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Autor Thema: Kultur von Cypripedium  (Gelesen 16643 mal)


Offline Berthold

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #60 am: 17.Jul.21 um 14:23 Uhr »
Am Alter liegts sicher nicht. An Naturstandorten sind Klone mehr als hundert Jahre alt geworden.

In gärtnerischer Kultur scheinen sie aber deutlich kurzlebiger zu sein.

Ja, das liegt in der Natur an dem besonderen Schutz durch die Symbiose-Partner. Er klappt aber auch nicht immer, denn die Variation der Pilze und Mikroorganismen in der Natur ist extrem gross.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Offline Timm Willem

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #61 am: 30.Jul.21 um 13:45 Uhr »
Ja wegen dem Pilz hatte ich ja das Teilstück zu dem Mädchenkiefer Pilz gesetzt
Das hat offensichtlich geklappt
Nun wünsche ich mir nur noch Blüten Dauert hoffentlich nicht auch sieben Jahre wie bei Samen Anzucht?
Hallo Alwin,
das von Dir beschriebene Problem habe ich auch einige Jahre beobachtet. Die Kiefer unterstützt die passende Ektomykorrhiza für calceolus und das Laub der Cypris sieht vom Prinzip auch sehr gesund aus. Die Pflanzen mäkeln aber trotzdem und wachsen kaum.

Ich habe dann beobachtet, dass die Durchwurzelungsdichte speziell von kleineren Kiefern in freien Grundbeeten im Bereich der Wurzeln von ausgepflanzten Cypris sehr gering ist, Pilze sind vorhanden aber nur wenig aktiv!
Die Gehölze entnehmen trotz der geringen Durchwurzelung an der Oberfläche doch erhebliche Mengen Wasser und Nährstoffe aus dem Boden.

Darin steckt aber ein unterschätztes Problem, woran nach meiner Auffassung sicher die meisten gut gemeinten Versuche einer solchen Kultur, z.B. von Otto Möller in den 90er Jahren gescheitert sind.

Die Cypris verhungern und verdursten schlicht nicht trotz Mykorrhiza, sondern teilweise gerade wegen der Mykorrhiza. Da gerade im Wurzelraum der Gehölze der Boden viel schneller austrocknet als in der Umgebung und dort entsprechend auch intensiver Entzug von Nährstoffen stattfindet.

Es ist aus meiner Sicht deshalb sehr wichtig bereits im Vorfeld einer Anpflanzung von Cypris im Wurzelbereich von passenden Gehölzen die Wasser- und Nährstoffversorgung der Gehölze und damit auch der Mykorrhiza zu optimieren, um ein möglichst starkes Wurzelwachstum der Gehölze zu fördern. Das kann im Extremfall bedeuten, dass man bei sehr dicht wachsenden Pinus mugo und Zuckerhutfichten alle zwei bis drei Tage intensiv wässern sollte. Diese regelmäßige Versorgung der Gehölze sollte man dann auch nach der Pflanzung der Cypripedium weiter fortsetzen.

In der Natur wachsen Cypripedien überwiegend an feuchten und beschatteten Standorten die selten richtig austrocknen und so den oben beschriebenen Bedingungen ähneln.


Offline Alwin

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #62 am: 30.Jul.21 um 14:29 Uhr »
Ja das ist richtig
Meine japanische Mädchenkiefer war ja ein Schalen Solitär 30 Jahre alt
Also flachwurzeliger als sonst und in lehmhaltiger Bonsaierde Akadama
Also noch wasserdurchlässiger
Brause ja Bonsai und Steingarten fast täglich ob es regnet oder nicht
Da das dichte Blätterdach auch Feuchigkeit reduziert
Aber gut dass du es sagst
Werde diese Stellen nun besonders intensiver wässern
Danke für den Tipp
🤔 Grüßle an Alle  "mit und ohne Humor"


Offline Timm Willem

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #63 am: 08.Aug.21 um 07:30 Uhr »
Noch ein paar Bilder von Cypris die in Gehölzwurzeln wachsen. In mineralischem Substrat ohne Mykorrhiza ziehen Cypris in den kommenden Wochen langsam ein, oft kann man schon jetzt, Anfang August beobachten, dass Stoffe zunehmend aus den Blättern heraus verlagert werden. Bei der Kultur mit Mykorrhiza beginnt dies erst einige Wochen später, oft ist das Laub bis zum ersten Frost noch frischgrün. (Wenn niemand frisst)


Offline Berthold

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #64 am: 08.Aug.21 um 10:17 Uhr »
Absolut infektionsfrei, Simon  :thumb
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Offline Alwin

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #65 am: 08.Aug.21 um 11:46 Uhr »
Noch ein paar Bilder von Cypris die in Gehölzwurzeln wachsen. In mineralischem Substrat ohne Mykorrhiza ziehen Cypris in den kommenden Wochen langsam ein, oft kann man schon jetzt, Anfang August beobachten, dass Stoffe zunehmend aus den Blättern heraus verlagert werden. Bei der Kultur mit Mykorrhiza beginnt dies erst einige Wochen später, oft ist das Laub bis zum ersten Frost noch frischgrün. (Wenn niemand frisst)
Ja dieses beobachte ich auch
Auch der Pilzbefall (teilweise schwarze Blätter) scheint kein Thema zu sein
Nur das ( größen) Wachstum scheint gehemmt
Ist aber weiter nicht schlimm Unter der Kiefer sogar besser
Zum Verständnis alles ohne Dünger
Bild 1 calceolus 15 cm
Bild 2 henrii 25 cm und Hyp 45 cm
sind da Hormone im Spiel?
« Letzte Änderung: 09.Aug.21 um 17:50 Uhr von Alwin »
🤔 Grüßle an Alle  "mit und ohne Humor"


Offline Alwin

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #66 am: 10.Aug.21 um 17:56 Uhr »
Da sich die umgesetzten Cyps am Teichrand gut entwickelt haben
Wurde das wuchernde Zyperngras entfernt
Habe noch ein paar andere dazu umgesetzt
Dachte wegen dem vielen Regen ist das Substrat Aufnahme fähig
Einige zeigten schon gute neue Knospen Ansätze
Bild in der Abendsonne
von der Terrasse und von der Brücke
 3 Arbeitsweg macht Freude
Bis jetzt bin ich noch entzückt von dem Frauenschuh Teich - grins-
Was denkt Ihr über den Standort?
« Letzte Änderung: 10.Aug.21 um 18:27 Uhr von Alwin »
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Offline walter b.

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #67 am: 10.Aug.21 um 18:32 Uhr »
Alwin, das sieht wirklich sehr schön aus!
Wenn Du jetzt noch die Waschbetonplatten durch etwas optisch Erfreulicheres ersetzt, ist es nur sehr schwer zu überbieten.


Offline Alwin

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #68 am: 10.Aug.21 um 20:39 Uhr »
Alwin, das sieht wirklich sehr schön aus!
Wenn Du jetzt noch die Waschbetonplatten durch etwas optisch Erfreulicheres ersetzt, ist es nur sehr schwer zu überbieten.
Ja Walter das ist eine Schneckensache
Nord /Ost Ecke schattig und feucht liebten die Schnecken
Hatte Trittpfade aus Buntsandsteinplatten
(siehe Rest Teichrand)
und Baumstammscheiben
Darin und darunter versteckten sich nicht nur die kleinen schwarzen nein auch Egelschnecken und spanisch rote
Unter die in Granitsplitt gelegten Kiesbetonplatten gehen oder kommen sie selten
Bin dadurch plus Schneckenkorn Februar und September an diesem Ort fast schneckenfrei

Und ich komme ohne Hüpfen zu den Schätzchen
Dafür opfere ich die Optik
Wenn ich noch ein Wandersmann wäre
würde ich Kalksteinplatten von der Alb holen
und zurecht flexen
Denke aber die Cyps nehmen mir den Stilbruch nicht übel - bis jetzt strahlen sie noch freude aus
🤔 Grüßle an Alle  "mit und ohne Humor"


Offline Alwin

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #69 am: 12.Aug.21 um 13:38 Uhr »
OT
Nachtrag
Damit Walter sieht das ich ihn ernst nehme
habe ich mit meinen Cyps gesprochen
Sie meinten auch die Buntsandsteinplatten
wären freundlicher und würden mehr Feuchtigkeit speichern
Die Arbeit mit den Cyps gehen das ganze Jahr weiter  ;-)
Nun hoffe ich aber auf ein Blütenmeer am Teich - grins-
🤔 Grüßle an Alle  "mit und ohne Humor"


Offline walter b.

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Re: Kultur von Cypripedium
« Antwort #70 am: 12.Aug.21 um 17:03 Uhr »
Oooooh, jetzt ist es aber wirklich perfekt! Und noch dazu mit dieser wirklich starken Gentiana asclepiadea, einfach traumhaft!