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Autor Thema: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung  (Gelesen 4305 mal)


Online Eveline

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #15 am: 03.Mai.14 um 14:52 Uhr »
Susan Band (Pitcairn Alpines, Schottland) schrieb zur Aussaat dieser Lilien-Samen aus dem Gebiet des Hengduan Gebirges in China, daß alle keine Stratifizierung benötigen und alle epigäisch sofort keimen.

Frau Band führt weiters aus, daß sie üblicherweise im Januar/Februar (in Schottland) sät und frostfrei hält. Die Keimung erfolgt, wenn die Temperatur ca. +10°C erreicht (was in Schottland jetzt der Fall ist).

Das Problem bei meiner späten Aussaat besteht darin, daß es für die Sämlinge bereits zu warm wird. Es ist daher ratsam, die Gefäße mit den Samen und später den (hoffentlich vorhandenen) Sämlingen an einem möglichst kühlen und schattigen Platz aufzustellen.

Alle Lilien und andere spezielle Pflanzen aus den Hengduan Mountains (Südost-Himalaya) wachsen in höher gelegenen Gebieten, kühl und feucht auch im Sommer. So z.B. die bekannteren Arten L. mackliniae, L. taliense und L. nanum.

Susan Band in Schottland sät diese kleinen Lilien-Arten im Jänner. Aussaat im Herbst geht auch, aber die Verluste durch Frostschäden sind hoch. Eine Bodenheizung (heated cable) setzt die Keimung innerhalb von 3 - 4 Wochen in Gang und schafft gute Bedingungen für das Wachstum. Frostfrei halten. Nach dem Erscheinen des ersten Laubblattes werden die Sämlinge in größere Gefäße pikiert. Kühl, schattig und frostfrei halten. Ausgepflanzt werden sie am besten an einem kühlen, schattigen Platz mit eher saurem humusreichen Boden (wie Meconopsis).

Die bis zur Blühfähigkeit erforderliche Aufzuchtzeit ist unterschiedlich lange. Bei Nomocharis dauert es üblicherweise 2 - 3 Jahre, bei größeren Lilien länger. Ihre Zwiebeln sind viel kleiner als jene der üblicherweise angebotenen Lilien.


Offline purpurea

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #16 am: 23.Mai.14 um 14:14 Uhr »
Ich habe im März von dem Norweger Liliensamen bekommen. Direkt importiert aus China. :whistle
Ich habe einmal versucht unterschiedliche Medien auszuprobieren.
Ich war erstaunt wie gut es auf Sphagnum geht.
Also nur Moos, ohne Substrat.
Es sind identische Samen von Lilium souliei.
Aussaat war am 16,3.14


« Letzte Änderung: 26.Mai.17 um 21:31 Uhr von Berthold »
Liebe Grüsse an die meisten.
Rudolf.V
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Offline Berthold

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #17 am: 23.Mai.14 um 15:14 Uhr »
Rudolf, das adulte Lilium souliei wird in England für 63 Euro angeboten. Also hüte die Kleinen gut.


Offline purpurea

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #18 am: 23.Mai.14 um 15:21 Uhr »
Es muss sich aber erst beweissen ob es das ist was es sein soll.Denn der Norweger wird den Samen sicher nicht selber geerntet und verpackt haben.
Liebe Grüsse an die meisten.
Rudolf.V
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Offline Claus

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #19 am: 18.Feb.15 um 17:49 Uhr »
Die auf asymbiotischem Nährboden ausgesäten Lilium regale - Samen kamen von Eveline  :blume - wurden nach dem Auspikieren ein weiteres Mal in Kästen umgepflanzt und kommen jetzt an ihren endgültigen Standort. Der Februar ist in diesem Jahr für Gartenarbeiten gut geeignet, ab + 4°C lässt es sich gut arbeiten. In den Gartenboden kamen noch Kompost, Dolomit, Travertin aus Bad Langensalza, Bentonit und Blaukorn. Ich fand noch einen Sack Bentonit im Keller, der aus einer Reklamation vor mehr als 30 Jahren stammte und von mir vergessen wurde. Bentonit verbessert sandige Boden ähnlich wie Lehm.
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Offline Berthold

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #20 am: 18.Feb.15 um 18:16 Uhr »
Claus, wie lange haben die regale-Zwiebeln nun von der Aussaat bis zu dieser Grösse gebraucht?

Wie geht es den anderen Arten, z. B. ledbourii? Die sind ja etwas empfindlicher.


Offline Claus

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #21 am: 18.Feb.15 um 19:39 Uhr »
Aussaat Dez. 2012. Zu den anderen Arten siehe Foto. Wo die auspikierten sind weiß ich im Moment nicht.
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Offline Claus

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #22 am: 29.Mär.15 um 12:32 Uhr »
Heutiger Stand. Erstes Foto: L. kesselringianum, zweites Foto: die ersten drei von links L. monadelphum, die rechts stehenden L. szovitsianum. Von den L. akkusianum ganz links ist nichts zu sehen, ich möchte aber noch nicht buddeln.
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Offline Claus

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #23 am: 06.Jun.15 um 09:17 Uhr »
Die Aussaat von Lilien auf sterilem Nährboden ist, falls man die Möglichkeit dazu hat, viel einfacher als auf Substrat. Man nimmt dann die Zwiebeln erst heraus, wenn sie auch gut überlebensfähig sind. Unterschiede bei Nährböden habe ich nicht gefunden, da geht jeder.
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Offline Berthold

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #24 am: 06.Jun.15 um 10:20 Uhr »
Die Aussaat von Lilien auf sterilem Nährboden ist, ..

Ich habe den Verdacht, dass der Samen einiger Arten sehr schnell an Keimfähigkeit verliert. Da wird dann auch keine Sterilaussaat mehr nützen.
Zu den Arten gehört Lilium catesbaei und vielleicht auch L. philadelphicum.


Online Eveline

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #25 am: 20.Jul.15 um 08:27 Uhr »
Leider sind die Bilder zu Beitrag 1 nicht mehr zu sehen.
Claus, bitte, welche Zutaten sind denn für den Nährboden erforderlich und wie bereitet man ihn zu?


Offline Claus

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #26 am: 20.Jul.15 um 09:20 Uhr »
Ja, die Fotos sind bei www.bildercache.de im Nirwana verschwunden, nicht nur diese.  O-)

Ich habe verschiedene Böden probiert, sie gingen alle, es geht z.B. der Sigma-Boden p6668, oder auch selbst gemixte Rezepte.
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Offline Claus

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #27 am: 04.Mär.16 um 23:06 Uhr »
In diesen Tagen habe ich wieder Liliensämlinge auspikiert - viele, viele verschiedene. Hier nur mal zwei: L. canadense und L. grayi. Ich bin im letzten Sommer aus verschiedenen Gründen nur stiefmütterlich mit den Sämlingsgläsern umgegangen, so sind einige wenige im Glas eingegangen, bei manchen war der Nährbodenrest fast eingetrocknet, sie lebten doch noch, so vital sind die meisten.

Fazit: Dieses Verfahren der sterilen Aussaat ist hervorragend geeignet zur Aussaat, es keimt fast jeder einzelne Same und entwickelt sich auf ziemlich beliebigem Nährboden relativ rasch und ohne Umlegen bis zum Auspikieren im Glas,

Ich werde bei einer zukünftigen Aussaat mal einen Nährboden mit 30 g/l Zucker testen, vielleicht werden die Zwiebeln dann noch größer.
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Offline orchidsworld

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #28 am: 05.Mär.16 um 08:27 Uhr »
Sehr sehr interessant... Ich musste diese Methode fûr botanischen Garten versuchen...

Auf welchen Medium hast du den Aussaat gemacht ? Keimung im Dunkel ? Welche Temperatur ?

Hast Du vielleicht ein Protokol dafür ?

Und hast Du das schon mit anderen Bulben gemacht, wie botanische Tulipa ?


Offline Claus

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Re: Lilium Aussaat und in vitro Vermehrung
« Antwort #29 am: 05.Mär.16 um 11:42 Uhr »
Ich stelle mal ein Aussaatprotokoll hier ein, dauert ein paar Tage. Wichtig ist eine lange Desinfektionszeit der Samen. Als Medien habe ich alle Orchideenmedien ausprobiert, die bei mir so anfallen, auch mit Hormonen. Es gab keinen Unterschied, die funktionierten alle. Keimung im Dunkeln bei Raumtemperatur, bei einigen Arten 3 Wochen nach der Aussaat für ein paar Wochen in den Kühlschrank stellen, um die Keimung anzustoßen. Tulpen habe ich so noch nicht ausgesät.

Interessant fand ich, dass Cardiocrinum nach üblicher Methode in Aussaaterde mit wechselnden Temperaturen nicht keimten, aber gut auf dem asymbiotischen Medium.
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