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Efeu-Kletterast

Begonnen von Rüdi, 01.Jan.22 um 16:14 Uhr

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Rüdi

Erst einmal: Proooost Neujahr Euch allen.

Frage: bei meinen Coelogynen sind ein paar hurtige Kletterer dabei. Den will ich ein wenig dabei helfen. Zur Zeit stehen mir dicke Efeuranken zur Verfügung. Hat jemand Erfahrung mit Efeu als Kletterhilfe? Wenn die Ranken tauglich sind, wie sind sie vor dem Andocken zu behandeln? Jetzt lagen sie draußen im Freien bei allem Wetter, sind aber schon über ein Jahr geschnitten worden also "tot". Nur Moose und Flechten sind noch daran aktiv.
Mit gütigen Menschen zu leben, ist wie einen Raum mit Orchideen zu betreten -
        :: Kǒng Fū Zǐ  孔夫子 :: 推手 ::

chriseon

#1
Ich habe vor Jahren einmal diese alten Efeustämme auf einem Friedhof entdeckt und war sofort fasziniert von ihnen.
Natürlich habe ich auch gleich einige kletternde Orchideen auf ca. 30 cm lange Stücke aufgebunden.
In der Folgezeit habe ich aber kein besonders gutes Wachstum der Orchideen fest gestellt.
Die Orchideenwurzeln,  die normalerweise fest auf der Unterlage wachsen, konnten sich mit den Würzelchen der Efeustämme, die wie Borsten abstehen , nicht anfreunden.
Außerdem löste sich diese äußere Schicht nach einiger Zeit ab und nur das nackte Holz blieb  übrig.

Da Coelogynen aber in der Regel mit Sphagnum aufgebunden werden sollten, weil ihre Wurzeln längeres Austrocknen nicht gut vertragen, könnte es einen Versuch wert sein.


Gruß
Christian

Berthold

Ja, die meisten Orchideen-Wurzeln klettern lieber auf einer glatten Rinde.
Außerdem ist der Efeustamm nicht sehr langzeitstabil.

Buche oder Hainbuche sind da von Vorteil.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Rüdi

Hmmm.... Danke! Wie Christian schon angemerkt hat, müsste ich dann an glattem Stamm den Coelogynen Sphagnum als Hilfe gegen die Austrocknung geben. Das könnte ich aber auch um die "Borsten" des Efeus binden. Efeu sieht halt malerischer aus als die glatten Stämme. Berthold, hattest Du nicht vor einiger Zeit so einen hohen rauen Stamm gezeigt, an dem eine Orchidee hochwuchs?
Meine Frage zielte aber auch darauf ab, ob ich denEfeustamm keimfrei machen sollte (Backofen, Mikrowelle) um Pilze und Geziefer abzutöten. Bei der Glaskultur nimmt man den Zustand ja in Kauf, wenn man die lebenden Moose einfüllt.

Aktuell geht es um eine Coelogyne fonstenebrarum.

Einige Coelogynen haben ihre Rhizome schon 40 cm mit 10 Bulben über einen Ampeltopf hinaus nach unten hängend getrieben (ohne Wurzelhalt) und blühen zuverlässig. Die Versorgung klappt anscheinend aus dem Topf immer noch gut. So auch meine cristata, die mittlerweile einen Durchmesser von 110 cm erreicht hat.
Mit gütigen Menschen zu leben, ist wie einen Raum mit Orchideen zu betreten -
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Berthold

Zitat von: Rüdi am 03.Jan.22 um 12:00 Uhr
Berthold, hattest Du nicht vor einiger Zeit so einen hohen rauen Stamm gezeigt, an dem eine Orchidee hochwuchs?

Ja, Rüdiger, aber es war kein Erfolg.
Das Efeuholz ist nicht sehr langzeitstabil. Möglicherweise sondert es auch Stoffe ab, die das Wurzelwachstum anderer Pflanzen einschränken sollen.
Ich gehe davon aus, dass die Wurzeln der meisten epiphytisch wachsenden Orchideen glatte Oberflächen bevorzugen.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

FlorianO

Zitat von: Berthold am 03.Jan.22 um 12:12 Uhr
Zitat von: Rüdi am 03.Jan.22 um 12:00 Uhr
Berthold, hattest Du nicht vor einiger Zeit so einen hohen rauen Stamm gezeigt, an dem eine Orchidee hochwuchs?

Ja, Rüdiger, aber es war kein Erfolg.
Das Efeuholz ist nicht sehr langzeitstabil. Möglicherweise sondert es auch Stoffe ab, die das Wurzelwachstum anderer Pflanzen einschränken sollen.
Ich gehe davon aus, dass die Wurzeln der meisten epiphytisch wachsenden Orchideen glatte Oberflächen bevorzugen.

Der Begriff Epiphyt ist sehr vielseitig. Es gibt Orchideen die auf der glatten Rinde wurzeln, es gibt welche die in Moospolstern sitzen, Orchideen die in Humusnestern auf Bäumen Wurzeln und natürlich alles dazwischen. Die Wurzeln passen sich dann meist auch den Gegebenheiten hat. So kann eine Phalaenopsis bei Hydrokultur auch direkt im Wasser wurzeln.

Weinreben und verschiedene Obstgehölzer sind gut geeignet zum Aufbinden.

Rüdi

Also würdest auch Du vom Efeu abraten. Dann geh ich mal in meine alte (80 Jahre) Streuobstwiese und schaue nach einem bizarren abgebrochenen Ast!
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Berthold

Zitat von: FlorianO am 03.Jan.22 um 13:47 Uhr
Zitat von: Berthold am 03.Jan.22 um 12:12 Uhr
Zitat von: Rüdi am 03.Jan.22 um 12:00 Uhr
Berthold, hattest Du nicht vor einiger Zeit so einen hohen rauen Stamm gezeigt, an dem eine Orchidee hochwuchs?

Ja, Rüdiger, aber es war kein Erfolg.
Das Efeuholz ist nicht sehr langzeitstabil. Möglicherweise sondert es auch Stoffe ab, die das Wurzelwachstum anderer Pflanzen einschränken sollen.
Ich gehe davon aus, dass die Wurzeln der meisten epiphytisch wachsenden Orchideen glatte Oberflächen bevorzugen.

Der Begriff Epiphyt ist sehr vielseitig. Es gibt Orchideen die auf der glatten Rinde wurzeln, es gibt welche die in Moospolstern sitzen, Orchideen die in Humusnestern auf Bäumen Wurzeln und natürlich alles dazwischen. Die Wurzeln passen sich dann meist auch den Gegebenheiten hat. So kann eine Phalaenopsis bei Hydrokultur auch direkt im Wasser wurzeln.

Weinreben und verschiedene Obstgehölzer sind gut geeignet zum Aufbinden.

Ja, da stimme ich zu :thumb
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

FlorianO

Zitat von: Rüdi am 03.Jan.22 um 13:54 Uhr
Also würdest auch Du vom Efeu abraten. Dann geh ich mal in meine alte (80 Jahre) Streuobstwiese und schaue nach einem bizarren abgebrochenen Ast!
Das ja gute Idee. Wobei Kirsche sich auch recht schnell schält.

chriseon

Coelogyne fonstenebrarum hat tolle Blütenstände, die Art würde mich auch reizen.

Ich habe soeben in Les Coelogynes von E. & J.Cl. George ein Foto in situ gefunden, das den senkrecht kletternden Wuchs sehr schön zeigt.
In Anbetracht dessen, daß diese Art ganzjährig feucht-warm zu kultivieren ist, würde ich sie nicht auf einen nackten Ast binden. Auch nicht, wenn reichlich Sphagnum unterlegt wird. Das zersetzt sich zu schnell, denn ich gehe davon aus, das diese Coelogyne auch regelmäßig gedüngt werden muß.
Außerdem kommt ihre ganze Schönheit erst zur Geltung, wenn sie über mehrere Jahre ungestört wachsen kann (und wie in der Natur dabei u. U. mehere Meter Länge erreicht !?).

Als unverrottbare Unterlage habe ich eine Gitterröhre aus Kunststoff, wie sie in Dachrinnen als Laub- und Schmutzbremse eingelegt wird, seit einigen Jahren in Gebrauch.
Man kann sie mit Substrat füllen und nach Bedarf Moos (ich nehme Rasenmoos aus dem Garten) mit aufbinden.

Sollte die Coelogyne über diese Unterlage hinaus klettern, könnte man die Röhre durch ein neuen Abschnitt verlängern, den man fest anfügt. Ich nehme als Substratfüllung ein Gemisch aus Pinienrinde und Bims.

So kultiviere ich 2 Otoglossumarten, die zwar noch nicht geblüht haben, aber mittlerweile zufriedenstellend wachsen und auch einige Rattenschwanzoncidien.

Diese Methode wenden auch einige andere Orchideenfreunde mit Erfolg an.


Gruß
Christian

Rüdi

Danke Christian für die Recherche.
lt. der Orchideengärtnerei geht auch temperierte Kultur 16 - 20° im Winter und nicht soo feucht. So jedenfalls stehen sie dort im GWH. Und da dort fast nur asiatische Orchideen gezogen werden, glaube ich das mal. Ich hatte auch extra wegen den sonst publizierten Bedingungen angefragt. Die Bulben sitzen am Rhizom im Abstand von 1-2cm. Heißt: bis das Ende des Stabes erreicht ist vergehen x Jahre. Früher hatte man die Epiphyten-Stäbe ,  Moos mit Draht auf Plastikrohr befestigt. Kenn ich noch von Orchideenzubehör Meyer in Frankfurt.
Übrigens ist ein Blütentrieb bei der fonstenebrarum im Anmarsch.

Danke für die Tipps, die ich mal auf Machbarkeit bei mir vor Ort prüfe. Irgendwie wirds gehen. Bin halt vorsichtig, weil gerade diese keine Allerweltscoelogyne ist.
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chriseon

Wenn ich die Standortangaben und das erwähnte Habitatfoto mit den Fotos in Kultur vergleiche, ist der Abstand der Bulben auf dem Rhizom bei den in Kultur gezogenen Pflanzen tatsächlich geringer.
Das liegt sicher daran, dass die Lichtverhältnisse in den unteren Bereichen der Wirtsbäume schlechter sind, als die in Kultur.

Ich wünsche Dir viel Erfolg mit dieser Orchidee und bin auf die Blüte gespannt.


Gruß
Christian