Eulophia gehört zu den Erdorchideen.
Was bedeutet das für den Pflanzstoff?
Unter welchen Bedingungen i. d. S. wächst die Pflanze am afrikanischen Standort?
Ich habe gestern meine Eu. Hybr. umgetopft.
Bin zu diesem Behuf mit Eimer raus in die dt. Natur und habe mir vom nächstgelegenen Acker Krume ausgeliehen.
Hat mich gewundert, wie lehmig & fest der Boden ist!
Erstaunlich für einen Orchideensubstratverbildeten!
Kalt war's außerdem, aber Dank Mikrowelle dann nicht mehr.
Meine Eu. steckt jetzt in der Erde.
Prognose?
Würde mich sehr interessieren, welche Erfahrung Ihr habt.
:thumb
Reinhold
Reinhold, das hört sich gar nicht gut an, was Du da gemacht hast.
Bei dem Substart sind dramatische Änderungen vorzunehmen. Wenn Du schon kein Seramis/Neudohum nimmst, schau mal hier:.
http://www.orchidculture.com/COD/FREE/FS318.html
Entscheidend ist bei Erdorchideensubstraten, dass sie gut drainieren und Luft-durchlässig sind, um Fäulnis zu verhindern. In der Natur machen das meist spezielle Bodenpilze, aber die überleben hier im Topf nur sehr kurzzeitig.
Mißverständnis?
Unsere Erdorchideen wachsen in Erde, nicht in Orchideensubstrat, oder?
Also, was kann oder muß ich meinen Eulophien (Erdorchideen) zumuten?
BG
Reinhold
Zitat von: Reinhold am 19.Dez.12 um 15:00 Uhr
Unsere Erdorchideen wachsen in Erde, nicht in Orchideensubstrat, oder?
Also, was kann oder muß ich meinen Eulophien (Erdorchideen) zumuten?
BG
Reinhold
nein, Erdorchiden wachsen nicht in Erde sondern im Topf in Erdorchideensubstrat.
Ein möglicherweise für diese Art geeignetes Substrat findest Du in dem von mir angegebenen Link. Sonst gibt es hier viele Hinweis auf Substrate für Erdorchideen.
Im Kulturblatt steht:
They usually grow in old fixed sands, coastal podsols, and
reddish to light brown sands, clays and lateritic soils.
Fester Sand, Lehm, Laterit...
Da ist meine Ackerkrume nicht ganz anders.
Meine bisherige Vorstellung von afrikanischer Savanne bzw. subtropischer Buschlandschaft war Laterit.
Den kenne ich aus eigener Ortskunde.
Da ist der gestern geerntete Boden nicht total anders.
BG
Reinhold
Zitat von: Reinhold am 19.Dez.12 um 15:19 Uhr
Im Kulturblatt steht:
They usually grow in old fixed sands, coastal podsols, and
reddish to light brown sands, clays and lateritic soils.
Man, man, Mann schau doch mal dort unter "GROWING MEDIA:"
Zitat von: Berthold am 19.Dez.12 um 15:25 Uhr
Man, man, Mann schau doch mal dort unter "GROWING MEDIA:"
Da beißt sich aber der Hund, oder?
Kennst Du z.B. Laterit?
Laterit ist ein schlammiges Material wenn naß und Beton wenn trocken.
In keinem Fall ist es ein Mix ala Baker's Culture Sheets.
Hast Du eigentlich auch selbst Eu. in Pflege?
BG
Reinhold
Reinhold,
handelt es sich immer noch um die Pflanze aus 2011 ...?
http://www.orchideenkultur.net/index.php?topic=12231.0
Stefan (plantsman) hatte Dir seinerzeit auch Hinweise zum Substrat gegeben, mit dem er ziemlichen Erfolg bei der Kultur seiner Pflanzen hat, warum berücksichtigst Du denn solche Hinweise nicht, wenn es doch mit Deiner Methode bislang nicht funktioniert, und probierst wieder etwas Neues aus?
Schönen Gruß
Peter
Zitat von: Postpiet am 19.Dez.12 um 16:41 Uhr
Reinhold,
handelt es sich immer noch um die Pflanze aus 2011 ...?
http://www.orchideenkultur.net/index.php?topic=12231.0
Stefan (plantsman) hatte Dir seinerzeit auch Hinweise zum Substrat gegeben, mit dem er ziemlichen Erfolg bei der Kultur seiner Pflanzen hat, warum berücksichtigst Du denn solche Hinweise nicht, wenn es doch mit Deiner Methode bislang nicht funktioniert, und probierst wieder etwas Neues aus?
Schönen Gruß
Peter
Danke für den Hinweis, Peter!
Ich hatte plantsman heute früh schon eine entsprechende Anfrage geschickt, aber bisher noch keine Antwort erhalten.
Deswegen der neue Versuch.
Ich hatte aber Erfolg!
Die Pflanze ist nie besser gewachsen als dieses Jahr.
Was ich auf die Bodenveränderung (Zusatz von Ackererde) zurückführen könnte, aber nicht unbedingt will. Aber ich bin ziemlich davon überzeugt, daß die veränderten Gießgewohnheiten dazu geführt haben.
Die Pflanze wird ja nach "Gießalgorithmus" feucht gehalten basierend auf der Niederschlagsmenge und dem Jahreszeitenzyklus am Standort.
Beim Austopfen zerfiel sie in 2 Teile. Jetzt habe ich also 2. Was aber in Ordnung ist, denn sie sind nun handlicher für die Fensterbankkultur.
Der neue Pflanzstoff ist fast reine Ackererde mit leichter Untermischung von Torf.
Man wird sehen.
Trotzdem hätte ich gerne nach den Ergebnissen eurer eigenen Kultur gefragt.
Mit besten Grüßen
Reinhold
Zitat von: Reinhold am 19.Dez.12 um 15:31 Uhr
Hast Du eigentlich auch selbst Eu. in Pflege?
BG
Reinhold
nein, ich habe von den warmen Erdorchideen nur südafrikanische, südamerikanische, australischen und ein paar andere in Kultur. Sie sitzen alle in fast gleichem Substart.
Moin,
bisher habe ich mich nicht gemeldet, weil man ja auch Geld verdienen muss, um sich Orchideen kaufen zu können. Dazu gabs heute noch betriebliche Weihnachtsfeier :prost.
Die Substrate, in denen die Erd-Orchideen in der Natur wachsen, funktionieren nur am Standort. Die Bedingungen sind ganz andere als in einem Topf. Im Topf ist die Strukturstabilität deutlich wichtiger. Standorterden bringen die Pflanzen in relativ kurzer Zeit um. Durch verbacken/verdichten der Bestandteile faulen die Wurzeln sehr schnell weg. Vor allem Knollen-Orchideen wie Habenarien könnte man in einer lehmigen, dem Laterit nachempfundenen Erde Ruckzuck töten.
Ich richte mich bei meiner Kultur zwar grob nach den ungefähren Vorgaben der Natur, mein Substrat habe ich jetzt aber auf höchstens 3 Komponenten reduziert: Lavagrus 2-6 mm, torffreie Neudohum Pflanzerde und evtl. Sand (kommt bei Caladenia und Diuris dazu). Diese Komponenten mische ich entsprechend der vermuteten Wasserhaltefähigkeit der Erden am Standort. Bei meinen Eulophia ist es die ganz einfache Mische Lava:Neudohum 1:1.
Ein gutes Beispiel ist vielleicht auch meine Habenaria schimperiana. Sie wächst in den sogenannten Dambos. Das sind temporär vorhandene Sümpfe mit entweder sehr dichten Lehmböden oder schwammartigem, sehr humosen "Seggentorf" auf einer undurchlässigen Schicht. Beide sind in der Wachstumszeit nass und in der Trockenzeit entweder knüppelhart oder staubtrocken. Meine Erste habe ich durch ein sehr torfiges, eher undurchlässiges Substrat schnell gehimmelt. Die jetzige steht wie die Eulophia in auch in Lava:Neudohum 1:1, also kaum mit den Bedingungen am Standort vergleichbar. Die ursprünglichen 3 Knollen sind jetzt 8, der Topf wurde schön stark verbeult. Nur geblüht hat sie leider noch nicht.
Um sicher zu gehen, würde ich die Pflanze ebenfalls in eine strukturstabile, humose Erdmischung setzen. Bei der Ackererde hast Du keine Gewähr, wie die Nährstoffzusammensetzung ist, ob nicht eventuell Herbizide eingesetzt wurden, Du kennst den pH-Wert nicht und auch nicht den Salzgehalt. Bei einer gekauften Erde gibt es Richtlinien, nach denen sich die Produzenten richten müssen. Da kann man seine Substrate besser "einstellen".
Lieber plantsman,
vielen Dank für diese umfangreiche & hilfreiche Darstellung!
BG
Reinhold