Laelia anceps

Begonnen von the-gardener, 22.Jan.11 um 17:22 Uhr

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Laetitia

zu diesem leidigen Phänomen habe ich in den letzten Jahren folgendes Rezept entwickelt: eigene Spucke auf den Zeigenfinger und diesen entlang vom Blütenstengel bis zu den Knospen fahren; anscheinend enthält mein Speichel ausreichend immun- und fungizidwirkende Stoffe, das es - wenigstens bei mir - gut funktioniert. Alle paar Tage wiederholen, natürlich nur tagsüber!
eine kleine Auswahl meiner Schätze:<br />https://www.flickr.com/people/146111897@N05/

FlorianO

Die Pflanze sieht etwas mitgenommen/ schwach aus, denke bei einer kräftiger Pflanze sind so Probleme seltener

Berthold

#182
Zitat von: Laetitia am 01.Dez.22 um 16:43 Uhrzu diesem leidigen Phänomen habe ich in den letzten Jahren folgendes Rezept entwickelt: eigene Spucke auf den Zeigenfinger und diesen entlang vom Blütenstengel bis zu den Knospen fahren; anscheinend enthält mein Speichel ausreichend immun- und fungizidwirkende Stoffe, das es - wenigstens bei mir - gut funktioniert. Alle paar Tage wiederholen, natürlich nur tagsüber!

Das scheint mir aber eine sehr alternative Kulturtechnik zu sein.
Laetitia, ich fürchte, Du überschätzt Deinen Speichel in dieser Hinsicht erheblich.

Man spricht zwar auch von "Wunden lecken", aber auch das kann sehr problematisch sein.
Der Speichel enthält Antikörper von unserem Immunsystem. Die wirken aber nur gegen fremde Proteine und das scheint mir nicht das Hauptproblem bei den Pflanzenleiden.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

chriseon

Mit dem Problem der eintrocknenden Blütentriebe bei mexikanischen Laelien habe ich seit Jahren auch zu kämpfen.
Sie hängen immer im kalten Teil des temperierten GWH dicht unter dem Dach.
Bisher habe ich eher Lichtmangel und Spritzwasser dafür verantwortlich gemacht.

Laetitia's Spucke in allen Ehren, aber Placeboeffekte wirken nur beim Menschen.
Ich vermute, sie steckt den Finger anschließend wieder in den Mund.
Ich mache das jedenfalls immer so, denn viele Blütentriebe sondern ja bekanntlich Zucker ab.


Gruß
Christian

Reinhold

Zitat von: Laetitia am 01.Dez.22 um 16:43 Uhrzu diesem leidigen Phänomen habe ich in den letzten Jahren folgendes Rezept entwickelt: eigene Spucke auf den Zeigenfinger und diesen entlang vom Blütenstengel bis zu den Knospen fahren; anscheinend enthält mein Speichel ausreichend immun- und fungizidwirkende Stoffe, das es - wenigstens bei mir - gut funktioniert. Alle paar Tage wiederholen, natürlich nur tagsüber!

Ich habe mal etwas im Web gestöbert und viel Interessantes über die "Spucke" erfahren.
Z.B.
"Speichel schützt Mundraum und Rachen vor Krankheitserregern, indem er den gesamten Mundraum auskleidet. Beim Schlucken geraten mit dem Spülspeichel kontinuierlich zahlreiche Mikroorganismen, aber auch winzige Nahrungsreste und abgelöste Zellen aus der Mundschleimhaut in den Mundraum. Zudem wirkt Speichel antibakteriell. Er enthält unter anderem spezielle Eiweiße, die die Eigenschaften von Antikörpern (sog. Immunglobuline) aufweisen, sowie das antibakteriell wirkende Enzym Lysozym. Das Protein Histatin spielt zudem auch eine Rolle bei der Wundheilung."
Erstaunlich finde ich, wie schnell man/frau in den Ruf eines verspinnerten Zeitgenossen geraten kann.
Statt einem Thema nachzugehen und sich helle zu machen, fällt es Vielen leichter, den Gegenüber für schattig zu erklären.
Danke für deinen Beitrag!

walter b.

Ich habe per se kein Problem mit anceps-Infloreszenzen. Die Pflanzen verbringen den Sommer im Freien und hängen winters im Kalthaus ganz oben. Da werden sie inner wieder mit einer Brause gegossen, so dass der klebrige Saft wohl weggespült wird.
Das größere Problem sind die Schnecken, die die Blütenstände riechen können und keine Mühen scheuen, die Stiele zum kippen zu bringen oder die Knospen anzunagen.

Berthold

Zitat von: Reinhold am 02.Dez.22 um 11:30 UhrStatt einem Thema nachzugehen und sich helle zu machen, fällt es Vielen leichter, den Gegenüber für schattig zu erklären.


Reinhold, ich dünge mit Globuli.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Reinhold

Globulustig. Globulastig. Globolostig. Globulästig. Glubolüstig. Globulistig.
Du bist auf dem Weg.

chriseon



Zitat von: walter b. am 02.Dez.22 um 11:47 UhrIch habe per se kein Problem mit anceps-Infloreszenzen. Die Pflanzen verbringen den Sommer im Freien und hängen winters im Kalthaus ganz oben. Da werden sie inner wieder mit einer Brause gegossen, so dass der klebrige Saft wohl weggespült wird.
Das größere Problem sind die Schnecken, die die Blütenstände riechen können und keine Mühen scheuen, die Stiele zum kippen zu bringen oder die Knospen anzunagen.


Da hast Du wohl recht mit den Schnecken.
Ich habe festgestellt, daß die die Blütentriebe im Frühstadium oft nur so anfressen, daß die Schädigung erst später bemerkt wird und mit Schnecken nicht unbedingt in Verbindung gebracht wird.

Zur Zeit habe ich einen angefressenen Blütentrieb (L. gouldiana), bei dem etwas weniger als die Hälfte des Querschnitte übrig ist, mit Tesafilm stabilisiert.
Die Knospenbildung ist weiter gegangen.
Bei L. anceps hatte ich schon einen ähnlichen Fall, bei dem die Knospen sich aber letztlich doch nicht richtig öffneten.

Gruß
Christian

chriseon

@ Reinhold

Laetitia hat uns ihr Rezept erläutert, sie hat aber nicht geschrieben, wie oft sie die Spucke aufträgt.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie das jeden Tag macht.

Abstraktes Wissen aus dem Internet reicht nur für Denkanstöße, ohne nachgewiesene Wirksamkeit für den konkreten Fall bleibt es nutzlos.

Auch bei vielen Moosen wurde desinfizierende Wirkung nachgewiesen.

Deshalb stecke ich regelmäßig schwache oder kränkelnde Orchideen in lebendes Sphagnum - mit wechselndem Erfolg.
Und das obwohl die Pflanzen ständig Kontakt mit dem Moos haben.

Daß ich das trotzdem weiterhin mache, liegt daran, daß eine keimreduzierende Wirkung des Mooses durchaus vorliegt. Aber für ein Desinfektionsmittel würde ich das Moos trotzdem nicht halten und für die aktive Bekämpfung von Infektionen halte ich es ungeeignet.

Abschließend muß ich aber zugeben, daß mich die Vorstellung, wie Laetitia ihre Blütenstände mit Spucke bestreicht, zu diesem respektlosen Kommentar verleitet hat.

Gruß
Christian


Berthold

Zitat von: chriseon am 03.Dez.22 um 10:03 UhrLaetitia hat uns ihr Rezept erläutert, sie hat aber nicht geschrieben, wie oft sie die Spucke aufträgt.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie das jeden Tag macht.

Dann bleibt ihr die Spucke weg, fürchte ich.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Reinhold

Zitat von: chriseon am 03.Dez.22 um 10:03 UhrAbstraktes Wissen aus dem Internet reicht nur für Denkanstöße, ohne nachgewiesene Wirksamkeit für den konkreten Fall bleibt es nutzlos.
Wissen ist eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung.
Zitat von: chriseon am 03.Dez.22 um 10:03 UhrAbschließend muß ich aber zugeben, daß mich die Vorstellung, wie Laetitia ihre Blütenstände mit Spucke bestreicht, zu diesem respektlosen Kommentar verleitet hat.
grins Es gibt Schlimmeres.
"What do get when you fall in love...". Nä, nich mit Orchis, sondern...
"What do you get
When you kiss a girl
You get enough germs
To catch pneumonia"
Das Leben ist wirklich gefährlich und züngeln in anderer Leute Mund/Speichel sowieso.
Dann lieber Orchideen bestreichen?
Scherzliche Grüße mit strenger Ermahnung jetzt wieder auf das Thema zurückzukommen!  :devil

Laetitia

zu wenig Licht ist eher die Ursache
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Laetitia

#193
Meine erste Laelia anceps ssp. anceps und meine erste Laelia dawsonii fa. chilapensis erstrahlen und freuen sich auf den täglichen Ausgang im Garten (von 10 bis 18 h) bei dem milden Wetter


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Laetitia

#194
hier die erste meiner Laelien dawsonii fa. chilapensis, Petalen sind breiter , Pseudobulben sind gestreckter und Epichil ist länger als bei anceps ssp. anceps

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