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Autor Thema: multiresistente Wolläuse  (Gelesen 165 mal)


Offline Catwheazle

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multiresistente Wolläuse
« am: 14.Nov.21 um 11:51 Uhr »
Hallo,
bei einem bekannten Orchideenhändler bei München habe ich mir - trotz aller Vortsicht -
Wolläuse eingehandelt.
Diese sind leider gegen mein komplettes Arsenal resistent und im Handel wird die Auswahl ja auch immer geringer.
Leider müssen die Pflanzen im Wohnraum stehen, können aber vorübergehend (einige Tage) auch ins unbewohnte Kalthaus (8/10° bzw 10/15°) umziehen.
Hat jemande eine Idee, bzw. Bezugsquelle für ein Mittel, das noch wirken könnte ?
Im Moment kontrolliere ich den Bestand von Hand, was, wie ihr Euch denken könnt, eine echte Fleißarbeit ist.
Danke!
Bernd

οἶδα οὐκ εἰδώς, oîda ouk eidōs


Offline Ruediger

  • Beiträge: 19982
Re: multiresistente Wolläuse
« Antwort #1 am: 14.Nov.21 um 14:15 Uhr »

Kannst Du mal die Wirkstoffe aufschreiben, die Du bislang verwendest hast.

Ich habe bislang keine multiresistenten Wolläuse gesehen, nur falsche und zu kurze Behandlungsregime.
Das ist i.d.R. das eigentliche Problem.
Beste Grüße

Rüdiger


Offline doc snyder

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Re: multiresistente Wolläuse
« Antwort #2 am: 14.Nov.21 um 14:47 Uhr »
Wollläuse sind echt hartnäckig, fast so schlimm wie Spinnmilben...
Wichtig bei Wollläusen ist auch, die Umgebung zu kontrollieren. Sie saßen sogar im Gehäuse einer Uhr und an der Wand zwischen Hänge-Töpfen und Wand. Bei Orchideen habe ich es dann final geschafft, in dem ich sie im Sommer alle substratfrei gemacht, dann 3 mal behandelt und in neue Töpfe und neues Substrat getopft habe. Viel Erfolg und Ausdauer  :thumb
Schere das Schaf und töte den Bären, nie umgekehrt.


Offline Catwheazle

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Re: multiresistente Wolläuse
« Antwort #3 am: 14.Nov.21 um 15:00 Uhr »
Danke.
@doc snyder .... das klingt nach weiterer "abendfüllender" Beschäftigung :-(

Hier die Liste der Substanzen:
Avetamiprid
Pyrethrung + Rapsöl
Syngenta (leider ohne nähere Angaben was immer das ist)
Acequinocyl
Akaizid

... Bei Gelegenheit: ich frage mich, ob und welches der Präparate auch gegen Brevipalpus bei Pleione am wirksamsten ist....
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Online Ramarro

  • Beiträge: 367
Re: multiresistente Wolläuse
« Antwort #4 am: 14.Nov.21 um 16:11 Uhr »
... Bei Gelegenheit: ich frage mich, ob und welches der Präparate auch gegen Brevipalpus bei Pleione am wirksamsten ist....

Mit Spiritus sprühen, in voller Konzentration, nur nicht gerade auf junge Blätter, aber da sitzen sie ja normalerweise auch nicht. Damit wird jedenfalls auch die Bildung von resistenten Stämmen verhindert. Die Eier werden jedoch nicht geschädigt, daher muss man es schon einige Male wiederholen. Aber lieber erstmal nur an einer Pflanze ausprobieren, denn für Pleione habe ich es selbst noch nie gebraucht.

Grüße,
Rolf


Offline Claus

  • Beiträge: 13757
Re: multiresistente Wolläuse
« Antwort #5 am: 14.Nov.21 um 18:13 Uhr »
Wenn man noch das alte Bi58 bekommt, das wirkt systemisch. Kann man spritzen oder gießen, das hilft.
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O’Rell)


Online Ramarro

  • Beiträge: 367
Re: multiresistente Wolläuse
« Antwort #6 am: 14.Nov.21 um 19:32 Uhr »
Bi58 habe ich noch, verwende es mittels Gießen auch erfolgreich gegen Thripse, aber gegen Brevipalpus hat es nie geholfen. Kommt aber möglicherweise auf den jeweiligen Stamm an, also am besten doch zumindest mal probieren ...


Offline Carsten

  • Beiträge: 969
Re: multiresistente Wolläuse
« Antwort #7 am: 15.Nov.21 um 11:13 Uhr »

Avetamiprid
Pyrethrung + Rapsöl
Syngenta (leider ohne nähere Angaben was immer das ist)
Acequinocyl
Akaizid

... Bei Gelegenheit: ich frage mich, ob und welches der Präparate auch gegen Brevipalpus bei Pleione am wirksamsten ist....

Akarizid ist die Wirkung, nicht der Wirkstoff, da muß noch was anderes stehen. Syngenta ist ein Hersteller.

Du hast mindestens ein Akarizid (Mittel gegen Spinnentiere = Milben = Brevipalpus) im Schrank. Du brauchst aber drei Mittel mit Wirkstoffen aus drei verschiedenen Wirkstoffklassen, die nacheinander, in der richtigen Jahreszeit (wegen Temperatur und Aktivität der Tiere) und im richtigen Abstand (drei Wochen, Brevipalpus haben eine längere Generationstzeit als Läuse) eingesetzt werden. Wenn du gegen eines dieser Prinzipien verstößt, züchtest du resistente Brevipalpus.
Gegen Wollläuse helfen Insektizide, da hast du ja mehrere. Auch da gilt, wie doc snyder schrieb: mindestens dreimal mit verschiedenen Wirkstoffklassen im Abstand von 7-14 Tagen behandeln.
Alkohol hilft lokal auch gut, aber bitte nur auf harten Pflanzenteilen anwenden.

Gegen Brevipalpus kann man im Frühjahr Raubmilben aussetzen.


Offline Catwheazle

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Re: multiresistente Wolläuse
« Antwort #8 am: 19.Nov.21 um 18:02 Uhr »
Danke
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