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Autor Thema: Kultur von Stein-Laelien  (Gelesen 225079 mal)


Offline stpo2009

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #540 am: 02.Mai.13 um 05:48 Uhr »
Hallo Berthold,

Also das rot kommt definitiv nicht von einer Infektion. Das ist einfach die Reaktion auf die erhöhte uv Strahlung. Selbst wenn die Pflanzen nicht in direkter Sonne stehen merken diese die erhöhte uv Strahlung.

Im Winter werden die Pflanzen dann wieder Grün.  Sollte die Infektion am rot Schuld sein müssten alle meine Pflanzen schon laengst überm Jordan sein.

Wie kann man diese Infektion ( schwarzfäule) verhindern bzw gibt es gängige mittel dagegen ?  Halten unsere salzempfindlichen Steinchen das aus? Denn meistens sind es ja Salze und noch ungesunde Aluminium Verbindungen.


Die Aussage zu den Milben... Was ich beobachtet habe. Im Winter im Wintergarten hat keine einzige Pflanze eine Milbe. Letztes Jahr ist es mir auf gefallen. Ein paar Wochen nach dem ich die in den Garten gestellt hab und es kurz feuchter war sah ich gefühlte 10.000 Milben auf meinen Pflanzen. Relativ groß. Definitiv keine spinnmilben oder rote Milben... Um sicher zu gehen wurden diese natürlich kurzerhand bekämpft. Ich wenn diese keinen sichtbaren Schaden verursacht haben. Mal gucken ob es dieses Jahr auch so eine Explosion gibt?  Vielleicht kamen die auch aus m Garten und haben sich nur verlaufen. Keine Ahnung....

Laelia sincorana sollte nackt aufgebunden werden. Meine sitzt auf Kork. Mineralisches Substrat ist meiner Meinung nach ungeeignet.


Offline stpo2009

  • Beiträge: 895
Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #541 am: 02.Mai.13 um 05:50 Uhr »
Ach und zu laelia Milleri. Diese ist meines Wissens eine der wenigen Steinchen die nicht in die direkte Sonne sollten! Morgens oder abends mal kurz aber Mittagssonne ist zu extrem

Das Blatt ganz unten hat eindeutig Sonnenbrand und vielleicht dadurch schon ne Infektion!


Offline Muralis

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #542 am: 02.Mai.13 um 07:35 Uhr »
Grüß euch!

Interessant, was da so alles geschrieben wird. Vieles kann ich nicht bestätigen. Laelia milleri steht (respektive stand) an den Originalfundorten in voller Sonne auf Eisenerz soviel ich gelesen habe. Bei mir steht gerade diese Art das ganze Jahr über sehr sonneneponiert. Im Winter hart beim Glas südseitig aber sehr kalt im Wintergarten (letzten Winter schien aber eh nie die Sonne), im Sommer draußen südseitig auf der Terrasse. Wichtig dort ist beim Hinausstellen, dass man sie nicht sofort in die direkte Sonne stellt, um Sonnenbrandschäden zu vermeiden.

Wurzelfäule bemerke ich nicht. Ich habe allerdings einen hohen Prozentsatz an ziemlich neuen Pflanzen (die letzten 1-2 jahre gekauft), die noch ein gering entwickeltes Wurzelsystem besitzen. Außerdem sehe ich mir das Wurzelsystem nicht vollständig an, da ich es ja möglichst wenig stören will. Da meine Kultur möglichst kostenfrei mit Naturmaterialien funktionieren soll, so wie es auch in der Natur ist, stehen die Pflanzen in Granitgrus, den ich in einem Steinbruch aufsammeln kann. Nährstoffe erhalten sie beim Gießen mit aufgelöstem humusiertem Rindermist, den ich von einem (inzwischen leider aufgelösten) Misthaufen gewann.

Im Prinzip werden sie fast wie Kakteen gehalten.

Zufällig habe ich gestern eine Aufnahme vom Blühfortschritt meiner milleri gemacht - erstaunlich wie so eine 1,5cm-Bulbe so einen kräftigen Blütenstängel hervorbringen kann. Ich erwarte 7 Blüten, wenn weiter alles glatt läuft.

Zu der gezeigten Pflanze von Markus: Im Prinzip erscheinen mir deine Maßnahmen i.O., nur ist die Pflanze natürlich geschwächt und weist einige Schäden an den alten Pflanzenteilen auf. Da wird man dann einiges an Geduld brauchen. In diesem Fall würde ich die Pflanze mehr halbschattig halten und weniger stark stressen. Das geht ja mir bei vielen der neuen Pflanzen genauso. Ich bin enttäuscht, dass auch einige schon gut bewurzelte Pflanzen wie die ghillanyi, liliputana usw. noch immer zu schwache Triebe produzieren, um zu blühen. Da sind doch ein paar Jahre an fehlerfreier Kultur nötig. Bei der milleri war es nicht anders, aber jetzt blüht sie jedes Jahr immer besser.

VG Wolfgang


Offline Markus_13

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #543 am: 02.Mai.13 um 08:00 Uhr »
Herzlichen Dank für Eure Antworten!

Ich versuche summarisch auf die Einwände und Vorschläge zu antworten: Die Pflanze pflege ich schon seit einigen Jahren, so dass sie relativ gut wächst. Mein Problem bisher: Sie bildete sogar richtig große und starke Bulben mit prallen 9cm langen und 5cm breiten Blättern aus, aber keine Blütenscheiden - oder zuletzt nur mal eine Mini (2 im Foto oben). Jedes Jahr ist die Wuchsform aber ziemlich anders, obwohl ich die Pflanze nie umgetopft und auch nicht die Pflegebedingungen geändert habe - mit Ausnahme letzten Jahres, wo sie bereits draußen stand und diese großen und kräftigen NT bildete.

Den Sonnenbrand bekommt die L. milleri (so wie andere Steinlaelien auch nicht anders) vor allem dann, wenn man sie im Frühjahr nicht langsam an die stärkere Sonne heranführt, also wenn sie vom lichtärmeren Winterstandort auf einmal in volle Sonne gestellt wird - das quittiert sie sofort mit Sonnenbrand. Aber wenn man das vermeidet, also die Pflanze schon früh im Jahr der Sonne aussetzen kann, dann verfärben sich die dunkelgrünen NT des Winters so wie im Foto oben zu sehen (1 im Foto oben) - und auch die älteren Blätter tun dies, wenn auch nicht ganz so stark.

Die Pflanze ist m.E. gesund - jedenfalls hat sie an der Oberfläche 3 lange Wurzeln, die gesunde, an der Spitze auch dunkelrot gefärbte Wurzelspitzen zeigen (allerdings relativ kurze und nicht mehr lange grün-rote wie noch vor der sonnenintensiven Phase).

Die Blattoberfläche der NT-Blätter (es sind übrigens 2, der andere ist nicht zu sehen, da die Pflanze in 2 entgegengesetzte Richtungen wächst, aber der andere sieht genauso aus, was aber ok ist, weil man so ganz gut vergleichen kann) ist schrumpelig, das Blatt vergleichsweise relativ substanzarm, aber mit glatter und fester Blattunterseite (ganz wichtiges Erkennungsmerkmal!). Die NT vom Vorjahr sind prall und fest - und das prallste und am besten genährte Blatt ist kurioserweise genau dieses, welches Berthold für sonnenbrandgeschädigt hält. Wenn man da auf die Blattunterseite fasst, dann merkt mann, dass dieses Blatt als Speicherorgan voll genutzt wird (vermutlich wohl nicht mehr so gut als Photosyntheseorgan, mag sein).

Interessant ist noch zu erwähnen, dass ich weitere L. milleri pflege, darunter eine noch jüngere, die an einem älteren NT einen eindeutigen Sonnenbrand hat (dem Blatt macht es aber nicht viel aus, ist nur ein isolierter toter Fleck) - da hatte ich die Pflanze letztes Jahr zu schnell in die volle Sonne gestellt. Außerdem 4 kleine Jungpflanzen ca. 2 Jahre alt - alle mit kleinem Neutrieb, der im Moment wächst, natürlich ebenso purpurrot wie auf dem Foto der NT.

Aus diesem Befund möchte ich vermuten, dass die Pflanzen eindeutig gestresst sind. Aber das ist ja auch von mir intendiert: ich möchte herausfinden, ob ich die Pflanze auf diese Weise dazu bewegen kann, kompaktere NT mit Blütenscheide zu bilden. Denn große grüne NT ohne Blütenscheide bildet sie ja sogar auch im Winter aus.

Nur habe ich jetzt, nachdem ich Eure Fotos gesehen habe, ein wenig die Befürchtung, dass ich es damit übertreibe, denn dort haben die Blätter gerade mal rote Rändchen... so war's bei mir den ganzen Winter über auch.

Im Anhang ein Foto, welches die ganze Pflanze etwas besser zeigt - die Blätter der beiden NT befinden sich in den Ecken links unten und rechts oben. Die schrumpeligen alten Blätter erkläre ich mir dadurch, dass die Pflanze im März von Pinienrinde auf Lavalit-Quarzkies umgestellt wurde - das hat vermutlich das alte Wurzelsystem gekostet, aber die NT treiben ordentliche neue Wurzeln, so dass ich zuversichtlich bin, dass sich die Pflanze den Sommer über im neuen Topf etablieren wird.

Liebe Grüße
Markus
« Letzte Änderung: 02.Mai.13 um 08:55 Uhr von Markus_13 »


Offline Muralis

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #544 am: 19.Mai.13 um 21:02 Uhr »
Geschafft! :rofl


Offline Berthold

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #545 am: 19.Mai.13 um 23:30 Uhr »
Geschafft! :rofl

Gut Ding will Weile haben  :yes
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Offline Natascha

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #546 am: 15.Jun.13 um 12:17 Uhr »
Meine reginae hat es tatsächlich geschafft, die Pflanze selbst habe ich erfolgreich in einen kümmerlichen Zustand versetzt.

LG Natascha :to_pick_ones_nose:


Offline Berthold

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #547 am: 21.Sep.13 um 21:50 Uhr »
Wolfgang, auch hier hat fournieri jetzt eine Blüte gebildet und fast alle anderen treiben jetzt erst neue Bulben.
Vielleicht ist es in Brasilen im Sommer zu heiss und/oder zu trocken, sodass die Pflanzen erst im Herbst anfangen zu wachsen. Sie wissen ja nicht, dass hier der Winter so kalt wird.
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Offline Muralis

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #548 am: 21.Sep.13 um 21:57 Uhr »
Servus Berthold,
ich hab angenommen, dass fournieri sich synchron zur wohl nahe verwandten lucasiana verhalten wird. Diese macht bis zum Sommer ihre Neutriebe fertig und blüht. Später kommende Triebe scheinen (wegen geringerer Lichtausbeute?) keine Blüten mehr anlegen zu wollen.
Da diese 3 Arten nun schon den 3. Winter bei mir verbringen, sollten sie schön langsam wissen, wo´s lang geht ;-)


Offline Berthold

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #549 am: 21.Sep.13 um 22:57 Uhr »
Da diese 3 Arten nun schon den 3. Winter bei mir verbringen, sollten sie schön langsam wissen, wo´s lang geht ;-)

Wolfgang, einige meiner Lithops blühen hier immer noch im Herbst, obwohl ich sie hier sogar ausgesät habe
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Offline Lisa.

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #550 am: 21.Sep.13 um 23:26 Uhr »
Fournieri ist bei mir soeben verblüht.
Grüße
Lisa


Offline Muralis

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #551 am: 22.Sep.13 um 12:30 Uhr »
Fournieri ist bei mir soeben verblüht.

Und, Kultur im Sommer draußen?

Würd mich interessieren, um die Ursachen für die zeitlich unterschiedlichen Abläufe herausfinden zu können.


Offline Berthold

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #552 am: 22.Sep.13 um 12:43 Uhr »
Ich hatte viele Pflanzen im Frühling draussen, aber jetzt kommt keine mehr nach draussen.
Die Blätter, die im Herbst unter Glas gebildet werden (also ca. ab jetzt) leiden ziemlich stark, wenn sie im Frühling der UV-Strahlung der Sonne ausgesetzt werden. Da verliert man einige Monate Wachstumszeit im jährlichen Vegetationszyklus.
Wenn man die Wachstumsphase auf das Frühjahr verschieben kann, sodass alle Blätter draussen unter UV-Licht wachsen, sollte der Aussenaufenthalt verträglich sein.
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Offline Muralis

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #553 am: 22.Sep.13 um 18:53 Uhr »
Ja klar, meine waren natürlich auch wieder draußen und sind erst vor wenigen Tagen wieder in den WiGa übersiedelt.
Die entscheidende Frage wäre jetzt - war Lisa´s fournieri, die schon verblüht ist, auch draußen? Denn bei meiner wird es sicher noch einige Zeit dauern, dass sie blüht. Fraglich, ob es sich vor der herbstlichen Nebelsuppe noch ausgeht...


Offline Eerika

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Re: Kultur von Stein-Laelien
« Antwort #554 am: 22.Sep.13 um 19:40 Uhr »
Ich muss mal knipsen.
Fournieri blüht gerade (war im GWH) und paar machen noch Knospen.