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Erdorchideen-Mykorrhiza

Begonnen von Claus, 19.Dez.10 um 23:43 Uhr

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Claus

Erdorchideen-Mykorrhiza

Eine Einführung in die Welt der Pilze, Teil 1


Etwas freie und von mir ergänzte Übersetzung aus:  http://culturesheet.org/mycorrhiza:start

Ich hatte auf der Website ein wenig geblättert und fand sie als Einführung ganz interessant, vor allem für Anfänger. Einige Fehler habe ich korrigiert, meine Erfahrung mit Pilzen ergänzt, und ich denke, dass darin eine ganze Menge an Informationen stecken, mit denen man relativ leicht selbst symbiotische Kultivierung lernen kann. Da man maximal 20.000 Zeichen in einen Thread schreiben kann, sind es mehrere Teile.

Die meisten Links ins Internet habe ich beibehalten, einige, die recht sinnlos waren, auch entfernt, einige auch ergänzt. Eine Warnung: Es sind 25 DIN A 4-Seiten. Also nehmt euch genügend Zeit, falls euch das Thema interessiert. Fehler oder Ergänzungen kann ich korrigieren bzw. nachtragen.

Die Welt der Pilze wirkt auf Anfänger etwas einschüchternd. Im nachfolgenden Text wird eine Einführung in das Thema gegeben.

Pilze sind keine Pflanzen; sie sind ein Reich für sich, genauso wie Tiere. Als heterotroph http://de.wikipedia.org/wiki/Heterotrophie  lebende Organismen benötigen sie organische Stoffe, die von anderen Lebewesen erzeugt wurden, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Mit anderen Worten, sie sind unfähig organische, auf Kohlenstoff basierende Verbindungen auf Basis einer rein anorganischen Umwelt zu synthetisieren. Einige Arten sind Einzeller, aber die überwältigende Mehrzahl ist mehrzellig. Die Zellen selbst sind lang gestreckte Fäden, verzweigt und die Hauptkomponente ihres vegetativen Wachstums nennen wir Hyphen. Die Gesamtmasse der fadenähnlichen Hyphen nennt sich Myzel – es ist der vegetative Teil des Pilzes - der sich asexuell durch Verzweigung oder über vegetative Sporen reproduzieren kann. Pilze können sich auch sexuell über einen unterschiedlichen Satz Sporen reproduzieren, die oft in einem Fruchtkörper, genannt Sporokarp, gebildet werden. Der Fruchtkörper kann unterirdisch oder oberirdisch erscheinen. Der Letztere heißt Pilz, wenn er mit dem bloßen Auge sichtbar ist.

Pilze wurden über das asexuelle Reproduktionsstadium (Anamorph, oft schimmelähnlich) oder über das sexuelle Reproduktionsstadium (Teleomorph) - in den meisten Fällen ein Pilzkörper - bestimmt (mit Namen versehen). Dies führte zu einer doppelten Bezeichnung: eine einzelne Spezies kann mehrere gültige Namen haben; und nur falls die Verbindung zwischen den beiden Lebensstadien im Labor hergestellt wird, können die unterschiedlichen Namen auch miteinander in Verbindung gebracht werden. Falls beobachtet wird, dass ein bekannter Anamorph zu einem bekannten Teleomorph führt, wird der Name des Anamorph durch den des Teleomorph ersetzt. 1)

Leider ist es nicht so einfach: es gibt Pilze, von denen bekannt ist, dass sie nie einen Fruchtkörper bilden (fungi imperfecti, Deuteromycetes), und es gibt eine Menge an Anamorphen, von denen vermutet wird, dass sie ein Teleomorph bilden, aber in kontrollierter Kultur nicht dazu angeregt werden können, es zu zeigen. Als Nächstes sollte man sich merken, dass Pilzarten in unterschiedlichen Abstufungen und Varianten auftreten, was die Identifizierung zu einer schwierigen Sache macht. Die Identifizierung basierte bisher auf der visuellen Beobachtung der Hyphen, in letzter Zeit macht die genetische Analyse diesen Prozess weniger subjektiv. Alle diese Faktoren führten zu einem Bereich von Synonymen und unbestimmten Kulturen.


Tipularia discolor Sämling in verrottendem Holzstamm

Photograph copyright Scott E, Under Creative Commons License

Die Pilze sind auf andere Organismen angewiesen, um ihre Grundbausteine zu beschaffen: verrottende Früchte in einer Obstschüssel, Ringe auf einem Brotlaib oder einer Tapete und kreisförmige Flecken im Rasen sind alles Beispiele eines Pilz-Myzels, das diese Inhaltsstoffe aus dem Pflanzenmaterial extrahiert. Es gibt ein ganzes Spektrum möglicher Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Pilzen in ihrem Bestreben sich zu entwickeln. An einem Ende dieser Skala existieren Pilze, die organische Moleküle über die Wurzeln der Pflanzen extrahieren oder austauschen. Wir nennen den Pilz Mykorrhiza, wenn das Verhältnis zwischen Pilz und Pflanzenwurzeln symbiotischer Natur ist. Symbiotisch heißt nicht, dass beide Partner profitieren, in einer Vielzahl von Fällen ist die Mykorrhiza leicht pathogen.

1876 bemerkte A. de Bary, dass die Wurzeln von Neottia nidus-avis mit einem Pilz bedeckt waren, aber er konnte über ihre Funktion nur spekulieren und brachte den Ausdruck "Symbiont" auf. Mycorrhiza wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch Forscher entdeckt, die gesehen hatten, dass vollständig mit Pilz-Myzel bedeckte Wurzeln völlig gesund waren. Sie prägten den Begriff ,,Mykorrhyza": Pilzwurzel. Der französische Botaniker Noel Bernard fand heraus, dass sie der fehlende Schlüssel zur Keimung von Orchideensamen waren, nachdem er am 3. Mai 1899 im Wald von Fontainebleau einen verrottenden Holzstamm umdrehte und Orchideensämlinge von Neottia nidus-avis in schimmelnden Samenkapseln fand. Er zog den Schluss und veröffentlichte ihn am 15. des gleichen Monats 2). Bis zum heutigen Tag hatte niemand Erfolg bei der Isolierung des Mikrobionten von Neottia nidus-avis, um damit die Behauptungen von de Bary und Bernard zu überprüfen. Inzwischen wurde entdeckt, dass der Einfluss von Mykorrhiza auf ärmeren Böden besser sichtbar wird. Der Grund dafür ist, dass die Hyphen viel effektiver als Pflanzenwurzeln nach Spurenelementen suchen können, wie z.B. Phosphor. Die Nachfrage nach know how über Mykorrhiza ist in den letzten Jahren drastisch angestiegen: Rekultivierung oder Neuanlage von Wäldern, Gartenbau, Einwirkung von Umweltverschmutzung und Wiederansiedlung von Arten, alles hängt stark vom Mykorrhiza-Lebensraum ab. Die Landwirtschaft kann sie dazu benutzen, die Menge an Dünger zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegenüber Schwermetallen, schlechten Böden, Temperaturschwankungen und instabilen pH-Werten zu steigern. Geschätzt 90% aller Pflanzen enthalten eine Mykorrhiza in einer ihrer vielen Formen.

Mycorrhiza-Gesellschaften

Nicht alle Pilz-Pflanzen-Verhältnisse sind gleich. Man kann sie klassifizieren, indem man sich anschaut wie die Verbindung zwischen ihnen aufgebaut ist.

Ektomycorrhiza EM

Die Vorsilbe "Ekto" bedeutet "außerhalb" und bezieht sich auf die Tatsache, dass die Hyphen ein Netzwerk zwischen den Zellen der Pflanzenwurzelrinde bilden (Hartig-Netz nach Robert Hartig benannt). EM ist in den meisten Fällen durch eine Hülle von Pilzgewebe charakterisiert, das die (feineren) Wurzeln vollständig ummantelt und damit die Kontaktfläche der Wurzel stark vergrößert. Diese Verbindung findet man zwischen Gehölzen (Büsche und Bäume) und hauptsächlich Pilzen vom Typ Basidiomycotina und Ascomycotina.

(Vesikulär) Arbuskuläre Mycorrhiza (V)AM

Der Pilz dringt anfangs zwischen die Zellen der Wurzelrinde ein, aber dann stülpt er sich in die Zellen ein, um typische arbuskuläre Verzweigungen und Vesikel (sackähnliche Abschnürungen) zu bilden, dies ist Endomykorrhiza. Der Begriff umstülpen ist wichtig: weder die Pflanzen- noch die Pilzzelle wird durchbrochen, eine Zelle umhüllt die andere, um eine große innere Tasche zu bilden mit einem Abstand zwischen beiden (apoplastischer Bereich). Die eingeschlossenen Pilzstrukturen haben eine kurze Lebensdauer von wenigen Wochen. Die meisten Pilze in dieser Verbindung sind vom Typ Glomales (Glomeraceae).

Ericoide Mycorrhiza

Ericoid bezieht sich auf die Wirtspflanze, die zur Kategorie Ericales  (Heidekrautartige) gehört. Die Hyphen können sogar die Pflanzenzellen verletzen und eindringen, sie bilden aber keine Arbuskeln. Es gibt noch weitere Unterteilungen, die außerhalb des Erdorchideen-Bereichs liegen: Ericoid, Arbutoid und Monotropoid.

Orchideen -Mykorrhiza

Dieser Typ der Mykorrhiza-Beziehung ist unterschiedlich zu den anderen oben erwähnten. Die Zygote (befruchtete Eizelle), die durch die Bestäubung entsteht, muss eine Reihe von Teilungen durchmachen, um den Embryo zu bilden. Diese erste Teilung durchquert normalerweise die Länge des Samens und bildet zwei Pole: einen oben, wo das Wachstum erfolgt und einen unten, der wie ein Stiel aussieht. Dieser Stiel wird Suspensor genannt, und seine Hauptaufgabe ist die Aufnahme und Herstellung von Nährstoffen aus dem Endosperm – die Nahrungsreserve, die den Embryo in Samen außer bei Orchideen umhüllt. Die große Mehrzahl der Orchideen haben kein Endosperm (außer Bletilla striata und Disa uniflora),  aber sie bilden Suspensorzellen.

Wenn der Pilz in die Testa einwächst, dringt er über die (große) Suspensorzelle in den Embryo ein, wobei die Hyphen in den inneren Embryonenzellen zu kleinen Ringen wachsen, genannt Pelotons. Die Orchidee verdaut einfach diese Pelotons und wird so ernährt. Mit dieser jetzt erworbenen Nahrungsquelle vergrößert der Embryo seine Masse und bildet das Protokorm.  Inzwischen steigt die Zahl der in den Samen eindringenden Hyphen, und wenn ein kritischer Punkt erreicht ist, entwickelt das Protokorm einen Spross mit Wurzeln und Blättern. Zu  diesem Zeitpunkt dringt der Pilz in die äußeren Rindenzellen der Wurzeln ein und beginnt dort Pelotons zu bilden. Wenn die Wurzeln größer werden bilden sie Wurzelhaare, um den Kontakt zwischen Wurzel und Substrat (und dem Pilz) zu vergrößern.
Der Pilzpartner dieser Kooperation ist normalerweise von der Art Rhizoctonia (Basidiomycota), welche eine große Rolle bei der Zersetzung von Cellulose und organischem Waldboden spielt 3). Es ist schwierig festzustellen, was der Pilz tatsächlich für einen Nutzen von der Partnerschaft mit der Orchidee hat, deshalb wird oft gesagt, dass die Orchidee ein Parasit auf dem Pilz ist. Die Orchidee verdaut die Pelotons als Kohlenstoffquelle, bis sich in den Blättern Chlorophyll entwickelt, das kann von Monaten bis zu einer Ewigkeit dauern, weil einige Orchideen niemals Chlorophyll bilden. Die Abhängigkeit vom Pilz kann sich abschwächen, sobald die Orchidee einen gewissen Reifegrad erreicht hat. Besonders Epiphyten sind dafür bekannt, dass sie den Bedarf an Pelotons verlieren, Erdorchideen behalten die Partnerschaft aber gewöhnlich, bis dass der Tod sie scheidet. 4)5)

Alle Erdorchideen sind dadurch charakterisiert, dass sie eine Partnerschaft mit Pilzen haben, die im Boden leben. Die Hyphen nehmen Kontakt mit den Wurzeln auf, ohne sie zu zerstören, und es gibt einen Austausch von organischen Bausteinen – hauptsächlich Kohlenstoff- und Stickstoff-Verbindungen. 6) Das beginnt bei der Keimung der Samen und setzt sich bis zur reifen Pflanze fort.
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Claus

#1
Erdorchideen-Mykorrhiza, Teil 2

Wie bei allen Dingen in der Natur gibt es auch hier eine Abstufung. Gastrodia sesamoides (Kartoffelorchidee), Dipodium punctatum (gefleckte Hyazinthenorchidee) und den beiden Arten der Gattung Rhizanthella (Rhizanthella gardneri und Rhizanthella slateri) fehlt allen Chlorophyll. Das macht es ihnen unmöglich, die Sonnenenergie direkt über die Photosynthese einzufangen, sie können die Energiequelle nicht anzapfen, mit denen andere Pflanzen CO2 als Kohlenstoffquelle nutzen.  Diese Arten erreichen es, indem sie einen Pilz dafür nutzen, was sie für das gesamte Leben zu 100% abhängig von ihrem Partner macht. Die Kategorie Orchidaceae enthält etwa 200 chlorophylllose Arten, die ihren Kohlenstoff und ihre Mineralien vollständig von symbiotischen Pilzen erhalten, und deshalb heißen sie myco-heterotroph 7). Zu Beginn sind fast alle Orchideen myco-heterotroph, aber manche entwickeln niemals Blätter und verlieren die photosynthetische Funktion:

o   Aphyllorchis 15 Arten in Südostasien, Indomalaysia.
o   A. caudata
o   A. prainii
o   A. unguiculata
o   Corallorhiza 15 Arten aus nördlichem gemäßigtem Klima; Europa (1 Art), östliches Nordamerika bis Guatemala
o   C. maculata
o   C. mertensiana
o   C. striata
o   C. striata var. vreelandii
o   C. trifida
o   C. wisteriana
o   Cymbidium eine mycotrophe Art, C. macrorhizon in Japan
o   Cyrtosia 5 Arten in Indomalaysia (verwandt zu Galeola)
o   C. javanica
o   Cystorchis 8 Arten in China und Asien. Nur C. aphylla ist mycotroph
o   Didymoplexis 10 Arten der Altwelt-Tropen außer Westafrika und Indien
o   D. pallens Japan
o   Cephalanthera 1 Art, C. austinae A. Heller. [= Eburophyton; = Chloraea].
o   C. austinae
o   Epipogium 3 Arten des gemäßigten Eurasien
o   E. aphyllum
o   E. roseum
o   Eulophia Ca. 200 tropische Arten, einige sind mycotroph.
o   E. zolingeri Japan
o   Galeola 10 Arten in Madagaskar, Indomalaysia bis Australia. G. altissima (Bl.) Reichb. groß!
o   G. nudifolia
o   G. septentrionalis
o   Gastrodia 35 Arten in Ostasien, Indomalaysia bis Neuseeland, Australien. Einige mycotrophe Arten
o   G. confusa Japan
o   G. elata
o   G. lacista
o   G. nipponica Japan
o   G. procera
o   G. pubilabiata Japan. Von der CalypsoLip web site.
o   G. sesamoides
o   G. siamensis
o   Hexalectris 7 Arten in USA und Mexiko.
o   H. nitida
o   H. spicata
o   H. spicata
o   H. warnockii
o   Lecanorchis 20 Arten in Indomalaysia bis Japan. Einige Arten sind  mycotroph.
o   L. nigricans
o   L. trachycaula
o   L. trachycaula
o   L. sp. 1. Japan
o   Limodorum 1 Art am Mittelmeer und Europa bis Iran: L. abortivum.
o   L. abortivum
o   L. trabutianum
o   Neottia 9 Arten im gemäßigten Eurasien
o   N. nidus-avis
o   Pterostylis 70 Arten in  Australien, Malaysia bis New Caledonia. Nur einige sind mycotroph.
o   Rhizanthella 2 Arten von unterirdischen Orchideen in Südwest- und Ost-Australien . R. gardneri wächst auf Melaleuca uncinata (Myrtenheide)
o   R. gardneri
o   R. slateri
o   Stereosandra Nach Mabberley, 1 Art, S. javanica, in Südostasien und West-Malaysia.
o   S. javanica
o   Stigmatodactylus 4 Arten in Ostasien bis Malaysia.
o   S. sikokianus
o   Wullschlaegelia 2 Arten (W. aphylla, W. calcarata) im tropischen Amerika.
o   W. calcarata
o   Yoania 2 Arten im Himalaya und Japan.
o   Y. amagiensis
o   Y. japonica

Einige Disa-Arten aus Südafrika können andererseits auf reinem Sphagnum-Moos zur Keimung gebracht werden, und sie wachsen ohne Pilz weiter. Mit anderen Worten, es gibt Erdorchideen, die keine Pilze brauchen, und es gibt solche, die nicht ohne sie leben können, aber die meisten fallen irgendwo dazwischen. Dieses bizarre Verhältnis wird als eine der Ursachen angesehen, weshalb Orchideen eine gigantische Menge an winzigen staubfeinen Samen produzieren:

Da der Pilz die Sämlinge mit Nährstoffen versorgt, müssen die Orchideen die Samen nicht wie in anderen Pflanzen mit Stärke oder Zuckern ausstatten, um den Nachwuchs durch die ersten Tage der Keimung zu bringen. Andere Pflanzen müssen diese Reservestoffe einsetzen, damit der Sämling seine ersten Blätter und Wurzeln bilden kann, von diesem Punkt an kann sich der Sämling auf seine Wurzeln und Blätter verlassen, um organische Stoffe und Energie zu erhalten. Orchideensamen sind winzig, und es fehlt ihnen die eingebaute Ernährung größerer Samen; Orchideen durchlaufen dann eine nicht-grüne (achlorophyllische) Entwicklungsphase, in der sie keine Fette verarbeiten, Stärke abbauen, Phosphat gewinnen oder Photosynthese betreiben können und sich daher auf eine externe Quelle stützen müssen. Diese Stoffe werden entweder durch Menschen in der Form von einfachen kohlenstoffhaltigen Nährstoffen bei der sterilen asymbiotischen Keimung geliefert oder durch einen Pilz, der in der symbiotischen Keimung komplexe Verbindungen in einfachere abbaut. Die Pilzhyphen durchdringen die Testa der Samen und dringen entweder durch epidermale Haare oder über den Suspensor des undifferenzierten Embryos am unteren Ende des Samens ein. Durch Umstülpung der Plasmamembran dringen die Hyphen in die Zellen ein und wickeln sich zu Strukturen auf, die Pelotons genannt werden. Die Keimung des Samens zu einem Protokorm folgt. Die Zellen verdauen schließlich die Pelotons 8)9), aber gelegentlich wird der Pilz parasitisch und zerstört das Protokorm.

Es gibt erstaunliche Mengen an Pilzen im Boden, die alle miteinander im Wettbewerb stehen. Es gibt nur eine geringe Menge davon, die fähig (willens) sind, sich mit einer Orchidee zu verbinden, ohne sie zu zerstören. Pilze können buchstäblich überall gefunden werden; auf jeder Oberfläche, in jedem mikroskopischen Riss und sogar in der Luft, die man atmet. Wie kommen also die Samen an einen Ort, wo der richtige Partner ist? Die Antwort: einfach dummer Zufall! Das ist der Grund, weshalb die Orchidee tausende von Samen produziert – einige Arten sogar Millionen.

Aus dem NZNOG Journal 66:

In manchen Arten (Gastrodia, Danhatchia und Corybas cryptanthus in Neuseeland) entwickelt sich nie Chlorphyll, daher verlassen sich Orchideen Zeit ihres Lebens auf die Zusammenarbeit mit Pilzen. In anderen Fällen ist die Blattgröße zu klein, um den Rest der Orchidee zu ernähren, und die Orchidee verlässt sich zur Ernährung teilweise auf den Pilz (z.B. Corybas cheesemanii); solche Pflanzen hat man Saprophyten genannt, aber das ist eine falsche Anwendung des Begriffs. Einige Pflanzen der europäischen Spiranthes spiralis verbringen wechselnde Wachstumsperioden unterirdisch, anscheinend voll ernährt durch ihren Pilz in dieser Zeit; einige neuseeländische Orchideen erscheinen nicht jedes Jahr oberirdisch und machen wohl dasselbe.

Die meisten Erdorchideen scheinen besser in der Wildnis zu gedeihen als im Topf (manche können überhaupt nicht "künstlich" kultiviert werden), wahrscheinlich, weil sie zumindest teilweise Zugang zur Ernährung durch ihren Partner haben müssen.

In verschiedenen Erdorchideen dringen die Pilze über epidermale (Haut-) Zellen in die Sprosse, Knollen oder Wurzelhaare ein, nachdem sich Hyphen über die Wurzeloberfläche ausgebreitet haben 10). Pelotons werden gebildet und schließlich verdaut

"Symbiose" unterstellt gegenseitigen Nutzen und tatsächlich, Cymbidium und seine Pilze benötigen beide das Vitamin Thiamin, das aus Thiazol und Pyridin gebildet wird; der Pilz beschafft das Thiazol, und die Orchidee beschafft das Pyridin 11). Die meisten mit Orchideen assoziierten Pilze können jedoch ohne die Orchidee leben, und es scheint, dass wo der Pilz die Orchidee mit einer Reihe von Nährstoffen und Stimuli versorgt, gibt die Orchidee meistens wenig zurück. Viele Orchideen haben Wirtszellen, die den Pilz speichern und benachbarte Verdauungszellen, die den Pilz mit Hilfe von Substanzen, die als Phytoalexine bekannt sind, auflösen. Die Partnerschaft zwischen Orchidee und Pilz wurde Symbiose genannt oder auch ,,empfindliche ausbalancierte gegenseitige Feindschaft" 12), oder es ist reiner Parasitismus (der Orchidee auf dem Pilz)

Pilze, die anscheinend symbiotisch sind, können böse werden und die Orchidee angreifen; weiter können die Pilze von Epiphyten den Wirtsbaum der Orchidee attackieren zum Schaden des Baumes (und letztlich der Orchidee).

Die Chance, dass ein Orchideensamen an einem Ort landet, der den richtigen Lebensraum für die Pflanze und den Pilz bietet und der richtige Pilz gerade vorhanden ist, wird ziemlich gering sein. Dieser geringen Wahrscheinlichkeit kann aber auf einfache Weise widersprochen werden: da die Samen so klein sind, haben viele von ihnen Platz in einer Samenkapsel. Das geringe Gewicht ermöglicht die Verteilung durch den Wind, wodurch der Aktionsradius der Orchidee vergrößert wird. Einige Samen landen nahe bei der Mutterpflanze (wo der Pilz höchstwahrscheinlich vorhanden ist), und einige überqueren Ozeane, wodurch die Chance einen Partner zu finden und neue Gebiete zu erobern, drastisch verbessert wird.

Um diese Reisen möglich zu machen sind die staubfeinen Samen mit einer robusten Samenhülle ausgestattet – der transparenten Testa – die den Embryo mit einigen Dutzend bis zu einigen hundert Zellen enthält. Jede Embryonenzelle enthält eine gewisse Menge an Reservestoffen in Form von  Fetten und Stärken, aber dies reicht nur für wenige Tage mit geringem Verbrauch. Die meisten Pflanzensamen haben ausreichend Reservestoffe, um Wurzeln zu bilden, einen Stängel und ein Paar kleiner Keimblätter (Cotyledonen), aber die Orchidee packt nicht genug für diese Aufgabe ein. Die ersten Phasen der Keimung und Entwicklung benötigen daher eine externe Energiequelle.

Spezifität
Es ist nicht so, dass jede Art einer Orchidee einen festen Pilzpartner besitzt. Es gab darüber in den letzten Jahrzehnten eine große Diskussion, hier sind die Schlussfolgerungen aus einer Arbeit von Tylor und Bruns über Corallorhiza und Cephalanthera, in ,,A view of Specifity in Orchid Mykorrhizae using molecular Symbiont Identification"

•   Einige Pilzarten waren mit jeder untersuchten Orchidee verbunden
•   Benachbarte Orchideen von unterschiedlichen Arten hatten niemals denselben Symbionten
•   Es gab keine Überlappung der Pilzsymbionten in den vier Zielorchideen über den gesamten untersuchten Bereich
•   RFLP-Muster (http://www.fischdb.de/methoden/rflp) , die mit einem Enzym hergestellt wurden, waren häufig identisch in unterschiedlichen Pilzarten, die mit einer einzigen Orchideenart verbunden waren
•   Es gab keine identischen Enzymmuster bei Pilzen, die mit unterschiedlichen Orchideen verbunden waren
•   Es gab keine saisonale Fluktuation von Symbionten in einer Population von Corallorhiza maculata
•   Mehrfache Pilzarten wurden selten bei einem einzigen Orchideen-Individuum gefunden

Fazit:
1. Hypothese 1, dass eine bestimmte Orchidee sich mit verschiedenen Pilzen assoziiert, wenn sie an unterschiedlichen Standorten wächst, wird durch die Ergebnisse unterstützt.

2. Hypothese 2, dass benachbarte Orchideen unterschiedlicher Arten denselben Pilz miteinander teilen, wird durch unsere Ergebnisse in hohem Maße bestritten.

Mit anderen Worten: Es ist kein Einzelverhältnis. Obwohl die gesamte Pilz-Spezifität in der Orchideenfamilie eng ist, ist die Variation der Spezifität zwischen Orchideenarten groß. 13) Bei der Kultur machen wir einen Unterschied zwischen ökologischen Symbionten und physiologischen Symbionten. Die ersteren sind die Pilze, die auf den Orchideenwurzeln draußen gefunden werden. Die Pilze, die von Pflanzen in der Wildnis extrahiert werden, sind durch die Ökologie bestimmt; die Stelle, wo wir sie fanden, wird durch die Orchidee deutlich gemacht, aber die Pilze waren dort, ehe die Samen dorthin kamen. Die letzteren sind Pilze, die keine natürlich auftretenden Symbionten sind, die aber anscheinend Keimung und Aufzucht der Pflanzen schaffen. Es sollte deutlich sein, dass dies eine sehr nützliche Information ist: mit einer Sammlung von Pilzkulturen können wir Samen keimen lassen, indem wir verschiedene gut ausgewählte Kandidaten in mehreren Kulturen ausprobieren.

Wurzelzellen von Goodyera oblongifolia, welche Spulen (Pelotons) von Hyphen enthalten (wahrscheinlich von einem Rhizoctonia)
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Claus

#2
Erdorchideen-Mykorrhiza,Teil 3

Es gibt zu Mykorrhiza eine Anzahl von Links im Internet 14):

• Die Hardy Orchid Society in Großbritannien hat eine Pilzbank für Mitglieder: http://www.hardyorchidsociety.org.uk/
• CentraalBureau Schimmelcultures, (Zentralbüro für Pilzkulturen) in den Niederlanden: http://www.cbs.knaw.nl/
• Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH: http://www.dsmz.de/ Die Orchideenpilze, die in der DSMZ in den 90-er Jahren deponiert wurden, stammen von Versuchen für die Doktorarbeit  von Heinrich Beyrle, jetzt Eigentümer von www.myorchids.de
• Mykoflor in Polen liefert Pilze, die vom Botanischen Garten in Kiew aus epiphytischen Orchideen isoliert wurden: http://www.mykoflor.pl/de_index.html
• Man sollte nicht zögern, eine Universität oder einen Forscher mit Hintergrund in Mykologie und von in vitro-Kulturen anzusprechen.

Aus Funktion der Mykorrhiza, ein integrativer Pflanzen-Pilz-Prozess, Chapman & Hall, S394:

Die Arten der Spezifität von Orchideenmykorrhiza werden dadurch kompliziert, dass 2 Arten der Besiedlung erfolgen können: die erste, welche die Keimung des Samens und den Sämling umfasst und die zweite, welche neue Wurzeln erfasst 15). Ein in der Phase der ausgewachsenen Pflanze effektiver Pilz mag nicht so wirksam in der Keimphase sein. Die Arten der Spezifität – falls sie existieren – sollten folgerichtig den unterschiedlichen Selektionsdruck für die unterschiedlichen Wachstumsphasen der Orchideen widerspiegeln.

Ein weiterer Grad der Schwierigkeiten ist die Zahl der betroffenen Orchideen, nach Mabberley 16) mehr als 17.500 Arten, und die Anzahl an mit ihnen wechselwirkenden Pilzarten, sowohl Ascomyceten als auch Basidiomyceten.  Eine umfangreiche und aktualisierte Liste von nachgewiesenen und mutmaßlichen Orchideenendophyten ist in höchstem Maße wünschenswert, falls sich Arten der Spezifität herausstellen sollten, aber dies ist erschwert durch die Problematik, so viele Orchideenarten in vitro wachsen zu lassen und die allgegenwärtige Aufgabe Anamorph- und Teleomorph-Phasen für zahlreiche Endophyten zu isolieren und zuzuordnen. Mindestens 30 Arten von Orchideenpilzen Rhizoctonia wurden beschrieben. Die jüngsten Arbeiten von Currah 17), Currah et al. (1987 18), 1988 19), 1990 20), und Moore (1987) beschreiben die letzten Veränderungen in der Taxonomie von Orchideen-Endophyten.

Ökologische Verhältnisse zu anderen Pflanzen, z.B. Parasitismus und Saprophytismus von vielen Orchideen-Mycobionten verbinden weiter das Problem der Unterschiede der Spezifität zu erkennen. Z.B. sind einige Orchideen-Mycobionten parasitisch (Armillaria mellea, Rhizoctonia solani, R. cerealis, see Alconero, 1969 21); Smreciu & Currah, 1989 22); Harley & Smith, 1983 23)), saprophytisch (Coriolus versicolor, siehe bei Harley & Smith, 1983), und sogar symbiotisch mit EM-Wirtspflanzern wie  Sebacina vermifera (Teleomorph Basidiomycete) auf Melaleuca uncinata (Warcup, 1988).

In der Zeitschrift "Australian orchids", wird von Warcup (1981, 1971) angedeutet, dass die Orchideen-Spezifität  unterschiedlich abgestuft ist, von der Art zum Subtribus: er macht wegen der schwierigen Orchideenklassifizierung einige Einschränkungen bezüglich der Subtribus-Stufe. Klar, es mag verfrüht sein, dieser riesigen Gruppe von Orchideen-Mycobionten die passenden Spezifitätsbereiche zuzuordnen. Aber wenn man das Spektrum der begrenzten Standorte in der Welt betrachtet, dann können sich viele enge funktionelle Partnerschaften entwickelt haben (mit begrenzten Wirtsbereichen).

Gut, wozu muss ich das wissen?

Nun, neben der Fähigkeit, Samen, Pflanzen und Anleitungen zu bekommen, werden die Pilze als bestimmender Faktor gesehen, was von Hobbyisten heutzutage gekeimt werden kann. Falls man Zugang zu Samen hat, gibt es drei Wege, um sie zur Keimung zu bringen:

•   asymbiotische in-vitro Kultur
•   symbiotische in-vitro Kultur
•   symbiotische in situ Kultur

Die erste Technik benötigt eine gute Menge an know-how in Biochemie, Zugang zu Chemikalien, die manchmal schwierig zu beschaffen oder teuer sind, und es bedingt einen Kompromiss zwischen Geduld, Glück und Erfahrung.

Eine Ausnahme von den komplizierten Gemischen ist das vielfach benutzte und anerkannte Rezept von Svante Malmgren. Einzelheiten entnehme man seiner Website lidaforsgarden.com die sowohl in schwedisch als auch englisch erreichbar ist. Man kann feststellen, dass seine Technik eine wertvolle Alternative zur symbiotischen Kultur und eine ideale Einführung in die asymbiotische in vitro –Technik bietet. Svante Malmgren schrieb mir, als ich ihn einmal auf die einfache Kultur mit Symbiosepilzen ansprach, das würde er dann in einem weiteren Leben tun, für dieses reiche ihm die symbiotische Kultur aus.

Die zweite Technik ähnelt der ersten, aber man ersetzt den selbst gemixten Cocktail aus Chemikalien durch einen Pilz. Man benötigt immer noch Geduld, Glück und Erfahrung, aber es ist billiger einen Pilz am Leben zu erhalten als eine Sammlung von Chemikalien. Es kann natürlich so eine Zubereitung durch Gemische aus Kartoffel, Banane, Kokosmilch ... ersetzt werden, aber es gibt Grenzen. Und es gibt auch eine große Auswahl an Kartoffeln.

Die dritte Möglichkeit ergibt sich, indem man Samen in der Nähe von Mutterpflanzen ausstreut, sie mit Wasser im Garten versprüht oder die Aussaat der sehr leicht keimenden Arten wie Bletilla oder Disa uniflora.

Im Großen und Ganzen: Die Abhängigkeit von einem Pilz ist etwas, von der wir uns sehr gerne lösen möchten, aber er kann als Freund betrachtet werden anstatt als Feind. Die Keimung durch einen Pilz wird zur Zeit als zugänglich für Anfänger betrachtet, aber es wäre eigentlich wünschenswert ihn nach Erreichen der Keimung wieder zu verlassen und als unterirdischen Partner nicht mehr zu berücksichtigen, wenn die Sammlung gegossen und umgepflanzt wird.

So weit haben wir den Pilz mit der Keimung abgehandelt. Ich fürchte nur, dass die Mykorrhiza hier nicht endet. Ein großer Teil der Erdorchideen bleibt für den Rest ihres Lebens abhängig von der Mykorrhiza, und die derzeitige Meinung ist, dass eine Anzahl dieser Pflanzen nicht in Töpfen sondern am besten im Garten kultiviert werden sollte. Falls das Klima ihnen zusagt ist das auch die beste Lösung.

Wurzelzellen von Goodyera oblongifolia – zwei deutliche Einschnürungen der Pilzhyphen, wo sie von einer Zelle in die nächste wandern

Wo stehen wir heute, gibt es Pflanzen, die wir tatsächlich so wachsen lassen können? Die Antwort ist, dass es eine riesige Menge an kultivierten Erdorchideen gibt, und jede Woche werden es dank der Hobby-Züchter mehr, die sie verteilen und darüber aufklären. Es ist gut zu wissen, dass Mykorrhiza existiert, und wenn man irgendetwas damit machen will ist man auf jeden Fall erfolgreich bei der Aufzucht von Erdorchideen. Aber wenn man die Mykorrhiza gedanklich richtig mit einbezieht öffnet sich eine Welt von Experimenten auf dem Gebiet der Hybridisierung und exotisch aussehenden unbekannten Orchideen. Man kann darauf warten, dass andere die Kultur für eine Gattung oder eine Art beginnen oder man kann es selbst machen.

Kultivierung der Mykorrhiza

Nachstehend sind die Pilze aufgelistet, von denen bekannt ist, dass sie Keimung und Wachstum von Erdorchideen unterstützen. Ziel ist es, eine Basis für diejenigen anzubieten, welche die Keimung von Orchideensamen mit Mykorrhiza versuchen wollen. Es sollte auch noch Informationen über den Prozess der Isolierung und Züchtung der eigenen Pilze geben. Wir wissen z.B. dass Pilze, die aus Arten eines anderen Kontinents isoliert wurden, bei der Kultivierung neuer Arten helfen können.

Isolierung des Pilzes

Erdorchideen kommen in vielen unterirdischen Formen vor, mit oder ohne Knollen, mit fleischigen Wurzeln oder Rhizomen. Die beste Stelle, den Pilz zu finden, ist die Wurzel – Knollen oder Rhizome sollten unbeachtet bleiben. Das Abschneiden einer Wurzel wird die Pflanze normalerweise nicht schwächen und kann ohne wesentliche Störung von Pflanze und Standort erledigt werden.

Ein paar Tipps:
• Gattungen wie Ophrys werden während der Ruhezeit auf eine Knolle reduziert, man sollte nicht erwarten, aus solch einer Knolle einen Pilz erfolgreich isolieren zu können. Diese Pflanzen bilden jedes Jahr neue Wurzeln, und sie werden mit dem Pilz infiziert, sobald sie mit dem Boden in Berührung kommen – die Hyphenaktivität erreicht einen Spitzenwert, wenn die Pflanze selbst auf ihrem vegetativen Höhepunkt ist.
• Rhizom-Gattungen wie Bletilla und Cypripedium nutzen die Wurzeln während des vegetativen Wachstums, um Stärke zu gewinnen und zu speichern, erst nach dem Einziehen der Blätter dringen die Hyphen wieder in die Zellen ein, um Pelotons zu bilden.
• Man wählt immer die größten, am schnellsten wachsenden Pflanzen zur Pilzisolierung aus. Bei der Keimung mit Pilzen hat man damit die besten Erfolge.
• Man benötigt immer die Erlaubnis des Grundeigentümers auf privatem Besitz bzw. von der zuständigen Behörde auf öffentlichem Gelände. Die Entnahme der Pflanzen, um Mykorrhiza daraus zu gewinnen, ist ein eingreifender Prozess, der in den meisten Fällen gesetzlich untersagt ist. Die meisten Erdorchideen stehen unter Schutz, aber auch bei ungeschützten Arten kann man nicht einfach loslegen und ihnen die Wurzeln abschneiden.

Man kann es nicht oft genug erwähnen, Orchideen sind keine Pflanzen, die man einfach ausgraben und mit nach Hause nehmen kann. Sie stehen unter Schutz, und wenn man keinen legalen Weg hat Material zu bekommen sollte man seine Aktivitäten stoppen.

Der beste Weg, um Pflanzen mit darin enthaltener Mykorrhiza zu bekommen, sind kultivierte Pflanzen mit darum herum wachsenden Sämlingen. Spontan keimende Pflanzen im eigenen Garten sind das ideale Ausgangsmaterial. Älteren Pflanzen, vor allem künstlich vermehrten, fehlt of der Pilz.

Isolierung aus Wurzelschnitten


Man schneidet einige Wurzelspitzen der Pflanze von 1 – 1,5 cm Länge ab und benutzt dabei die oberen Wurzeln (nicht die fingerartigen Knollen). Nun folgt eine Prozedur, welche die Oberfläche der Wurzeln reinigt und desinfiziert: Man beginnt damit, sie mit normalem Leitungswasser zu waschen, um Erdpartikel zu entfernen. Dann bereitet man 8 Petrischalen oder kleine Gläser vor (Reagenzgläser könnten auch funktionieren): eine mit 30% Wasserstoffperoxid, eine mit 20% Wasserstoffperoxid und 6 mit sterilem Wasser.

Die Wurzelspitzen werden mit einer Pinzette 5 Sekunden in die erste Petrischale gehalten, 20 Sekunden in die zweite und je 10 Sekunden in die anderen 6. Diese Schritte desinfizieren die Wurzeln ohne die innere Mykorrhiza abzutöten.
Achtung: das hochprozentige Wasserstoffperoxid ist gefährlich, es ätzt die Haut an. Die Haut wird weiß und beginnt zu schmerzen, und man muss sie unbedingt in viel Wasser baden. Es muss klar sein, dass die Wirkung auf Schleimhäute noch extremer ist (Mund, Augen!).
 
Die Isolierung einzelner Pelotone
Beschrieben bei: Batty et al., 2001; Clements & Ellyard, 1979; Ramsay & Dixon, 2003

Ködern des Pilzes (Seed baiting)

Ködern ist eine Technik zur Isolierung des Mykorrhiza-Pilzes von einem Standort oder einer Bodenprobe, vorausgesetzt, man ist sehr sicher, dass der Boden tatsächlich die Mykorrhiza enthält. Die Idee ist ganz einfach: anstelle den Boden auf ein Medium zu geben und all die Pilze darin zu isolieren und zu testen, die daraus wachsen (es sind buchstäblich hunderte an Stämmen), säen wir Samen auf den Boden und schauen, ob es Keimung gibt. Diese gekeimten Samen werden dann auf ein Kulturmedium gegeben und die Mykorrhiza – die jetzt im Samen steckt – kann sich über das Medium ausbreiten. Obwohl dies einfacher ist als die Isolierung und das Testen jedes möglichen Pilzes im Boden (was unmöglich ist), gibt es zwei Nachteile:

• Wenn man einen keimenden Samen auf ein Medium im Glas legt, kommen andere Pilze dazu. Man muss in den ersten Tagen nach Eindringlingen schauen. Im Idealfall würde man den keimenden Samen unter ein Mikroskop legen und ihn zerschneiden, um ein Peloton zu extrahieren oder etwas vom Myzel, das im Samen wächst. Welchen Weg man immer wählt, sobald auf dem Medium um den Samen herum das Myzel wächst, muss man ein Stück davon mit einem sterilisierten Stück Draht herausnehmen und in ein Glas mit frischem Nährboden übertragen.

• Ein keimender Samen heißt nicht, dass es der richtige Pilz ist, es gibt viele Fälle in der Literatur, in denen die Keimung nach wenigen Tagen stecken bleibt und der Sämling niemals Blätter bildet. Man sollte versuchen, Sämlinge zu bekommen, die bis zu dem Punkt gewachsen sind, an dem sie Blätter bilden, und dann kann man die Mykorrhiza aus den Wurzeln isolieren.

Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Claus

Erdorchideen-Mykorrhiza, Teil 4

Kultivierung des Pilzes in der Küche[/b]

Weiter unten stehen einige Rezepte zur Herstellung von Nährböden unter Verwendung von Küchengeräten und Stoffen, die man im nächsten Tante-Emma-Laden bekommt. Hygiene ist ein sehr wichtiger Faktor, um Erfolg zu haben, und es gibt Arbeiten, die eine Sterilisation benötigen und die man nicht auslassen darf. Pilzsporen und Bakterien sind in unserer Atemluft und auf jeder Oberfläche um uns herum, das heißt, man muss in einem sterilen Umfeld arbeiten wie z.B. in einer selbst gebauten Sterilbox. Da der Nährboden auf ein optimales Wachstum von Pilzen ausgelegt ist, kann man eine Menge Fehler durch Kontamination mit unerwünschten Organismen erwarten. Sie sollten so schnell wie möglich entfernt und vernichtet werden. Eine gute Kultur zeigt eine einheitliche Farbe (die buchstäblich jede sein kann und sich ändert, wenn das Medium sich ändert), und eine Kontamination kann man als Flecken oder örtliche Abstufung zu einer unterschiedlichen Farbe oder Schattierung erkennen. Wenn man eine Digitalkamera hat sollte man nicht zögern, die Erfahrung zu dokumentieren und weiterzugeben.

Ein paar Tipps für die Küchenkultur

1. Sicherheit zuerst: Die verschiedenen Arten der Sterilisierung benötigen eine Hitzebehandlung mit einem Druckkochtopf oder Abflämmen der Geräte. Man benutze seinen Kopf, um eigene Verletzungen zu vermeiden oder das Haus in Flammen zu setzen. Vor allem soll man beim ersten Mal eine Art Trockenlauf der Prozesse machen: man suche den besten Platz, wo man vorübergehend alles ablegen kann, und man vermeide ständig herumzulaufen.

2. Mit Variationen bei den Komponenten sollte man versuchen zu experimentieren, die unten angegebenen Nährböden sind universell und können durchaus abgeändert werden. Der ideale Nährboden ist weitgehend transparent, damit man sehen kann, was darin geschieht.

3. Man wähle einfache Maßeinheiten: Die Komponenten werden oft in gemischten Einheiten wie Gramm, Liter oder Teelöffeln angegeben. Es sollte berechnet werden bevor man beginnt, um eine reine Schätzung zu vermeiden. Normalerweise mischen wir alles, um schließlich einen Liter Medium zu erhalten – wenn ein Rezept 3 Gramm Zugabe angibt meint es 3 Gramm für jeden Liter fertiges Medium. Ein Liter (1000 ml) Wasser wiegt 1 Kilogramm (1000 g), wenn man also 10 Gramm von etwas zugibt könnte man auch versuchen daran zu denken, dass es 1% der fertigen Mischung ist.

4. Manchmal müssen wir eine Flüssigkeit von einer trüben Suppe abfiltrieren – man nimmt dazu ein Taschentuch oder ein sauberes dickes Gewebe, aber kein Mulltuch.

5. Oft brauchen wir einen Gelbildner, um das Medium zu verfestigen, meist wird Agar gebraucht. Agar wird aus einer Meeresalge extrahiert und wird in Form von Pulver, Flocken oder Strängen verkauft die sich in heißem Wasser lösen und unterhalb von etwa 45°C gelieren. Man verwendet nur die Menge, die zur Verfestigung des Medium gerade benötigt wird – normalerweise 6-8 g für weichen und 14 g für harten Agar. Man kann ihn in mittleren bis großen Beuteln kaufen, meistens in Geschäften für asiatische Lebensmittel. Der Aufkleber sollte geprüft werden ob der Agar rein ist, wir wollen keine Zusätze (z.B. Fungizide). Je reiner desto besser, Agar aus Lebensmittelgeschäften enthält noch eine Menge an Mineralstoffen und die sind bekannt dafür, dass sie für die Keimung problematisch sein können. Guter Agar kann bei http://www.omikron-online.de/cgi-bin/cosmoshop/lshop.cgi  gekauft werden, davon benötigt man 6 g/l.

6. Die Azidität eines Mediums wird als pH-Wert bezeichnet (power of Hydrogen).  pH-Teststreifen kann man in Drogerien kaufen (es gibt Sets zum Testen von Leitungswasser, Gartenerde oder Teichwasser), oder man kann sie selbst herstellen: Mit Saft von Rotkohl (rot = sauer, blau = alkalisch). Mit Essig senkt man den pH-Wert, Natriumcarbonat (Soda) oder Na-Bicarbonat hebt ihn an. Ich selbst nehme Citronensäure bzw. Kalilauge.

7. Das Medium darf nicht erneut erhitzt werden, wenn der pH-Wert gesenkt wurde, das kann dazu führen, dass der Agar beim Abkühlen nicht fest wird, ein oft beklagter Fehler.

8. Es dürfen nur Materialien verwendet werden, welche die Temperatur eines Druckkochtopfes aushalten (zur Sterilisation). Rostfreie Metallgeräte und temperaturstabile Gläser für Babynahrung lassen sich verwenden.

9. Gefäße und Geräte bleiben während des Arbeitens zugedeckt – Staub bewegt sich immer in der Luft, und er fällt grundsätzlich nach unten.

10. An den Kulturen sollte man nicht riechen, Sporen von schädlichen Pilzen könnten in die Lunge geraten.

11. Zutaten wie Haferflocken, Stärke etc. werden am besten in Bioläden oder mit einem Bio-Aufkleber gekauft, um Fungizide oder Konservierungsmittel zu vermeiden.

Die Nährböden benötigen drei Komponenten, um darauf Pilze wachsen zu lassen:

• Stickstoff: Aus Pepton, Hefeextrakt, Malzextrakt, Aminosäuren, Ammonium- oder anderen Nitratverbindungen.

• Kohlenstoff: Aus Zuckern wie Glucose, Fructose oder Mannose. Reiner Rohrzucker kann manchen Medien zugesetzt werden, aber normalerweise setzen wir Zucker aus einer natürlichen organischen Quelle ein.

• Vitamine: Pilze haben einen natürlichen Mangel an Vitaminen, sie werden aus der gleichen organischen Quelle geliefert, aus der wir unsere Zucker beziehen.

Die meisten Nährböden werden etwas trübe sein. Die ausgewählten Zutaten für das Medium werden gemischt und beim Erhitzen ständig gerührt, um ein Anbrennen am Topfboden zu vermeiden. Falls bei den Vorarbeiten noch kein Agar enthalten ist, kann man ein sauberes Tuch benutzen, um das Medium nach dem Abkühlen zu filtrieren. Wenn man es in einen Messbecher filtriert, so kann man Wasser zugeben, um den Verlust beim Kochen und Filtrieren zu kompensieren – man füllt z.B. auf einen Liter auf. Ein kurzer Hinweis zum Filtrieren: Grobe Stücke sollten zuerst mit einem Sieb herausgeholt werden, dann erst lässt man die Flüssigkeit durch ein Tuch laufen. Das vermeidet das Verstopfen des Tuchs. Dann wird die Flüssigkeit in den sauberen Kochtopf gegossen und der Agar zugegeben und wieder erhitzt. Man rührt ständig weiter, da der Agar am Boden kleben und anbrennen kann. Es dauert einige Minuten bis der gesamte Agar gelöst ist, aber das Gemisch sollte nicht stärker kochen, da es sonst schäumt. Die Gläser zum Einfüllen sollten vorbereitet auf einem sauberen Tuch warten. Es ist unbedingt erforderlich, dass die Gläser blitzsauber sind. Wenn sie gereinigt werden ist es wichtig, dass alle Reste von früherem Inhalt entfernt wurden, so wie auch Papier und Klebstoff auf der Außenfläche und den Deckeln. Nach dem Reinigen wäscht man mit Leitungswasser, um die letzten Spuren des Spülmittels zu entfernen (sie enthalten Stoffe, die Pilze und Bakterien abtöten). 

Noch während er heiß ist wird der Nährboden abgefüllt, der Agar verfestigt sich erst beim Abkühlen unterhalb von 45°C. Es ist zu vermeiden Medium auf den Rand oder an die Wand des Glases (sowohl innen als auch außen) zu spritzen. Der Deckel bekommt ein kleines Loch in der Mitte, ein paar Millimeter sind genug. Wenn man einen 4 mm Bohrer verwendet, kann man ein halbes Wattestäbchen so einstecken, dass der Wattekopf das Loch von oben abdichtet, die Watte wirkt dann zusammen mit einer Abdeckung als einigermaßen sicheres Filter gegen Keime. Die Gläser werden zugeschraubt und eine Haube aus Aluminiumfolie über den Deckel bis etwa einen Zentimeter unter die Oberkante gezogen. Jetzt werden die Gläser im Drucktopf sterilisiert. Das Druckkochen ist unbedingt erforderlich, unter Druck steigt die Wasser- und Dampftemperatur über 100°C und tötet alle Sporen von verunreinigenden Bakterien und Pilzen ab. Man kann einen Tag zwischen Vorbereitung der Gläser und Sterilisierung warten, aber besser ist es, in einem Durchgang zu arbeiten. Den Anweisungen für den Drucktopf ist unbedingt zu folgen, diese Dinger können explodieren, wenn sie nicht sachgemäß verwendet werden. Nachdem der Kochtopf den gewünschten Druck erreicht hat (zweiter Ring beim Sicomatic ist sichtbar), stellt man die Uhr auf 20 – 30 Minuten.

Nach dem Abkühlen sind die Gläser jetzt vorbereitet angeimpft zu werden, man kann sie aber noch eine Woche bei 20 – 25°C halten: Falls noch eine Kontaminations-Spore hinein geraten sein sollte, wird sie sofort wachsen und sich ausbreiten, diese Gläser sind dann nutzlos und sollten so schnell wie möglich gereinigt werden – nach der Reinigung kann das Glas wieder verwendet werden. Man weiß nie, welche Infektion hinein geriet, nicht daran riechen oder berühren, der Inhalt kommt in den Müll.

Die Aluminiumfolie bleibt auf den Gläsern, sie ist ein Schutz gegen Sporen, die durch das kleine Loch im Deckel eindringen können. Für mit Pilz infizierte bzw. Aussaatgläser benutze ich allerdings zum Abdecken Frischhaltefolie. Man sollte sich noch etwas Zeit nehmen die Gläser anzuschauen. Ein perfektes Glas enthält ein gleichmäßig trübes Gel ohne Tropfen auf der Innenseite des Glases. Tropfen sind kein wirkliches Problem, aber eine richtige Wasserschicht auf der Oberfläche des Mediums ist zu vermeiden, Ursache sind entweder zu wenig Agar oder weil die Gläser zu früh aus dem Drucktopf entnommen wurden. Tropfen können sich auf der Oberfläche des Mediums sammeln, das Glas dann nicht schütteln sondern ein paar Tage stehen lassen – kleine Mengen können noch durch das Medium absorbiert werden. Dieses Kondensat kann aber auch direkt vor dem Animpfen mit dem Pilz mit einer sterilen Spritze abgezogen werden.

Wenn das Tuch oder Filter zu grob ist oder falls das Tuch ausgequetscht wurde, um die gesamte Flüssigkeit auszudrücken, bildet sich eine Bodenschicht, die ein bisschen dunkler ist als das übrige Medium. Das ist nicht schlimm, aber man sollte ein einheitlich gefärbtes Medium anstreben.

Nährbodenrezepturen

PDA (potato dextrose agar)

Kartoffel-Glucose-Agar ist der am meisten gebräuchliche  Nährboden, um Pilze und Bakterien zu kultivieren, die lebende Pflanzen oder verrottendes pflanzliches Material befallen. PDA ist ein sehr ergiebiges Medium, das starkes Myzel-Wachstum bewirkt und die Bildung von Sporen auf den meisten Pilzen verhindert, man verwendet es für schnelle Vervielfältigung. Man kann das Medium auch bei Händlern kaufen.
1. 200g geschälte und in Stücke geschnittene Kartoffeln werden in 1 Liter Wasser gekocht bis sie weich sind.
2. Der Extrakt wird in einen Behälter filtriert und Wasser zugefügt, bis 1 Liter erreicht ist.
3. 10 – 20 g Glucose werden zugegeben
4. 12 - 17 g  Agar zugeben, man sollte vorher einen Ansatz ausprobieren, um die richtige Menge abzuschätzen – es hängt von der Quelle des Agars ab, wieviel man braucht, damit er sich verfestigt.
5. Unter ständigem Rühren wird das Gemisch vorsichtig erhitzt. Dann wird es in saubere und gewaschene Babynahrungsgläser oder Marmeladengläser gefüllt, die der Hitze des Drucktopfs standhalten.
6. Die Gläser werden mit den gelochten Deckeln verschlossen und mit Alufolie überzogen.
7. 20 – 30 Minuten im Drucktopf kochen und ganz abkühlen lassen, ehe der Topfdeckel geöffnet wird.


CMA (corn meal) & OMA (oat meal agar)


Mais-Agar und Hafer-Agar eignen sich auch gut für die meisten Pilze, aber die Sporenbildung erfolgt hier schneller. Die Kohlenhydrate aus Hafer und Mais sind schwieriger zu verdauen, was im Verhältnis zu PDA zu einer normalen Stärke des Mediums führt. Es gibt auch eine Variation bezüglich des pH-Werts, die ACMA genannt wird ( acidified CMA, angesäuerter Mais-Agar), der einen sehr niedrigen pH-Wert hat (etwa 3,5) und bakterielles Wachstum unterdrückt. Der Nachteil von ACMA ist, dass er nach der pH-Korrektur nicht wieder erhitzt (sterilisiert) werden kann – man benötigt daher eine sehr sterile Arbeitsumgebung zum Abmischen. ACMA wird auch oft als Kurzform für ,,alkalischer CMA" (mit sehr hohem pH-Wert) oder ,,antibiotischer CMA" (CMA mit Antibiotika) benutzt, dies sind aber zwei unterschiedliche Bezeichnungen.

CMA:
1. 60 g frisch gemahlenes Maismehl zu 1 l Wasser geben
2. Zum Sieden erhitzen und 1 Std. leicht köcheln lassen
3. Durch ein Tuch filtrieren und auf 1 l mit Wasser auffüllen
4. 15 g Agar zugeben und diese Mischung unter Rühren zum leichten Sieden erhitzen. In gereinigte und ausgespülte Babynahrungsgläser oder Marmeladengläser abfüllen, welche die Hitze eines Drucktopfes aushalten.
5. 20 – 30 Minuten im Drucktopf kochen und ganz abkühlen lassen, ehe der Topfdeckel geöffnet wird.

OMA:
1. Zu 1 l Wasser werden 30 g Haferflocken oder Hafermehl gegeben
2. Zum Sieden erhitzen und die Temperatur so weit absenken, dass die Mischung noch 2 Std. köchelt.
3. Die Flocken abfiltrieren (bei Hafermehl nicht notwendig) und mit Wasser auf 1 Liter auffüllen
4. zur noch heißen Lösung 15 g Agar geben und bis zur Lösung rühren
5. Die Gläser werden mit den gelochten Deckeln verschlossen und mit Alufolie überzogen.
6. 20 Minuten im Drucktopf sterilisieren.


WA (water agar)

Wasser-Agar ist ein schwaches Medium, das nur Wasser und Agar zum Verfestigen enthält. Es wird manchmal zur anfänglichen Isolierung von aggressiven Pilzen benutzt: ein oberflächlich desinfiziertes Stück Orchideengewebe wird aufgelegt, und einige Pilze beginnen zu wachsen. Das Medium erlaubt kein schnelles Wachstum, und Proben von unterschiedlichen Arten können auf neues WA-Medium oder ein ergiebigeres Medium gelegt werden.
1. 20 g Agar
2. 1000 ml destilliertes Wasser
3. mischen, rühren, aufheizen, abfüllen und sterilisieren.

PCA potato carrot agar)
Kartoffel-Karotten-Agar ist schwächer als PDA (und evtl. CMA), aber es ist eine gute Alternative, wenn CMA nicht so gut wirkt.
1. 40 g Karotten werden gewaschen, geschält, in Scheiben geschnitten und 10 Minuten in 1 Liter Wasser gekocht
2. der Extrakt wird filtriert
3. 40 g Kartoffeln werden gewaschen, geschält, in Scheiben geschnitten und 10 Minuten in 1 Liter Wasser gekocht
4. der Extrakt wird filtriert
5. 250 ml Karottenextrakt, 250 ml Kartoffelextrakt und 500 ml Wasser werden zusammen mit 15 g Agar unter Rühren erhitzt
6. abfüllen und 20 Minuten sterilisieren.
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Claus

#4
Erdorchideen-Mykorrhiza, Teil 5

Die Keimung von Orchideensamen

Sobald man reine Stämme von Mykorrhiza hat kann man mit der Keimung von Orchideesamen beginnen ohne komplizierte Medien herzustellen oder unter extrem sterilen Bedingungen zu arbeiten wie bei der asymbiotischen Kultivierung.

Man hält einen Vorrat an Gläsern mit folgendem Inhalt:
• 5 sterilisierte Gläser mit Agar von geringer Stärke (z.B. 10 g/l OMA)
Diese Gläser warten auf das Animpfen in Erwartung neuer Mykorrhiza oder zur Notfall-Rettung kontaminierter Kulturen. Der Vorteil ist, dass diese Gläser für mehr als nur wenige Wochen frei von Kontaminationen bleiben, man ist absolut sicher bezüglich Kontaminationen, und sie können so ziemlich unbegrenzt aufgehoben werden.

• Für jeden reinen Pilzstamm ist es ratsam 3 Kulturen mit mittlerer Stärke vorzuhalten (15 g/l), wenn sie nicht genutzt werden. Sie dienen als Mutterkulturen, eine dient dazu Proben zu nehmen, um neue Kulturen zur Keimung zu starten, und 2 sind Reserve. Die Reservekulturen können im  Kühlschrank aufbewahrt werden. Die Stärke des Mediums ist ziemlich hoch aus folgenden 2 Gründen:
• Um Kontaminationen so früh wie möglich sichtbar zu machen
• Wenn man Proben entnimmt, um neue Gläser anzuimpfen, erholen sich die beschädigten Kulturen sehr schnell.

• 3 Kulturen mit geringer Stärke (5 g/l) für jeden der oft benutzen Stämme. Man benutzt sie, um Orchideensamen darauf zu streuen. Die Stärke ist gering, um die Geschwindigkeit zu reduzieren, mit denen sich Kontaminationen auf den Samen ausbreiten. Die Kultur soll sich auf der gesamten Oberfläche des Agars ausbreiten, ehe darauf ausgesät wird.

Erfahrene Aussäer auf symbiotischen Böden wissen, dass 5 g/l Hafer bereits oft zu Parasitierung der Pilze führt, d.h. die Pilze vernichten bereits die Embryonen vor der Keimung bzw. die gebildeten Protokorme. Üblich sind daher 2,5 – max. 3 g/l.

Sobald man dieses erledigt hat kann man loslegen. Ich empfehle aber dringend, die Samen vor der Aussaat zu desinfizieren, um den Eintrag von fremden Pilzen zu vermeiden. Der Pilz auf dem Nährboden hat zwar eine gewisse Abwehrwirkung, aber bei stark verkeimten Samen reicht diese nicht aus, und über kurz oder lang überzieht Schimmel die Oberfläche und tötet gekeimte Protokorme ab.

Im Gegensatz zur asymbiotischen Keimung, bei der bei den meisten Erdorchideensamen nicht nur eine Desinfektion vorgenommen werden muss sondern auch keimhemmende Stoffe im Embryo zerstört werden müssen, reicht hier eine Desinfektion von 5 Minuten mit 0,5% Natriumhypochlorit-Lösung oder 2% Wasserstoffperoxid aus. Natriumhypochlorit erhält man mit 2,8% Gehalt als DanKlorix in Drogeriemärkten. Um z.B. 50 ml einer 0,5%igen Lösung herzustellen, mischt man 9 ml DanKlorix mit 41 ml destilliertem Wasser.
   
Was man ebenfalls benötigt, ist eine Liste der Orchideen-Arten, welche der Pilz keimen kann und was man von ihm auf unbekanntem Terrain vermutet.

Orchideenmykorrhiza : Gattungen

Hier folgt eine Liste nach Gattungen als Überblick und ein Beispiel für Tulasnella.

Die Gattungen wurden aus Orchideenwurzeln extrahiert oder sie sind dafür bekannt, dass sie Orchideensamen keimen lassen. Die Absicht dabei ist, eine Empfehlung für Keimung und Kultivierung zu geben. Da das Gebiet der Mykologie gelinde gesagt etwas geheimnisvoll ist, benötigen hinzugefügte Daten eine nachprüfbare Referenz.
Die Mehrzahl der Orchideenarten scheint mit Rhizoctonia-Arten (Anamorph) assoziiert zu sein, welche zu den ziemlich entfernt verwandten Arten (Teleomorphe) Sebacina, Tulasnella, Thanatephorus und Ceratobasidium gehören. Aber manche Orchideen verbinden sich mit noch entfernteren Gattungen wie Russula und Thelephora. Allerdings gehören alle gut dokumentierten Orchideen-Verbindungen mit einer Ausnahme (Epipactis helleborine assoziiert sich mit Tuber) zu den Basidiomycota.
   
Es gibt eine ganze Menge an widersprüchlichen Daten über die Klassifizierung der einzelnen Stämme und Arten dieser Pilze. Zur Abgrenzung wenden wir die Daten entsprechend dem Index Fungorum  an.

Jede Gattungs-Seite in http://culturesheet.org enthält eine Liste der Arten. Dort kann man die Gattungen auch anklicken und erhält dann die entsprechende Seite. Für jede Gattung wird die Erfahrung mit einem ihrer Stämme dort kurz erklärt. Ein Eintrag beginnt mit der Identität der Teleomorphen, falls der Stamm nach Bildung von Fruchtkörpern bestimmt wurde. Einträge, die nicht mit dieser Identität beginnen, müssen als Anamorphe vermutet werden, mehr Details enthält die zitierte Publikation.

• Agaricaceae
•    Coprinus
• Ceratobasidiaceae
•    Ceratobasidium
•    Ceratorhiza
•    Rhizoctonia
•    Thanatephorus
•    Waitea
•    Ypsilonidium
• Corticiaceae
•    Moniliopsis
• Exidiaceae
•    Serendipita
• Hymenochaetaceae
•    Hymenochaete
• Marasmiaceae
•    Armillaria
•    Marasmius
• Mycenaceae
•    Mycena
• Polyporaceae
•    Coriolus
•    Fomes
•    Xerotus
• Rhizopogonaceae
•    Rhizopogon
• Sebacinaceae
•    Sebacina
• Thelephoraceae
•    Thelephora
•    Tomentella
• Tulasnellaceae
•    Epulorhiza
•    Tulasnella

Tulasnella calospora (Boud.) Juel

Anamorph-Identität: Epulorhiza repens: bestätigte Keimung von Thelymitra pauciflora , vermuteter Partner von Acianthus spp. 1)

Es besteht das Gerücht, dass Tulasnella identisch mit dem erfolgreichen "B1" ist, der zur Keimung bei der Erdorchideen-Vermehrung dient. 2) 3) Der B1 wurde aus einer Dactylorhiza fuchsii in Mittelengland von einem Mitglied der Hardy Orchid Society isoliert.

Keimungsversuche durch Erdorchideen-Liebhaber haben gezeigt, dass der B1 ein ziemlich potenter Keimpilz ist. Erfolgreiche Versuche sind hier gelistet. Wer von anderen Arten bzw. Versuchen Kenntnis hat, sollte sie auf der Website im Diskussionsteil eintragen und die Referenz nicht vergessen. Pilzmuster für eigene Versuche können bei  http://www.orchidsbypost.co.uk/ oder bei http://www.johnsorchids.co.uk/ gekauft werden.

Dokumentiert für sehr gute Keimung auf B1:
Pterostylis
•    Pterostylis nutans 4)
•    Pterostylis ingens 5)
Dactylorhiza
•    Dactylorhiza majalis 6)
•    Dactylorhiza foliosa 7)
•    Dactylorhiza elata 8)
•    Dactylorhiza nieschalkiorum 9)
Anacamptis
•    Anacamptis morio 10)
Spiranthes
•    Spiranthes cernua 11)
Orchis
•    Orchis laxiflora Gruppe 12)
•    Orchis elegans 13)
Habenaria
•    Habenaria tridactylites 14)
Goodyera repens
•    Goodyera repens 15)

Dokumentiert für mittlere bis schlechte Keimung auf B1

Himantoglossum   Meine Erfahrung: Himantoglossum keimen nicht auf B1
Orchis
•    Die Orchis mascula –Gruppe ist schwer einschätzbar 16)   Meine Erfahrung: Orchis mascula keimt nicht auf B1

Ophrys  Meine Erfahrung: Ophrys keimen nicht auf B1
Calypso
•    Calypso bulbosa 17)   Meine Meinung: Calypso bulbosa keimt nicht auf B1

Ergänzung durch mich:


Auf  B1 hatte ich gute Keimung mit folgenden Arten:
Dactylorhiza maculata, fuchsii, iberica, saccifera, sphagnicola, purpurella, sambucina, insularis, romana. Es scheint, dass alle Dactylorhiza-Arten gut auf B1 keimen.
Anacamptis papilionacea
Spiranthes spiralis (sehr gut) (Ich hatte nie Keimung bei asymbiotischer Aussaat, aber andere hatten Erfolg damit), romanzoffiana
Orchis boryi, palustris
Goodyera oblongifolia (sehr gut)
Platanthera bifolia
Gymnadenia conopsea
Nigritella nigra (schlecht)

Antwort von terrorchid: http://culturesheet.org/wiki:user:terrorchid:start     
Vielen Dank, die meisten oben gelisteten Arten stammen aus europäischen Quellen. Gut, dass es sich auf die nordamerikanischen Arten erweitert.

B1 in Kultur auf OMA ist ein gelb gefärbter schleimiger Pilz, der dünn auf der Agar-Oberfläche wächst (oberes Foto). Ältere Kulturen zeigen Hyphen auf der inneren Oberfläche des Glases (unteres Foto).

Die Keimung wird normalerweise durch Aussaat auf eine Kultur von 2,5 g/l OMA durchgeführt. Die Desinfektion der Samen ist nicht notwendig, man sollte aber einige Minuten mit 0,5% Natriumhypochlorit oder  2% H2O2 desinfizieren. Die Keimung sollte innerhalb von 1 – 3 Wochen erfolgen. Nach der Keimung werden die Sämlinge alle 4 Wochen auf ein neues Glas mit einer B1-Kultur umgelegt.

Meine Meinung: Eine Samendesinfektion ist sehr wichtig, um keine Fremdpilze in die Kulturen einzuschleppen. Aussaat ohne Desinfektion ist ein sicherer Weg zur Kontamination der Kulturen.

Referenzen zu Tulasnella

1) ITS-RFLP and sequence analysis of endophytes from Acianthus, Caladenia and Pterostylis (Orchidaceae) in southeastern Queensland, Jeremy J. Bougoure, Damian S. Bouboure, John W. G. Cairney and John D. W. Dearnaley, Mycological Research (2005), 109: 452-460 Cambridge University Press
2) Private conversation with Dr. Frank Meissner
3) http://www.orchideenkultur.net/index.php?topic=1289.0
4) , 5) http://forum.terrorchid.org/viewtopic.php?t=1471
6) , 7) , 8) , 9) , 10) , 11) http://forum.terrorchid.org/viewtopic.php?t=1003
12) , 14) , 15) http://forum.terrorchid.org/viewtopic.php?t=959
13) http://forum.terrorchid.org/viewtopic.php?t=946
16) , 17) http://forum.terrorchid.org/viewtopic.php?t=1272
18) , 19) , 20) , 21) , 22) Recent developments in the study of orchid mycorrhiza, Hanne N. Rasmussen, Danish Forest and Landscape Research Institute - original reference not processed yet

Externe Links


The Mycorrhiza Literature Exchange
http://www.pfc.cfs.nrcan.gc.ca/biodiversity/bcern/manual/index_e.html
http://mycology.cornell.edu/listings.aspx?findex=Discussion
http://www.indexfungorum.org/Names/NamesRecord.asp?RecordID=251038
http://www.ionopsis.com/sainsburyp.htm

Referenzen zum ersten Teil der Übersetzung


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PhD Doctorate, Penelope Sarah Hollick
Peterson RL, Farquhar ML. Mycorrhizas - integrated development between roots and fungi. Mycologia 1994; 86 (3): 311-326.
Ramsay RR, Dixon KW, Sivasithamparam K. Patterns of infection and endophyte associations with Western Australian orchids. Lindleyana 1986; 1: 203-214.
Hijner JA, Arditti J. Orchid mycorrhiza; vitamin requirements and production by the symbionts. Amer.J.Bot. 1973; 60: 829-835.
Arditti J, Fundamentals of orchid biology. Wiley, New York, 1992. p445.
Lancaster T.L. Preliminary note on the fungi of the New Zealand epiphytic orchids. Trans.N.Z.L 1911; 43: 186-191.
Campbell E.O. The mycorrhiza of Gastrodia cunninghamii HookF. Trans.Roy.Soc.N.Z 1962; Bot 1: 289.
Campbell E.O. Gastrodia minor Petrie, an epiparasite of Manuka. Trans.Roy.Soc.N.Z 1963; Bat 2: 73.
Campbell E.O. The fungal association of a colony of Gastrodia sesamoides R.Br. Trans.Roy.Soc.N.Z. 1964; Bot 2: 237.
Campbell E.O. The Fungal Association of Yoania australis. Trans.Roy.Soc.N.Z. 1970; Biol.Sci. 12: 5-12.
Campbell E.O. The Morphology of the Fungal Association of Corybas cryptanthus. J.Roy.Soc.N.Z 1972; 2: 43-47.
Dixon K. Seeder/clonal concepts in Western Australian orchids. In Population ecology of terrestrial orchids. Eds T.C.E. Wells and J.H. Willems. J.H. SPB Academic Publishing: The Hague, 1991, ppl11-124.
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Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Charlemann

Uii, Claus,

da hast Du Dir aber jede Menge Arbeit gemacht!
Vielen Dank dafür! :thumb

Claus

Hat mir Spaß gemacht, und gelernt habe ich auch noch was. Und bei dem esoterischen englisch wußßte ich nach 5 Zeilen oft nicht mehr, was in der ersten stand. Vielleicht ein Anfall von Hildesheimer.  :-D
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Charlemann

Zitat von: Claus am 20.Dez.10 um 11:00 Uhr
Und bei dem esoterischen englisch wußßte ich nach 5 Zeilen oft nicht mehr, was in der ersten stand. Vielleicht ein Anfall von Hildesheimer.  :-D

Das kann ich mir gut vorstellen.
Ich habe mal spaßeshalber (bzw. der einfachheit halber) Texte aus englischen Fachberichten im Internet kopiert und in den Textübersetzer von Google gesetzt.
Was da für ein Kauderwelsch raus kam war echt köstlich. an einen Satz kann ich mich grog erinnern.
"Sie müssen die Flasche kräftig gegen die Palme werfen damit offen sie wird."
Ich hab´ mich echt beömmelt vor lachen und gefragt. Wo bekomme ich jetzt eine Palme her.
Da macht die Eigenübersetzunmg schon wirklich Sinn.
Nochmals Danke Claus!

Burki

Hallo Claus,
vielen Dankfür Deinen umfassenden und sehr lehrreichen Beitrag, der endlich mal Licht ins Dunkel brachte.
Auch wenn ich mich vermutlich nie mit Aussaaten weder A noch B-symbiotisch noch sonstwie beschäftigen werde, habe ich schon einiges zum Thema recherchiert und gelesen. Aber erst, nachdem ich diesen Beitrag verschlungen habe, hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, einen Großteil verstanden zu haben.
Vielen Dank dafür. :blume
Grüße, Burki     http://bulbophyllum.de/Bulbophyllum/

Die billigen Tricks sind oft die preiswertesten.
Verdorbener Spaß muß nicht sofort weggeworfen werden.
Zwei accounts kosten nicht das doppelte sondern Nerven.
Hat die Sache einen Haken, hänge was Aufgebundenes dran.