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Autor Thema: Calanthe  (Gelesen 38981 mal)


Offline Uhu

  • Beiträge: 2271
Calanthe
« am: 08.Okt.08 um 18:25 Uhr »
Hallo,

da diese Gattung hier noch keine Heimat hat, will ich damit mal anfangen.

Calanthe reflexa - hab ich im Frühjahr in sehr erdigem Substrat gekauft und über den Sommer schattig und relativ feucht kultiviert. Hatte sie früher schon mal über mehrere Jahre mit ihrer recht späten Blüte in Kultur. Dieses Jahr sind mir die Knospen und Blätter dann plötzlich eingegangen und Wurzeln abgefault. Das riecht nach Pilzattacke.

Habe sie daraufhin in reines Sermais gesetzt. Inzwischen erreichen frische, grüne Triebspitzen die Oberfläche. Hat jemand Erfahrung, wie sie am besten durch den Winter kommt? Trocken wird sie auf jeden Fall stehen müssen. Kann ich mit einer gewissen Frosthärte rechnen oder muss sie sich bei den vielen Anderen im Keller drängeln?

Erfahrungen, auch zu anderen Arten der Gattung, würden mich sehr interessieren.

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 08.Okt.08 um 18:27 Uhr von Uhu »
Grüße Jürgen


Offline winwen

  • Beiträge: 453
Re: Calanthe
« Antwort #1 am: 09.Okt.08 um 09:25 Uhr »
Zufällig kann ich da helfen.
Auch ich hatte Calanthe reflexa 4 Jahre lang im Garten, allerdings wahrscheinlich zu schattig, denn geblüht hat sie bei mir nicht.
Wintertemperaturen hat sie bis -15C sogar ungeschützt überlebt. 2 Nächte mit -17C/-18C waren aber zu viel.

Unter Berücksichtigung der individuellen Abweichungen, die sich ergeben können, würde ich sagen: unbedingt trocken, bis -10C geht's auch ohne Schutz, bis -15C geschützt, darunter: ab in den kühlen Keller/Kalthaus, ....

In Japan werden Calanthes im Freilang kultiviert.


Offline Uhu

  • Beiträge: 2271
Re: Calanthe
« Antwort #2 am: 09.Okt.08 um 23:41 Uhr »
Danke für die Antwort,

werde den Topf dann halbschattig einsenken und wie die wintertrockenen Cypris mit einer Dachpfanne abdecken. Falls es wirklich kälter wird kann ich ja eine Schicht zusätzlich drüber machen.

Wie sieht es eigentlich mit dem Kalkgehalt aus? Auf den japanischen Inseln dürfte es davon eine Menge im UNtergrund geben.

Gruß Jürgen
Grüße Jürgen


Offline jack

  • Beiträge: 105
Re: Calanthe
« Antwort #3 am: 04.Jan.09 um 10:02 Uhr »
Hallo,

gibt es bei den oben genannten Calanthen irgendeinen Trick oder Tipp wie man die zum blühen bekommt? Die discolor habe ich jetzt bestimmt schon 5 Jahre und die striata jetzt im 3 Jahr. Sie wachsen aber blühen halt nicht und ich habe keine Ahnung warum nicht.

MfG

Ivo
« Letzte Änderung: 04.Jan.09 um 15:19 Uhr von jack »


Offline Belo144

  • Beiträge: 392
Re: Calanthe
« Antwort #4 am: 14.Jan.09 um 09:47 Uhr »
Hallo Ivo,

sumindest die Calanthe discolor hab ich z.T. ausgepflanzt zwischen den Cyps stehen (eine hab ich im Topf zur Sicherheit). Die ausgepflanzten blühen wechselnd immer wieder recht schön, bis jetzt aber nie zwei Jahre hintereinander. Ich glaube, daß die recht viel Dünger brauchen um starke Bulben auszubilden, die blühfähig sind. Ich muß mal schauen ob ich noch ein Bild von den im Freiland habe.

Gruß,
Lothar
Gruß,
Lothar


Offline jack

  • Beiträge: 105
Re: Calanthe
« Antwort #5 am: 18.Jan.09 um 13:06 Uhr »
Hallo,


danke für eure Antworten.

@Lothar, wäre schön wenn du mal ein Bild hast.

MfG

Ivo


Offline Carsten

  • Beiträge: 959
Re: Calanthe
« Antwort #6 am: 27.Apr.09 um 16:29 Uhr »
Die habe ich im Frühjahr auf einer Ausstellung erworben. Der Blütenstand könnte noch größer werden, aber ich bin erstmal froh, überhaupt eine blühende Calanthe zu haben. Die Farbe der Blüten finde ich sehr attraktiv.

Nachdem dieses Frühjahr zwei Calanthen (striata und alpina) nach einer Saison in reinem Neudohum riesige Neutriebe gemacht haben, habe ich alle meine vier Calanthen zur neuen Saison in NH mit 30% Blähton/Seramis gesetzt.

Das ist mein zweiter Versuch mit den immergrünen Arten dieser Gattung. Ich hatte mal ein paar Pflanzen von Gerd Kohls bekommen, die aber trotz kräftiger Zufuhr von mineralischem Dünger nie wirklich gut gewachsen sind und irgendwann eingingen. Jetzt scheint es besser zu laufen.

Viele Grüße, Carsten


Offline Mr. Kaizer

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Re: Calanthe
« Antwort #7 am: 27.Apr.09 um 23:37 Uhr »
Die ist sehr schön!


Offline Alexa

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Re: Calanthe
« Antwort #8 am: 28.Apr.09 um 07:53 Uhr »
Neudohum ist wirklich super!

Tolle Pflanze Carsten! Glückwusch zum Kulturerfolg!

Gruß
Alexa


Offline Jürgen a.d.E.

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Re: Calanthe
« Antwort #9 am: 26.Dez.09 um 17:59 Uhr »
Hallo zusammen,

seit drei Jahren versuche ich eine Calanthe striata (steht zumindest auf dem Pflanzschild) zum Blühen zu bringen. Zwei Jahre habe ich sie nach den Anregungen vom Maier,Erich gepflegt, also im Freien unter einer Schicht Buchenlaub überwintert. Das ist nichts geworden, ausgetrieben hat sie jedes Jahr neu aber erst im Juni. Dieses Jahr habe ich sie im Spätherbst ins Haus an ein Nordfenster bei ca. 15 Grad gestellt und nur einmal im Monat gewässert.
Sie steht in einem Gemisch aus grobem Orchideensubstrat 1:1 mit lehmigen Sand und etwas Kalk. Sie beginnt auszutreiben mit zwei Trieben. Die Pflanze wird bestimmt noch ein paar Jahre bis zur Blüte brauchen.

Das Substrat scheint also zu funktionieren. Nach der Broschüre von Wolfgang Hoffmann ist auch der derzeitige Austrieb in Ordnung denn dort ist die Blühzeit von November bis Februar angegeben.
Nun habe ich verschiedentlich gelesen, man solle sie im Herbst aus dem Substrat nehmen und trocken überwintern, allerdings sind da ja noch die Blätter dran. Andere schreiben, diese Art ist wintergrün.
Welche Tipps bezüglich Kultur/Giesintervalle könnt ihr mir geben?
Jürgen a.d.E.
« Letzte Änderung: 03.Okt.19 um 16:38 Uhr von Berthold »


Online Berthold

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Re: Calanthe
« Antwort #10 am: 27.Dez.09 um 17:18 Uhr »
Jürgen, ich habe keine Ahnung von der Art.
Aber ich würde sie in eine Seramis/Neudohum-Mischung stecken mit einer Moosschicht drauf, jetzt ziemlich trocken halten und frostfrei aufstellen. Wenn sie Blätter hat, möglichst hell in der Wintersonne.
Diese Technik hat bisher für alle südostasiatischen Arten geklappt, die nicht auf Frost angewiesen sind.

Ich glaube, Deine C. striata überwintert mit Blättern. Wenn sie hier im Winter draussen steht, werden die Blätter grossen Schaden nehmen. Die braucht sie aber, um im Frühling weiter wachsen zu können.
Andererseits braucht die Pflanze eine Kühlperiode, an deren Ende sie weiterwachsen und blühen kann und will. Also ähnlich wie Riemenzunge und Ophrys, nur etwas wärmer.
« Letzte Änderung: 28.Mär.16 um 12:28 Uhr von Ralla »
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Offline Manne

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Re: Calanthe
« Antwort #11 am: 27.Dez.09 um 17:33 Uhr »
Ich kultiviere die Art zwar nicht, aber ein Bekannter kultiviert sie wie Cypripedium. Die sehen immer ganz gut aus.


Online Berthold

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Re: Calanthe
« Antwort #12 am: 27.Dez.09 um 18:04 Uhr »
Ein Kommentar aus dem Internet, das Ansehen des Dr. Pillip Cribb scheint weltweit anerkannt.


On Apr 18, 2004, Lophophora from Tokyo
Japan wrote:
Agony...

I have known this plant for more than 15 years as C. sieboldii, but after earnest discussions (with very little biting or chair-throwing) with one of DG's most respected taxonomists, I have been forced to reconsider, and post this beautiful terrestrial orchid as Calanthe striata. The reasons:
1. Not only Kew, but the MBG also list their living specimens under that name. IPNI lists "sieboldii" as a later synonym...
2. My Orchid Guru, Dr. Phillip Cribb (Curator of the Orchid Herbarium at Kew), lists it as such in his informative 1989 work "Hardy Orchids" (P. Cribb & C. Bailes, Timber Press), and as any orchidophile knows, the good doctor is *always* right... :)

I would, of course, be open to any monographic evidence that my beloved "sieboldii" is the correct epitaph... heck, I'll even pay you!!!

That said...

IMHO, this is the most spectacular of the temperate Calanthes. Blooming in deep shade, it is far less hardy than it's cousin C. discolor, and needs to have a mulch/leaf litter cover during the winter months if there are hard frosts. Does not appreciate compacted soil, and I've found that digging mine up in the late summer every five years or so, adding compost to the soil, and replanting tends to increase the number of blooms.

Old plants can be back-bulbed: ie, several years of old psuedobulbs form an underground chain - you can snip off 3-4 of these and if treated well, they will produce a new growing point. The donor plant, deprived of energy reserves, may not bloom as heartily for one year though...

As Baa mentioned with C. discolor, the flowers are relished by slugs, so bait or toads are called for. Mine also seem to be the first aphid target of spring - they attack the flower ovaries rather than the flowers themselves.
Weniger gelobt ist genug kritisiert (frei nach Peter Altmaier)


Offline Jürgen a.d.E.

  • Beiträge: 747
Re: Calanthe
« Antwort #13 am: 27.Dez.09 um 19:39 Uhr »
Ich sehe,viele Wege führen zum Ziel. Mit Geduld und euren Tips nun vielleicht auch meiner.

Besten Dank  Jürgen a.d.E.


Offline jack

  • Beiträge: 105
Re: Calanthe
« Antwort #14 am: 28.Dez.09 um 09:20 Uhr »
Jürgen, ich habe keine Ahnung von der Art.
Aber ich würde sie in eine Seramis/Neudohum-Mischung stecken mit einer Moosschicht drauf, jetzt ziemlich trocken halten und frostfrei aufstellen. Wenn sie Blätter hat, möglichst hell in der Wintersonne.
Diese Technik hat bisher für alle südostasiatischen Arten geklappt, die nicht auf Frost angewiesen sind.

Hmmmm.....


bin gespannt was meine im nächsten Jahr machen, Ich habe sie in Seramis und Neudohum stehen.

Aber was für Moos nimmt man zur Abdeckung und ist 3-5°C warm genug?

MfG

Ivo