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Autor Thema: Lebenserwartung von Orchideen  (Gelesen 26308 mal)


Offline Solanum

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #30 am: 02.Mai.11 um 13:08 Uhr »
Dass monopodiale den sympodialen unterlegen sind würde ich nicht sagen. Auch sie können ja zur Not an einem Stamm entlangklettern. Es sind einfach verschiedene Strategien die zum Ziel führen. Ich bin jetzt mit der Evolutionsbiologie der Orchidaceae nicht up to date aber zu Dresslers Zeiten galten Vandoide als höchstentwickelte Gruppe innerhalb der Orchideen.

Ich meinte nicht Monopodiale im Allgemeinen, sondern diejenigen, die keine/kaum Seitentriebe machen, so daß keine getrennten Triebe vorhanden sind, die sich unabhängig voneinander entwickeln könnten.
Und was ist denn die Definition von höchstentwickelt? Die neueste Erscheinung, evolutionär gesehen? Das könnte auch für Pflanzen zutreffen, die sich an ihre Umgebung sehr gut angepaßt haben, aber dafür Veränderungen der Umweltbedingungen schlechter tolerieren, oder?


Offline orchitim

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #31 am: 02.Mai.11 um 22:38 Uhr »
Hallo Simon, das ist natürlich auch eine Überlegung, die mir noch garnicht kam. Wenn sie in Reproduktion gehen, zehren sie natürlich stärker und verbrauchen Substan für die Blüten. Bei unzureichender Ernährung wäre dann möglicherweise die nächste Blühphase, die ja häufig von externen Faktoren beeinflusst sind, vor Abschluss des Triebes eingeleitet und damit am Beispiel Phale die Reife nicht abgeschlossen. bei gesunden Phalis sagt man, das sie zwischen dem 3/4 oder 4/5 Blatt blühen. Bei gestressten Pflanzen habe ich das auch schon bis zum 1/2 gesehen und im Extremfall käme diese dann Endständig und damit wäre die Pflanze hinüber.
Inwieweit aber genetisches Altern(Defekte etc.) einer Pflanze diesen Vorgang beeinflusst, Neubildung wird verlangsamt, so das über kurz oder lang der hapaxanthe Bt kommt, ist mir nicht bekannt.
Diskutiere niemals mit Idioten. Sie holen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dort mit Erfahrung.


Offline Timm Willem

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #32 am: 02.Mai.11 um 23:37 Uhr »
Hallo Simon, das ist natürlich auch eine Überlegung, die mir noch garnicht kam. Wenn sie in Reproduktion gehen, zehren sie natürlich stärker und verbrauchen Substan für die Blüten. Bei unzureichender Ernährung wäre dann möglicherweise die nächste Blühphase, die ja häufig von externen Faktoren beeinflusst sind, vor Abschluss des Triebes eingeleitet und damit am Beispiel Phale die Reife nicht abgeschlossen. bei gesunden Phalis sagt man, das sie zwischen dem 3/4 oder 4/5 Blatt blühen. Bei gestressten Pflanzen habe ich das auch schon bis zum 1/2 gesehen und im Extremfall käme diese dann Endständig und damit wäre die Pflanze hinüber.
Inwieweit aber genetisches Altern(Defekte etc.) einer Pflanze diesen Vorgang beeinflusst, Neubildung wird verlangsamt, so das über kurz oder lang der hapaxanthe Bt kommt, ist mir nicht bekannt.
Hallo Thomas,
ich durfte vor langer Zeit Erfahrungen mit einer Phalaenopsis-Schnittblumen-Kultur machen, die leben nicht ewig. Die älteren Pflanzen waren über zwanzig Jahre alt, irgendwann stellen sie sich auf generatives Wachstum um, kümmern und um Platz für vitale Pflanzen zu schaffen, wurde nachgeholfen. Ob sie nun gehäuft aus dem Herzblatt blühten, kann ich nicht sagen, aber es gibt eindeutige Zeichen für ein zunehmendes Kippen aus dem Gleichgewicht.

Ein anderes Beispiel sind Gehölze, da wird eigentlich sofort klar, was ich meine.

Umkehren kann man diesen Prozess unter sterilen Bedingungen, es gibt dabei mindestens zwei sehr unterschiedliche Möglichkeiten.
Es passt hier wohl auch, dazu noch etwas zu sagen, da es sowohl bei Gehölzen als auch Orchideen gleichermaßen gilt.

Die beiden Wege sind: zum einen durch die Erzeugung neuer Pflanzen aus einzelnen Zellen(z. B. somatische Embryogenese), dabei geht die physiologische Alterung meist verloren. Zum anderen eine starke Vermehrung von Achsillarknospen, dabei scheint so etwas wie ein "Verdünnungseffekt" aufzutreten. Das wurde auch bei vielfach wiederholter Veredelung erreicht.


Offline orchitim

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #33 am: 02.Mai.11 um 23:54 Uhr »

Hallo Thomas,
ich durfte vor langer Zeit Erfahrungen mit einer Phalaenopsis-Schnittblumen-Kultur machen, die leben nicht ewig. Die älteren Pflanzen waren über zwanzig Jahre alt, irgendwann stellen sie sich auf generatives Wachstum um,

Nun, ob solcherart Spezialkulturen geeignet sind die Lösung der Frage zu bringen bezweifle ich. In derartigen Kulturen ist ja jede Maßnahme an und für die Pflanzen ausschließlich auf die Blüten ausgerichtet und führt somit zur Verarmung der natürlichen ANpassungsfähigkeit aller Merkmalsausprägungen.
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Offline Zeppi

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #34 am: 03.Mai.11 um 00:04 Uhr »
ich durfte vor langer Zeit Erfahrungen mit einer Phalaenopsis-Schnittblumen-Kultur machen, die leben nicht ewig. Die älteren Pflanzen waren über zwanzig Jahre alt, ...

So jung? http://www.phalaenopsis.net/phpBB/viewtopic.php?f=5&t=9145

Grüße ... Ricci

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Offline Timm Willem

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #35 am: 03.Mai.11 um 00:10 Uhr »

Hallo Thomas,
ich durfte vor langer Zeit Erfahrungen mit einer Phalaenopsis-Schnittblumen-Kultur machen, die leben nicht ewig. Die älteren Pflanzen waren über zwanzig Jahre alt, irgendwann stellen sie sich auf generatives Wachstum um,

Nun, ob solcherart Spezialkulturen geeignet sind die Lösung der Frage zu bringen bezweifle ich. In derartigen Kulturen ist ja jede Maßnahme an und für die Pflanzen ausschließlich auf die Blüten ausgerichtet und führt somit zur Verarmung der natürlichen ANpassungsfähigkeit aller Merkmalsausprägungen.
Man kann aber erkennen, dass trotz gleich bleibender Bedingungen physiologische Veränderungen stattfinden.


Offline Timm Willem

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #36 am: 03.Mai.11 um 00:25 Uhr »
ich durfte vor langer Zeit Erfahrungen mit einer Phalaenopsis-Schnittblumen-Kultur machen, die leben nicht ewig. Die älteren Pflanzen waren über zwanzig Jahre alt, ...

So jung? http://www.phalaenopsis.net/phpBB/viewtopic.php?f=5&t=9145


Hallo Zeppi,
man kann das nicht verallgemeinern, mir ging es eigentlich um Beispiele, die der Eingangsfrage von Ruediger irgendwie nahe kommen. Meine These ist, dass die Überwiegende Anzahl an Arten(Orchideenarten) unter natürlichen Umweltbedingungen darauf abzielen ihre Art zu erhalten, Samen zu produzieren. Tritt nun eine Verschlechterung der Umweltbedingungen ein, wird die Pflanze zur Erzeugung von Samen tendieren, das vegetative Wachstum bleibt zurück.

Phal. gigantea ist sicher eine sehr langlebige Art, natürlich findet man solche Beispiele. Bei Phal. gigantea würde ich behaupten, ist die Lebenserwartung sicher deutlich über hundert Jahre, wenn nicht mehrere hundert Jahre, aber es gibt eben auch genug andere Beispiele.


Offline Zeppi

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #37 am: 03.Mai.11 um 08:22 Uhr »
Timm, du solltest Politiker werden, immer nur zugeben, was man nicht mehr verleugnen kann.  ;-)

Scherz beiseite, Rüdigers Frage ist prinzipiell nicht zu beantworten. In der Natur ist die Lebenserwartung durch die Instabilität ihrer Umgebung begrenzt. Irgendwann erfährt jeder Quadratmeter bewohnbarer Fläche eine mehr oder weniger große Veränderung, an die sich eine Pflanze nicht mehr anpassen kann.
In der menschlichen Kultur befinden sich Orchideen nicht lange genug, um über eine Unsterblichkeit reden zu können.
Grüße ... Ricci

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Offline Timm Willem

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #38 am: 04.Mai.11 um 09:08 Uhr »
Timm, du solltest Politiker werden, immer nur zugeben, was man nicht mehr verleugnen kann.  ;-)

Scherz beiseite, Rüdigers Frage ist prinzipiell nicht zu beantworten. In der Natur ist die Lebenserwartung durch die Instabilität ihrer Umgebung begrenzt. Irgendwann erfährt jeder Quadratmeter bewohnbarer Fläche eine mehr oder weniger große Veränderung, an die sich eine Pflanze nicht mehr anpassen kann.
In der menschlichen Kultur befinden sich Orchideen nicht lange genug, um über eine Unsterblichkeit reden zu können.
Du wärst aber auch kein schlechter Pastor geworden.

Mir ging es eigentlich um die physiologische Uhr, die offensichtlich in allen Pflanzenarten mit einer Tendenz zur generativen Vermehrung tickt.
Mal abgesehen von Deinem Beispiel,
So jung? http://www.phalaenopsis.net/phpBB/viewtopic.php?f=5&t=9145
was ich bei der Art sehr plausibel finde, gibt es Beispiele von Phalaenopsis, die in Kultur länger als 25 Jahre überlebt haben? Auch vor 30 Jahren wurden schon große Mengen Phalaenopsis aus Samen produziert, zumindest in bot. Gärten müssten die doch noch vorhanden sein.


Offline orchitim

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #39 am: 04.Mai.11 um 09:16 Uhr »
Phalis habe ich nicht, aber dafür ist mein ältester SchuhHybride) von 1859 und blüht immer noch fleißig jedes Jahr ohne irgendwelche Macken.
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Offline Zeppi

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #40 am: 04.Mai.11 um 13:03 Uhr »
... gibt es Beispiele von Phalaenopsis, die in Kultur länger als 25 Jahre überlebt haben?

Liest du hier: http://www.phalaenopsis.net/phpBB/viewtopic.php?f=2&t=2734&view=previous

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Offline Burki

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #41 am: 04.Mai.11 um 13:07 Uhr »
gibt es Beispiele von Phalaenopsis, die in Kultur länger als 25 Jahre überlebt haben? Auch vor 30 Jahren wurden schon große Mengen Phalaenopsis aus Samen produziert, zumindest in bot. Gärten müssten die doch noch vorhanden sein.

Als meine Oma gestorben ist, hat sie mir Ihre Phalaenopsis vermacht, die sie vom Opa zur Verlobung erhielt.
War ein riesiges Dingen in einem Topf, größer als ein 10L Eimer.
Mir ist sie aber eingegangen, weil ich damals keine Ahnung davon hatte.
Muß um die 70 Jahre gewesen sein. Die Pflanze. ;-)
Grüße, Burki     http://bulbophyllum.de/Bulbophyllum/

Die billigen Tricks sind oft die preiswertesten.
Verdorbener Spaß muß nicht sofort weggeworfen werden.
Zwei accounts kosten nicht das doppelte sondern Nerven.
Hat die Sache einen Haken, hänge was Aufgebundenes dran.


Offline Ruediger

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #42 am: 05.Mai.11 um 22:57 Uhr »


Phal. gigantea ist sicher eine sehr langlebige Art, natürlich findet man solche Beispiele. Bei Phal. gigantea würde ich behaupten, ist die Lebenserwartung sicher deutlich über hundert Jahre, wenn nicht mehrere hundert Jahre, aber es gibt eben auch genug andere Beispiele.

Wenn man von früheren Sammlungen aus der Natur von Blättern die über 90 cm lang waren erfährt, so kann man sich schon grob vorstellen, wie alt solche Pflanzen sein müssen.
Mal sehen wann hier eine solche Pflanze gezeigt wird. :whistle
Beste Grüße

Rüdiger


Offline orchitim

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #43 am: 05.Mai.11 um 23:02 Uhr »
Ich weis wo welche hängen, mindestens drei Händler haben welche da sind die Latschen so um nen Meter.
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Offline Ruediger

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Re: Lebenserwartung von Epiphyten
« Antwort #44 am: 05.Mai.11 um 23:15 Uhr »
Ich weis wo welche hängen, mindestens drei Händler haben welche da sind die Latschen so um nen Meter.

Blattspanne 1.80 m???

Ehrlich, ich glaube ich nicht das eine solche Pflanze in Deutschland existiert.
Beste Grüße

Rüdiger