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Steriles Arbeiten

Begonnen von Claus, 10.Sep.08 um 10:44 Uhr

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Karo

Das sehe ich auch so!

Aber Bertholds Frage war ja eher, ob direkte pflanzliche Erreger für den Menschen schädlich sind, oder hab ich da was falsch verstanden?

Mr. Kaizer

Zitat von: Karo am 11.Nov.08 um 20:41 Uhr
Aber Bertholds Frage war ja eher, ob direkte pflanzliche Erreger für den Menschen schädlich sind, oder hab ich da was falsch verstanden?

Ja, das hast du schon richtig verstanden, das war Bertholds Frage. Jetzt ist halt nur die Frage, ob er seine Frage auch so gemeint hat, wie er sie gestellt hat. Immerhin ist für ihn heute die 5. Jahreszeit angebrochen, und bis zum Aschermittwoch wird er sich im Ausnahmezustand befinden.

Gruß
Robert


Berthold

#32
Zitat von: Karo am 11.Nov.08 um 20:41 Uhr
Aber Bertholds Frage war ja eher, ob direkte pflanzliche Erreger für den Menschen schädlich sind, oder hab ich da was falsch verstanden?

gemeint waren Mikroorganismen, die auf Pflanzen, bzw. in der Physiologie der Pflanzen leben (es sind ja keine pflanzlichen Erreger, sondern Bakterien, Pilze oder Viren) den Menschen schädigen.

Zitat von: Mr. Kaizer am 11.Nov.08 um 21:11 Uhr
Jetzt ist halt nur die Frage, ob er seine Frage auch so gemeint hat, wie er sie gestellt hat. Immerhin ist für ihn heute die 5. Jahreszeit angebrochen, und bis zum Aschermittwoch wird er sich im Ausnahmezustand befinden.
Gruß
Robert
Robert, ich werde dann meine Meinung meiner Fragestellung einfach anpassen
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Karo

Ja, war von mir falsch ausgedrückt. So wie Du das gesagt hast, meinte ich es!

Uhu

#34
Zitat von: Charlemann am 11.Nov.08 um 20:07 Uhr

Den Rest werden meine Kompostmikroorganismen schon richten!


und genauso ist es mit unserer Standortflora auf der Haut und den Schleimhäuten. Ansonsten könnte es auf Intensivstationen doch gar kein gesundes Personal mehr geben. Dort sind die Beschäftigten fast ständig mit übelsten Keimen, die auch noch gegen alle mögliche Antibiotika resistent sind, in Kontakt. Schutzkleidung wird, bis auf wenige Ausnahmen (Meningokokken, Tätigkeit in Sicherheitslaboren mit humanpathogenen Viiren etc), zum Schutz vor Übertragung auf nicht voll immunkompetente Personen getragen. Auch ein multiresistenter Staph. aureus kann denjenigen unter uns, die nicht unter chronischen Krankheiten die eine Immunsuppression oder eine immunsuppressive Behandlung mit sich bringen, nichts anhaben. Bei Pseudomonas, sieht das ähnlich aus. Kleine Kinder müssen bei Vernichtung infizierter Nährböden sicherlich nicht anwesend sein.

außerdem hat es schon seinen Grund, dass in China der Hund nur gut durch seviert wird. :stop Ist schon jemandem aufgefallen, dass ausgerechnet dort kein Salat auf der Karte steht?
Grüße Jürgen

Berthold

Kommt in den besten Familien vor, sollte aber nicht zu oft passieren. Hier 3 Wochen nach dem Umlegen ist wohl eine Pilzspore vom Deckel auf den Nährboden gefallen.

Das 4 mm Platanthera leucophaea Mikro-Protokorm kommt in reines Neudohum. Ich schätze seine Überlebenschance auf 30%.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Timm Willem

Zitat von: Berthold am 25.Jul.11 um 17:42 Uhr
Das 4 mm Platanthera leucophaea Mikro-Protokorm kommt in reines Neudohum. Ich schätze seine Überlebenschance auf 30%.
Wenn man statt zu schätzen glaubt, erhöht sich die Überlebensrate...hihi

Birgit

Zitat von: rudorch am 10.Nov.08 um 13:03 Uhr
Ich behaupte weiterhin: Pseudomonas

"Sie können sich mit einer oder mehreren polaren Geißeln aktiv bewegen..."

"Die Gattung ist klinisch besonders wichtig, weil die Mehrheit ihrer Mitglieder Resistenzen gegen Antibiotika aufweist."

Siehe hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pseudomonas

Kontaminierte Gläser, egal mit was, schütte ich nicht einfach so aus. Die werden alle erst 50 Minuten autoklaviert. Ich dürft mich jetzt gerne Weichei nennen, aber vor dem Mikrokosmos habe ich den größten Respekt.

Viele Grüße
Klaus
Wenn Berthold glaubt, dass er in der 400fachen Vergrösserung Kokken erkennt ( eine Grammfärbung und Betrachtung unter 1000facher Vergrösserung würde Klarheit schaffen-wegen des Immersionsöls Stefan fragen), wäre Enterococcus faecalis denkbar ( Hatten identische Verunreinigungen bereits aus isoliertem Gewebe aus GWH-Beständen).


Das Aussehen von Bakterienkulturen ist von der Zusammensetzung des Nährbodens abhängig. Hefen sind absolut auszuschliessen, da sie stark abgegrenzt und erhaben wachsen. Im Mikroskop gleich an den Sprossungen zu erkennen. Pseudomonaden kämen in Frage, haben dieses Aussehen, und sind schon am Geruch leicht erkennbar ( nach modrigem Keller duftend). E. faecalis wächst ähnlich, die Kulturen sind etwas heller. Also Grammfärbung oder API und es gibt kein Rätseln mehr....

Berthold

Zitat von: Berthold am 25.Jul.11 um 17:42 Uhr
Kommt in den besten Familien vor, sollte aber nicht zu oft passieren. Hier 3 Wochen nach dem Umlegen ist wohl eine Pilzspore vom Deckel auf den Nährboden gefallen.

Das 4 mm Platanthera leucophaea Mikro-Protokorm kommt in reines Neudohum. Ich schätze seine Überlebenschance auf 30%.


Zitat von: Timm Willem am 25.Jul.11 um 17:54 Uhr
Zitat von: Berthold am 25.Jul.11 um 17:42 Uhr
Das 4 mm Platanthera leucophaea Mikro-Protokorm kommt in reines Neudohum. Ich schätze seine Überlebenschance auf 30%.
Wenn man statt zu schätzen glaubt, erhöht sich die Überlebensrate...hihi

so, nach 2 Wochen kommt die Triebspitze langsam in den grüne Bereich.

Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

FlorianO

Anfangs hatte ich auch eine Verkeimung von über 50%. Grade beim Umlegen war es fast ein Ding der Unmöglichkeit das die Gläser sauber geblieben sind.
Der Schlüssel zum Erfolg war ein Wechsel auf möglichst langes Werkzeug und einem Glaskugelsterilisator. Eine feine 25cm lange Pinzette und 21cm lange Spatel die noch grade in den Kochtopf passen werden bei jedem Kochen in Alufolie mit den Gläsern sterilisiert. In der Sterilbank nehme ich bis vom Bleichen abgesehen überhaupt kein Desinfektionsmittel mehr. Auch Handschuhe ziehe ich nichtmehr an da man erst garnicht in die Nähe der Glasöffnung kommt. Das ist deutlich angenehmer geht schneller und Verpilzungen sind sehr selten geworden, bei den letzen 20 Gläsern hatte ich z.B. keinen einzigen Ausfall mehr.

Claus

Ja, gute Lösung.

Ich stelle ein kleines Glas mit DanKlorix in die Sterilbank und desinfiziere Pinzette und Spatel nach jedem Glas, das ich umlege. Da ich zur Belüftung die Sun-Cap Closures verwende kann ich jedes fertige Glas sofort aus der Sterilbank nehmen, so dass noch vorhandene Keime auf der Oberfläche der neuen Gläser nicht mehr die noch umzulegenden Sämlinge infizieren können.
Wer Chemiker werden will, muss Chemie studieren; wer Jurist oder Arzt werden will, muss Jura oder Medizin studieren. Aber um Politiker zu werden, ist lediglich das Studium der eigenen Interessen notwendig. (Max O'Rell)

Niko

Glaskugelsterilisator - habe ich auch schon erwogen, da gibt's ja billige Teile im Netz. Taugen die was, oder hast du ein Profigerät für paar hundert Euro?


Gruß Niko

Berthold

#42
Zitat von: FlorianO am 17.Jun.17 um 07:55 Uhr

Der Schlüssel zum Erfolg war ein Wechsel auf möglichst langes Werkzeug und einem Glaskugelsterilisator. Eine feine 25cm lange Pinzette und 21cm lange Spatel die noch grade in den Kochtopf passen werden bei jedem Kochen in Alufolie mit den Gläsern sterilisiert.

Was sterilisierst Du wann im Glaskugelsterilisator?
Die Geräte sind doch steril in der Alufoli eingepackt.
Wenn Du sie in der Sterilbank auspackst und sie dort ablegst auf sterile Teile, kann doch nichts passieren.
Oder meist Du das Sterilisieren nach jedem Glaswechsel?
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)

Matthias

Ich desinfiziere meine Gerätschaft (Pinzette) in einem Erlenm.-Kolben mit Ethanol oder Spiritus drinnen. In der Cleanbench steht auch eine Spiritusflamme und vor jeder Füllung eines Bechers mit Samen oder Sämlingen (Umlegen) und auch danach wird die Pinzette durch die Flamme gezogen. Dies empfehle ich aber nur, wenn der Innenraum der Bench ausreichend Platz bietet und die Ventilatoren stark genug sind, denn es gibt durch das Abflammen schon thermische Verwirbelungen.
Kontaminationsrate, ohne dass es von Samen ausgeht, ca. 1-5%. Oftmals hängt es davon ab, wie konzentriert ich arbeite.

Handschuhe verwende ich schon, aber gerade bei Hefepilzinfektionen hilft sehr gut, die Unterarme mit einer Creme einzuschmieren.

Glasperlensterilisator habe ich nicht, oftmals allerdings schon erwogen, mir soetwas zuzulegen. Jedoch komme ich mit meiner Methode recht gut zurecht. Auch denke ich, dass die Poblemzone bei der Pinzette gar nicht an der Spitze liegt, sondern einiges höher. Dadurch, dass die Pinzetten bei mir gut 2/3 in Ethanol stehen und dann durch die Flamme gezogen werden, denke ich, dass ich sauberer arbeiten kann.
Und noch etwas kommt hinzu, was mE wesentlich ist. Kommt man regelmäßig zur Arbeit im Labor, dann ist man viel geübter, als wenn man nur ab und zu mal aussät. Da steigt die Kontaminationsrate gleich mal schnell an. Auf jeden Fall ist es zu vermeiden, mit der Pinzette die Innenseite oder auch nur den Rand des Bechers zu berühren. Dann lieber Becher schließen und einen neuen nehmen.

Was mir auch sehr geholfen hat ... ich verwende ja Teca-Einheitsbecher, Polypropylen, die von Beginn an steril sind ... ich baute mir eine schräge Ablage, in die ich während der Arbeit sowohl die Becher, als auch die Deckeln dazu ablegen kann. Dadurch habe ich beide Hände frei, um arbeiten zu können.

Klar ist der Filtertest alle 2-3 Monate, Becher 10, 15 und 20 min offen in der Bench stehenlassen und dann einige Tage bis Wochen abwarten, ob Kontaminationen auftreten. Geht man pfleglich mit seiner Bench um, dann hält der Hauptfilter allerdings viele, viele Jahre.

Meine Pinzetten sind kurz, 14 - 16 cm lang. Auch ohne Tremor ist diese Länge für mich praktikabler. Gerätschaft auskochen, Alufolie, ... nein, das mache ich nicht.
Forscher haben herausgefunden ... und sind dann doch wieder hineingegangen.

FlorianO

Zitat von: Berthold am 17.Jun.17 um 22:37 Uhr
Zitat von: FlorianO am 17.Jun.17 um 07:55 Uhr

Der Schlüssel zum Erfolg war ein Wechsel auf möglichst langes Werkzeug und einem Glaskugelsterilisator. Eine feine 25cm lange Pinzette und 21cm lange Spatel die noch grade in den Kochtopf passen werden bei jedem Kochen in Alufolie mit den Gläsern sterilisiert.

Was sterilisierst Du wann im Glaskugelsterilisator?
Die Geräte sind doch steril in der Alufoli eingepackt.
Wenn Du sie in der Sterilbank auspackst und sie dort ablegst auf sterile Teile, kann doch nichts passieren.
Oder meist Du das Sterilisieren nach jedem Glaswechsel?

Ich meine das sterilisieren nach jedem Glaswechsel. Theoretisch sollten keine Keime an die Pinzetten kommen da es im Glas steril ist, aber man weiss ja nie und kann schon mal ein Glasrand berühren. Praktischerweise tötet man auch gleich die Samen oder Jungpflanzen des vorherigen Glases die noch am Werkzeug sein können ab.

Ja die Sun-Cap Closures verwende ich auch, da noch ein streifen Klebeband drüber und über den Deckel ein Hütchen aus Alufolie gedrückt. Die Alufolie hat den Vorteil das man nie den Deckel direkt berühren muss und den ganzen Deckel mit dem Gewinde nach unten auf die Folie in die Werkbank stellen kann, er keinerlei Berührung mit dem Boden hat und auch keine Keime drauf fallen können. Ich lasse mittlerweile die Alufolie bis das Glas komplett entleert wird auf dem Deckel.

Schau mal bei Ebay Niko, ich habe ein mehrere hundert Euro teueres Gerät bei Ebay für 55 Euro ersteigern können.