Orchideenkultur

Fachbereich => Epiphytische Orchideen der Tropen und Subtropen => Laelia (nicht mexikanisch), Cattleya, Epidendrum, Encyclia & Co. => Thema gestartet von: Leo H. am 05.Jan.20 um 22:13 Uhr

Titel: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 05.Jan.20 um 22:13 Uhr
Hallo allerseits,
ich würde wirklich gerne eine Cattleya-Multihybride kultivieren und das wirklich gerne länger als ein paar Wochen grins. Ich bin mir nicht wirklich sicher ob es sich lohnt bei meinen Bedingungen:

-SW-Fenster
-LF 50%
-Tags im Winter ~21°C, nachts ~18°C, 16 wären auch noch möglich, in den Übergangsjahreszeiten tags und nachts 2-5° wärmer
-Sommeraufenthalt im Garten in einer halbschattigen, kühlen Ecke
 oder im Blutpflaumenbaum (luftiger aber sonniger und wärmer oder im Holunderbusch (sehr schattig aber heiß)
-Sommer drinnen tags meist >25°C, nachts wie draußen
 (neben offenen Fenster)
-bisher keine Schattierung vorhanden

Dazu würde ich gerne wissen, ob ich die Pflanze in eine Draht-Hängeampel pflanzen kann, die mit einer Kokosmatte ausgelegt ist (die ist sehr luftig, man kann durchpusten). Dann kann sie direkt am Fenster hängen und im Winter deshalb etwas kühler sein. Im Sommer wäre alternativ auch ein Platz in einem Gewächshaus vorhanden, das ist aber auf Tomaten ausgelegt und knackt mehrmals im Jahr die 40-Gradmarke (einmal hat sogar die 45 Grad erreicht). Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.
Lg
Leo
Titel: Re: Lohnt sich der Einstieg in Cattleyas?
Beitrag von: walter b. am 06.Jan.20 um 14:39 Uhr
Hallo Leo,

bei Multihybriden kenne ich mich nicht so gut aus, aber "wärmere" Arten wie lueddemaniana, violacea, wallisii oder auch iricolor sollten sich über die Bedingungen freuen können. Da würde ich aber den Freilandaufenthalt modifizieren oder weglassen.

Viele grüße
Walter
Titel: Re: Lohnt sich der Einstieg in Cattleyas?
Beitrag von: Leo H. am 07.Jan.20 um 14:44 Uhr
Hallo Walter,
danke für den Tip! Werde mich mal umschauen.
Lg Leo
Titel: Re: Lohnt sich der Einstieg in Cattleyas?
Beitrag von: Rüdi am 07.Jan.20 um 15:50 Uhr
Hallo Leo,

hast Du da schon eine "Multihybride" im Auge? Ich meine, dass viele dieser Deine Bedingungen tolerieren. Sind ja auch vielfach für die Fensterbank gezüchtet.
Wenn ich Deine Daten mit meinem Südwestfester vergleiche, passt es eigentlich. Ich habe aber noch einen Rollladen, den ich bei extremer Belichtung im Frühjahr und Sommer runterlassen kann. Die recht aggressive Sonne im Frühjahr, wenn die Cattleyen noch nicht an die frische Luft können, gilt es zu mildern. Ne einfache Schattierung von innen lässt sich leicht bauen.
Ich sehe da aber ein Problem mit Deiner  Draht-Hängeampel! Die hat mein riesiges Epiphyllum z.B.! Nix für drinnen, es sei denn man stellt die Ampel in ein wasserdichtes Gefäß oder stellt es drunter zum Auffangen des Gießwassers, was fast ungebremst durch die Kokosmatte läuft. 
Bei mir hängen die meisten ca. 90 Pflanzen (außer Phal.) in den Apfelbäumen, Kiefer, einem mit Schattiergewebe bespannten Stegplatten-Unterstand und unter dem weiten Dachvorsprung, wo die Sonne nur früh morgens hinscheint. Unter meiner Blutpflaume wäre es zu schattig, weil superdicht. Ich kenne Deinen Holunder nicht. Der Holunder hat den Vorteil dass er manche Insekten und anderes Getier abhält.
Also: nur Mut!!!
Titel: Re: Lohnt sich der Einstieg in Cattleyas?
Beitrag von: Leo H. am 07.Jan.20 um 19:57 Uhr
Hallo,
ich dachte an eine Blc. Tainan Gold. Rlc. Remars Brightest gefällt mir auch sehr gut. Danke für die ermutigenden Antworten! Ich hatte gedacht die Ampel im Winter zu tauchen, gut abtropfen zu lassen und dann einen Untersetzer auf den Boden darunter zu stellen. Im Sommer gibt es ja selten mal längere Regenperioden, soll ich sie dann unter ein Vordach hängen oder kommt sie damit klar? Wenns es sehr heiß ist (35°C +), reicht dann der Schatten des Baumes oder ist es angebracht, sie reinzuholen? Sorry, ich frage ziemlich viel fällt mir gerade auf. O-). Also stoppe ich hier mal die Wörterflut. Vielen dank nochmal.
Lg Leo
Titel: Re: Lohnt sich der Einstieg in Cattleyas?
Beitrag von: Rüdi am 07.Jan.20 um 22:30 Uhr
Aha, die beiden ähneln sich  grins
In den Kokos-Baskets trocknen meiner Meinung nach die Pflanzen zu schnell aus. Untersetzer im Winter auf den Boden stellen? Wo hängt denn dann die Pflanze? An der Decke im Zimmer? Aber gut, das musst Du wissen. Je weiter vom Fenster, desto weniger Licht. Und wie ich googeln konnte, brauchen die beiden schon viel davon.
Tja, wenns so heiß wird, wie im vergangenen Jahr? Aber das halten Cattleyen aus den Tieflagen Südamerikas schon aus - ist dort nicht kälter. Die Gebirgspflanzen sehen das etwas anders. Bei beiden Hybriden ist temperierte Kultur angegeben - also Durchschnitt. Es  sollte nur im Sommer die Sonne nicht ungehemmt auf die Pflanzen brennen. Leider haben meine Apfelbäume viel Laub durch die Hitze verloren - vertrocknet. Dann reicht der Schatten nicht mehr. Also unters Vordach. Und morgens und abends wässern.
Titel: Re: Lohnt sich der Einstieg in Cattleyas?
Beitrag von: Leo H. am 12.Jan.20 um 19:14 Uhr
Hallo,
gesagt getan. Heute habe ich mir besagte Rlc. Remar's Brightest bei einer Orchideengärtnerei gekauft :-D. Dazu kamen noch ein Topf und der dazugehörige Hänger.

Ich weiß, eigentlich topft man Cattleyas um wenn die neuen Wurlzeln ganz kurz sind. In meinem Fall waren sie teilweise schon etwas länger, so 6cm. Ich habs trotzdem gemacht, weil der Neutrieb den Topf bereits gesprengt hatte.
Bild 1

Unten in den Topf habe ich Gitter gelegt, damit die Löcher nicht dicht werden
Bild 2

So sah die Pflanze frisch eingetopft aus (vielleicht ein bisschen viel Platz)
Bild 3

Leider habe ich ein paar Wurzeln verletzt, die alten sehen aber soweit gut aus und die neuen werden wohl einfach weiterwachsen. Ich habe ja bis auf die im Bild keine abgebrochen.
Bild 4

Ihr Platz am Fenster. Ich habe sie später noch unter die Zusatzbeleuchtung gestellt. Die sollte Halbschatten im Sommer entsprechen. (Mein Sonnentau wird darunter schön rot)
Bild 5

Ich hoffe mal ich habe alles richtig gemacht. Kann man den Titel des Threads im nachhinein noch ändern? Würde sich ja anbieten das ganze "Rlc. Remar's Brightest" zu nennen.
lg, Leo

PS: Irgendwie schaffe ich es nicht die Bilder in den Text einzufügen, also stell euch vor sie wären da ;-)
Titel: Re: Lohnt sich der Einstieg in Cattleyas?
Beitrag von: sabinchen am 12.Jan.20 um 19:25 Uhr
Leo, das sieht sehr vielversprechend aus.  :thumb
Multihybriden funktionieren am Fenster sehr gut, und deine Werte sind klasse.
Falls du sie draußen aufstellen möchtest, dann bitte mit Sonnenschutz und Schutz vor Regen.
Lieber selber gießen als drauf regnen lassen.  :yes :wink
Titel: Re: Lohnt sich der Einstieg in Cattleyas?
Beitrag von: Ralla am 12.Jan.20 um 21:06 Uhr
Sieht gut aus.
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 22.Jan.20 um 19:04 Uhr
Bereits nach 10 Tagen melde ich mich wieder. Beim eifrigen entfernen dieser Hüllen um die Bulben habe ich - quasi aus Versehen- diese drei Knubbel freigelegt. Sie sind vollkommen unverletzt.  :star . Wird sie ja wohl nich putt machen das Hüllblatt zu entfernen. Ist es das wofür ich es halte?
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 21.Feb.20 um 20:39 Uhr
Sie macht Wurzeln und zwei neue Triebe :star
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 08.Apr.20 um 10:48 Uhr
Hallo,
inzwischen habe ich eine zweite Cattleyahybride, BLC. Chinese Beauty. Sie hat in den 8 Wochen Aufenthalt bei mir einen NT gemacht, an dessen Spitze sich nun ein Blatt entwickelt. Er ist kürzer als die vorherigen, das liegt wohl an den neuen Bedingungen und dem damit verbundenen Schock (vom eher halbschattigen Gewächshaus auf meine sehr helle Fensterbank mit weniger Luftfeuchte).
Heute habe ich beschlossen, dass mein O-Dünger ungeeignet ist (NPK 3-8-6) und deshalb mit BK gedüngt (in Wasser aufgelöst mit ~580ms).
Lg, Leo
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Uhu am 08.Apr.20 um 15:50 Uhr
sieht prima aus. Wart mal ab; der Neutrieb kann noch die Größe des vorherigen erreichen. Wenn Brassavola/Rhyncholaelia drin ist wird sie auch einen hellen Stand gut tolerieren.
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: wölfchen am 08.Apr.20 um 17:16 Uhr
Leo, die sieht super aus ! :thumb
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 17.Apr.20 um 19:31 Uhr
Danke für die Blumen! Anbei ein Update der anderen Pflanze, wobei die wohl wirklich einen Rückwärtswuchs hat, denn beide Triebe bilden nun ihr Blatt.
Lg, Leo

Edit: Vielleicht bleiben sie aber auch nur gedrungener, weil bei mir von 14:30 bis 19:00 Sonne ist... (keine Angst, Schattierung ist in Arbeit
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: walter b. am 18.Apr.20 um 22:38 Uhr
Leo, die werden sich noch ganz schön strecken! Wirst schon sehen...
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 13.Mai.20 um 19:56 Uhr
Was ein Monat so ändern kann... Ich musste das obere Hüllblatt leider einschneiden, weil das Blatt darin stecken geblieben ist und begann sich in der Hülle aufzufalten.
Edit: Hinter diese gedrehten Bilder werde ich wohl nie kommen
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Eerika am 13.Mai.20 um 20:22 Uhr
Edit: Hinter diese gedrehten Bilder werde ich wohl nie kommen
Das Bild ist zu gross, 3024 px x 4032 px
Das Bild soll kleiner sein, ich bringe es in Ordnung
Jetzt 768 x 1024px
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 14.Mai.20 um 10:30 Uhr
Vielen Dank! Dann benutze ich in Zukunft eine Komprimierungssoftware!
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 30.Mai.20 um 22:27 Uhr
Hi,
die Blc. Chinese Beauty scheint ganz glücklich, ihr neuer Trieb ist größer als der Vorgänger und sie hat sogar eine gaaanz kleine BS gemacht. Was meinen die Experten, ist die groß genug für Blüten?
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: walter b. am 31.Mai.20 um 13:09 Uhr
Das wirst du wahrscheinlich dann sehen, wenn sich darin Knosopen entwickeln...
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 10.Jun.20 um 20:55 Uhr
Hier ein Update der anderen Pflanze. Sie ist um 1 Jahr zurückgeworfen (Außer sie macht jetzt noch zwei NT). Also es könnte schlimmer sein!

Dazu noch die Temperatur- und LF-Kurven im GWH. Heute war es bedeckt, also ist die Maximaltemperatur weniger hoch (sonst bis zu 36 Grad, meist aber um 35). Als rot gekennzeichnet sind Temperaturen über 32 Grad, was ich als problemfreie Maximaltemperatur für Cattleyas im Netz gefunden habe... Aber es gibt ja auch Leute, die sie in heißen, trockenen Regionen wie Zypern im Sommer ausräumen. Dort sind um due Jahreszeit 35 Grad tagsüber praktisch die Regel!
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 15.Jun.20 um 17:28 Uhr
Dieses Jahr gibt es keine Blüten. Ein Vogel hat die halbe BS aus der Pflanze gepickt und dann das, was wohl mal ein BT war abgerissen. Warum macht der so was :heul ? Aber ich hoffe auf einen zweiten Trieb über den Sommer.
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 18.Dez.20 um 11:41 Uhr
Es ist dieses Jahr doch noch was geworden :-D

Blc. Chinese Beauty, sieht zwar anders auf als auf dem Verkaufsfoto, gefällt mir aber trotzdem. Nur die Haltung ist ausbaufähig, die Sepalen sind stark überstreckt. Ist ja aber auch die Erstblüte.

Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: walter b. am 18.Dez.20 um 13:19 Uhr
Sehr schön, ein feiner Erfolg, Leo!
Hat die Pflanze aus einem frischen Trieb geblüht oder war es der bei Deinem letzten Post Fertige?
Kann es sein dass Du mit den Sepalen die Petalen meinst?
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 18.Dez.20 um 20:12 Uhr
Ach ja -ups- ich meine natürlich die Petalen. Da vertu' ich mich ständig.

Es ist ein zweiter Trieb ab Juli gewachsen, der dann im Oktober fertig wurde, aber die Hüllblätter blieben und sind noch immer grün. Wurzeln kommen auch erst jetzt statt wie zuvor am halbreifen Trieb. Dazu bildete der Trieb eine ernsthafte BS aus —was die Remar's Brightest an einem NT auch tat, aber die Knospen vertrockneten darin— in der ab November gegen eine Taschenlampe Knöspchen zu sehen waren. Von denen hat es dann eine geschafft.

Eine ist diese Woche auch noch dazu gekommen, die Rlc. Songher Gold (auf dem Etikett steht irrtümlich Rlc. Songhter Gold). Davor eine Frances Fox, die sich nach einem Anflug von Fusarium nun langsam erholt, eine Ca. rex (die bisher gar nicht kompliziert ist) mehrere Sämlinge und eine Oncidium zappii als Geschenk. Kurzum: Die Sammellust ist voll ausgebrochen :-D.

Ein ernsthaftes Setup mit einem AmazonBasics-Regal kam auch noch dazu, inklusive stärkerer Zusatzbeleuchtung für meine Ca. rex

Was in einem Jahr alles passieren kann, wenn man zuviel Zeit zu Hause sitzt...  ich bereue nichts  O-)
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: walter b. am 19.Dez.20 um 11:10 Uhr
Genieß es!
Zusatzlicht für die rex, das wird die Pflanze genießen! Die Gomesa zappii gehört eher kühl kultiviert, nur so zur Info.
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: Leo H. am 19.Dez.20 um 17:28 Uhr
Hallo,

danke für die Information, ist abgespeichert! Im Moment steht sie noch unter dem nachts gekippten Fenster, da muss sie nachts auch mal ~11;12 Grad abkönnen. Jetzt macht sie einen NT, muss sie es dann wärmer haben? Sie ist ein bisschen aus der Zeit gefallen :ka , aber ich bin jetzt im Winter weiterhin sehr vorsichtig mit dem gießen (warum, bewies eine Division der Rlc. Remars Brightest), wie viel Wasser möchte sie in dem Zustand denn? (Nach dem gießen dauert es eine Woche, bis es nicht mehr nass ist, also sprühe ich aktuell nur)
Titel: Re: Mein Einstieg in Cattleyas
Beitrag von: walter b. am 19.Dez.20 um 19:39 Uhr
Ist wohl auch besser wenn sie so langsam abtrocknen. Grundsätzlich ist diese Gruppe an "Oncidien" Bewohnerinnen von höheren Lagen des Atlantischen Regenwaldes an der Südostküste von Brasilien.