Ich möchte heuer noch Calypso im Garten auspflanzen. Wie ich in euren Beiträgen gelesen habe, sind eure Pflanze bis jetzt alle noch in Töpfen. Hat jemand schon Erfahrung mit Calypso draussen?
Ich habe einen alten Moorwurzelbaumstumpf der ein grosses Loch hat, ca 30cm tief und 30 cm Durchmesser. Er liegt so, dass das Loch immer im Schatten ist. Welches Substrat würdet ihr für draussen empfehlen? Wie im Topf also Neudohum : Seramis 2:1 mit Moosschicht oben drauf???? Sollte jemand Bulben abgeben können bitte ein PM habe vielleicht etwas interessantes zum Tauschen.
VG!
Gerhard
Gerhard, ich hatte 3 Jahre welche im Garten. Eine Pflanze hatte auch geblüht. Aber sie standen im Spätsommer zu trocken und haben dann keine neuen Pseudobulben mehr gebildet.
Das kannst Du machen aber die oberen 3 cm der Schicht dürfen nie ganz austrocknen (so wie in den Kaltregenwäldern Westkanadas). Eine Moosschicht ist da sehr hilfreich. Ich würde da Seramis/Neudohum nehmen aber 2 zu 1, nicht umgekehrt.
Die Knolle muss auf das Substrat aufgesetzt werden und vielleicht zu 1/3 drin stecken. Dann Moosschicht drauf, in der die Bulbe verschwindet.
Ich habe meine Töpfe mit Schneckenkorn und Draht gegen die Drosseln geschützt. Dann kam eine Maus und hat eine Topf umgegraben und eine Knolle angebissen, die im Anschluss verfault ist (Infektion).
Berthold, das ganze schaut jetzt so aus. Das Loch ist ca 30cm tief, unten liegt eine Teichfolie. Auf der Teichfolie liegt eine Torfsode, darauf liegt ca 5 cm Substrat Seramis:Neudohum 2:1 und darauf das Moos. Meinung? Jetzt brauche ich nur noch Calypsobulben. Wer kennt eine Bezugsquelle?
Orchideenfreund Gerhard,
Im Herbst kannst du fragen :whistle
Orchideenfreund Hakone,
bitte vergesse mich nicht im Herbst. :yes
Ich frage mich immer, woraus besteht der Unterboden am Calypso-Standort? Gefunden habe ich recht viele in den kanadischen Rockies. Leider habe ich keine Bodenprobe genommen. Die Rockies bestehen ja keinesfalls nur aus magmatischen Gesteinen sondern es gibt viele Gebiete mit Sedimentgestein, auch Kalkstein. Was nun in der Region Banff normal ist, weiß ich nicht.
Wenn nun die Calypso zwar im Moos, aber auf basischem Untergrund zuhause sind, wäre ein Torfziegel im Untergrund auch nicht die beste Voraussetzung. Hast du das mal geprüft?
Zitat von: Claus am 02.Mai.10 um 19:07 Uhr
Gefunden habe ich recht viele in den kanadischen Rockies. Leider habe ich keine Bodenprobe genommen. Die Rockies bestehen ja keinesfalls nur aus magmatischen Gesteinen sondern es gibt viele Gebiete mit Sedimentgestein, auch Kalkstein.
Claus, aber Du wirst sie vermutlich immer in einer sehr dicken Waldhumusschicht gefunden haben. Und da bestimmt der Humus weitgehend die Bodenchemie und weniger der Stein im Untergrund.
Die Vorkommen in Schweden wachsen sicher nicht auf Kalkstein. Das ergibt sich aus der Begleitflora, wie z. B. Heidelbeeren.
Zitat von: Claus am 02.Mai.10 um 19:07 Uhr
Ich frage mich immer, woraus besteht der Unterboden am Calypso-Standort? Gefunden habe ich recht viele in den kanadischen Rockies. Leider habe ich keine Bodenprobe genommen. Die Rockies bestehen ja keinesfalls nur aus magmatischen Gesteinen sondern es gibt viele Gebiete mit Sedimentgestein, auch Kalkstein. Was nun in der Region Banff normal ist, weiß ich nicht.
Wenn nun die Calypso zwar im Moos, aber auf basischem Untergrund zuhause sind, wäre ein Torfziegel im Untergrund auch nicht die beste Voraussetzung. Hast du das mal geprüft?
Claus ich war zwar noch nie am Standort aber auch wenn der Untergrund basisch wäre, liegt wie Berthold ja schon erwähnte , immer sehr viel Verrottetes rum. Wenn es ein Ratespiel wäre, würde ich eher auf sauer wetten.Es gibt ja viele Standorte, Kanada, USA, Skandinavien und auch im Fernen Osten, es wäre alles möglich.
Also, die Moos-Schicht war meistens so 15 cm stark.
Calypso bulbosa var. americana is also known as the Eastern Fairy Slipper. This terrestrial orchid can be found growing in open woodlands, coniferous forests and barrens in wet mossy places or in humus.
Wenn es in Nadelwälder etc. wächst, dann würde ich sagen eher sauer.
Zitat von: Stick am 02.Mai.10 um 19:46 Uhr
Wenn es in Nadelwälder etc. wächst, dann würde ich sagen eher sauer.
ja, die dicke Humusschicht ist immer leicht sauer, egal auf welchem Untergrund.
Von den amerikanischen Calypsen wächst die ostamerikanische var. americana i.d.R. über kalkhahltigem Untergrund. Sicherlich dämpft die Humus-/Mossschicht den Effekt des Gesteins hinsichtlich des pH-Wertes, aber ich würde da trotzdem mehr zu neutral hin tendieren (zumindest neutraler als die Westamerikaner). Für die übrigen sollte "sauer macht lustig" gelten.
Meine (vermeintlichen) Calypsen haben schon seit Herbst Blätter. Am Blattstil entstehen nun Knospen, die rasch wachsen. Werden das Blüten?
Am Bild sind die Knospen leider nicht zu sehen.
LG
Hans
Hans, es handelt sich doch hier um Tipularia, nicht um Calypso
hier noch ein winterblattaustrieb.
na wer kennt ihn?
also wer ein kenner von calypso bulbosa ist, kennt ihren winterblattaustrieb. so wie diesen oben. wer sie nicht kultiviert kennt dies eben einfach nicht.
Zitat von: Manne am 14.Aug.11 um 20:19 Uhr
also wer ein kenner von calypso bulbosa ist, kennt ihren winterblattaustrieb. so wie diesen oben. wer sie nicht kultiviert kennt dies eben einfach nicht.
Aber Du hast Die Scheinbulbe zu tief in die Erde gesteckt. Sie steckt nur mit dem unteren Drittel im Substart, sodass ihre beiden Wurzeln ins Substrat wachsen können.
Der obere Teil der Scheinbulbe versteckt sich in einer ganz luftigen Moos/Humusschicht.
na ja, bisher ging es so.
Zitat von: Berthold am 14.Aug.11 um 21:35 Uhr
Sie steckt nur mit dem unteren Drittel im Substart, sodass ihre beiden Wurzeln ins Substrat wachsen können.
Sozusagen ein
subotimaler
Start. grins
Zitat von: Charlemann am 14.Aug.11 um 21:46 Uhr
Zitat von: Berthold am 14.Aug.11 um 21:35 Uhr
Sie steckt nur mit dem unteren Drittel im Substart, sodass ihre beiden Wurzeln ins Substrat wachsen können.
Sozusagen ein subotimaler Start. grins
schon möglich, wer zeigt einen besseren?
Ich hab keine.
Bertis sehen aber immer gut aus.
Zitat von: Manne am 14.Aug.11 um 21:40 Uhr
na ja, bisher ging es so.
Wenn Dein Substrat schön löcker ist, hätte ich da auch keine grossen Bedenken.
Die neue Knolle wird sich schon nach oben arbeiten, wenn sie möchte.
Aber Du solltest eine Mossschicht oben auf das Substrat legen, weil die Art empfindlich ist gegen austrocknen.
ich hab da ja mehrere in mehreren substraten. die hier stehen mit g. repens.
Zwar nicht ganz im Garten, aber im Topf im Garten, eine adulte Pflanze. Im Winter steht sie frostfrei, was zwar nicht nötig ist. Aber -25° draussen im Topf dürfte zu kalt sein.
(http://farm7.static.flickr.com/6194/6045454684_accd08a660_b.jpg)
Ich habe vorher Calypso vars. bulbosa, occidentalis und speciosa versucht. Ich habe Rindenerde mit Torf und kleinkugeliche Leca als Substrat gemischt. Das Substrat wurde danach steriliziert. Moos haben wir im Garten bestimmt genug und ich habe ein bisschen im Topf gepflanzt. Gartenmoos etabliert sich schnell in Torf. Occidentalis und speciosa habe ich funf Jahre im ihre Töpfe gehabt, die Pflanzen blühten regelmässig. Ich habe sie eigentlich ganz einfach gefunden.
Calybso var. bulbosa starb aber innerhalb einen Jahr in meinem Substrat! In Scweden wächsen sie in Tannenwälder in humosen Boden der immer feucht ist. Die Erde besteht von einem Teppich von kleinen Würzeln. Es macht der Boden sehr durchlässlich. Das Moosschicht in Schweden besteht aus dasselbem Moosart wie in Sticks Topf.
Ich kenne Leute die var. bulbosa im Garten versucht haben. Schnecken sind ein besonderes Problem mit Calypso und sie überleben solche Besuche nicht. Occidentalis ertragt einige Tage austrocknen aber wächst besser wenn sie immer feucht steht.
Berthold, Dein Beitrag im Slippertalk Forum. :rot :rot