2. Tag ging es von Akhalkalaki nach Wardsia (georgisch: ვარძია, engl. Transkription Vardzia).
Hier haben die Bewohner in eine Steilwand Höhlen gebaut, um sich vor den Osmanen zu verstecken.
Allerdings haben die Türken im 15. Jahrhundert die dort lebenden Menschen doch entdeckt und die Höhlen unbewohnbar gemacht.
Wardsia ist ein weiterer Höhepunkt in Georgien und natürlich Weltkulturerbe.
Die Strasse führt durch ein Trockental mit reichlichem Randbewuchs

Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 02.Jul.19 um 21:43 Uhr
Typische Pflanzen der halbtrockenen Gras-Felslandschaften
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 02.Jul.19 um 22:53 Uhr
Die Höhlenwohnungen waren ursprünglich zum Hang hin verschossen, sodass sie als Verstecke dienen konnten. Aber die Türken haben ganze Arbeit geleistet und die Aussenwände zerschlagen.

Wir sind nicht die Treppen zu den Anlagen hinauf gestiegen. Es waren zu viele Menschen dort.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 02.Jul.19 um 23:05 Uhr
Auf der Rückfahrt wollten wir eine weisse Strasse als Abkürzung nehmen.
Nach 10 km Serpentinen-Klettern mit 1000 Metern Höhengewinn hat ein Bergrutsch uns die Freude an der Abkürzung genommen. Da war leider jeder Geländewagen am Ende.

Ein 50 km-Umweg führte uns dann durch Graslandschaften zur türkischen Grenze.
Mit meinem deutschen Pass hätte ich ohne Schwierigkeiten in die Türkei einreisen können. Nur weiss ich nicht, ob es mit der Ausreise geklappt hätte.

Erstaunlich, dass an der Grenze neben der georgischen und türkischen Fahne auch die EU-Fahne wehte.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ahriman am 03.Jul.19 um 17:53 Uhr
Allerdings!
Vielleicht ein EU-Projekt zur Grenzsicherheit?
https://www.euneighbours.eu/en/east/stay-informed/news/eu-project-helps-improve-surveillance-green-border-between-georgia-and
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Eerika am 03.Jul.19 um 18:01 Uhr
Sehr schöne Blümchen und interessanter Bericht! :thumb
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 03.Jul.19 um 18:46 Uhr
Allerdings!
Vielleicht ein EU-Projekt zur Grenzsicherheit?


Man kommt nur rein aber nicht mehr raus. :star
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 04.Jul.19 um 12:48 Uhr
Es geht zurück nach Tiflis über die georgisch armenischen Hochebene, ca. 2000 Meter.
Diese Grassteppenlandschaft erstreckt sich noch sehr weit nach Osten bis zum Kaspischen Meer.

Typischer Ausblick

Wiese mit Gladiolen

Läusekraut-Wiese

Läusekraut-Blütenstiel

Dorf von Kuhmist-Sammlern. Die Jugend ist nach Tiflis geflüchtet.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 04.Jul.19 um 17:41 Uhr
Wir haben aus den vielen Blütenpflanzen nur die rotblauen rausgesucht als Bestimmungsübung für den erfahrenen Anfänger
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 05.Jul.19 um 17:13 Uhr
Endlose Landschaften

Landschaft mit "Türken"mohn, die Türkei ist nicht weit entfernt

Knäuelglockenblume oder enge Verwandte

Betonica macrantha, eine Betonie aus der dortigen Gegend
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 05.Jul.19 um 17:32 Uhr
Margeritenwiese mit Gladiolen bis der Arzt abwinkt

Wachtelweizen und Klappertopf

Straßenbauarbeiten:
Es gilt die Lebensweisheit: Je schlechter die Straßen, desto schöner die Landschaft

Oft sind die Orten nur in dieser fremdartigen Schrift gekennzeichnet. Die Frage an eine Kuhmistsammlerin im Dorf nach dem Orstnamen hilft meist auch nicht weiter.

Anacamptis pyramidalis, an vielen Stellen wird man von Orchideen überrascht
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 06.Jul.19 um 00:58 Uhr
Zwischen Kars in der Türkei über Tiflis und Akhalkalaki nach Baku in Aserbaidschan wurde eine 850 km Lange Eisenbahnstrecke gebaut, die sogenannte Eisenbahn-Seidenstrasse.
Eine Elektrifizierung der Strecke ist nicht geplant :heul

Bei Akhalkalaki entstand ein Bahn-Terminal, in dem von der russischen Spurweite auf die türkische Spurweite gewechselt wird.
Gebaut wurde das Terminal von einem deutschen Architekten.

Die russische Spurweite hatte schon Adolf Hitler Schwierigkeiten bei seinem Überfall auf die Sowjetunion bereitet.
Schade, dass sich Eurasien nicht auf eine einzige Spurweite einigen kann.

Auf dem Schild steht "Station Akhalkalaki"

Die Eisenbahnstation passt gut in die Landschaft :yes
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Claus am 06.Jul.19 um 09:26 Uhr
Ziemlich viel Gegend.  :swoon
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 06.Jul.19 um 09:35 Uhr
ja, es gibt noch günstig Bauland. Die Bauauflagen sind minimal. Eine Kläranlage für das Abwasser ist nicht vorgeschrieben.

Schlachtabfälle kann man für die Geier vor die Haustür legen. Das Problem von Eerika mit den Innereien im Garten tritt nicht auf.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 06.Jul.19 um 20:22 Uhr
Approaching Tiflis.

Die Zufahrt aus unserer Himmelrichtung war sehr mühsam.
Erschwerend hinzu kommt die Bautätigkeit bei 1.5-spurigen Strassen.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 06.Jul.19 um 20:28 Uhr
Die Prachtstrasse der Hauptstadt mit Stalins Institut für sozialistische Wissenschaften, heute ein Hotel, auf der linken Seite, quasi die Königsallee von Tiflis.
Es herrscht ein fürchterlicher Lärm auf der Strasse, weil alle Auto mit etwas 70 km/h ohne jegliche Ampel über die Strasse brettern. Der Schall wird an den hohen Gebäuden mehrfach reflektiert und kann nicht verschwinden.

Eine typische kleine Nebenstrasse, meist ohne Wendemöglichkeit. Man sollte sich nach Möglichkeit nicht verfahren
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 06.Jul.19 um 20:44 Uhr
Der Zugang zu einem Hinterhof von der Prachtstraße. Er wirkt etwas anders als die Berliner Hinterhöfe.
Hier geht es zu einem Zahnarzt, wie man oben rechts auf dem Hinweisschild erkennen kann.
Ich weiss aber nicht, ob diese Dame vom Zahnarzt kam.

Der Zahnarzt arbeiten hinten rechts in der Ecke.

Es gab aber auch noch andere Leckereien auf diesem Hinterhof, die wir jedoch nicht getestet haben.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ahriman am 06.Jul.19 um 20:48 Uhr
Die Straßen wirken erstaunlich sauber. Stimmt der Eindruck?
Wie war die Luftqualität?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 06.Jul.19 um 20:54 Uhr
Ja, die Strassen waren sauber, es gab praktisch keinen Müll, nur in den abgelegenen Bauerndörfern lag manchmal Mist auf der Strasse.

Die Luft war sehr sauber, abgesehen von dem ungeheuren Lärmpegel auf der Prachtstraße.
Die Autoflotte auf den Straßen war im Schnitt vielleicht 10 Jahre, viele Mercedes und Japaner. Ein 10-jähriger Mercedes oder Toyota hat noch einen sauber laufenden Motor.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 06.Jul.19 um 23:12 Uhr
Das letzte Foto aus Georgien, unser Hotel für die letzte Nacht der Reise (das Abenteuer des Rückfluges war noch nicht bekannt).
Hier habe ich mich wieder sehr wohl gefühlt.
Im Innenhof war eine gemütliche Gartenbar, in der man georgischen Wodka (Tschatscha, aus Tresta nicht aus Kartoffeln) trinken konnte. Der Lärm der Prachtstraße hat uns nur gedämpft erreicht.

Dort wurde eine neue Musik gespielt, die ich noch nie gehört hatte. Es gibt einen scheinbar eintönigen Basis-Rhythmus mit feinsinnig variierter leiser Background-Melodie.
Die jungen Leute waren begeistert, ich auch, nachdem ich mich eingehört habe.

Vom Lautsprecher der Musik habe ich ein kleines Video gedreht. (https://www.flickr.com/photos/30715237@N06/48215487526/in/dateposted/) Die junge Georgierin wollte gern mit aufs Bild, als ich ihr erklärt habe, das Video sei für das Forum Orchideenkultur.net

Vorsicht, das Video ist 102 Mbyte gross und erfordert etwas Ladezeit
 

Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ralla am 06.Jul.19 um 23:35 Uhr
(das Abenteuer des Rückfluges war noch nicht bekannt).

Das Abenteuer des Hinflugs hast du bisher auch unterschlagen, oder?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 07.Jul.19 um 13:18 Uhr
Als alter Revolutionär hebst Du die Faust zum Gruße?
Recht so, der Kampf geht weiter.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Niko am 09.Jul.19 um 22:56 Uhr
(das Abenteuer des Rückfluges war noch nicht bekannt).

Deuten sich hier Analogien zum türkischen Abenteuer an?

Gruß Niko
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 09.Jul.19 um 23:00 Uhr
Ach so, der Berthold ist noch dort?

Schreibt er aus seiner Zelle?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 10.Jul.19 um 11:17 Uhr
(das Abenteuer des Rückfluges war noch nicht bekannt).

Deuten sich hier Analogien zum türkischen Abenteuer an?

Gruß Niko

Nein, wir haben Lufthansa Düsseldorf München Tiflis und ebenso zurück gebucht.
In beiden Fällen hat Lufthansa den Anschluss in München verpasst und uns umgebucht, leider in beiden Fällen auf einen falschen Flug.

Auf der Hinreise mussten wird dann mit Turkish Airline von München über Istanbul nach Tiflis, was uns 20 Stunden Verspätung und den Besuch eines Georgischen Highlights gekostet hat.
Das Betreten von türkischem Boden hat mit garnicht gefallen, allerdings wurde in der Türkei der Pass nicht kontrolliert, weil wir gleich weiter ins Ausland geflogen sind.
In Indien ist das in solchen Fällen anders. Dort muss man über indisches Hoheitsgebiet mit doppelter Passkontrolle. Dafür wird ein Visum für 80 US-Dollar ausgestellt.

Auf dem Rückflug hatte die Lufthansa mit dem vollbeladenen A321 Verzögerung beim Einladen. Als wir endlich auf die Startbahn gerollt sind und die Freigabe "Cleared for Takeoff Runway 31 left" bekommen haben, hat der Pilot nicht alle Hebel nach vorne geschoben und die Motoren auf laut gestellt, sondern ist langsam die Startbahn entlang und dann wieder abgerollt.

Er meinte, ein Gewitter ca. 10 km entfernt in 3 Uhr-Position könnte Randböen über die Startbahn schicken und dadurch den Start gefährden. Nach weiteren 30 Minuten wurde dann ordentlich gestartet.
Der Anschlussflug in München nach Düsseldorf war natürlich weg. Der für uns umgebuchte nächste Flug nach Düsseldorf war ebenfalls weg.
Den letzten Flug nach Düsseldorf haben wir dann erwischt. Er hatte allerdings auch erhebliche Verspätung, was die Gefahr mit sich brachte, in Düsseldorf wegen des Nachtflugverbotes nicht landen zu können.
Aber es hat geklappt.
Positiv zu vermerken ist, dass unsere Koffer als allererste auf dem Gepäckband erschienen sind, eine hervorragende Logistikleistung der Lufthansa.

Ich hatte noch nie erlebt, dass sich ein Pilot erst auf der Startposition der Startbahn entscheidet wegen der Windbedingungen nicht zu starten.
Nach meiner Einschätzung hat sich der Pilot geirrt, denn die Randböen des Gewitters in 3-Uhr-Position hätten den Gegenwind auf der Startbahn erhöhen und nicht reduzieren müssen, sodass die Startbedingungen eher besser geworden wären.
Wenn das Gewitter in 9-Uhr-Position gestanden hätte, wäre die Entscheidung von Piloten klug gewesen.

Alle anderen Flugzeuge sind ordnungsgemäss gestartet, nur Lufthansa nicht. 
 
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ruediger am 10.Jul.19 um 22:54 Uhr
Zum Schluß entscheidet der Kapitän, ob er die Verantwortung tragen kann oder nicht.

Das ist beim Arzt nicht anders, auch wenn der Patient tobt, zum Schluß entscheidet alleine er, ob er etwas macht oder nicht.
Er trägt die Verantwortung.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 10.Jul.19 um 23:09 Uhr
Zum Schluß entscheidet der Kapitän, ob er die Verantwortung tragen kann oder nicht.

Ja, natürlich und es ist besser, dass er zu vorsichtig ist als zu mutig.

Aber unabhängig davon, der Pilot sollte deutlich früher wissen, ob ein Start durchgeführt werden kann. Er sollte nicht erst auf die Startbahn rollen und sich dort überlegen, ob der Start durchführbar ist. Er blockiert dadurch den gesamten Flugplatz und den Anflugsektor für 10 Minuten.
Zumal war die Wetterlage nicht sehr komplex und für mich allein durch die Himmelbeobachtung gut abzuschätzen.
Für Leichtflugzeuge ist die Wetterlage im unteren Luftraum meist viel wichtiger als für einen Airbus, deshalb muss man sich sehr genau damit beschäftigen. Ich habe es über 2300 Stunden getan.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 15.Jul.19 um 17:33 Uhr
Als Abwechslung zu der beeindruckenden kaukasischen Natur, wollten wir uns etwas gruseln und haben denn Geburtsort Gori von Josef Stalin aufgesucht.
Es ist beeindruckend einem Menschen so nahe zu kommen, der 20 Millionen Menschen umgebracht hat, um seine Vorstellungen durchzudrücken. Deshalb war er auch zeitweise Idol von Che Guevara.
Gori ist eine kleine etwas abgelegene Stadt, in der schon immer ziemliches Chaos herrschte.
Es gab mehrere Rockergruppen, die sich permanent geprügelt haben. Schon Kinder mit 3 Jahren waren in sochen Gruppen organisiert. Man trug sogar Wettbewerbe solcher Schlägereien aus.
Stalin überall dabei.
Aber er wollte höher hinaus. Mit Anfang 20 organisierte einen brutalen Raubüberfall auf den staatlichen Geldtransport, bei dem er einen erhebliche Anteil des Staatsschatzes erbeutet. Es gab viele Tote, da Handgranaten und einiges andere zum Einsatz kamen.
Bestraft wurde Stalin nicht, da man ihm die direkte Beteiligung an dem Überfall nicht nachweisen konnte.  Er wurde jedoch aus dem Land verwiesen, aber er kam ja zurück.
Die heutige Einstellung der Menschen zu Stalin ist zwiespältig, einige mögen ihn noch, andere hassen ihn.

Noch zu Sowjetzeiten wurde ein Museum für ihn gebaut.

Davor setzte man sein Geburtshaus mit einer eigenen Überdachung.

Sein erstes Büro im Kreml

Er benutzte mein Telefon, links das schwarze

Dann starb er, die Welt war erleichter, viele Sowjets trauerten jedoch

Das Stalin-Museum in Gori aus anderer Sicht. (https://www.spiegel.de/reise/staedte/georgien-stalin-museum-in-gori-verherrlicht-den-diktator-a-1277027.html)
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 11.Sep.19 um 19:46 Uhr
Hat vielleicht jemand Informationen über Orchideen im Waschlowani-Nationalpark?
Es gibt dort welche :yes , etwa in Richtung Orchis militaris, die aber auf sehr trockenem Untergrund wachsen, ähnlich wie Oncocyclus-Iris
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ahriman am 11.Sep.19 um 21:02 Uhr
Nicht direkt, bei Kew kann man nur für das gesamte Transcaucasien suchen, da werden folgende Orchis-Arten gelistet:

Orchis adenocheila Czerniak., Bot. Mater. Gerb. Glavn. Bot. Sada R.S.F.S.R. 5: 173 (1924).
Orchis × angusticruris Franch., Fl. Loir-et-Cher: 571 (1885).
Orchis × calliantha Renz & Taubenheim, Orchidee (Hamburg) 34: 95 (1983).
Orchis × chabalensis B.Baumann, H.Baumann, R.Lorenz & Ruedi Peter, J. Eur. Orch. 35: 188 (2003).
Orchis mascula (L.) L., Fl. Suec., ed. 2: 310 (1755).
Orchis militaris L., Sp. Pl.: 941 (1753).
Orchis militaris subsp. stevenii (Rchb.f.) B.Baumann, H.Baumann, R.Lorenz & Ruedi Peter, J. Eur. Orch. 35: 179 (2003).
Orchis pallens L., Mant. Pl. 2: 292 (1771).
Orchis × penzigiana A.Camus in E.G.Camus & A.A.Camus, Iconogr. Orchid. Europe: 270 (1928).
Orchis provincialis Balb. ex Lam. & DC., Syn. Pl. Fl. Gall.: 169 (1806).
Orchis punctulata Steven ex Lindl., Gen. Sp. Orchid. Pl.: 273 (1835).
Orchis purpurea Huds., Fl. Angl.: 334 (1762).
Orchis simia Lam., Fl. Franç. 3: 507 (1779).
Orchis spitzelii Saut. ex W.D.J.Koch, Syn. Fl. Germ. Helv.: 686 (1837).
Orchis × wulffiana Soó, Repert. Spec. Nov. Regni Veg. Sonderbeih. A 2: 194 (1932).
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 12.Sep.19 um 13:50 Uhr
Danke Dir, Christian. Es ist leider zu unübersichtlich daraus auf die von mir gesehene Art zu schliessen.
In der Aufzählung sind z. B. keine Dactylorhiza, Anacamptis  oder Gymnadenia erwähnt, die ich dort alle gefunden habe.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: walter b. am 12.Sep.19 um 14:31 Uhr
Aber Berthold, Du hattest doch nach Arten, die Orchis militaris ähnlich sehen, gefragt. Und da kommt eigentlich nur Orchis stevenii oder eine Hybride oder Zwischenform in Frage. Insofern hatte Christian Deine Frage mehr als beantwortet.
Aber ich gehe davon aus dass aus derselben Quelle auch Hinweise auf andere Gattungen zu finden sein sollten.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 12.Sep.19 um 14:42 Uhr
Aber Berthold, Du hattest doch nach Arten, die Orchis militaris ähnlich sehen, gefragt.

Walter, das ist ein Missverständnis.
Ich hatte nach Orchideen im Waschlowani-Nationalpark gefragt. Dort gibt es auch feuchte sumpfige Stellen, vermutlich mit anderen Orchideen-Arten.

Der vertrocknete Blütenstand von Orchis punctulata sieht ähnlich aus, wie der von Orchis militaris. Orchis militaris hatte ich nur als Beispiel erwähnt.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Ahriman am 12.Sep.19 um 15:34 Uhr
Ich hatte mich bewusst nur auf Orchis beschränkt damit es nicht noch übersichtlicher wird. Aber es stimmt, leider werden nur alle in Georgien, Armenien und Aserbaidschan vorkommenden Orchideen angezeigt, nichtmal für Georgien und schon gar nicht für die besagte flache Südostregion.
http://wcsp.science.kew.org/advanced.do
Wähle Orchidaceae oder eine Gattung deiner Wahl und Transcaucasia als Botanical Country aus.

Du könntest dich ansonsten vermutlich nur an die Georgische Akademie der Wissenschaften oder direkt an die Nationalparkverwaltung wenden. Ich bin mir sicher dass es irgendwo Literatur dazu gibt, möglicherweise aber nur auf Russisch oder gar Georgisch.

Hier noch eine Schweizer Seite über die Orchideen Georgiens aber auch die befasst sich eigentlich mit dem Kaukasus und nicht dem Tiefland da unten. Es werden aber auch Deutsch / Schweizer Kontaktpersonen für den Austausch mit Georgischen Wissenschaftlern erwähnt. Siehe besonders Litertur am Ende.
https://www.ageo.ch/index.php?page=b_2008_3_5
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Uhu am 17.Nov.19 um 11:36 Uhr
Berthold, für dich zu spät.

In der neuen Ausgabe der "Berichte aus den Arbeitskreisen heimischer Orchideen" sind 4 Artikel über die Orchideen in Georgien; insgesamt ca 170 S.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 17.Nov.19 um 11:41 Uhr
Jürgen, gibt es da einen Link?
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Uhu am 17.Nov.19 um 12:39 Uhr
Einen Link habe ich nicht gefunden.
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 06.Dez.19 um 15:22 Uhr
Eine Platanthera chlorantha Unterart mit deutlich breiteren Blütenblättern als unsere Art

(https://www.orchideenkultur.net/index.php?action=dlattach;topic=40879.0;attach=145963;image)

(https://www.orchideenkultur.net/index.php?action=dlattach;topic=40879.0;attach=145964;image)

Die Pflanze wurde inzwischen von Kreutz beschrieben als
Platanthera chlorantha var. gsellina
Bei dem erste Hinschauen erkennt man einen deutlichen Unterschied zu unsere chlorantha
Titel: Re: Georgien? Ja!
Beitrag von: Berthold am 14.Feb.20 um 11:45 Uhr
Hat vielleicht jemand Informationen über Orchideen im Waschlowani-Nationalpark?
Es gibt dort welche :yes , etwa in Richtung Orchis militaris, die aber auf sehr trockenem Untergrund wachsen, ähnlich wie Oncocyclus-Iris

Das Geheimnis der Orchis ist gelöst, später mehr.

Eine Oncocyclus verdächtige Iris haben wie auch gefunden. Sie blüht hier in ca. 10 Tagen