Orchideenkultur

Fachbereich => Allgemeines => Thema gestartet von: Berthold am 10.Mär.11 um 15:50 Uhr

Titel: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 10.Mär.11 um 15:50 Uhr
Ein paar Gesichtspunkte zu der Namensgebung der Pflanzen, wenn sie durch genetische Defekte nicht alle der für sie sonst üblichen Farbstoffe produzieren können

1. Die Pflanzen enthalten verschiedene Stoffgruppen, die auf die Farbausprägung der Pflanze Einfluss besitzen. Diese Stoffgruppen sind aber nicht nur für Farbgestaltung zuständig, sonder haben darüber hinaus meist noch weitere physiologische Bedeutung.

Die wichtigsten Stoffgruppen sind
- Chlorophyll
- Anthocyane
- Carotinoide
- Anthoxanthine
- Betalaine
- Flavone

Nicht alle Pflanzen besitzen in der normal ausgeprägten Art alle dieser Stoffgruppen in gleichem Umfang.
Darüber hinaus tritt bei einzelnen Individuen einer Art durch genetische Defekte eine Mangelproduktion des einen oder anderen Stoffes auf. Dadurch erscheinen sie äusserlich in anderen Farben und sind meist nicht so robust wie ihre normal veranlagten Artgenossen.

Für die verschiedenen Stufen der fehlenden Farbsubstanzen werden von den Pflanzenfreunden verschiedene Namensergänzungen der Artnamen gewählt zur Kennzeichnung der Form oder Variation der Art. Die Namensergänzungen sind teils unsystematisch und sollen deshalb hier erläutert werden.

2. Als Namensergänzungen werden meist benutzt
- albinistisch
- alba
- semialba
- flava
- ochracaeus
- apochrom

Albinistisch : Der Pflanze fehlt der grüne Pflanzenfarbstoff  Chlorophyll. Sie wird aber nur so bezeichnet, wenn die Art normalerweise Chlorophyll produziert. Die Blüten einer albinistischen Pflanze können normal gefärbt sein. Beispiel (http://www.heimische-orchideen-forum.de/forum/messages/5539.htm)

alba : Der Pflanze fehlen alle Farbstoffe der Blüte, die normalerweise bei der Art enthalten sind

semialba : der Pflanze fehlt ein Teil der Farbstoffe der Blüte

flava : der Pflanze fehlen alle Farbstoffe der Blüte, die normalerweise bei der Art enthalten sind ( also analog zu der Bezeichnung alba). Bei dieser Pflanzenart bleibt jedoch trotz Fehlens der Farbstoffe aus physiologischen Gründen eine gelbe Grundfarbe im Pflanzenorganismus zurück. Dieser Effekt ist meist typisch für eine gesamte Orchideengattung

ochracaea (okergelb): analog zu semialba

apochrom : analog zu flava, wenn die Farbstoffe fehlen, bleibt kein reines Weiss sondern ein gelbgrün zurück.


Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: cklaudia am 06.Apr.11 um 13:36 Uhr
Hallo Berthold

Danke für deine Ausführungen. Ich habe seit Januar eine Phal. bellina, deren Blätter wahnsinnig blass sind. Die Farbe an der Basis der Blätter (wo sie den Stamm "umschliessen" kann man schon fast als weiss bezeichnen. Da ich sie nicht blühend gekauft habe, weiss ich nicht, ob die Blüten eine normale Färbung aufweisen. Ich hoffe sehr, dass dies der Fall sein wird.
Jedenfalls hatte ich mich gefragt, ob die Blattfarbe irgendetwas mit den alba-Variationen zu tun haben könnte. Da ich jedoch vorher noch nie etwas darüber gelesen habe, dachte ich dann, dies sei vielleicht doch zu weit her geholt.
Die Pflanze habe ich vor der Schliessung des Orchideenzentrums in Sirnach (Schweiz) gekauft, da ich diese Art ohnehin gerne haben wollte. Es hatte nur noch ca. 6 Pflanzen, die alle nicht blühten, aber alle diese seltsam helle Färbung aufwiesen. (Ich habe bereits einige Varietäten von bellina/violacea, deren Blätter alle "normal" und glänzend aussehen). Die Verkäuferin konnte mir auf Nachfrage nicht wirklich weiterhelfen.
Nach deiner Erklärung könnte dies jedoch eventuell eine albinistische Pflanze sein. Weisst du, ob solche Blätter doch ein blasses Grün aufweisen können? Die Bilder in dem Link von dir sind da (für mich) nicht sehr aufschlussreich.

Grüessli Claudia
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 06.Apr.11 um 13:58 Uhr
Grüessli Claudia, eine albinistische Pflanze ist normalerweise nicht existenzfähig. Es sei denn, irgendein Pilz klammert sich an die Wurzeln und ernährt die Pflanze oder sie wird künstlich in steriler Umgebung ernährt. Wir haben letzteres manchmal bei Sämlingen von Erdorchideen, meist Ophrys.

Es gibt aber häufiger den Fall, dass durch eine Stoffwechselstörung weniger Chlorophyll gebildet wird und die Blätter dann blassgrün erscheinen. Das fehlende Chlorophyll in den Blättern muss also nicht immer genetisch bedingt sein.
Wenn das Chlorophyll fehlt besagt das nichts darüber, ob vielleicht auch Blütenfarbstoffe fehlen.

Hast Du ein Foto Deiner Pflanze?
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Solanum am 06.Apr.11 um 14:01 Uhr
Bei Orchideen fehlen alba- oder flava-Formen häufig die roten Pigmente auch in den Blütentrieben, so daß diese dann grün statt rötlich sind. Ein anderes Beispiel ist die typische rote Linie in der Mitte von cornu-cervi oder mannii-Blättern. Diese fehlt bei cornu-cervi flava und ist bei den dunkelroten cornu-cervis stärker ausgeprägt.
Bei blassen Blättern würde ich dagegen von einer Mangelerscheinung ausgehen.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 06.Apr.11 um 15:23 Uhr
Zitat von: cklaudia am 06.Apr.11 um 14:56 Uhr
Aha. Solche Vermutungen über Mangelerscheinung oder Stoffwechselstörung habe ich ebenfalls schon gehabt. Leider konnte mir dies auch niemand mit Gewissheit bestätigen. Stoffwechselstörung an sich wäre mir dann aber logischer als eine Mangelerscheinung, die von unzureichender Pflege herrührt. 

Grüessli Claudia

Claudia, Stoffwechselstörung und Mangelerscheinung ist praktisch das Gleiche. Auf Grund irgend einer Stoffwechselstörung können bestimmte Mikronährstoffe nicht aufgenommen oder verarbeitet werden. Das führt dann zu Mangelerscheinungen an bestimmten Stellen der Pflanze.
So eine Stoffwechselstörung kann viele Ursachen haben, z. B. falsche Licht- oder Feuchtigkeitsverhältnissen, Infektionen im Wurzelbereich, falscher pH-Wert im Substrat.
In den seltensten Fällen liegt ein Mangel an Mikrokomponenten im Substrat vor. So zeigen Pflanzen manchmal gelbliche Blätter, da liegt dann oft Eisenmangel vor aber den kann man nicht durch Eisenzugabe zum Substart beheben.

Ich würde mir die Wurzeln Deiner Phal mal genau ansehen, reinigen und in neues sauberes Substrat einpflanzen.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: cklaudia am 06.Apr.11 um 15:41 Uhr
Klar, das mit Stoffwechsel versus Mangel. So gesehen...
Ich habe das Wort Stoffwechselstörung wohl assoziiert mit dem pflanzeneigenen Innenleben während das Wort Mangelerscheinung von mir auf lediglich äussere Einflüsse zurückgeführt wurde. Ich bin definitiv keine Botanikerin und mir ist zwar klar, dass pflanzliche und tierische Zellen grössere Unterschiede aufweisen (Biounterricht hatte ich schon mal irgendwann  ;-)), aber Stoffwechselstörung ist ja bei uns quasi körperlich...  :bag

Umtopfen werde ich definitiv während den nächsten 2 Wochen. Da habe ich viel Zeit. Ich muss dieses Jahr über 50 Stück umtopfen und habe den Frühling sehnlichst erwartet, um loslegen zu können. Die letzten 2 Wochen kamen schon mal die 15 dringendsten Fälle dran, aber auf deinen Rat hin werde ich diese Pflanze also so bald wie möglich in Augenschein nehmen und umtopfen. Danke ;-)
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Burki am 06.Apr.11 um 19:25 Uhr
Berthold,
prima, daß Du dieses Thema mal aufgegriffen und erläutert hast.
Da fiel mir grade ein, daß ich letztens von Schwerte ein B. graveolens mitgenommen hatte, bei welchem bis auf zwei, die  Blätter hellgelbgrün waren. Also nicht weißlich, sondern mehr so, daß der Chrorophyllanteil zu niedrig war.
Nach meiner neulichen CO² Zudüngung hat sich das sehr deutlich gebessert. Die Blätter sind noch immer heller, aber nicht mehr gelblich sondern normal grün.
Ansonsten konnte ich keine Veränderung durch diese Aktion feststellen.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Ahriman am 06.Apr.11 um 20:28 Uhr
Ich würde meinen dass eine Stoffwechselstörung ähnliche oder sogar dieselben Symptome wie eine Mangelerscheinung zeigt aber andere Ursachen hat.

Eine Stoffwechselstörung ist genetisch oder krankheitsbedingt sodass die Pflanze auch unter optimalen Bedingungen Nährstoffe nur schlecht aufnehmen bzw. metabolisieren kann.

Bei einer Mangelerscheinung wäre die Pflanze in der Lage die Nährstoffe aufzunehmen, sie sind aber einfach nicht da oder durch Umweltbedingungen wie pH nicht pflanzenverfügbar.


Zu den Blütenfarben:

So ganz bin ich aus dem Bezeichnungswirrwarr noch nicht schlau geworden.

z.B. Guarianthe (Cattleya) aurantiaca:

Die Nominatform ist orangerot, dann gibt es noch eine gelbe flava und eine seltene weiße alba- Form.

http://www.orchidspecies.com/catleyaaurantiaca.htm

Ich denke flava bedeutet einfach dass die Blüte gelb ist. Der rote Farbstoff fehlt, es ist aber immer noch ein gelber da, sonst gäbe es ja nicht die seltenen weißen Formen (gibt es eigentlich weiße Sophroniten oder Phrag. bessae?).

Noch komplizierter wird es bei Bulbophyllum pectenveneris:
Die Blüte kann in sämtlichen Farbverläufen über dunkelrot bishin zu reinweiß vorkommen oder auch grün sein. Ich nehme an das ist eine Mutation bei der in der Blüte Chlorophyll exprimiert wird was normalerweise nicht der Fall ist.

LG,
Christian
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Burki am 06.Apr.11 um 20:51 Uhr
Also die Pecten-veneris, die auf Abbildungen in gelb, grüngelb grün und weiß zu sehen sind, erkenne ich alle als B. flaviflorum. Diese sind bei der jungen Blüte grün und werden nach zwei-drei Tagen gelb. Kurz vor dem Verblühen werden die fast reinweiß. B. flaviflorum unterscheidet sich von der B. pecten-veneris deutlich an der Lippe. Bei B flaviflorum ist die stark gekielt und gefurcht.
Für mich erklären sich die vielen Farbvarianten rot oder auch gelblich grün hierdurch.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: cklaudia am 06.Apr.11 um 21:30 Uhr
Zitat von: Ahriman am 06.Apr.11 um 20:28 Uhr
Ich würde meinen dass eine Stoffwechselstörung ähnliche oder sogar dieselben Symptome wie eine Mangelerscheinung zeigt aber andere Ursachen hat.

Eine Stoffwechselstörung ist genetisch oder krankheitsbedingt sodass die Pflanze auch unter optimalen Bedingungen Nährstoffe nur schlecht aufnehmen bzw. metabolisieren kann.

Bei einer Mangelerscheinung wäre die Pflanze in der Lage die Nährstoffe aufzunehmen, sie sind aber einfach nicht da oder durch Umweltbedingungen wie pH nicht pflanzenverfügbar.

DAS entspricht in etwa der Art, wie ich die beiden Wörter aufgefasst habe. Du konntest es einfach definitiv besser beschreiben als ich.
(Dieses Problem habe ich oft: Ich brauche sehr viele Worte, um meinen Eindruck, eine Erklärung usw. so genau wie möglich zu schildern und scheitere dann doch, da ich nicht die richtigen Worte finde...mmh...ich werde es dennoch weiter versuchen  :rot)
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 06.Apr.11 um 21:37 Uhr
Zitat von: Ahriman am 06.Apr.11 um 20:28 Uhr
Ich denke flava bedeutet einfach dass die Blüte gelb ist. Der rote Farbstoff fehlt, es ist aber immer noch ein gelber da, sonst gäbe es ja nicht die seltenen weißen Formen (gibt es eigentlich weiße Sophroniten oder Phrag. bessae?).

LG,
Christian

Christian, es gibt aber Arten, meist sogar ganze Gattungen, da ist die Blüte bei fehlenden Farbstoffen immer gelb und nie weiss, z. B. Ophrys.

Ich kenne die physiologische Ursache nicht, vermute aber Folgendes:
Es muss bei genetisch bedingtem "Farbstoffmangel" in der Pflanze eine Derivat des Farbstoffes übrig bleiben, das physiologisch lebensnotwendig ist für die Pflanze und nach aussen nur gelb in Erscheinung tritt. Wenn dieses Derivat nicht existieren würde, wäre die Blüte zwar weiss, aber die Pflanze könnte nicht existieren, deshalb findet man sie nicht.

Dass die Farbstoffe in der Pflanze neben der Farbgebeung auch andere wichtige physiologische Wirkungen entfalten ist ja auch offensichtlich, denn sonst wären Alba-Formen in den meisten Fällen nicht viel anfälliger und weniger robust.
In natürlichen Beständen müssten sie sich viel stärker unter die Normalformen einmischen, wenn sie die gleiche Lebenstüchtigkeit besässen, auch unabhängig davon, dass sie vielleicht schlechter bestäubt werden.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Martin am 06.Apr.11 um 22:09 Uhr
Ist der Begriff "albescens" eigentlich anerkannt, oder ist das auch wieder nur eine Verkaufsmasche?

LG Martin
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Burki am 06.Apr.11 um 22:23 Uhr
Zitat von: Berthold am 06.Apr.11 um 21:37 Uhr
Dass die Farbstoffe in der Pflanze neben der Farbgebeung auch andere wichtige physiologische Wirkungen entfalten ist ja auch offensichtlich, denn sonst wären Alba-Formen in den meisten Fällen nicht viel anfälliger und weniger robust.
In natürlichen Beständen müssten sie sich viel stärker unter die Normalformen einmischen, wenn sie die gleiche Lebenstüchtigkeit besässen, auch unabhängig davon, dass sie vielleicht schlechter bestäubt werden.

Könnte es nicht sein, daß parallel zu den fehlenden Farbstoffen ein Defizit an essenzielen anderen Stoffen besteht?

Möglicherweise sind die Alba-Formen aber in natürlichen Beständen quantitativ zu gering, um sich zu erhalten, vermischen sich mit den Normalformen und verschwinden so wieder?
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 06.Apr.11 um 23:12 Uhr
Zitat von: Burki am 06.Apr.11 um 22:23 Uhr
Möglicherweise sind die Alba-Formen aber in natürlichen Beständen quantitativ zu gering, um sich zu erhalten, vermischen sich mit den Normalformen und verschwinden so wieder?

aber wenn die Albas die gleiche Lebensfreude hätten, müssten sie sich vermischen, aber das tun sie nicht.
Wenn man in einen Bestand hellroter Pflanzen ein etwas dunkler rote Pflanze einsetzt mischt sie sich auch in Laufe der Generationen in den Bestand ein.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Burki am 07.Apr.11 um 00:51 Uhr
Ja, und man wird nichts mehr von ihr finden, denn deren Nachfolger mischen sich immer weiter mit den hellroten.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Phil am 07.Apr.11 um 17:28 Uhr
Hmm und was ist das dann jetzt?
http://www.flickr.com/photos/96454410@N00/5598255714/in/contacts/
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 07.Apr.11 um 17:31 Uhr
Zitat von: Phil am 07.Apr.11 um 17:28 Uhr
Hmm und was ist das dann jetzt?
http://www.flickr.com/photos/96454410@N00/5598255714/in/contacts/

das ist eine ganz normale Ophrys speculum alba.
Die Ophrys gehören ja zu den Gattungen, bei denen immer ein gelb zurück bleibt, wenn die Farbstoffe fehlen. Ganz weisse speculum gibt es nicht, bzw. sind nicht lebensfähig.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Nightwolf am 07.Apr.11 um 18:43 Uhr
Also wenn die Art normalerweise über rote/orangene etc Farbstoffe verfügt und eine Pflanze der selben Art eine weisse Blüte produziert dann ist diese weissblütige Pflanze höchstwahrscheinlich eine Mutation?

http://orquidea.base33.net/noticias/314-gongora-quinquenervis-alba

Ich hätte so gerne eine weissfarbene gongora aber die sind wohl sehr selten zu bekommen. Also kann ich nur darauf hoffen dass ich, wenn ich eine Pflanze kaufe, diese einen Gendefekt hat? :/
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 07.Apr.11 um 21:42 Uhr
Zitat von: Nightwolf am 07.Apr.11 um 18:43 Uhr
Also wenn die Art normalerweise über rote/orangene etc Farbstoffe verfügt und eine Pflanze der selben Art eine weisse Blüte produziert dann ist diese weissblütige Pflanze höchstwahrscheinlich eine Mutation?

genau so ist das.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Burki am 08.Apr.11 um 08:20 Uhr
Hake ich auch mal nach:
Wenn es bei, sagen wir mal rotorangenen Blüten, auch Varianten mit grüngelblichen Blüten gibt, war ich bisher davon ausgegangen, daß dies Variationen sind, die auf unterschiedliche Standorte zurückzuführen sind. Die sich möglicherweise auf eine andere Bestäuberart spezialisiert haben.
Oder doch nur aufgrund fehlender Rotanteile?
Oder kommt beides vor?
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 08.Apr.11 um 09:30 Uhr
Ob es ein genetischer Defekt ist oder eine "gewollte genetische Veränderung" kann man daran unterscheiden, ob die Pflanze stabil ist und ob sie in grösseren Stückzahlen auftritt.

Bei Datylorhiza sambucina gibt es Pflanzen mit roten und mit gelben Blüten und noch echte alba-Formen mit weissen Blüten.

Man vermutet, die Blüte tritt in zwei Farbvarianten auf, um Bestäuberinsektien zu überlisten. Wenn die Insekten gelernt haben, dass sie an den roten Blüten keinen Nektar finden, sollen sie zu den gelben Blüten fliegen und umgekehrt. 
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Burki am 08.Apr.11 um 09:55 Uhr
Alles klar, danke. ;-)
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Ahriman am 09.Apr.11 um 21:18 Uhr
Berthold, ich denke ich habe sogar mal einen Artikel gelesen der die Lebensfähigkeit mit den Farbstoffen korrelliert, wie du geschrieben hast gehts bei vielen Arten ohne das Gelb nicht. Andererseits manchmal scheinbar schon wie bei der C. aurantiaca.

Burki, B. pectenveneris gibt es definitiv in weiß, das habe ich beim Kopf als Mutation inmitten von roten Blüten gesehen, mit allen Übergängen. Mit der grünen Blüte hast du wohl recht, das ist eine andere Art. Dass diese Farben standortpezifisch sind denke ich nicht, es ist eher eine Bandbreite der natürichen Variation. Schon wenn man eine Kapsel aussät kann man starke Unterschiede in den Farbtönen der Blüten der Nachkommen sehen. Die grünen Formen von normalerweise bunten Blüten (fällt das auch unter alba wie bei vielen Paphis?) schlagen sich in der Natur meist schlechter, sei es dass sie den Bestäubern weniger gefallen oder die Pflanze andere damit einhergehende "Behinderungen" hat und schlechter wächst. Sonst wären diese Blütenfarben nicht so selten.

LG,
Christian
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Frodo am 07.Apr.12 um 10:17 Uhr
Zitat von: Ralf am 05.Apr.12 um 21:14 Uhr
kultivierbar? Substrat vermutlich immer feucht. Müssen/sollten die Blätter auch täglich besprüht werden?

(http://s1.directupload.net/images/120405/eqw5taom.jpg) (http://www.directupload.net)





Namenlos kann hier ersetz werden gegen wardii album!  :thumb
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 11.Nov.12 um 11:09 Uhr
Zitat von: Brave heart am 11.Nov.12 um 10:34 Uhr
Die Bezeichnung f. albinum bezog sich auf das Paphiopedilum delenatii forma albinum.

Ich dachte, die Bezeichung "f. albinum" bezieht sich grundsätzlich auf alle Pflanzenarten, denen gewisse Farbstoffe fehlen, die die Blatt- und Blütenfarbe bewirken. Das wär plausibel und systematisch in Ordnung.
Aber das scheinst Du nicht gemeint zu haben, oder?
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: GuRu am 11.Nov.12 um 11:46 Uhr
Zitat von: Brave heart am 11.Nov.12 um 11:22 Uhr
.....@Berthold
Wie ich ja schon im "delenatii-Thema" geschrieben habe, bezieht sich das alles auf die Gattung Paphiopedilum.
Die Bezeichnung der Albino-Formen, in der Gattung Paphiopedilum, ist für mich überhaupt nicht plausibel und ich sehe da auch keine systematische Ordnung.
Zur Zeit erstelle ich eine kleine Liste mit den akzeptierten Bezeichnungen für die "Albino Formen".
Sobald sie fertig ist, werde ich diese Liste hier mal veröffentlichen.

Vorab 2 Beispiele, die bei mir nur Kopfschütteln verursacht haben:

Paphiopedilum armeniacum forma markii
Paphiopediulm fairrieanum forma bohlmannianum

Es gibt noch weitere merkwürdige Bezeichnungen, aber demnächst mehr.
Eigentlich ganz einfach, dort wo Taxonomen den Albino oder die aureum Form als separate 'forma' beschrieben haben, tauchen auch die von dir mit Kopfschütteln wahrgenommenen Bezeichnungen auf. In diesem Fall legt der Taxonom die Bezeichnung fest und G. Braem war es wohl wert, Hr. o. Fr. Bohlmann in der Beschreibung ein Denkmal zu setzen.
Bei unbeschriebenen Albinos gilt bei Paphiopedilum, Cymbidium oder Bulbophyllum der Zusatz album, bei Cattleya, Laelia, Masdevallia aber auch bei Sophronitis der Zusatz alba.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 11.Nov.12 um 12:37 Uhr
Zitat von: GuRu am 11.Nov.12 um 11:46 Uhr
Bei unbeschriebenen Albinos gilt bei Paphiopedilum, Cymbidium oder Bulbophyllum der Zusatz album, bei Cattleya, Laelia, Masdevallia aber auch bei Sophronitis der Zusatz alba.

Die Endung richtet nach dem Geschlecht der Gattung, "um" ist sächlich, "a" ist weiblich, "us" ist männlich. Das ist klar.
Aber wie werden Albinos bezeichnet, bei denen eine gelbe oder gelbgrüne Grundfärbung ürbig bleibt? Von diesen Arten gibt es keine überlebensfähigen rein weissen Formen. Dann gibt es noch Formen, bei denen fehlt das Chlorophyll, aber die Blütenfarbstoffe sind vorhanden. Sie müssen sich von Pilzen ernähren lassen.


Siehe auch hier:
http://www.orchideenkultur.net/index.php?topic=13607.0
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: GuRu am 11.Nov.12 um 13:07 Uhr
Zitat von: Berthold am 11.Nov.12 um 12:37 Uhr
Zitat von: GuRu am 11.Nov.12 um 11:46 Uhr
Bei unbeschriebenen Albinos gilt bei Paphiopedilum, Cymbidium oder Bulbophyllum der Zusatz album, bei Cattleya, Laelia, Masdevallia aber auch bei Sophronitis der Zusatz alba.

Die Endung richtet nach dem Geschlecht der Gattung, "um" ist sächlich, "a" ist weiblich, "us" ist männlich. Das ist klar.
Aber wie werden Albinos bezeichnet, bei denen eine gelbe oder gelbgrüne Grundfärbung ürbig bleibt? Von diesen Arten gibt es keine überlebensfähigen rein weissen Formen.
Albinismus bei Pflanzen gibt es in verschiedenen Abstufungen. Bereits das Fehlen der Anthrocyanine gilt als eine Form des Albinismus, die Pflanzen werden als Albiflora bezeichnet. Solche Pflanzen haben jedoch Chlorophyll und auch nicht immer rein weiße, sondern oftmals grün/weiße Blüten.
Zitat (www.albiflora.eu] (http://www.albiflora.eu/science_dt.html): " Diese Formen werden im allgemeinen als genetische Abweichungen verstanden, als Abwesenheit derjenigen Pigmente, welche die Farbe einer Blüte bestimmen. Die damit verbundenen Begriffe lauten Hypochromie (als Gegenbegriff zur Hyperthermie, die eine exzessive Pigmentierung, also eine besonders intensive Färbung, bezeichnet) oder Albiflora-Formen. Als "alba" oder "albiflora" bezeichnete Formen haben Blüten, denen jede farbige Pigmentierung fehlt und die rein weiß sind.
Manche bezeichnen bereits diese individuelle genetische Besonderheit als Albinismus: In diesem Verständnis wird eine Pflanze mit Blüten ohne rote Pigmente umgangssprachlich als Albino bezeichnet - die Blüten können, hellgrün, gelblich oder weiß sein. Aber in einem strikten botanischen Sinn ist ein Albino eine Pflanze, der Chlorophyll fehlt: Daher ist Albinismus die völlige Abwesenheit von grünem Pigment. Da die meisten hier vorgestellten Orchideen grüne Blätter haben, handelt es sich also nicht um Albinos, sondern um Albiflora-Formen. Manchmal herrscht die weiße Farbe nur in einem Teil der Blüte vor. In anderen Fällen ist die ganze Blüte reinweiß, einschließlich der Pollinien."

Zitat von: Berthold am 11.Nov.12 um 12:37 Uhr
Dann gibt es noch Formen, bei denen fehlt das Chlorophyll, aber die Blütenfarbstoffe sind vorhanden. Sie müssen sich von Pilzen ernähren lassen.
Zitat (www.albiflora.eu] (http://www.albiflora.eu/science_dt.html): "Nur wenn die ganze Pflanze völlig weiß ist, einschließlich der Blätter, kann man von einem Albino sprechen. Dies ist etwa beschrieben worden für Epipactis helleborine oder für Malaxis bayardii im US-Staat Massachusetts, benannt als Malaxis bayardii forma kelloggiae" 
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 11.Nov.12 um 14:02 Uhr
Rudolf, der Artikel scheint von einem Nichtfachmann geschrieben. Die wissen nicht einmal, was Pigmente sind.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: GuRu am 11.Nov.12 um 14:16 Uhr
Zitat von: Berthold am 11.Nov.12 um 14:02 Uhr
Rudolf, der Artikel scheint von einem Nichtfachmann geschrieben. Die wissen nicht einmal, was Pigmente sind.
Ob diese Begrifflichkeit bei diesem Thema entscheidend ist oder nicht und die Beurteilung des Autors der Seite als Fachmann oder nicht - überlasse ich dir. Autor/Impressum (http://www.zschunke.de/profil.htm)
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 11.Nov.12 um 14:26 Uhr
Zitat von: GuRu am 11.Nov.12 um 14:16 Uhr
Ob diese Begrifflichkeit bei diesem Thema entscheidend ist oder nicht und die Beurteilung des Autors der Seite als Fachmann oder nicht - überlasse ich dir. Autor/Impressum (http://www.zschunke.de/profil.htm)

Danke, Rudolf, aber es geht hier nicht um Begrifflichkeit sondern um Fachbegriffe.
Im Zusammenhang mit gefärbten Pflanzen ist es schon wichtig, ob Farbstoffe nicht voll synthetisiert sind oder ob Pigmente fehlen.
Pigmente werden machmal von den Pflanzen neben Farbstoffen eingelagert, um sich vor Strahlung zu schützen. Wenn diese Pigmente nicht vorhanden sind oder gebildet werden, so hat das absolut nichts mit Albinismus zu tun. 

Rudolf, wenn Du mal eine Frau mit Arschgeweih triffst, dann kannst Du Dir genau anschauen, was man mit Pigmenten alles anstellen kann.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: GuRu am 11.Nov.12 um 14:42 Uhr
Zitat von: Berthold am 11.Nov.12 um 14:26 Uhr
Zitat von: GuRu am 11.Nov.12 um 14:16 Uhr
Ob diese Begrifflichkeit bei diesem Thema entscheidend ist oder nicht und die Beurteilung des Autors der Seite als Fachmann oder nicht - überlasse ich dir. Autor/Impressum (http://www.zschunke.de/profil.htm)

Danke, Rudolf, aber es geht hier nicht um Begrifflichkeit sondern um Fachbegriffe.
Im Zusammenhang mit gefärbten Pflanzen ist es schon wichtig, ob Farbstoffe nicht voll synthetisiert sind oder ob Pigmente fehlen.
Pigmente werden machmal von den Pflanzen neben Farbstoffen eingelagert, um sich vor Strahlung zu schützen. Wenn diese Pigmente nicht vorhanden sind oder gebildet werden, so hat das absolut nichts mit Albinismus zu tun.
Wissenschaftlich gesehen hast du natürlich Recht. Ich habe ja auch vom Fehlen von Anthrocyanin gesprochen.
Trotzdem kann man das Phänomen populärwissenschaftlich erklären, wenn man die Begrifflichkeit Farbstoff mit dem wissenschaftlich nicht exakten Begriff Pigment substituiert.
Zitat von: Berthold am 11.Nov.12 um 14:26 Uhr
Rudolf, wenn Du mal eine Frau mit Arschgeweih triffst, dann kannst Du Dir genau anschauen, was man mit Pigmenten alles anstellen kann.
Bisher hat mich das Leben glücklicherweise vor dieser Erfahrung bewahrt.  :yes
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: walter b. am 13.Nov.12 um 19:44 Uhr
Hallo zusammen,

ad Albinos: Sind dann Cattleyen oder Ähnliches mit weißen Blüten aber grünen Blättern auch keine "echten" Albinos?

By the way: Ralf, ist die Blüte endlich offen? Die Spannung steigt ja schön langsam ins Unermessliche!
Ist es nun ein venustum oder ein wardii oder ganz was Anderes? Ich würde nach den Blättern persönlich auch auf wardii tippen...

Schöne Grüße
Walter
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 13.Nov.12 um 20:26 Uhr
Zitat von: walter b. am 13.Nov.12 um 19:44 Uhr
Hallo zusammen,

ad Albinos: Sind dann Cattleyen oder Ähnliches mit weißen Blüten aber grünen Blättern auch keine "echten" Albinos?

Das Chlorophyll zählt bei den Farbstoffen, die bei einem "echten" Albino fehlen müssen nicht mit. Fehlt das Chlorophyll, so sind die Pflanzen albinistisch. Dabei können sie ruhig rote Blüten oder Punkte haben.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: walter b. am 13.Nov.12 um 23:09 Uhr
Na, da bin ich beruhigt...
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 27.Apr.21 um 10:48 Uhr
Zitat von: walter b. am 27.Apr.21 um 10:28 Uhr
Ich würde sie albescens oder rosea nennen. Semi-alba passt nicht, weil da müsste (wie es der Name induziert) ein Teil der Blüte weiß sein.

Nein, semi-alba Formen produzieren weniger Farbstoff als die Normal-Formem. Dadurch werden meist alle Blütenteile weniger eingefärbt als bei Normalformen.
Es ist physiologisch fast unmöglich, dass ein Blütenteil völlig farblos ist und ein anderes voll gefärbt ist.
Es gibt Phalaenopsis, bei der mache Blütenblätter rot, andere weiss sind, mal mehr mal weniger, aber das hat nicht mit Albinismus zu tun.

Bei Orchis morio gibt es praktisch alle Zwischentöne der gesamten Blüte von ganz fehlendem Rot bis zu vollem rot.
Das Grün zählt nicht als Farbstoff.

Siehe auch hier: https://www.orchideenkultur.net/index.php?topic=13607.0
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: walter b. am 27.Apr.21 um 11:32 Uhr
Es tut mir Leid, aber da muss ich klar widersprechen.

Zitatsemialba : der Pflanze fehlt ein Teil der Farbstoffe der Blüte

Das stimmt nicht. Es sollte heißen: "Der Pflanze fehlen die Farbstoffe in Teilen der Blüte, meist den Tepalen. Dadurch sind diese weiß. Daher kommt auch der Name semi-alba (zu deutsch: halb-weiß)"
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 27.Apr.21 um 11:48 Uhr
Nein, semialba bedeutet, dass die Pflanze nur wenig Farbstoff produziert. Dieser geringere Farbstoffanteil verteilt sich gleichmässig auf die gesamte Pflanze.
Wenn ein Blüte ein weisses und ein dunkelrotes Blütenblatt besitzt, hat das nichts mit Albinismus zu tun, völlig egal, wie jemand seien Pflanze dann nennt. Bei alba-Formen fehlen auch der Farbstoff in anderen Teilen der Pflanzen. So hat eine alba-Form einer Dactylorhiza maculata auch keinen Punkte auf den Blättern oder eine alba-Form eines Alpenveilchens hat keine rote Blattunterseite.

Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: walter b. am 27.Apr.21 um 12:05 Uhr
Die Definition von alba mag schon richtig sein, doch die von semi-alba ist es nicht.
Helle Farbformen ohne die sonst üblichen Kontraste werden als concolor, rosea oder albescens bezeichnet. Vielleicht habe ich eine Namen vergessen, aber semi-alba ist definitiv etwas Anderes. Sagt ja schon der Name, wie ich ja auch schon geschrieben habe.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 27.Apr.21 um 12:14 Uhr
Zitat von: walter b. am 27.Apr.21 um 12:05 Uhr
Die Definition von alba mag schon richtig sein, doch die von semi-alba ist es nicht.
Nein, semialba bedeutet, dass die Pflanze die Farbstoffe nicht in voller Konzentration produziert. Da gibt es jede Zwischenstufe von 100% bis 0%. Es macht keinen Sinn für jede Prozentzahl ein eigenes Wort zu schaffen, deshalb benutzt man das Wort semialba nicht nur für 50%, sondern auch für alle anderen Zwischenstufen.
Ausserdem gibt es den Fall, dass mehrere Farbstoffe in einer Pflanze nicht in voller Konzentration produziert werden können.
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Viktor am 27.Apr.21 um 18:47 Uhr
Ich finde den Begriff semi-alba auch irreführend. Bei dem Begriff semi-alba müsste man sich die Frage stellen, inwiefern ist er von Händlern geprägt und inwiefern wirklich wissenschaftlich. Auch wenn ich mehr an Farbkonzentrationsgefälle glaube, wie es in der Natur meistens der Fall ist, muss ich mich dennoch sprachlich anpassen wenn ich bei einem Händler bin, sonst bekomme ich ja selbst nicht das was ich will  :rofl
Titel: Re: Alba, semialba, flava, ochracea
Beitrag von: Berthold am 27.Apr.21 um 18:56 Uhr
Ja, es gibt aber bei den meisten Arten viele unterschiedliche Ausprägungen der Färbung, da kann es nicht für jede Farbe einen eigenen Namen geben.