Orchideenkultur

Fachbereich => Terrestrische Orchideen => Weitere kalte/kühle Erdorchideen und Allgemeines => Thema gestartet von: Timm Willem am 14.Jul.12 um 17:52 Uhr

Titel: Epipactis palustris ochroleuca x royleana
Beitrag von: Timm Willem am 14.Jul.12 um 17:52 Uhr
Hat jemand Erfahrungen mit der Hybride Epipactis "Passionata" gemacht?

Ich habe den momentan vertriebenen Klon Epipactis palustris ochroleuca x royleana im letzten Jahr gepflanzt. Die Erfahrung mit der Winterhärte waren sehr positiv, ich würde behaupten mit leichter Schneedecke machen die Dinger -30 Grad mit. Was die Gartenwürdigkeit betrifft, kann ich noch nicht viel schreiben, es gibt nur einen erstblühenden Spross, der Rest wollte noch nicht. Für mich sieht es aber sehr nach einem Bodendecker aus. Dieser Klon wuchert wohl.

Mich würde sehr interessieren, ob es noch weitere Klone dieser Hybride gibt.

Kennt jemand eine Quelle für weitere Epipactis-Hybriden?(hab auch Tauschmaterial zu bieten)
Titel: Re: Epipactis palustris ochroleuca x royleana
Beitrag von: Carsten am 17.Jul.12 um 15:02 Uhr
Sind das Klone (Meristemvermehrt) oder Sämlinge? Ich war davon ausgegangen, daß das Sämlinge sind. Ich habe erst seit diesem Frühjahr eine Pflanze im Kübel (von Schreiner). Bisher ist sie wüchsig, blühfreudig, hübsch und robust. Insgesamt 7 Triebe, davon 3-4 Blütentriebe, also ein anständiges Verhältnis.
Titel: Re: Epipactis palustris ochroleuca x royleana
Beitrag von: Timm Willem am 17.Jul.12 um 16:43 Uhr
Zitat von: Carsten am 17.Jul.12 um 15:02 Uhr
Sind das Klone (Meristemvermehrt) oder Sämlinge? Ich war davon ausgegangen, daß das Sämlinge sind. Ich habe erst seit diesem Frühjahr eine Pflanze im Kübel (von Schreiner). Bisher ist sie wüchsig, blühfreudig, hübsch und robust. Insgesamt 7 Triebe, davon 3-4 Blütentriebe, also ein anständiges Verhältnis.
Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit nur ein Klon, der sehr wüchsig ist. Einzelne Sämlinge sind es sicher nicht.
Titel: Re: Epipactis palustris ochroleuca x royleana
Beitrag von: sokol am 19.Jul.12 um 21:29 Uhr
Zitat von: Timm Willem am 14.Jul.12 um 17:52 Uhr
Hat jemand Erfahrungen mit der Hybride Epipactis "Passionata" gemacht?

Genau die gleichen wie du und genau einen blühenden Trieb.

Gleiches hatte ich auch bei Sabine, im ersten Jahr keine einzige Blüte, im zweiten Jahr dann aber viele Blühtriebe.

Titel: Re: Epipactis palustris ochroleuca x royleana
Beitrag von: Timm Willem am 19.Jul.12 um 22:18 Uhr
vielleicht stehen sie bei mir zu schattig, trägt ja dem palustris-Anteil nicht gerade zu.

Nachdem was an kleinen Trieben aus der Erde gekommen ist, wird die Vermehrungsrate aber sehr hoch sein, daher der Einwand des Bodendeckers.
Titel: Re: Epipactis palustris ochroleuca x royleana
Beitrag von: Carsten am 20.Jul.12 um 11:13 Uhr
Meine sieht ungefähr aus wie im Anhang, die Farben sind eigentlich noch zarter.

Es haben sich Kapseln gebildet, und eine Fremdbestäubung kann ich fast ausschließen (die nächsten wilden sind helleborine (Kalktyp  :classic) und stehen kilometerweit entfernt). Will die jemand haben? Theoretisch müßten aus der F2 Generation ja einige "weiße" entspringen.
Titel: Re: Epipactis palustris ochroleuca x royleana
Beitrag von: Timm Willem am 02.Jul.14 um 00:01 Uhr
Nach zwei Jahren noch einmal etwas zum Thema. Die Pflanzen haben sich mittlerweile etwas anders entwickelt, als es zunächst den Anschein hatte. 2013 waren noch sehr viele neue Sprosse gebildet worden, die Tendenz zu größeren Sprossen war aber bereits erkennbar. In diesem Jahr sind nun sehr große Sprosse bei einer über die letzten Jahre abnehmende Vermehrungsrate entstanden. Obwohl die Blüten erst beginnen sich zu öffnen und noch etwas an Streckung zu erwarten ist, ist der größte Spross bereits mehr als 100 cm hoch, also deutlich mehr als Sabine mit einer Endgröße von 60-70 cm unter sehr ähnlichen Bedingungen. Damit eindeutig doch kein Bodendecker.(woraus das ursprüngliche Verhalten resultierte kann nur spekuliert werden, die Aspekte Topf-in-warmem-GWH-Kultur, sehr viel Stickstoff, Wachstumsregulatoren(Platt Hormone genannt) und vieles nichtbiosiegelkonforme wären sicher für ähnliches Verhalten bei nahestehenden Varietäten verantwortlich zu machen.)

Ein Problem bleibt jedoch, die Anziehungskraft auf Blattläuse ist sehr beeindruckend, und nicht unbedingt ein Pluspunkt. Wie in den letzten Jahren kamen die Blattläuse von der deutlich früher blühenden Sabine und ließen sich auch durch eine einfache Behandlung nicht loswerten. Daneben stehen noch E. helleborine, auf die ebenfalls bereits Blattläuse übergesprungen sind.

Fazit: aufgrund der sehr beeindruckenden Größe und der für eine Epipactis sehr schönen Farbe ist der Klon eine gelungene Erweiterung der einfach zu kultivierenden Erdorchideen, bis jetzt...