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Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus

Begonnen von michael z, 25.Okt.20 um 08:56 Uhr

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michael z

Hallo zusammen,

ich habe mir dieses Jahr einen Luftenfeuchter im Gewächshaus geleistet. Ich weiß das ist nicht gerade die Energieeffiziensteste lösung, aber die verbrauchte Energie heizt ja gleichzeitig das Gewächshaus. Kann mir jemand sagen was eurer Meinung nach die optimale Luftfeuchte für Ophrys ist. Vielleicht kann man da ja Grauschimmel wirksam vorbeugen. Ich hatte letztes Jahr schon versuche gemacht, allerdings erst zum Ende der Wachstumsperiode. Das wachstum hat dadurch deutlich zugelegt. Ich führe das auf die Möglichkeit besserer Assimilation zurück. Ohne Entfeuchter hatte ich bei geschossenem Gewächshaus nahezu 100% LF, da sollte eine Assimilation theoretisch fast nicht mehr möglich sein.

Ich freue mich auf eure Tips.

Michael

Berthold

Die Luftfeuchtigkeit in der Wachstumsphase ist im Grunde hilfreich.
Aber gegen Grauschimmel hilft Luftbewegung und ein Fungizid wie z. B. Euparen oder viele andere.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

orchis pallens

Blumen sind das Lächeln der Erde

michael z

Ja, ich habe Teldor verwendet. Das klappt gut. Jedoch würde es mir gefallen die Chemie etwas reduzieren zu können.

Berthold

Zitat von: michael z am 26.Okt.20 um 14:49 Uhr
Ja, ich habe Teldor verwendet. Das klappt gut. Jedoch würde es mir gefallen die Chemie etwas reduzieren zu können.

Michael, aber die Natur hat Ophrys und andere Orchideen nicht mit geeigneten Schutzmechanismen ausgestattet, um in Topfkultur überleben zu können.
Wenn man als Orchideenfreund dennoch im Topf kultivieren möchte, muss man sich einen Trick ausdenken, um die Natur zu überlisten. Das hat die Menschheit getan, indem sie Fungizide und Pestizide in jahrzehntelanger Forschungsarbeit entwickelt hat.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

walter b.

Bei trockener und bewegter Luft sollten trotzdem viele Infektionen wegfallen.

Berthold

Ja, bewegte Luft habe ich schon erwähnt, aber trockene Luft geht nicht, da die europäischen Orchideen in der Vegetationsperiode Feuchtigkeit benötigen.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

walter b.

Und wer spritzt die Pflanzen am Standort? 

Berthold

Am Standort leben die Erdorchideen in dichterem Boden, der zur Wachstumszeit nie austrocknet. Aber das geht in der Topfkultur ohne Mykorrhiza-Pilze oder ohne Fungizide nicht, denn es siedeln sich zu schnell Schimmelpilze und Fäulnisbakterien an, die die Orchideen abtöten.

Die Mykorrhiza-Pilze kann man in der Topfkultur kaum am Leben halten, da sie von einer komplexen Umgebung abhängig sind. In vielen Fällen leben sie auf Baum- oder Pflanzenwurzeln. Dann scheiden sie selber Fungizide und Antibiotika aus.
Die Natur ist ein Meister in der Anwendung komplexer Chemie.
Nur in wenigen Fällen sind die Menschen in dieser Disziplin besser, aber sie arbeiten emsig daran, um die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

doc snyder

Hat wer aus dem Forum schon mit PRESTOP gearbeitet?
Interessiert mich schon, als Alternative, allerdings finde ich keine Bezugsquelle für kleine Gebinde...
Schere das Schaf und töte den Bären, nie umgekehrt.

Ahriman

1 kg ist jetzt auch nicht so viel. Vielleicht können wir's im Forum aufteilen? Ich wäre dabei.

doc snyder

1 Kilo? Finde ich hier im Norden der Republik nicht. Habe nur Andermatt in der Schweiz gefunden.
Nach Dänemark zu fahren ist z.Zt. aufwändig. Mir ist auch nicht klar, ob die Zulassung abgelaufen ist...
Die Paranoia in mir vermutet Fa. Bayer, die Zulassungen von Nicht-Bayer-Produkten sehr erschweren kann...
Dann bleibt es halt bei Teldor und Co.
Schere das Schaf und töte den Bären, nie umgekehrt.

Berthold

Zitat von: doc snyder am 27.Okt.20 um 18:39 Uhr
Hat wer aus dem Forum schon mit PRESTOP gearbeitet?
Interessiert mich schon, als Alternative, allerdings finde ich keine Bezugsquelle für kleine Gebinde...
Ich hatte mal mit Ständerpilzen aus dem Garten im Kulturtopf getestet.
Es ist nichts abgefault, aber das Myzel hat die Orchideenwurzeln so stark bewachsen, dass der Stoffwechsel massiv eingeschränkt war.
Siehe auch hier https://www.orchideenkultur.net/index.php?topic=214.0

Also bitte Vorsicht mit lebenden Pilzen im Substrat.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Berthold

Zitat von: Berthold am 26.Okt.20 um 20:37 Uhr
Am Standort leben die Erdorchideen in dichterem Boden, der zur Wachstumszeit nie austrocknet. Aber das geht in der Topfkultur ohne Mykorrhiza-Pilze oder ohne Fungizide nicht, denn es siedeln sich zu schnell Schimmelpilze und Fäulnisbakterien an, die die Orchideen abtöten.

In Ergänzung:
Die Belüftung tötet durch den Sauerstoff in der Luft insbesondere die anaeroben Bakterien, die die wesentliche Ursache für alle Fäulnisprozesse sind.
Belüftung geht nur mit lockerem Substrat. In der Natur bei Anwesenheit der Mykorrhiza-Pilze entfällt die Notwendigkeit der Belüftung.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Ahriman

Das Mittel scheint für den gewerblichen Einsatz bei Topfpflanzen im Gartenbau konzipiert zu sein, dürfte also keine Probleme machen. Es handelt sich um den Pilzparasiten Clonostachys rosea der kein ausgebreitetes Myzel bildet.

Gibt es hier bei einer Firma aus Wien für biologische Schädlingsbekämpfung die jedoch als teuer und unzuverlässig in Erinnerung habe.
Wenn es wirklich keine Quellen in Deutschland gibt kann ich mal fragen was 1kg kostet und ob lagernd. Da das Zeug in der Schweiz aber 100 Franken / kg kostet vermutlich ein zu teurer Spaß um damit herumzuexperimentieren. :sad: